| PfWB ElsWB Hand-schlag Ottw-Schiffw, Merz-Erbring, Bernk-KlGonzerath m.: Verlobung (s. –streich). Hand-schläger uWupp m.: die Lade auf dem Webstuhle, welche mit der Hand geführt wird. Hand-schrift (s. S.) Allg. f.: 1. wie nhd. RA.: Der schreibt e gut H. kann tüchtig zuhauen Saarbr; der singt en schen H. er singt schlecht Kobl-Güls, Allg.; gleich lihrsde mein H. kenne! Allg. — 2. Schuldschein Birkf. NRhWB Hand-schuh Rhfrk, Mosfrk hęntə(n) u. hęnt [-e- Simm; -i- Kreuzn-Hahnenb, Birkf-Herrst; -ę-, –i- Bernk-Crummenau; -ę-, –y- Bernk-Rhaunen; -- Wittl-Eisenschmitt; -i- Bitb hier u. da; -ø- Bitb-Mettend; hęntiŋ Saarbr-Auersmacher Feching]; Rip, Berg hęntə, doch vielfach durchsetzt mit hę, –-, hęi u. -ə(n) (manche Orte zwei Formen; schon Prüm-Ihren Langenf hęnt u. hęi) [hnt Aden, Ahrw; hanthnt Aden-Rodder; hęyə Mettm-Cronenbg]; NBergh, Grevbr, Neuss hęŋ(ə) (auch Elbf (u. -nt), Lennep-Ronsd); SNfrk in Erk, MGladb h; Geilk, Heinsb -- [doch auch -- Heinsb-Altmyhl; -ęi- Heinsb-Tüddern; -y- Geilk-Marienbg, Heinsb-Lümb Karken]; Kemp hā (-r), [-- Kemp-Lobberich; -- Kemp-SHubert; -r- MGladb-Viersen; -ār- Erk-NCrüchten, MGladb-Giesenk; rip Formen bis ins SNfrk, z. B. hęi Kref-Strümp; hęnt Kref-Stdt]; Mörs, Geld hant, –a·n.-, –ā:- bis zur /s-L; n. davon Klevld hants [h Mörs-Friemersh; hantskən (Pl.) Rees-Brünen; haŋksən Ess-Heidhsn; hanən [Bd. 3, Sp. 202]
Ess-Überruhr; hęnt Dinsl-Hamborn]; MülhRuhr hǫunt, hǫu; Eup hs; meist Pl. -ntə, –ə(n) tsə(n) m., f.: 1. wie nhd.; man unterscheidet Finger-, Faust- (Mullen, Wanten), Daumen-, Halb- (gehäkelt, ohne Finger), Deckes- (Fausth. aus weissem Wollstoff), Dorn-, Muff-, Stoff-, Leder-, Pelz-, Sommer-, Winterh. (s. d. W.); wöllen, bauwöllen, seiden, ledern, kerscheien, katunen H.; lange, korte, gestreckte, geknöppte, besatzte H.; der rechte, der lenke H. RA.: Dat Fromesch (Fraumensch) es so platt wie ene H. hager MGladb. E hor (hot) e Paar Flänsche (Lippen) wie e Paar H.ə Birkf-Idar. De Handschen uttrecken mit Energie handeln Geld-Nieukerk; den zehcht de Heischen aus macht Ernst, greift frisch zu, schlägt drein Prüm-Ihren; ziehch mer es en Heisch aus (wonn ech ken anha)! Entgegnung, wenn Unmögliches von einem verlangt wird, bes. Geld Prüm, Bitb; dat geht em af, wie mer de Heische ustrick er kann es Bo. De Katz hät de Hängschen usgedonn sie hat die Krallen gezeigt Bergh-Hüchelhv, MGladb; Häschken meəten einem Kinde im Scherze die Handknöchel drücken Kemp-Süchteln. We well Heischen on Manschette drage, darf sech net bei de Drescher wage MülhRh-Eulenth. En hat sich den Händschen gut geloden tüchtig gegessen Trier-Welschbillig. Eich schlehn deich, dat de acht Do (Tage) ken Händschen brauchst! Trier-Hermeskeil. De Händsche sen am blöhne die Finger kommen an den zerrissenen H. heraus Bergh-Heppend. De macht e Gesicht wie e verrissener Händsche Kreuzn-Sobernh. Was haben wir gekocht? Antw.: Gedämpte Händschen Neuw-NWamb; Brutslappenbrei un gedämpte Händschen Altk-Michelb. He es en en Häsch gejat (gejagt) niedergeschlagen Eup. Er könnt en enen Heischen kruchen (kriechen) so kriecherisch ist er Sieg-Böding. Den mutt me met Händschen anpacken so empfindlich ist er Wippf, Allg. De deht et möt witte (weissen) Hasche er drückt sich vor der Arbeit Kemp-Vorst. En Katz met Händsche fängt ken Maus Eif. De hot an kreit mer'm nasse Händsche er ist närrisch Westerw. Da geht et we öm de Heische wenn eine Ware reissenden Absatz findet Schleid. — Rätsel. Welch Schuh zerreisst mer nit on de Fiss? Bernk-Gräfendrohn, Neuw-Unkel (züch zieht). Finf Hillen (Höhlen) en ener Hill? Bernk-Talling. Wo sind de Häusche et wärmste? Am Ofen Heinsb. — Handscheihches achter Gang beim Fangsteinsp.; die linke Hand liegt auf dem Boden u. bildet mit ausgebreitetem Daumen u. Zeigefinger eine Höhlung, der erste Stein wird emporgeworfen, der zweite in die Höhlung eingeschoben, der erste aufgefischt, der zweite geworfen, der dritte eingeschoben usf. Merz-Büschf. — 2. übertr. a. Erbsen-, Bohnenschote; die Buhnen ho schonn Händschen esu langk wie mei Fenger; B. met den H.ən kochen Wend, Saarbg, Trier, Bitb. — [Bd. 3, Sp. 203]
Davon das Ztw. hęndən schw. α. Schoten ansetzen; de Buhnen sein gut gehändscht Allg. — β. et händscht sech es geht gut vonstatten Saarbg-Cahren. — b. Schutzvorrichtung am Drahtseilende, wo sich der sog. Schlupp (Schlinge) befindet Ottw. — 3. persönl. a. en dommen (doven) Heischen dummer Kerl Gummb, Waldbr; en bangen H. Gummb-Hombg; e quoəd Höschke durchtriebener kleiner Kerl Kemp-Amern SAnton. — b. ärmen Hasch armseliger Mensch Kemp-Süchteln, Heinsb-Lümb (-øy-), Bitb-Rittersd (-:-). — c. hęnt(ən) f. wildes Frauenzimmer, das nicht viel taugt Merz, Saarb-Eft, Bernk-Hunolst. Hand-schuhmacher hęntəmęχər Aach m.: wie nhd. Hand-schuh-mattes hęntə- Prüm-Habschd m.: einer, der sich besser kleidet als die andern Dorfbewohner. Hand-schuh-maul hęntə- Wend-Reichenb, Ottw-Uchtelfang n.: Mensch mit Hängelippe. Hand-seite -sit Mörs-Baerl f.: die rechte S. des Pferdes. Hand-sift Saarbg-Faha n.: -sieb, –wanne. Hand-späute -pøyt Klevld f.: -spritze. Hand-speiche Rheinschiff f.: keulenförmige Stange, die als Hebel zum Drehen von Spillköpfen dient. NRhWB Hand-spiel (s. S.) Dür, Kemp-Dülken n.: Beschäftigung zum Zeitvertreib; H. maken fummeln, betasten. Hand-stäuber -:v-, –ȳ:- Rip m.: -feger. Hand-steuer Rheinschiff n.: wie nhd. Hand-stich øwərhaŋkstek (s. S.) Düss, Verbr. m.: Nähstich, überwändlings. Hand-stock Dinsl, Rees m.: Spazierstock. Hand-streich --, –ē- Wend, Saar, Hunsr, Trier bis Bernk; in Bitb, Prüm mit Wingkoff [handręiχ Simm-Dill, Bernk-Horath; an- Zell-Würrich] m.: 1. Verlobung, et Richtigmachen; am Abend vor der Ziviltrauung, gewöhnlich an einem Freitagabend, übergibt der Freier der Freierschen (früher der Freiersmann) aus geschlossener Hand ein Geldstück so, dass es ungesehen in ihre Hand gleitet; während dieses Händedruckes fordert er die Braut in einem zeremoniellen Spruch zur Treuleistung auf; auch musste der Freier der Freierschen ein Paar Schuhe verehren, diese ihm einen seidenen Schal; hierauf nehmen beide zusammen die Einladungen, die Weisengen, vor; auch öffentliche Verlobung vor dem Pfarrer, Lehrer, Zensor (der Ausdr. ist vielfach veralt.; noch Hochwald, mMos); H. hale, feiere, uf en H. gehn. — 2. der einen Kauf besiegelnde Handschlag; se sin noch nit einig, de H. is noch nit gemach Meis-Meddersh (Bed. 1 fehlt). Hand-stuhl (s. S.) Allg. m.: Webstuhl ohne mechanischen Antrieb. Hand-taler Klev-Wissel m.: Mietpfennig. Hand-tuch hantō:x (s. S.) Allg.; doch handūx Nahe, Saarbr, südl. Kreuzn ausschl. Woppenr Gehlw Gemünden Soonw; n. davon im Hunsr u. Neuw (nicht kurköln.), WBitb hęn-; im SNfrk, Klevld meist handūk n. [Kref m.]: wie nhd. Rätsel: Et hingt an de Wand on git jerem de Hand (dat giət mer jeden Morgen de Hand OBerg) Bernk-Thalfang, Daun-Strotzbüsch; et ös ene opgehange? Köln-Efferen. Hand-visitchen Monsch n.: scherzh. Fummelei.[Bd. 3, Sp. 204]
Hand-voll die volle Form überall, wenn kein best. Mass vorausgesetzt ist; sonst hāfəl, hampəl m., s. Hafel f.: wie nhd. RA.: Et es ken Hangkvoll, et es e ganz Land voll Mädchen Dür, Allg. En H. Onglöck armseliger Mensch Allg. Hand-wanne -wa·n., –ā- Saar, Trier, WEif f.: flache, meist aus Weiden geflochtene W. zum Fruchtreinigen, im Gegens. zur Blasw.; jetzt auch Gefäss zum Einschütten des Kleinfutters in den Trog u. zum Tragen des Mehls benutzt. Rätsel: Krommp Holz (Richthölzchen) gebogen, grin Flesch derdurch gezogen; juckelt den Arsch, da geht et? WEif. Hand-weiser -īz- Gummb, Lennep, Mettm, uWupp, Kref, Kemp, Geld, Mörs, Rees m.: Wegweiser. RA.: Den kann me ock as H. gebrucken er weiss überall Bescheid. hand-wendens -wę·n.əs uSaar; -- Prüm, Daun; -wę·n.ĭjən Prüm-Burb Waxw Adv.: em (um) en H. bald, beinahe; em en H. (no) wor bal e gruss Ongleck geschieht. Hand-werk (s. S.) Allg. n.: wie nhd.; en H. lihre; den Jong an et H. dohn; enem en et H. fusche (falle) Rip, Allg. RA.: Gott sen (segne) dat ehrbar H., Meister u. Gesellen! Gruss der H.werksburschen Allg. En Fongerlang H. os bester wie en Ärmlang Bauer Aden-Liers. H. hot e goldene Bodem Trier, Allg. Et H. neidscht (neidet) Merz-Nunk. E schlech H., wat singe Mann nit ernährt Köln-Stdt. Et döch (dünkt) mänchem domme Mann dat H. et beste, wat e kann ebd. Et as ke besser H. als wie Holz mat Holz dicht gebonnen Prüm (o. O.). Dat os e domm H. diese Arbeit ist mir langweilig geworden Aden-Liers. Spetzbove ha ge got H. ebd. De versteht seng H. Rip Allg. Krüddelege (nicht leicht zufrieden zu stellende) Kunde lehren der Meister et H. Köln-Stdt. Vam Zosiehn lihrt mer ke H. Sieg. Et H. an de Nal hange drangeben Dür, Allg. De kann zwölf H.ər on dröckzehn Verderfnisse der Tausendkünstler Schleid; sibbenzehn H.ə lihre on achzehn verderve Eusk-Zülp; dröckzehn H.ər, vierzehn Onglöcke Rip, Allg. Freien es en lügenächteg H. Geld-Wachtendonk. Löstig geleəft on silig gestorven, es dem Düvel et H. verdorven Sieg, Allg. Wes (wessen) H., des Mangel Bitb-Hütting, Sieg-ODollend. Wenn jidderäner bei seinem H. bleift, fällt kei Schoster vom Kerchtorm Neuw-Dierd. Me mott osem Herrgott net en et H. fusche MGladb, Allg. Klengeln (rappeln) gehüart tum H. NBerg, Allg. | |