Wörterbuchnetz
Rheinisches Wörterbuch 
 
Haken-bein bis Hakeleisen (Bd. 3, Sp. 116 bis 118)
 
  PfWB Haken-bein hgəbn Wend-Dörrenb n.: verächtl. O-Beine. Haken-bok h:gəb:k Trier-Cönen m.: Schreckgespenst. Haken-brett h:x- Prüm-KlLangenf n.: Riester am Häufelpflug, am Hoch. Haken-butz h:gə-  Trier-Minden: h. drohn huckepack tragen; s. hackeln. Haken-eisen h:kən- Mettm-Haan m.: Hufeisen. Haken-gans h:x- Altk-Flammersf; -h:k- Neuw-Hüllenbg Segend f.: Schneegans (die Schn. fliegen in H.form; doch s. Hagelgans). Haken-gat hk- Mörs, Geld, Klev, Rees [hx- Mörs-Alpen, Emmerich; hǫk- Rees-Wesel] n.: Lücke in der Obertenne, aus der das Heu, mit einem Haken herabgezogen, nach unten befördert wird. Haken-holz n.: 1. h·ə.khōt Krummholz, an dem das geschlachtete Schwein aufgehängt wird; so kromp as en H.; do legge as en H. Kemp-Breyell SPeter Boish, Geld-Hinsbeck. — 2. in der Wend.: De jong Frau öm et Hochholz lede (leiten) um die Hahl; als dies in der Tat nicht mehr geschah, hiess es noch, wenn gleich nach der Hochzeit die junge Frau den Nachbarinnen den üblichen Kaffee gab, von seiten der andern Frauen: mer mosse se öm et H. lede Bergh-NEmbt. Haken-loch hxlk Mörs-Alpen n.: -gat, zu dem die Hochler (-leiter)

[Bd. 3, Sp. 117]
hinaufführt. Haken-mann hgə- Rhfrk; h:kə, –·ə.- Sieg, Jül, Grevbr, Eup, Geilk, Düss; h:x- Aden, Bergh, Köln, Dür; h:k- Erk; hgəl- Kreuzn, Saarbr-Güding, Ottw-Schiffw; hkəl- Gummb-Berghsn m.: 1. Schreckgespenst, im Brunnen oder Weiher hausend, das die am Wasser spielenden kleinen Kinder mit seinem Haken ins Wasser hineinzieht. — 2. Libelle Wend; Weberknecht (Spinne) Ottw-Schiffw. Haken-messer h·ə.kmęts MGladb-Schelsen; -męs Ruhr-Sterkr n.: Haken, Messer an langem Stiele, zum Herabziehen (dürrer) Äste. Haken-nase hōgənās Rhfrk f.: wie nhd. Haken-pflug hgəblūx Nahe, Saarbr, Ottw; hō:x- Prüm, Malm m.: 1. der alte Pfl. zum Sterzen (Stürzen) Nahe, Saarbr, Ottw. — 2. Häufelpfl., Hoch 1 f Prüm, Malm. Haken-schnabel h:kənāwəl Wittl-Reil m.: Storchschnabel, geranium. PfWB Haken-stange f.: 1. h:(x)da·ŋ. Fährstange, Haken 1 d Trier, Sieg-Müllekoven. RA.: Ech han H. dep (tief) Honger Müllekoven. — 2. hgən- Haken, Messer an einer langen Stange, zum Herabziehen dürrer Äste Merz-Reinsb; -gəl- Ottw-Elversbg. Haken-zange -tsa·ŋ. Wittl f.: Agraffenzange des Schusters.

 NRhWB haken schw.: 1. technisch. a. h:kə, –·ə.- u. -:- Rip, Berg, SNfrk [Kemp -·ə.- u. -ī·ə.-]; -- Klevld: fast nur in der Zs. fas-, an-, us-, en-, zuh. in sinnl. Bed. — b. h:χə mit Haken etwas nach sich ziehen Dür; h:kə Nachen mit Haken vorwärts bewegen Köln-Stdt; hī·ə.kə dürre Zweige mit einem Haken abreissen; h. on bosche Holz sammeln Heinsb-Myhl. — c. h·ə.kə mit dem zweizinkigen Karst (Hacke) den Boden aufhacken Heinsb-Karken. — d. h·ə.kə in der Tuchfabrikation, das Tuch mit kleinen Haken aus den Falten ziehen, um es überall gleichmässig zu färben Aach. — 2. hxə, –:- a. mit dem Hähoch im Hauberg die Saat gemeinsam unterpflügen; es wird von sämtlichen Berechtigten an einem Tage vorgenommen, wozu ein jeder einen Ochsen und Führer zu stellen hat; man fängt am untern oder obern Stücke mit einem Ochsen zu h. an, worauf sich der andere hinten anschliesst u. dann wieder ein anderer, bis sämtliche auf die Art angestellt sind, u. so hocht man durch sämtliche Häne durch; sowie der erstere am Ende ist, hält er so lange still, bis der letzte durchgehocht hat Siegld, OAltk; den Hafer unterpflügen Siegld, Waldbr, Gummb; Stoppelfelder, worauf im Frühjahr Kartoffeln gesetzt werden sollen, werden gehocht Waldbr; ein Feld, das im nächsten Jahr als Broche dienen soll, wird im Herbst geackert, im Frühjahr gəet (geeggt), dann mit dem Hoch gestürzt (gehocht), wieder gəet, dann nochmals geackert, dann wieder gəet, dann kommt Frühroggen (Brochkoren) darauf Waldbr-Wildbg. — b. Toffeln (Grumbern) h. behäufen Verbr. nach Wk. III 10 in Siegld, Altk, Waldbr, Gummb, Wippf-Forsten, Bitb [-:g- Bitb-Betting Ernzen Bollend Fliessem Halsd Irrel Meckel Peffing Wissmannsd Rittersd;

[Bd. 3, Sp. 118]
-ǫg- Bitb-Holzthum], Prüm; Furchen ins Schiffelland mit der Hacke ziehen, Roggen hineinsäen u. mit Erde zudecken; et Kor get angehocht Bitb, Prüm. — 3. übertr. a. jəh:kt gohn gebeugt Prüm-Steffeln; jəh:χ Schleid, Eusk; gruss jəh:χt lang aufgeschossen, vom Menschen Sieg-Seelschd. — b. h:χə kratzen, von der Katze; de Katz hat mich gehöcht uWupp; -:k- Sol. — c. h:χən ungeschickt, unleserlich schreiben Altk-Wissen; -:χ- Schleid-Holzh, Eusk-Zülp; -:k- Neuw-Erpel. — d. h·ə.kə, sich etwas h., stibitzen Kemp-Breyell; du kanns mech gəh·ə.kt werde! abschläg. Antw. Kemp. — e. de hot sich gout gehokt ist gut vorangeschritten Bernk-Allenb. — f. hier hökt et sich! gesagt, um die Burschen von Geld-Twisteden, die Höckskes, zu ärgern Geld. — Abl.: die Hokerei, dat Gehoks.

an- haken: etwas, z. B. eine Leiter a., wie nhd. Verbr. wie h. 1 a.auf -haken: ophkə die Erde auflockern Geld-Capellen.be -haken: -:x- die Kartoffeln b., mit dem Hak 1 f behäufeln Altk-Bachenbg, Waldbr-Hahnenseifen, Prüm-Hallschlag (-:g-).ein -haken: wie nhd. RA.: Den het de Ben verkehrt ingehakt er hat schiefe Beine Ruhr-Hamborn, Allg.ge -haken: jəh:χən knieen Wermelsk.

 NRhWB hakeln schw.: 1. technisch -ōg- mit dem Haken (einem Stocke) herbeiziehen; hokel mol en Ascht eronner; de breischt ebbes, vor die Äscht vun aussewendsig beizeh. Saarbr, Ottw, Meis, Birkf, Simm, Bernk-Rhaunen; de Bir (de Appel) werd gehokelt einzeln mit einem Haken heruntergeholt Meis-Meddersh; de Katz hogelt sech ehr Steck Flesch ennerm Schrank raus Siegld. — 2. übertr. a. -g- den Arm als Haken benutzen Saarbr; komm, eich h. deich! sagt der Bursche, wenn er den Arm des Mädchens nehmen will Meis-Meddersh. — b. -g- ungeschickt nähen Saarbr-Überhf; en wat herömhökele herumstochern Kref-Lank. — c. -g- ungeschickt schreiben Ottw-Fürth, Trier-Braunshsn Mettnich; -:k- Sieg-Ägid. — d. -g- hinkend gehen, mit O - Beinen g., schief herankommen; e hokelt, kommt gehokelt Wend-Dörrenb, Birkf, Saarbr-Quierschd, Merz-Weisk, Trier-Krettnich, Bernk-Hottenb; -:x- Goar-Gondershsn; -:k- Sieg-Ägid. — e. -:g- huckepack tragen; hokele, h., Schäfche! singt dabei der Tragende Kobl-Horchh, Meis-Meddersh. — f. sek hkəln sich zanken Gummb. — Abl.: die Hokelerei, dat Gehokel(s) (-:-).

Häkel Pl. -ələ, –əln m.: 1. -:g- Haken May-Nickenich. — 2. -k- die Einrichtung am Spinnrade, auf deren Dorn die Spule kam; die Häkeln die Häkchen an diesem H. Gummb-Berghsn. — 3. -:χ- leichte Gartenhacke, Blatthacke Altk-Mehren.

Hakel-bohnen h:gəlχəsbū·ə.nə Altk-Dünebusch Pl.: Bohnensorte mit gekrümmter Schote. Hakel-eisen hgəl- Ottw-Aschb; -:- Saarl-Kerprich GrHemmersd n.: Stange mit Hakeneisen, zum

[Bd. 3, Sp. 119]
Herabziehen dürrer Äste.