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Rheinisches Wörterbuch 
 
griffig bis Gril (Bd. 2, Sp. 1402 bis 1404)
 
 griffig -efəχ Grevbr, Neuss; -īəpəχ Heinsb Adj.: von Kaufmannswaren, die stark gesucht sind, guten Absatz haben. S. auch Kemp jrep.

an- griffig: 1. zum Ergreifen reizend, verführerisch; ugröffig Wor (Gescher) eine Sache, die in die Augen fällt u. leicht mitgenommen

[Bd. 2, Sp. 1403]
wird, so ist die Mistgabel auf dem Misthaufen, die Axt auf dem Holzblock, die Wäsche auf der Leine udgl. ugr. W.; sun (solch ein) reich Mädche as un bleift noch gor lang en ogr. W. WMosfrk. — 2. anstellig, eine Sache zur rechten Zeit u. am rechten Ort anzufassen wissend Bitb-Geichl. auf -griffig: leicht ein Wort, eine Beleidigung aufgreifend, streitsüchtig, mürrisch Trier.

Griffo Wend-Reichw Sg. t. m.: Name eines Hundes.

 NRhWB grifftig Adj.: 1. -eftiχ begierlich, bes. fressgierig, geizig, habsüchtig [heftig Remschd] Schleid, Rheinb, May-Kollig, Remscheid; -ē- Daun-Neroth, Koch-Leienkaul. — 2. -i- plötzlich; en gr.ə Schlag; so gr. krank weren; et fängt gr. an te friesen (frieren); der Frost kümmt so gr. so auf einmal Gummb.

be- grifftig: geizig Schleid-Reifferschd.
 
 
 NRhWB Griffel Rhfrk -if-, –e- (Sg. u. Pl.); sonst -e- [uSieg, LRip -evf-, –ēf-, –ei-], Pl. -ələ [WMosfrk -ln]; auch das Nfrk hat -ef-, Selfk -øf-, –y-; Pl. im Klevld -əlts m. [vielfach auch f., so Waldbr]: 1.a. Gr. von Schiefer, um auf die Schiefertafel zu schreiben; de Gr. spetze Rip, Allg. RA.: Fangern wie Gr.n lange Finger Bitb. — b. Pfropfreis Dür-Winden Echtz, Monsch, Eup, Aach, Erk, Selfk (hier -e-, –ø-, –y-). — c. Werkzeuge. α. ganz kleiner Meissel Sieg-ODollend. — β. f., m. kurzes, gabelartiges Werkzeug, um die Trauben aus der Bütte in ein anderes Gefäss zu befördern Wittl, Bernk. S. Greif. — 2. übertr. a. sachl. α. Eiszapfen Koch-Laub. — β. verächtl. von Körperteilen. αα. Pl. t. dünne Finger Rhfrk, Mosfrk, Rip, Heinsb-Myhl, Kemp, Düss, Duisb, Essen; wat hät der lang Gr.ə! Allg.; engen e jen Gr.ə falle Aach. — ββ. Nase Wend-Berschw, Birkf-Hosenb Oberst, Bitb-Wolsf, Jül-Tetz. RA.: De Gr. gebotzt kriən einen Verweis erhalten Birkf-Oberst. — γγ. en Gr. schniən ein verblüfftes Gesicht machen Kemp-Süchteln. — γ. Greffelche griffelförmige Quetschung, wie sie z. B. leicht beim Zudrücken von Faltladen an der Hand entsteht, wenn der Ballen zwischen die beiden Teile geklemmt wird Köln. — b. persönl. dau domme Gr.! du Pinsel Merz-Saarhölzb; decke Gr. Dür.

Griffel-büchse, Griffeldose, Griffelkasten, Griffellade (Saarbr-GrRosseln, Aach-Walh), Griffelschachtel, Griffelscheide (Rhfrk, Mosfrk, Rip), Griffelspitze (s. S.): Zs. zu Gr. 1 wie nhd., dazu: Griffel-bisser Kreuzn m.: jähzorniger Mensch. Griffel-blume -əltsblō:m Rheinb f.: Erdrauch, fumaria. Griffel-fass Saarl-Berus n.: -büchse. Griffel-fingern -əltsvę·ŋ.ərə Eup Pl. t.: verächtl. lange, magere F. Griffel-fresser Düss-Stdt m.: scherzh. ABC-Schütz. Griffel-kocher -əlts- Bergh-Hüchelhv; -əlkǫxət Wermelsk m.: Behälter für Schreibgriffeln. PfWB Griffel-spitzer m.:

[Bd. 2, Sp. 1404]
1. scherzh. a. Junge, der noch in die Schule geht Kreuzn-Waldböckelh, Kobl-Moselweiss. — b. Neckn. des Lehrers Trier-Mehring. — 2. Schachtelhalm, equisetum arvense Kobl-Urmitz.

griffeln I schw.: 1.a. -i- schlecht schreiben, kritzeln May. — b. -e- [-e-, –ø-, –y- Selfk] pfropfen, okulieren Dür-Winden Echtz, Monsch, Eup, Aach, Jül, Erk, Selfk. RA.: He hät en Mul wie en gegrüffelde Ejnjefott (Entenbürzel) Heinsb-Millen. — c. -e- Trauben aus der Bütte in ein anderes Gefäss umfüllen mittels der Gr. 1 c β Wittl, Bernk. — 2. übertr. a. -ø- wie ein Kleinigkeitskrämer arbeiten, etwas machen, was nichts wert ist, künsteln; sich jet binegr. (beieinander-) Selfk. — b. -e-, he kann et net gr. nicht begreifen Eup-Kettenis.

auf- griffeln: aufpfropfen, von neuem pfr.; det Bömke let (lässt) sech noch opgr. Heinsb-Kirchhv.
 
 
griffeln II -e- Aach-Kohlschd schw.: 1. intr. fasern; de Stouf (Stoff) greffelt.2. trans. Gewebtes, Gedrehtes gr., meist opgr. aufzwirbeln. S. riffeln.
 
 
griff-lachen Rees-Ringenbg schw.: verschmitzt, höhnisch lachen.
 
 
Gril -ī- Eif (o. O.) 1859 Sg. t. m.: in der Wend.: An (in) den Gr. werpen Obst, Geld udgl. zum Raffen werfen.