| Geiss-fuss (s. S.) Allg. m.: 1. wie nhd. Allg. — 2. übertr. a. langgestrecktes Spinnrad Bernk-Bollenb. — b. das zum Einsetzen der Weinreben in den Boden bei Anlage eines Weinberges gebrauchte Werkzeug, dessen Ende einem G. ähnlich ist uNahe. — c. jeisfūt Art Meissel, eckig, fast 45% im Winkel, Schreinerwerkzeug Gummb-Berghsn. PfWB ElsWB Geiss-futter (s. S.) Allg. n.: 1. für Ziegen geeignetes F. im allg., bes. das junge Grün an Hecken u. Büschen Allg. — 2. im bes. Mistel Ottw-Scheuren, Merz-Saarhölzb, Bernk-Gräfendhron. Geiss-galgen Aach-Walh m.: selbstverfertigtes Sprunggestell, indem man an zwei Stämmen die Äste abschneidet, sie in einiger Entfernung in die Erde steckt u. ein dünnes Stöckchen nun in die Gabelungen, bei jedem Sprung eines höher, legt. Geiss-gericht Simm-Horn n.: in der RA.: De kannst mich verklaə (-klagen) beim G., wo de Bock et Ordel spricht! PfWB Geiss-gesicht Saarbr-Fürstenhsn n.: in der Wend.: Der macht e richtig G. PfWB ElsWB Geiss-gichtern Ottw, Birk, Nahe Pl. t.: in der Wend.: Do kennt mer jo grad die G. krige! grosse Angst; wenn de das gesat hättscht, hätte die Leit jo de G. krit. PfWB ElsWB Geiss-haar (s. S.) Allg. n.: 1. wie nhd. Allg. Minschehor es besser as G. Belehrung für den Seidenweberlehrling Kref. — In Reimen: Gecke, G. von 80 Johr, hät de Botz voll G.! Ahrw-Westum Löhnd. Guden Morgen em nauen Johr; eich wenschen der de Bockel voll G., de Kopp voll Grend un all Johr e Kend! Merz-Erbring, Ottw-Bub. Ze Weitersborg (Kr. Kobl), do backe se Weck von G.! — 2. übertr. -hörcher Pl. verächtl. Bartflaum Aach-Brand. — Geiss-haar-halstuch Ottw-Wiesb n.: scherzh. Stehumlegkragen. Geiss-handel (s. S.) Allg. m.: wie nhd. RA.: Dat wär de Fock vum G. das dicke Ende Bitb-NWeis. PfWB Geiss-hannes Koch-Laub m.: Schimpfw.; so sind manche Vorn. mit Geiss verb., z. B. -drickes, –hennerich,[Bd. 2, Sp. 1159]
Geiss-hecke Hunsr f.: Heckenliguster, ligustrum vulg.; roter Hartriegel, cornus sanguinea (auch FlN). Geiss-himmel Neuw-Ohlenbg, Wippf, Aden, Ahr, Schleid, Rheinb, Bo, Bergh m.: in der Wend.: Em G. sen tot sein, von Tieren; in Ohnmacht fallen (sein), von Menschen; en de G. trecke (gerode, fahre, gohn, reise). Geiss-horn (s. S.) Allg. n.: 1. wie nhd. Allg.; das Lohschäleisen wird aus einem G. gefertigt Sieg-Fussh. RA.: Ech wöll, datsde em Hemmel wärsch on hätts ne ganze Ärbel (Armvoll) G.hörnder! die Mutter zu dem ungeduldig bettelnden Kinde Rheinb-Queckenbg. Huar (Horn), H., G.; H., H., Heihnerhuar! Spr. beim Fingerratesp. Saarbg-NLeuken. — 2. übertr. a. ein Pflugteil (o. O.). — b. –blatt 1 Rheinb. — c. -hörnche Bohnenart, deren Schote in Form eines G. gekrümmt ist Sieg, Eusk, Köln, Dür. Geiss-huppe -hup Wend-Marping f.: an den Enden gespitztes Holz im Geisshuppspiel, einem Schlagholzsp., das von einem Schlagholz weit im Bogen geschleudert wird. Geiss-hüter (s. S.) Kemp m.: derjenige, der im Kindersp. de Get höjen mutt. Geiss-junge -jo·ŋ. MGladb m.: Schimpfw.; du G., gangk Röbe söke (steəhle)! Geiss-keiker -i- Sieg-Süchterschd m.: verächtl. magere Person. Geiss-kinder Köln Pl.: in der RA.: G. sin Ziggelcher. Geiss-klauen Heinsb-Rurkempen Pl. t.: -blatt 1. PfWB Geiss-kleber -ēw- Wend-Wemmetsw m.: ein Unkraut im Getreidefeld. Geiss-klee (s. S.) m.: 1. besonders weicher Kl. Malm-Atzerath. — 2. dreiblätteriger Fieberklee, menyanthes trifoliata Bitb-Geichl NWeis. Geiss-knebel -īw- Birkf-Herrst m.: in der Wend.: Derr (mager) wie e G. Geiss-knippchen -e- Jül n.: Name eines Hügels. Geiss-knöchelchen -yχ- Schleid-Krekel n.: die empfindliche Stelle am Ellenbogen. Geiss-knopf -ǫp m.: 1. Name eines Hügels Saarbr-Sulzb. — 2.a. Wiesenknopf, sanguisorba offic. Ottw-Gennw. — b. gēsknap Mistel Bitb. Geiss-knüttel -ed-, –ēt-Mosfrk m.: -kot. | |