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Rheinisches Wörterbuch 
 
Geher bis Geierig-keit (Bd. 2, Sp. 1135 bis 1137)
 
  PfWB Geher xndər, Pl. -rə Heinsb-Millen m.: Penis des Ebers, Ferkespeserik.

Geher-bank jnərbaŋkt Gummb f.: die B. hinter dem Tische, wo das Kind gehen lernt; vi hant er (haben ihrer) nu twe (2) op der G.
 
 
be-gehren bəgrə, –ē-, –:-, –·ə.-, –ē·ə.-, –ī·ă.- [-ę·r.- NWWesterw] Allg. (nicht in der MA. der Nahe); doch mehr dafür verlangen, willen schw.: 1. etwas von einem b. a. de begehrt ze vill van mer; dat kann ech net b. Rip, Allg.; eich hon noch neist geschenkt begehrt Simm (Rottmann). RA.: Wat der Düvel mih hät, wat e mih begeəhrt Eif, Allg. — b. eigenartige Konstr.: ech sen des net b. ich beanspruche das nicht; dat kammer net b. sen nicht verlangen; der es arg b. auf alles erpicht, was er sieht Eusk; va b. siə fordern, verlangen; ech ben ühre Scha (Schaden) net va b. ich will die Sache nicht unter Preis haben Aach-Stdt; ech

[Bd. 2, Sp. 1136]
mag et net begiəhres sin ich kann es nicht verlangen Grevbr-Jackerath. — Et hihchst Begehres das köchste Verlangen Trier-Stdt. — c. in Prüm bĭję r.ən oder bə- Prüm-Weinsh; bę·r.ən Prüm-Ihren; bĭę·r.ən Prüm-Daleiden; gəbērən neben bəg. Bitb-Mettend; fərgērən Daun-Neroth: verlangen; den bĭerrt de Deiwel aus der Hell net er taugt nichts; mat dem bĭerr ech net, enner ver Auen ze schwatzen.2. einen b.; eich begehr deiner nöt deiner Hilfe, ich beanspruche deine Hilfe nicht WEif, Allg. ver -gehren: etwas v., hegehren Daun-Neroth 1860.

Gehr -- MGladb-Rheydt Sg. t. m.: in der RA.: De G. gedonn (getan) on de Köste gespart wenn eine Einladung nicht angenommen ist.

Be- gehr Sg. t. n.: Anliegen, Verlangen; dat wor en onverschämb B. MüEif, Bitb-Mettend.

Gehr-taufe γēərdōp Geld-Schravelen, Rees f.: Nottaufe; s. Gäh-.

Be-gehrer Sg. u. Pl. m.: in dem Spr.: Vill Verehrer, äwer kein B. Kobl, Verbr.

be-gehr-lich -γ- Klevld, Selfk Adj.: wie nhd.; dat is ei b. Ferke van enne Kerl.
 
 
gei I jei Dür Interj.: des Schreckens, Schmerzes; o gei; o jömmich gei!
 
 
gei II γe (Formen u. Begrenzung s. bei du u. ihr) Klevld: Pron. pers. der 2. Pers. Sg. u. Pl., doch zum Unterschiede vom Sg. im Pl. meist gej Löj ihr Leute; enklitisch verschmilzt g. mit dem Zeitw., z. B. häbbt gej > hę; dyt γe > dy; γǫt γe > gǫ, we willst du, wo wolltest du, zø sollst du. — Im südl. lrhn. Geb. legt man den nördl. Wohnenden in den Mund: gei on wei (etwa die von Kempen u. Ödt) sind bald ein Lü. RA.: Dor kamme g. för sägen das ist etwas Ordentliches Dinsl, Rees.

Gei I = Bezirk s. Gau; Gei II = Geige (s. d.); geichen = keuchen s. gichen; geien I s. geigen.
 
 
 NRhWB geien II xę·.ə Heinsb-Breberen Millen schw.: grosse, eilige Schritte machen, davoneilen; gegenüber greien mehr die Tätigkeit eiligen Laufens betonend; doə süs (siehst du) em g.; en he geide bökentäre (schreiend) över et Gout (Gut, Hof) dor de Schür no de Moustem (Mustum, Garten) in. — Abl.: die Geierei, dat Gegei(s).
 
 
 NRhWB Geien Rheinschiff Pl.: dünne Taue zum Raffen der Segel.

auf-geien schw.: die Segel a, mit den Geien raffen, festbinden.
 
 
 NRhWB geier gaiər, –ęi- Nahe, Saarbr, Ottw, Merz-Michelb, Hunsr bis zur kurpfälz./kurtrier. Grenze; im O. über die Mos reichend nach May hinein (z. B. Mertloch MüMaif, auch Daun-Boxbg) [-- Simm-Alterkülz, Zell-Mastershsn] Adj.: 1. im aktiv. Sinne. a. begierig, hastig zugreifend. — b. naschhaft, leckermäulisch,

[Bd. 2, Sp. 1137]
sehr wenig essend, wählerisch, empfindlich im Essen, von Mensch u. Tier; en g. Dier schlechter Fresser; du firerts (fütterst) g. Allg. — 2. in pass. Sinne, schmackhaft, reif, von Früchten uNahe. S. gier (mhd.  Lexer gîr u. gir).

Geier nicht in dem ob. gen. Geb. Sg. t. m.: 1. in der Wend.: De G. davun kreien das Verlangen Trier-Köwerich. — 2. Geizhals, selbstsüchtiger Mensch Bitb-Geichl.

 PfWB Geier-maul Birkf-Oberst, Simm-Chümbdchen n.: einer, der im Essen wählerisch ist. Geier-panz Merz-Mond m.: begierlicher Mensch; lästiger Bittsteller. Geier-sack Merz, Saarbg m.: begehrlicher Mensch; der alles für sich zu haben wünscht (das Adj. g. fehlt hier). Geier-schnüsse -nes Birkf; -u- Simm f.: Tier u. Mensch, wählerisch im Essen.

geierig gę·i.əriχ Saar n. von geier, angrenzender Hochw, also von Merz an, Trier, Mos bis Bernk-Winterich, Bitb, Prüm, abseits Goar-Biebernh [ga·i.r- Saarl-Diefflen; -ərliχ Merz-Zwalb, Trier-Paschel; gailĭχ Goar-Pfalzf] Adj.: 1. begehrlich, gierig, hastig, bes. im Essen, bes. von Kindern u. Tieren; g. sein; g. fressen Allg. — 2. geizig Allg. — 3. Adv. schnell, plötzlich Trier-Heidenbg.

Geierig-keit Sg. t. f.: 1. Begierlichkeit. — 2. Geiz.