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Rheinisches Wörterbuch 
 
Ekel bis Elefantenrüssel (Bd. 2, Sp. 102 bis 104)
 
 Ekel :kel Allg.; g-, ē-, :- Rhfrk, Mosfrk [ē·ə.- Eup; ā:kəl uWupp 1870]; ęk- Klevld m.: 1. Zustand des E.; sech den E. an wat essen Allg.; sich den E. enessen Saarbg; sich den E. anesse Ottw-Wellesw; sich ebbes zom E. esse May. — 2. ekelhafter. lästiger, widerlicher Mensch, zu einem, der Sachen macht, vor denen man sich ekelt; die Mädchen sagen bes. zu allzudreisten Burschen du E.! oder du eklige E.! Allg. — Botz dich, Rekel! Antw.: Danke, E.! beim Niesen Simm-Ebschd.

eklig Allg. [:kliχ Sol 1870; ā:- uWupp 1870] Adj.: 1.a. Ekel erregend, ekelhaft; wat en e. Dier!b. hässlich; en e.ə Farf; en e.ə Mode.c. unangenehm; en e.ə Geschech (Sach); e. Wedder; dem geht et e. er ist übel dran; he setz e. dren; loss mech en Rauh, sos weren ech der e.! Rip, Allg. — d. unschön im Benehmen, ungezogen, wüst, unausstehlich; du e. Dinge; auch von Tieren, z. B. en e. Steck Vieh eine Kuh, die beim Melken nicht hält; den e.ə Deiwel Schimpfn. für eine Mannsperson Bitb; bös doch net su

[Bd. 2, Sp. 103]
e.! so lieblos, zanksüchtig Allg. — e. Adv. [in Mettm-Cronenbg häufig -ləjən] gehörig, ausserordentlich, bei Begriffen, die Unangenehmes, Ungehöriges bezeichnen; et hät e. gerent; he hät e. gefloch; he hät se e. krig (Hiebe); et es e. kalt; e. vill schrecklich viel Rip, Allg. — 2. sich vor etwas ekelnd Rhfrk, Mosfrk; wort, eich gehn dir en freschen Läffel holen! Dat es net nedig; eich sen net esu e. Bernk-Neumag; de is gleich so e. devor Hunsr; et es (get) mer e. es ist mir zum Erbrechen schlecht, ich bin einer Ohnmacht nahe Merz.

 PfWB  ElsWB  LothWB ekeln schw.: 1. wie nhd.; dat ekelt mech; ech e. mech defür Rip, Allg.; doch Rip, Nfrk mehr dafür ech bön fies dofür (dodrop, doran).2. einem (andern) e., Ekel empfinden, aus demselben Gefäss mit einem andern zu trinken udgl.; ekelst dau mir? Bernk-Neumag.

ab- ekeln: 1. durch Ekelbereiten einem eine Sache verekeln; du wells mer durch deng Schwätzen de Sach a. Rip, Mosfrk. — 2. eine Krankheit, bes. Gelbsucht a., durch Ekelempfinden beseitigen, z. B. durch ein mit Läusen bestrichenes Butterbrot; sech de Gelsucht ofekeln Bitb-Dudeld. an -ekeln: wie nhd.; dat Fressen ekelt enen an Rip, Allg. PfWB ver -ekeln: wie nhd.

Ekeler Simm-Laub m.: wüster Mensch.

Ekeltesse = Eidechse (s. d.); Eker = kupferner Kessel s. Äker.
 
 
Ekolf Saarbr-Dudw m.: Wegelagerer, Bettler.

Ekoll im Beerenld. s. Eichhorn; el I = aber (s. d.).
 
 
el II: im Spielreim: El, di sel, di sipp di sar, rebbe di rebbe di Knoll Köln (die ribbel, die rabbel, die Knoll Ahrw-Remag); auch elde selde sibbenzig Johr .. Elder, Selder, sup di Selder, rebbelde, r., Knorr Grevbr-Hochneuk. Ella, zella, zickedezell, rebbede, bebbede Knoll Wesel. Ella di zella, di zickedizar, räppe di päppe (häppe-), di Knoll Mörs-Orsoy. Ümke, Prümke, Zuckermanir, aben, daben, dollmanir, äcken Brot, sonner Not, ella, pella, puff, dot Rees-Hamminkeln. Immche, Dimmche, Zuckermimmche, amen, damen, Domino, Himmelsbrot, sonder Not, ölle, pöllə, puff, tot Monsch-Rollesbr.

elangs s. al –langs; elar = dorthin s. all-dar.
 
 
 PfWB  LothWB Elastisch əlastə Rheinb-Meckenh; jəlastə(r) Rheinb-Lüftelbg, MülhRh-Ensen; lasteŋ Kemp-SPeter n.: Schlauch, der elastische Verbindungsteil zwischen Spitze u. Rohr an der Tabakspfeife.

Elber = Erdbeere (s. d.).
 
 
Elberfeld ęlbərfę·i.l: Stadt E. RA.: Göf mek en Daler Geild, dann goh ek no E. on mak Wengk sagt der Solinger. En E. on Barmen göft et kenne Armen; en E., do hant s'et Geild, on en B., do wohnen de

[Bd. 2, Sp. 104]
Armen. — E. on Barmen scherzh. für doppeltes Essgeschirr, den Henkelmann Sol-Burschd.
 
 
 NRhWB Elbetrutsch ęlpdrit Mos; ęlbədrit Saarbr-Sulzb; ęlwə- Kreuzn-Niederhsn; ilwəndrutəl Saarbr-Völkl; meist Pl. m.: 1. in der Wend.: E.ə fängken (fonge); gehste met E.ə f.? einen zum Narren haben; der betreffende muss sich nachts mit einem Lichte u. offen gehaltenem Sack in einen Graben stellen, während der andere angeblich die E. herbeitreibt, in Wirklichkeit aber fortgeht; auch als Aprilscherz verwendet. Wohin gehst du? Antw.: E. f. (auch Dilldappe f.). Was haben wir gekocht? Antw.: Ilwendrutschele, in Fett gebackt Saarb-Völkl. — 2. beschränkte Person.
 
 
Elbisser ęlbēzsə(r) Rheinb-Queckenbg m.: Blutegel.
 
 
 PfWB  ElsWB Elb-ling uSaar m.: Rebsorte.

elder im Auszählreim s. el II.
 
 
 NRhWB  PfWB Elefant eləfant , Pl. -tə(n) Allg. m.: wie nhd. RA.: Su schwer be en E. May-Collig; de mat en Gesich we ene E., de Möcke friss Köln. De macht ach aus er Meck (van en Lus Meiderich, aus em Fluh, aus einer Mus Neuw-Unkel, van en Flieg Klev) en E. Allg. E Meck an de Wand es meh wie e E. em fremde Land Bernk-Bollenb. Den het och na kes (noch keinmal) e klengen E. gesehn er übertreibt gern Malm-Aldring, Bitb. Em E. sei Ressel es em Jud sei Kesteschlessel Westerw. A.: Gef mer die Hand! B.: Gun Dag, E.! Zell-Trarb; gemmer dei Hand, bes en E.; gemmer dei Hännchen, bes en Elefäntche Neuw-Dierd; so (sag) mol Ei-fant, zwei-, drei- usf. bis E. Kindersp. Altk-Horhsn.

Elefanten-klauen Köln-Stdt Pl.: verächtl. grobe Hände. PfWB  ElsWB Elefanten-läuse -lȳ:s Meiderich f.: nuces anacardiae; man trägt sie an einem Bindfaden um den Hals, um sich vor Zahnschmerzen zu schützen. PfWB Elefanten-rüssel m.: wie nhd. RA.: En Nuəs (Nase) wie en E. Saarbg-Köllig.