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Rheinisches Wörterbuch 
 
Doktorsachen bis Doll I (Bd. 1, Sp. 1388 bis 1390)
 
  Doktor-sachen -ər- Hunsr Pl.: Arzneien. Doktor-schrift SNfrk f.: unleserliche Schrift.

doktern Allg. schw.: 1. den Arzt gebrauchen; krank sein. De ös all wal en holf Johr ant d. Kempld, Allg.; möt iəmes ant d. siən jmd. als A. gebrauchen ebd.; ich däht net so vill dran erömd. gegen die Krankheit probieren Allg. — 2. Arzt spielen, ohne berufliche Vorbildung Allg. — 3.a. gelehrt schwätzen Schleid-Hellenth; über alles seine Meinung sagen, viel reden, sich in alles mischen Monsch-Witzerath, Schleid-Wollenbg. — b. de doktert sich wat binen lügt Ess, Rees. — Abl.: die Dokter(er)ei, dat Gedoktersch (-ö-), sich zerd.

aus- doktern: 1. etwas a., ausklügeln Geld-Pont, Rees, Kref, Rip. — 2. ausgedoktert hon wieder gesund sein Saarbr-Sulzb.  PfWB  ElsWB  LothWB ver -doktern: Geld auf Arzt, Kur, Arznei verwenden Allg. Wenn er so fortmicht, kann er sei halb (ganz) Vermeə (Vermögen) v. Simm, Allg.

Dokteres -ərəs Bitb-Dudeld m.: gelehrt Sprechender.

doktorisch -tər Merz-Saarhölzb Adj.: in ärztlichen Dingen bewandert.
 
 
Dolbert dolbət. u. t- Aach m.: Adalbert.
 
 
Dolch doləχ [Rhfrk -u-], Pl. -ø- [Rhfrk -i-; Bitb dolijən] m.: wie nhd.; auch D.messer (-metz).
 
 
 NRhWB Dolde Rhfrk dulən Sg. u. Pl. [dul Goar-Camp, Wittgst (neben -o-)]; WMosfrk von Saarbr an bis Malm dǫ·l.ən [Bitb-Wiersd -a-]; vereinzelt auch im SRip in Bo-Mehlem, Sieg-Rhönd, in May, Aden, Ahrw dǫ·l.ən u. dǫ·l. m.; OMosfrk in Zell, Koch, Kobl, Goar, Westerw, Siegld dǫ·l. f. [auch WMosfrk in Trier-Fell Schweich]; das Rip u. Berg hat eine auf duolde zurückgehende Form, u. zwar dō:lə(n) m. Sieg, MülhRh, Waldbr, Gummb, Remschd, Bo [dū·ə.l Waldbr-Morsb Wallershsn; -ō:-, Pl. -:- f. Bo-Walberbg, Waldbr-Sinspert, Altk-Birken]; dō:l f. Mettm-Cronenbg; dō:ldər m. MülhRh-Overath, Wippf-Engelsk, Sieg-Hänschd; -lər Sieg-Lohmar (veralt.); SNfrk do·u. in Grevbr, Erk, MGladb, Kemp-Waldniel; dø·y. Kemp-Born; Sol f. dǫ·u.l: 1. an Bäumen u. Pflanzen. a. Baumwipfel Allg. mit Ausnahme des Geb.,

[Bd. 1, Sp. 1389]
wo 1 c gilt [abgeschlagener Wipfel Saarl-Hüttersd]. — b. Spitze einer Pflanze uWupp, Waldbr-Dattenf; Gipfeltrieb der Reben; D.ə mache diese kürzen Ahr; junger Spross an Reben Saar, Mos bis Bernk. — c. die untersten stärksten Äste eines Baumes, da wo der Stamm sich zu verzweigen beginnt; im einzelnen gesunder, starker Ast mit Zweigen Kobl, Goar, Siegld, Waldbr, Gummb, MülhRh, Sieg, Selfkant (do·u.). — Enge Gabelung zweier Äste, durch die man beim Klettern schlecht schlüpfen kann May-Kottenh. — d. doldenähnlicher Stock- u. Wurzelausschlag, z. B. der Eichen nach dem Roden, dem Lohschälen Wend, Birkf, Merz, Trier-Ld (Saar). — e. meist Demin. Dellche Zweig voller Früchte, etwa Kirschen, den man zum Herunterwerfen abbricht Mosfrk. — f. Haselnüsse zu mehreren an einem Stiele Neuw. — 2. übertr. a. die Spitze des Kirchturms Bitb-Rittersd. — b. kleine Holz- oder Tonpfeife Kobl-Horchh. — c. verächtl. Kopf Allg. Den os net fest om (im) Dollen närrisch Prüm-Ihren; et wingt (windet) em in den Dolen Waldbr-Dattenf; ich hauen der en iwer (an in) den Dollen, datsde mens, de hätts Nomənsdag! Eif; de hat et huəch em Dou on niər en de Täsch MGladb-Neuwerk. — Dir (dürr) Doll Glatze May-Hatzenp.

Dolden-ende dō:lənę·ŋ.k uWupp n.: scherzh. Kopf. Enem jet op et D. geven. Dolden-holz dǫ·l.ən-holts Prüm-Flering n.: das Holz der Äste u. Zweige eines Baumes.

dolden dǫ·l.ən Prüm-Ihren schw.: die Kronen der jungen Eichenstämme beim Lohschälen abschlagen.

Döldes = Kopf s. Dölles u. Dälles.
 
 
 NRhWB Dole(n) I dōlə m. WWend, Saarbr, Ottw, Saarl bis Trier-Züsch; sonst Rhfrk dūl, Pl. -lə f. Kreuzn (uNahe -ō-), Meis, Birkf, Simm u. in den Hunsr-Orten von Zell, Bernk: 1. unterirdischer, gemauerter, überdeckter Abzugsgraben, bes. aus dem Keller; Wasserdurchlass; Wasserschacht, auch dessen Öffnung am Strassenrand. — Eisebahnd. –viadukt. — 2. schmutziges Loch.
 
 
Dolen II -ō- Aach (bei Müller-Waitz) Pl.: die beweglichen Querbalken an Tuchrahmen, welche mit eisernen Häkchen besetzt sind, u. zwar die Over- u. Ongerd.

dolen = sich senken s. dalen.
 
 
Doles -- Daun m.: einer, der sich alles gefallen lässt.

dölfen = löschen s. dülfen.
 
 
 NRhWB Dolfes doləfəs, –ø- Rip, Nfrk m.: 1. Kurzf. für Adolf, Rudolf (s. d.). — 2. Tölpel Elbf.
 
 
dölig -:- Köln Adj.: bleich u. abgemergelt.

Dolk, dolken = qualmen s. dulken; doll I = schwindelig, nicht recht gescheit, stattlich s. toll.
 
 
doll II Aach-Kohlschd: in der allitterierenden

[Bd. 1, Sp. 1390]
Formel: Doll, d., dickel; de Gess (Geiss), die hat gezickelt.

Doll I = Baumwipfel s. Dolde.