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Rheinisches Wörterbuch 
 
Bürste bis Geburtsflecken (Bd. 1, Sp. 1145 bis 1147)
 
  NRhWB  PfWB Bürste Rhfrk uNahe bęăt, Pl. -də; Mosfrk -īă-, –ēă-; Rip bȳə, Pl. -tə [Köln --] f.; Monsch, Dür bȳətəl; NBergh, Jül, bȳəəl m.; SNfrk br(t)əl, -ə-, –ȳə-; um Heinsb-Waldfeucht btel; Klevld brsəl m.; ö. der Ürd-L. Elbf bătə; Wippf -ȳə-; Siegld -īə- f.: 1. Bürste, Klere-, Anschmer-, Kratz-, Stab-, Dreck-, Wichs-, Peərds-, Geilsb. Rhfrk, Allg. En Kopp wie en B. Aach. Grad gent de B. genau das Gegenteil Ahrw-Rech. De B. geəve schelten; B. krige ausgezankt werden Eup. — 2. Borste, meist Pl. Allg., auch im Geb., wo Buscht gilt neben diesem; Seibirschten Mosfrk, Allg. Hor wie B.ən so straff Allg. Ke B. es stehn blieb so genau wurde das Gras gemäht Saarbr. Mer hot ken B. meh devun gesehn es war spurlos verschwunden Trier-Mehring. — 3. verächtl. Haar, bes. straffes, struppiges H. Enen an (met) de B.ə krigen; se han sech met de B.ə; sech en de B.ə lige zanken Rip, Allg. En hot B.ə wie e Spessegel Bitb-Mettend. En hot rut B.ə; dem stohn de B ən richt aus Mosfrk. Dem sein bescht B.ə sen neischt wert Merz-Saarhölzb. Eich gen der en, dat der de B.ən ausgehn! Merz-Wadern. Mach, dats de es de rut B.ən opgeduhn kres! Bitb-Dudeld. — Et hat böschtele Hor Aach. — 4. Kolben des Schilfrohrs Prüm (wohl verbr.). — 5. bīt (nur Sg.) [-ō- Simm-Ebschd] Krankheit beim Schwein, dem die Borsten durch die Schlundröhre wachsen; Borstenfäule, wobei eine einzelne B. oder Zwickelb. sich zur Wurzel senkt, so dass Blutstockung u. Entzündung eintreten; beim Rindvieh, wobei auf dem hintern Ende der Zunge eine Anzahl Haare wächst, die das Tier am Fressen hindern; das Schwein muss ‘geschnitten’ werden, dem Rind wird die B. ausgebrannt; et krit de B. geschniden, auch übertr. er wird scharf hergenommen WMosfrk. Den hot de B. er ist total bezecht Bitb-Badem. — 6. übertr. persönl. Stiftekopf Heinsb; widerhaariger, ungefälliger Mensch Rheinb, Eusk; Mann mit aussergewöhnlichen Kräften Bo-Witterschlick; rauh auftretendes

[Bd. 1, Sp. 1146]
Frauenzimmer Hunsr, Zell; rot B. rothaariges Fr. ebd. — 7. vulva Saarbr-Sulzb.

 NRhWB Bürsten-bändel bȳətəbę·ŋ.əl Schleid, Dür-Golzh m.: 1. –binder. — 2. Rüpel Schleid-Hellenth. Bürsten-bart btələbāt Jül m.: struppiger Bart. PfWB Bürsten-besen m.: wie nhd. PfWB Bürsten-binder m.: 1. wie nhd. Allg. E friss (süff) wie en B. Allg.; sich plogen wie en B. Trier; ligen (lügen) wie en B. Merz-Weisk; sech kloppen wie die B. Saarl-OEsch. — 2. Mensch mit langem, struppigem Haar Geilk, Heinsb. Ruder B. Rothaariger Kobl-Bend.  NRhWB Bürsten-blume f.: 1. bētəblō:m Bl. mit quastartiger Dolde Wittl. — 2. bīrtχəsblū:m Bartnelke Bernk-Neumag. bürsten-grob bīrtəgrǫf Trier-Mettnich Adj.: saugrob. Bürsten-haar bȳərəlts- Kemp n.: struppiges Haar. Bürsten-kerl m.: -händler. Bürsten-kopf Allg. m.: 1. K. mit struppigem Haar. — 2. Mensch mit str. H. Bürsten-krämer Rip, Nfrk m.: 1. –händler, umherziehend. — 2. Mensch mit struppigem, zerzaustem Haar. Bürsten-peter Bo-Walberbg m.: Mensch mit struppigem Haar. Bürsten-pinsel m.: wie nhd. Bürsten-trauben bētəntrǫ·u.wən Prüm Pl.: Früchte der Eberesche.

 NRhWB bürsten bētən, –ī-, –ȳ-, –-; bȳətələ usf., s. Bürste schw.: 1. ein Kleid udgl. b., wie nhd.; auch mit Vertauschung des Obj, einen b. Kurze Hor sen rasch gebürscht wer nicht viel hat, ist bald mit der Arbeit fertig Altk-Wissen, Kref, Saar. Häste all dine Igel gebüərschelt? deine kleine Obliegenheit besorgt Kemp-Kaldenk. Enem de Flih b. die Meinung sagen Saarbg-Soest. Loss der iərsch es de Stöbb us de Oge b.! ehe du dies behaupten kannst Rip. De hät sech gebüərscht er ist gestriegelt Wippf. — 2. übertr. a. einen b., verprügeln; dem han ech ens ariəgel geböschtelt Selfk, Allg.; einem derb die Leviten lesen Mosfrk, Eup; einem alle Klicker abgewinnen Trier. — b. de is schlecht geberscht schlecht gelaunt Simm-Schlierschd. — c. eine b., coire Allg. — d. einen b., trinken (Alkohol); mer wellen noch enen b.! Rip, Allg. — e. tüchtig essen. De kann awer en Herd Butteren b.! NBerg; de konn sich wat dren b.! Kemp-Süchteln. — f. der kann et b. er ist reich Sieg-Scheiderhöhe. — g. absol. hängen gebliebenes Obst abwerfen Trier-Mettnich. — Abl.: die Bürschterei, dat Gebürschs.

 PfWB ab- bürsten: 1. sinnl. a. den Staub a. — b. die Kleider a. — c. einen a., wie nhd. — 2. übertr. a. einem etwas a., ablocken, abgewinnen Sieg-Neuenhsn. — b. einen a., einem eine scharfe Zurechtweisung geben Saarbr, Mosfrk. — c. einen a., gehörig verprügeln Mosfrk, Rip.  PfWB auf -bürsten: 1. ein Kleidungsstück a., durch B. in gute Form bringen Rip. — 2. sich a., sich herausputzen Aden-Engelen. — 3. etwas a., durch zu starkes B. die Gewebe verletzen Rip.  NRhWB aus -bürsten : 1. den Staub a., ein Kleidungsstück a., einen a., wie nhd. — 2. übertr. einen a.,

[Bd. 1, Sp. 1147]
gründlich zurechtweisen Simm-Schlierschd, Prüm-Mützenich, Eup. durch -bürsten: 1. einen d., durchprügeln Verbr. — 2. sich d., durchzwängen Mörs-Alpen. ver -bürsten: einen v., verprügeln Allg.zer -bürsten: einen z., dass. Allg.

 NRhWB  PfWB  ElsWB bürstig Allg.: borstig, straff, struppig, vom Haar.
 
 
 NRhWB  PfWB  LothWB Burt: in  PfWB  LothWB Ge burt f.: nach dem Nhd. Maria G. zehen de Schwalwen furt Koch-Laub; M. G. falle de Äbbel en die Hurt Goar. Kräht der Hahn op der Hurd, so kreit et Werer en anner G. Altk-Birken.

 PfWB Geburts-brief n.: RA.: De hät sinen G.brief vergetten von einem Eingebildeten Ess. PfWB Geburts-flecken Bitb, Trier, Bernk, Goar, May, Schleid-Dahlem, Altk, Siegld m.: Muttermal.