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Rheinisches Wörterbuch 
 
Brüh-arsch bis brühzig (Bd. 1, Sp. 1039 bis 1040)
 
 Brüh-arsch brīār Simm-Laub m.: Huhn, das zu viel zum Brüten neigt. NRhWB Brüh-back Klevld (Geld, Wesel, Rees, Emmerich) m.: Schlachtmulde, in der das geschlachtete Schwein abgebrüht wird. Brüh-bohnen Saarbr, Ottw Pl.: B.suppe aus grünen B.; Brihbibelchesbohne Saarbr-Scheidt. — En Brihbohnegesicht Ottw-Hirzw. Brüh-distel br:ndestəl Ahrw-Bodend, Wittl-Sehlem, Neuw-Ohlenbg, Sieg-Hove f.: Brennessel. PfWB Brüh-fass Ess n.: Waschkübel zum Brühen der Wäsche. NRhWB Brüh-fleisch Hunsr n.: gekochtes Rindfleisch. brüh-heiss  Mörs-Friemersh Adj.: wie nhd. NRhWB Brüh-hinkel Saarbr-Güding, Kobl n.: Stubenhocker, stets kränkelnde Person. Brüh-holz Siegld n.: Brennholz. Brüh-kartoffeln brēdufələ Siegen Pl.: K.suppe. PfWB Brüh-kessel Dür-Merzenich m.: Trog. Brüh-mulde -mūl Simm-Crastel f.: Trog, in dem das Schwein gebrüht wird. NRhWB Brüh-nessel verbreiteter als brühen für brennen; auch Sieg, Köln, Bo, Dür, Neuss-Alshf f.: Brennessel. De Br.ə steche dise Mond net (s Brennessel). En lus Hohn leg och ens en de Br.ə. De setz möm Hengersch en de Br.ə Allg. En de Br.ə drisse (kacke) sich verrechnen bei einem Geschäft Eusk, MüEif. Br.ə apacke in ein Wespennest stechen Schleid. (De) Köh durch de Br.ə fahre um ihnen das Aussehen zu geben, sie seien frischmelkend; durch irgendwelche Mittel grossartig erscheinen wollen Aden-Weibern. Alles met Vörsich, sat de Bor, do satz he sich en de Br.ə Köln. Et soss ne Bur em Garde en dross (schiss); e nohm en Hafel Br.ə on wosch; hött de Bur dat Krock (Kraut) gekannt, hött he net et Gat (Loch) verbrannt Dür. — Brüh-nessel-gemüse n.: G. aus den Spitzen der jungen Brennesseln, wie Spinat zubereitet. Brüh-pott Rees m.: Topf, in dem gebrüht wird. Brüh-sack Ottw-Schiffw m.: -arsch. Brüh-suppe -tsopə Waldbr f.: Kartoffelsuppe. PfWB  PfWB brüh-warm  Adj.: wie nhd. Enem et br. verzelle; br. dran gohn. Brüh-wasser Rhfrk, Mos n.: heisse Seifenlauge; siedendes Wasser zum Abbrühen der Schweine. Brüh-zeit Rhfrk f.: Brutzeit.

brühig -īĭχ Rhfrk, Simm Adj.: 1.a. zu flüssig, weich. Dat Gemis es net genug engekocht, et es noch se br.; de Bere (Birnen)

[Bd. 1, Sp. 1040]
were br.b. saftreich, von Trauben Kreuzn, Goar, Zell-Trarb, Bernk-Wolf. — 2. zum Brüten geneigt. Et Hinkel es br.; verrickt wie en br. Hinkel; br.ə Eier bebrütete Eier.

Brühling brē:liŋ Simm, Ottw, Saar, Mos (bis Bernk, Koch, May), Eif; brī:lek Bitb, Prüm; bre·i.leŋk Merz; brȳ:lik Rheinb-Meckenh; brø·y.leŋ Aach m.: 1. halbwüchsiges Schwein, 3—5 Monate alt, eben angemästet; so genannt, weil es nach dem Schlachten nicht mit Strohfackeln gesengt, sondern mit siedendem Wasser gebrüht wird. — 2. übertr. halbwüchsiges Kind, das eben aus der Schule entlassen, aber noch nicht mit dem Jungvolk geht Simm, May-Polch, Bitb-NWeis.

Brühlings-dingen brē:leŋksde·ŋ.ən Koch-Kaisersech Urschmitt, Bernk-Gräfendhron Hottenb, Trier-Waldrach, Bitb-Bickend n.: Brühling 1.

brühzelich br:ntsələχ Sieg-Ägid Adj.: angebrannt riechend oder schmeckend.brühzen -ø·y.- Trier-Mettnich schw.: brüten.

brühzig -īts- Saar (rhfrk.), Trier; -e·i. Merz, Saarbg; bre·i.ərtsiχ Saarl-OEsch; -ē:ts- Birkf, Zell, Koch; -e·i.- Bernk-Neumag Adj.: 1. br. Zopp Kartoffelsuppe Trier-Geisf. — 2. trübe, vom Wetter; gerötet, von den Augen Allg. — 3.a. brütelustig, vom Huhn Allg. Et Huhn as br., et muss gezoppt oder gestölpt gen. Et (das Mädchen) as eso gekig wie en br. Huhn mannstoll Trier-Mehring. — b. angebrütet Allg. Br.ə Eier.4. übertr. a. der Klickerspieler, dessen Kl. am Rande des Kreises oder der Kaule liegen bleibt, ös br. Drei ös br., ver (vier) ös faul Trier. — b. empfindlich. Eso br. wie zeidig Gerscht Trier-Mehring.