Bruder-karre Ahrw-Gelsd f.: K., die die Wallfahrten [Bd. 1, Sp. 1035]
begleitet. Bruder-männchen n.: neugeborenes Brüderchen; auch zutraulich = lieber Br. Rip; Brürmann Klev, Rees. Bruder-meister m.: Verwalter einer kirchl. Bruderschaft; (es sind ihrer oft mehrere; 2 ältere u. 2 jüngere Kemp Süchteln); sie besorgen auch das Vorbeten in der Prozession u. tragen den Staf, den sie bei ‘Ehre sei Gott dem Vater’ in die Höhe schwenken; Vorbeter. PfWB Bruder-mus n.: 1. Kartoffeln mit süssem Kohl gemischt Merz-Nunk, Birkf-Herrst. — 2. ein wahres Durcheinander Bernk-Allenb Wehlen, Daun-Strohn. — 3. Schwätzerei ohne Sinn Bernk. Bruder-schaft f.: 1. kirchliche Vereinigung zu gemeinschaftlicher religiöser Betätigung, meist nach kirchlichen Patronen benannt, z. B. Michelsbr. — 2. Schützenbr. — 3. verächtl. eine nette Gesellschaft, en Suff-, Spetzbovebr. — 4. Br drenke (mache, han) met enem wie nhd. Bruder-schultes -o- Grevbr-Wickrathh m.: Bote in der Sebastianusbruderschaft. Bruder-stab m.: St. des Br.meisters, Vorbeters in kath. Br.schaften. NRhWB Bruder-tag m.: 1. Festtag des Patrons der Br.schaft; hugen Brorschd. Rosenkranzfest Erk-Elmpt. — 2. siwe Brederdag Tag der 7 Brüder, der Söhne der Felicitas, am 10. Juli. Rent et s. Br., rent et och siwe Woche Simm-Laub. NRhWB PfWB Bruders-kind brō:dəkeŋk Rip n.: Neffe. PfWB Bruders-junge Rip m.: dass. PfWB Bruders-mädchen Rip n.: Nichte. PfWB ElsWB Bruders-sohn brūrərsūn Rhfrk; brō:dərson Rip; min brȳrs zon Klevld m.: dass. PfWB Bruders-tochter f.: Nichte. (Net Kusine).
Brüderches-kraut brī:dərχəs- Bitb-NWeis n.: Malve.
PfWB ElsWB LothWB brüderlich Adj.: wie nhd., nach Art eines Bruders handelnd.
brudern -ō:-, –:- Rip schw.: sich bei einem br., zu ihm gesellen.
an- brudern: sich a. an einen, sich an einen heranzumachen suchen, schmeichelnd anschliessen Rip.bei -brudern: sich b., sich unter Schmeicheln beigesellen Rip.ein -brudern: sich e., sich einschmeicheln Rip.
Brüdert bryərt = finsterer, verschlossener Mensch s. Bräutert.
Brudes -ū- Trier-Kenn m.: kleiner, dicker Kerl; grüner Junge.
Brügel = Steg s. Brücke.
brügunen bryjūənə MGladb-Viersen (Sektion Bockert) schw.: verstimmt, mürrisch, in sich verschlossen sein.
Brügunen-kästchen -kęskə Kemp-Ld (äusserst selten) n.: früher ein in der Pfarrkirche hängendes Wandkästchen, welches eine Reliquie oder ein Merakelbeldsche enthielt u. ganz verschlossen war; ein allseitig verschlossenes Kästchen.
Brühde s. Brühe.
NRhWB Brühe Rhfrk brī; NSaarl, Merz -e·ĭ.; Mosfrk -ē:t [Bitb -ī:]; Rip, SNfrk -:, meist -:t [über -ø·y., –·y., –ȳ, -:j, –y im SNfrk s. [Bd. 1, Sp. 1036]
blühen]; Klevld -ø,-, – Sg. t. f.: 1. Bezeichnung einer Flüssigkeit, die durch Auflösung irgendeines Stoffes in siedendem Wasser entsteht, Flesch-, Wursch-, Zoppe-, Kaffebr. Im bes. a. bei Speisen für Menschen. Fleischbr. Dat Flesch git en fette Br. Rip; meist nur in Zs. Fleschbr., die genügend verlängert durch zugegossenes Wasser die Fleschzupp gibt. In RA. noch häufig: Dat mäck och de Br. net fett Nfrk, Rip. Et Fett von der Br. ofgeschäfft han Eif. Ohne Möh küt ken Og (Fettauge) op de Br. NBerg. De Br. läft em am Bart erunner, so gut hots geschmeckt Rhfrk. Dat get him noch en deier Br. Bitb. De hät de Br. versalten ist mit dem fertig Kemp-SPeter. Dem elo hön ech dack genog gesöt, wat drei Ersen fer en Br. gen Trier-Thomm. Dat es de Br. nit wert es lohnt sich nicht der Mühe Geld-Nieukerk, Bitb-NWeis. Do kost de Br. mih wie de Brocken Westerw. Ich hun die Br. devun ich danke dafür Nahe, Hunsr; do geve ich de lef Br. van ich mache mir nichts draus Dür. Dat geht alles mat einer Br. her alles in einem Prüm-Burb. Halt stif fette Br. zo! lass niemanden davon wissen Schleid-Hellenth. Die sin all met en Br. begote (ower-) alle gleich Klevld, Berg. — mat ener Br. begoss Prüm-Burb. Dat es Schottel we Br. einer ist so schlecht wie der andere Eup. Besser on de Br. geschoss(en) (geschissen) os wie klor Wasser auch den kleinsten Vorteil soll man nicht versäumen Prüm-Ihren. De hascht de Br. beschutt daraus wird nichts Trier-Mettnich. Scherzh. Rat gegen Zahnschmerzen: De Kopp koche un de Br. drinke Koch-Ulmen. — Erdäppel met langer Br., Kartoffeln mit viel Flüssigem uWupp; lang Br. schlechte Suppe NBerg; Grombiere met Br. mit Fleischbr. übergossen Moselfrk. — Wurstbr., in der die Würste gekocht sind. — Hinkelsbr. Hühnersuppe Rhfrk. — Klesbr. ein Fleischgericht aus Schweine- oder Kalbfleisch, ragoutartig, bei der Kirmes u. bei Hochzeiten abends aufgetragen Simm-Laub. — b. die über Eingemachtem stehende Br., z. B. Kappesbr., Prummebr De Br. muss iwer det Kraut gehn Rhfrk, Allg. — c. Viehsaufe aus Häcksel, Kleie, Spreu, Kartoffelschalen, mit Spülwasser abgebrüht Hunsr, auch Gebrihs. Dau gäfst on de irschter Br. nöt waich on gäfst dabei en schlecht Sauf Bernk-Burgen. Wo der Ferken ze vill send, würd de Br. mager wo viele Erben sind Mettm. — d. Seifenlauge; Farbenbr. Allg. — e. Lederbeize Eif. Den hat seng Hant on der Br. er ist ein Tagedieb Prüm-Ihren. — f. tierische Jauche Altk, Wittg, OSieg, Waldbr, Gummb. — g. Speichel, in der RA.: Do läft em jo de Br. em Maul zesamme Rhfrk, Allg. — Blut, de rode Br., in der RA.: Ich gen der ein, dass der de rot Br. kommt (erunnerläft, [Bd. 1, Sp. 1037]
spritzt, zum Maul erauskommt) Rhfrk, — des der de Br. aus dem Asch erausspritzt! Birkf-Herrst. — h. Traubensaft beim Keltern; de Drauwen gen vill (kän) Br. nMos. — 2. in verächtl. Sinne a. schlechter, trüber Kaffee; jedes fade Getränk Allg. Die Br. kannste kenem Esel en et Uhr schödde Rip; dat es awer en Br., wemmer die em Esel of de Schwanz schitt, da läft e von hei danne bes Berlin Westerw, — dei es fir en Hond ze schlecht Saar; en Br. esu deck; wa mer se er Gess (Ziege) an (in) e Uhr schett, da get se am dritten Dag bockig Bitb-NWeis. — b. trübes Wasser. En der Bach es en dröf Br. Allg. — c. Pfeifensutter. — d. Regen. Dat es en nette Br. Allg. — 3. übertr. a. de (grusse) Br. Ozean. Üver de (grusse) Br. gohn; sech över de Br. gen auswandern Rip, Berg. — b. längere wenig oder nichtssagende Rede Simm. — c. Verlegenheit, nette Geschichte, Bescherung Allg. Ech han de Br. devun danke dafür Kreuzn, Birkf. Sech en Br. mache (enbrocke, parat make) Rip, SNfrk. En de Br. kunn (geroden); en de Br. setze; sech en de Br. setze Rip, Allg. Enen en de Br. ärbede Eusk-Dirmerzh. Enen en de Br. renne Sieg-Ägid. He köt an de Br. vors Gericht MüEif, — anne Br. Elbf. Dörch de Br. gohn durchbrennen ebd. En dreckliche Br. eine unsaubere Sache ebd. — 3 c eine volksetymol. Umdeutung von Brü < Brüde Schlag, Stoss, Quälerei.