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Rheinisches Wörterbuch 
 
einbrennen bis Brennsuppe (Bd. 1, Sp. 968 bis 970)
 
  PfWB ein -brennen: 1. intrans. anbrennen. Grombere dehn licht onbr. Koch-Laub. — Et brannt mer of eimol (su hess) en plötzlich musste ich dran denken; su oft ech dran denke, brennt et mer en Gewissensbisse Neuw-Datzeroth. — 2. trans. a. ein Zeichen in etwas e., wie nhd. Du kregs et engebrannt; ech sall et dir schun ebr.! Drohung Neuw-Datzeroth. — b. Fässer e., mit Schwefel auslaugen Mü Eif. — c. einer eins e., sie schwängern. Er hat er (em) ens engebrennt Saarbr-Sulzb. über -brennen: einem e paar iwerbr. Hiebe versetzen Birkf-NHosenb.ver -brennen: 1. intrans., wie nhd. a. mit sachl. Subj. Au (alte) Mone (Manden) sind verbronnt, nüə kome en et Lond aus dem Martinslied Heinsb-Waldenr. Dat ös Polver op () verbrannt Bergh-Heppend; ze Steppstaude v. Bernk-Neumag. Dat sal mer en de Oge v. ! damit habe ich nichts zu schaffen Bergh-Blatzh. — En fusseg verbrannt Gesich von der Sonne gebräunt LRip, SNfrk. Et Kor as verbrannt es ist Mutterkorn darin WEif, Allg. — b. mit pers. Subj., wie nhd. übertr. De es schier verbrannt leicht beleidigt Lennep-Hückeswg. En enen ganz verbrangt sin verliebt sein Aach; verbrangk op jet sin erpicht Selfk, MGladb, Wippf-Bechen. — 2. trans., wie nhd. RA.: Sich de Fengere v. an wat bei einer Handlung, die unnötig war, Schaden nehmen Allg. Sech de Mul (Mond, Zong) v. durch unvorsichtiges Reden sich Schaden zufügen Allg. Besser hart

[Bd. 1, Sp. 969]
geblosen wie de Mul verbrangk Rip, Allg. Der do hat sich de Fiss verbrennt er ist betrunken Rhfrk. Fott verbrangkt! abschläg. Antwort Aach. Usem Herrgott den Dag verbr. bei Tage ein Licht anzünden Eusk-Billig, Bitb, Simm-Horn. — 3. sich v., wie nhd. De mam Feier emgeht, verbrennt sech Bitb. Heilsegen bei Brandwunden: Als Maria ging über das Land, da fand sie ein Kind, das hat sich verbrannt; sie segnet's mit ihrer Hand; Gott Vater, Sohn u. hl. Geist Bernk-Hinzerath. Übertr. Paiss op, de verbräints dech an dem! Eup-Raeren. Do wirschte dech verbr.! täuschen Allg. — He hät sech verbrannt ist venerisch Allg.

brenn-achtig brətəχ Eup Adj.: brennend. NRhWB Brenn-ader Rhfrk f.: eine Ader aus nicht nachhaltigem, trockenem Boden, Sand im Acker, auf der bei längerer Trockenheit im Sommer die Saaten gegen die übrigen wie verbrannt abstehen. Brenn-blader bl:r Duisb f.: Brandblase. Brenn-brot brū ə t MGladb. n.: Notbrot. Brenn-brunschel brəbruntəl Eup f.: -nessel. Brenn-distel Trier-Heidenbg, Bitb-Wiersd; brī:ndøstəl Bitb-Mettend Wolsf. S. auch Brüh-distel f.: -nessel. NRhWB Brenn-eisen Rhfrk, Mosfrk. Köln n.: Poliereisen des Schusters. Brenn-haken brnh:kən Trier, Bernk m.: Spund mit einem Drahthaken, woran man die Schwefelbreitung hängt, um ein Fass zu schwefeln. PfWB  ElsWB Brenn-haus bręnəs Rip; brnhę·i.sχən Saarbg n.: Branntweinbrennerei. Brenn-holz bręnholts neben brant- n.: wie nhd. Brenn-kolben Aden m.: -eisen. Brenn-locke -lkskə Kref-Fischeln Pl.: durch Br. gekräuselte Locken. Brenn-nessel bręnęsəl (-nęizsəl, –nīətəl s. d.) Verbr.; doch s. Brühnessel, das auch in das brenn-Geb. hineinragt; branętəl Ruhr, Dinsl, Mörs. Rees, Geld; branītəl Wippf-Dohrgaul; brinaistəl Prüm; bręnhęsəl Koch-Laub, Ottw-Wiesb; brī:nhsbəl Bitb-Rittersd; s. auch Brenn-distel; brunəl Eup f.: wie nhd., urtica urens u dioica, grote u. klene Br. Geld, zahme Br. Taubnessel, lamium album. E lus (klok) Hohn let och alt ens en de Br.ə Rip, Allg. De hot sich in die Br.ə gesatzt Hunsr, Allg. Dat (Mädchen) let och en de Br.ə ist mannstoll Schleid-Eicks. Domet hät en äver en de Br.ə gelat etwas zu seinem Schaden unternommen Schleid-Hellenth. De setz mem Hengersch en de Br.ə Sieg-Thomasbg. Br.ə apacke in ein Wespennest greifen Schleid. Dat Krut kenn ich, sat der Deuvel, on satt sech en de B.ə MGladb. — Rätsel: Henger usem Hus, do steht wat on brängkt on br. doch ken Hus af die Br. Barm.; hinger üsem Huse steht en Fickfackfuse, hät de ganze Nacht gebrannt, brennt doch unse Hus nich af NBerg. (o. O.) Wat brand Dag on Nach on verbrand doch nit? MörsBr. es Verkesspinat Erk-Bellinghv. —

[Bd. 1, Sp. 970]
Scherzwortsp.: De Br.ə brenne diese Mont net mit diesen Worten ladet man Unkundige ein, Br. anzufassen, wobei ‘disen Mond’ aber als Obj., nicht als Adv. gemeint ist Verbr. — Gegen die Mauch beim Vieh bricht man durch einen Zaun drei Br. ab u. spricht: Die ist vor den Ochs, die andere ist vor den Fuss, die dritte ist, die heilen muss Birkf. Br., gegen Husten verwandt NBerg; der Same von Br. gegen Bettnässen Meiderich. Brenn-nesselgemüse u. Brennnessel-mus n.: aus jungen Br.schüssen. Brenn-kessel m.: K. zum Schnapsbrennen. Brenn-ofen m.: O. zum Herstellen gebrannter Waren. Brenn-olig n.: in der Wend.: Et rükt no Br. ich werde schiessen Elbf. Brenn-papp -nə- Kref f.: Wassersuppe. Brenn-petsche Kref-Anr n.: Futterkessel, in dem Viehfutter gekocht wird. Brenn-platz Geilk f.: -ader. Brenn-recht Mosfrk. n.: Branntweinsteuer Brenn-suppe Simm-Schlierschd. f.: 1. Röstersuppe —. 2. scherzh. Hiebe.