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Rheinisches Wörterbuch 
 
Brautkerze bis Brautnächster (Bd. 1, Sp. 937 bis 938)
 
  NRhWB Braut-kerze f.: die vom Br.paare gestiftete u. während des Trauamtes brennende K.; sind es zwei, so ist die eine für die Braut, die andere für den Bräutigam; welche von beiden zuerst erlischt, kündet den früheren Tod des Betreffenden an Rip. Erlischt die von einem sog Engelchen (geschmückt mit Sträusslein u. Krone) getragene Br., so bedeutet es bestimmt Unglück, wenn nicht gar frühen Tod Trier, Eif. Braut-kast brytskāst Geld-Kevelaer, Rees f.: eine für die Leinenausstattung der Braut gefertigte Kiste. Braut-kiste SNfrk; bryts- Klevld f.: dass. PfWB Braut-kleid [bruks- Jül, Erk] n.: das Kl., das die Braut am Hochzeitstage trägt. Die Braut verheimlicht vor dem Bräutigam das Br.; käme dieser zufällig ins Haus, während sie das Br. anmisst, oder zeigte sie sich ihm vor der Hochzeit im Br , so gäbe es eine unglückliche Ehe Merz-Mettlach. [In der Zs. bruksklēd ist allein das Wort ‘Braut’ noch vertreten in Erk-Körrenz]. NRhWB Braut-knab brītgnāp Saarbr-Auersm m.: -führer. NRhWB Braut-knebel knęəwəl Altk-Hellert m.: dass. Braut-knecht brytsknęcht Rees. Emmerich m.: dass. PfWB Braut-kranz m.: wie nhd. Den Br. herausdanzen die Mädchen drehten sich im Reigen um die Braut, deren Augen verbunden waren, bis diese mit dem Stock ein Mädchen berührte, dem der Br. dann aufgesetzt wurde oNahe (1860). Regnet es einer Braut am Hochzeitstage auf den Br., so heisst es: Tränen im Br., Tränen in der Ehe MGladb-Corschenbr. Braut-krone Hunsr, Eif, Berg f.: aus einem festen Gerüst aus Eisendraht bestehend mit Silber- u. Goldflitter überwoben u. mit dünnen Messingplättchen von gelber u roter Farbe unterlegt; zwischen dem Flitterwerk sind farbig u. metallisch glänzende Glasperlen eingefügt; oben an den Spitzen hängen an Ösen dünne, gestanzte Messingplättchen, welche Eicheln,

[Bd. 1, Sp. 938]
Weintrauben, Räder, Baumblätter, Kronen u. Schellen darstellen (so eine Br. aus Trier-Raschd um 1820). Um 1840 ist die Sitte erloschen. Braut-kuchen m.: das Einstürzen des Br.kuchens ist ein schlimmes Vorzeichen Sol 1872, Köln 1836. Braut-kuh bryts- Geld, Mörs, Rees f.: die der Braut mitgegebene Kuh. Braut-kümpchen NBerg, Rip n.: -kännchen. NRhWB Braut-lauf brūləf Sol, Ruhr, MGladb, Erk, Kref, Kemp; brøləft, -ləf, –lft Klevld; bryləf Geld-Aldekerk; bru·l.ət Grevbr-Wickrathbg, Kemp-SHubert Grefr Dülken Süchteln, MGladb-Rheydt, Geld-Issum; brūələχ Heinsb-Kirchhv Lümb Karken Tüddern, Kemp-Born; brūlĭχ Geilk-Bracheln; brūnət MGladb-Holt; -dət Kemp-Süchteln; -dəlt Kemp-Boish f.: 1. Hochzeit. Br. hoəne (halten). Et es ken Br. su klen, et gut er noch en Allg.; Br. brängt Br. Heinsbg. — Fürbrulich Polterabend, vor der kirchlichen Verkündigung Heinsb-Hillenbg. — 2. Gelage bei der Einweihung eines Hauses Mülh Ruhr. — 3. brouleəf das Zusammenkommen von Hunden mit einer läufigen Hündin Agger. — Das Wort hat in der ursprüngl. Bed. nur noch Geltung im Nfrk; doch dringt auch hier ‘Hochzeit’ (s. d.) vor. — In der Zs.: Brautlaufsbier bryləfs- Geld, Braut-essen brølfsətə Geld-Kevelaer, Braut-gast, Braut-nötiger brølftnər, –nər –bitter Klevld. PfWB Braut-leute -ly Braut u. Bräutigam, Verlobte Klevld. Braut-lied Ess-Altenessen Stoppenbg n.: das L., das gewöhnlich um die Mitternachtsstunde der älteste Junggeselle anstimmte, wobei der Chor den Kehrreim sang, der dabei um das sitzende Br.paar im Kreise herumzog. Braut-loch n.: in der Wend.: Brautloch bohre das erste Mal die Braut beschlafen Simm-Schlierschd. Braut-magd broutmād Simm-Laub; brītmdəl Saarbr-Auersm; brutsmāx Dinsl; brytsmęid Klev, Rees, Geld f.: -jungfer. Braut-männchen -ma·n.əke MülhRuhr n.: Marienkäfer. PfWB Braut-messe -t-; doch NRip, Nfrk -ks-, –ts- f.: M. bei der Vermählung. Braut-mutter f.: die M. der Braut. Braut-mützchen Eif n.: die Frauen gaben sich Mühe, der Braut das Br. abzunehmen. Braut-nächster broutn:kstər Altk-Hellert n.: der Erste, Liebste, lieb Kind.