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Rheinisches Wörterbuch 
 
brastig bis Bratofen (Bd. 1, Sp. 917 bis 919)
 
  PfWB brastig Wittl, Bernk Adj.: steinig, vom Ackerboden.
 
 
Brast II brast Altk-Wissen m.: im Kinderspr.: Der Br., der soss om Ast; do broch der Ast; du sa der Br.: du donnerwerersch Ast!
 
 
brasten, brasteln brastən Siegld, Altk, Waldbr; -əln Siegld-Fellinghsn Unglinghsn Kromb; brāəsən Altk-Hellertal schw.: sich ringen, balgen. S. brasseln III.

Brast-flecken Siegld m.: braune Flecken an den Fingern, die nach der Meinung abergläubischer Leute Unglück bedeuten, wenn man sie nicht mit dem eigenen Daumen bedecken kann.

Brastert = dicker Mensch s. Brass.
 
 
 NRhWB braten Rhfrk brrə, dou brtt, Part. gəbrrə; Mosfrk br:də (-·ă.-, –ō:-), dou br:tst [-ē:-, in Bitb dou briks (neben br:ts), hă brikt (neben br:t)], Prät. brē:t (Bitb brū:t, Conj. brikt); Part. gəbr:də(n); Rip br:də, du br:ts (-ī:- Monsch), Prät. brē·t, mīr brē:də u. -tə, Part. jəbr:də; Gummb br·ə.n, Part. xəbr·ə.n; SNfrk br·ə., br·ə.nə(n) [br·ə.n, –ən] (s. baden), du brǫts, –ę- [Selfk du brī·ə.ts, h brī·ə.t], Prät. brǫdə, du brǫdəs, h brǫdə u. br·ə.ndə (u. brē:n), Part. (jə)br·ə.(nən) u. jəbrǫt; Klevld brōə, Prät. brīt, Part. γəbrə st.: 1. trans. wie nhd., Fleisch, Kartoffeln, Äpfel udgl. br. RA.: Du machs en Für, wie wannste en Oss br. wölls Sieg-Ägid Rhönd. Dem moss mer och en extra Wuərsch br. Rip, Birkf. Dono der Mann es, dono wird enem de Wuərsch gebrode Rip, Nfrk. Am Mäərtesovend br. de Wiwer de Wüərsch Rheinb-Meckenh. Dau kris kan extra Hihnchen gebroden Trier. För enge Böckem setz ich de Pann net op, den broən ich ope Für durch eine abfällige Bemerkung komme ich nicht in schlechten Ruf Aach. Häs-che es gebrode Spiel, wobei Gegenstände versteckt werden Sieg-ODollend. Gebrodene Duve kommen enge net ejene Mongd geflogen Monsch. Allg.; sech gebr. Düvche en de Mul flege losse Rip.; e reisst die Maul of, als wenn en gebr. Dauf eren käm Kobl-Rübenach. Em e extra Deifche

[Bd. 1, Sp. 918]
br. Ottw-Theley. Da brot mer ener nen Storch! Jül. Gonn no Hüs, broj dej en Müs; legg se ope Sten on fret se allen! Abzählr. Geld-Issum, Grevbr-Wickrathbg. He deht sech jet tum Gouen on brot sech en Mur em Klomp Kref-Fischeln Osterath. Strönk br. herumlungern; durch die Felder spazieren gehn Mörs-Neuk Lassfond. — Was kriegen wir zu essen? Scherzh. Antw.: Hondsfotze, en Essig gebrod Trier-Züsch, Wend-Steinb, — Kotletten a Bodder gebr. Trier-Schweich, — gebr. Precken Mörs-Vluyn. — Gebrode Mehl geröstetes Mehl Bernk-Wolf. — Do get Menschefett gebroden beim Wuchern Prüm-Ihren. Der is so fett, dass mer en in seim egene Fett br. kennt Kreuzn. Die (das Mädchen) es mech leəwer rüəh als der beste Pastuər gebroəne MGladb-Rheind. Dau michs e Gesicht wie en Pann voll gebrorener Deiwel Ottw-Wustw. Wat de Juni kouch, kann de September br. Bergh-Blatzh; wat de Juli on Augus net bröt, dat löt de Sept. och ongebrode Rip, Allg. — Dat kannsde dir br. losse ist vergeblich, nichts wert Rip. Wor 't gekockt on gebroje wörd, es alltit Rok Mörs-Xanten. Ik brod ge wat! ich gebe dir das nicht MülhRuhr. Enem enen op de Pelz br. Geld-Kevelaer. — Et es met pur Botter gebroəne Aach, Allg. Botter br. auslassen, schmelzen Aden, NPrüm, Malm, Eup, Neuw; B. in Olli (Öl) gebroje sehr fett Klev. — As et dir bal gebrode? bald gefällig; et as em eweil gebr. er bequemt sich endlich Eif, Mosfrk. — Beliebte Verb. br. u. sieden. Gesojen en gebroje ete; se häbben all Dag gesojen on gebr.; se dünn neks as sojen on br. Klevld. Gesoden a gebroden kennt der essen, su lang et schmacht Bitb. De hät emmer gesot on gebrot immer feines Essen MGladb-Rheind. — Den as net fir ze soden un fir ze br. er taugt zu nichts Mosfrk; der es net va se siere on net va se br., un reh kann ne ach ke Deiwel fresse Saarbr-Eiweiler. — Sich br., sich hinterm Ofen wärmen. He bröt sech en der Sonn; he löt sech br. Rip, Allg. — 2. intrans. a. in sinnl. Bed. Dat Flesch bröt got; auch bröt sech got Rip. Allg. Et es genge Böckem esu kleng, et broənt doch si Fettche drus Aach. Wat sal geroden, moss em Juni br. Rip. Haut brot mer en der Sonn Hunsr, Allg. — Broden (-spiel) Verstecksp., bei dem einer br., d. h. mit verdecktem Gesicht an einem Mal stehen muss, während die andern sich verstecken Trier, Mos, Eif. Der Verstecker ruft: Zevelche ös gebrore Koch-Bremm; et Häs-che es gebrote Kobl. — b. übertr. entstehen Aach, Eup, Kref-Willich. Do broənt nüs Gots us; mer weəss net, wat dorus br. kann. — Abl.: die Broderei, dat Gebrots (-ö-) (s. Gebrat) das fortwährende Br.; das was gebraten

[Bd. 1, Sp. 919]
gebacken werden soll, aber verbrennt; das, was man machen will, aber missrät.

an- braten: 1. trans. Fleisch oder Wurst a., eben br. lassen, damit es sich länger verwahren lässt Allg. — 2. intr. a. beim Br., aber auch beim Kochen, Backen anbrennen u. am Geschirr ankleben Allg. — b. angebraten sein, verwachsen sein hinsichtl. des Ganges Bergmspr. Siegld. aus -braten: Fett a., wie nhd., doch meist ‘auslassen’. Et ganze Flesch es usgebrode das Fett ist herausgebr. Rip, Allg. PfWB durch -braten: wie nhd.ver -braten: wie nhd.; auch de Sonn hot dich verbrot Rhfrk; verbroden aussehn, von der Sonne gebräunt Allg. Verbroden Ding schwarzhaariges Mädchen mit dunkler Hautfarbe Trier-Gutw.

Brat m.: 1. Sonnenbrand Eup. — 2. im Topf angebrannte Kartoffeln Bitb-Dudeld. S. Brätcher.

Brat-: zu Bratendes oder Gebratenes, beim Braten verwendet. PfWB Brat-apfel -apəl m.: A., den man in den Backofen zum Br. legt Verbr.; Pl. getrocknete A.schnitzel Ruhrort. Brat-birne f.: 1. B.sorte, die aussieht, als ob sie auf einer Seite gebraten sei Altk-Horhsn. — 2. -prən Dörrobst Ruhrort-Hünxe.  NRhWB Brat-erdapfel -rpəl Elbf Pl.: -kartoffeln; sonst gebroden Erpel. PfWB Brat-fleisch n.: wie nhd.; bes. Fl. für Br.wurst. Brat-fuchs br·ə.nføs Kref Pl.: mit der Schale gebratene Kartoffeln. Brat-häns-cher Koch Pl.: -kartoffeln. Brat-hühnchen -hønkəs Kref-Fischeln Pl.: mit Öl u. Wasser gedämpfte, ungeschälte Kartoffeln. Brat-kessel -kətəl Kref-Ürding m.: Mulde, in dem das geschlachtete Schwein abgebrüht wird. Brat-kuchen Koch-Lutz m.: K. aus gestampften Kartoffeln. Brat-männcher Köln-Niehl, Poll Pl.: -kartoffeln. NRhWB Brat-mäuse -mȳ:s Ruhr-Werden Pl.: getrocknete Birnen. Brat-mühne -m:nə Gummb-Frömmersb f.: Glühwürmchen. NRhWB Brat-nagel Heinsb-Lümb m.: 1. Wurstpinn für die Br.wurst. — 2. scherzh. kleines Kind. Brat-ofen m.: wie nhd.