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Rheinisches Wörterbuch 
 
Blitzstrahl bis Bloch II (Bd. 1, Sp. 788 bis 789)
 
  PfWB Blitz-strahl m.: wie nhd. Blitz-wicht -węit  NBerg n.: Blitzmädel.

blitzen schw.: 1. wie nhd. Bletzt et över ene döəre Wald, zeddert Jongk on Alt Kemp-SPeter. E macht e Gesicht, wie en Bock (Geiss, Kalf, Katz, Mott), wenn et bletz Allg. Scheisst de Hund ent Feierzeig, denkt de Bauer, et blitzt Boppard. — Auch vom grellen Aufleuchten anderer Dinge. Do bletzt et da kommt ein Schutzmann Rip. Von blinkendem Geschirr. Do bl. enem de Kessele, de Pfanne entgege Allg. — Von der Sonne. Wenn de Sonn su bletz, git et glich en Schur Rip. — Hell un klüchtig bletzten derhinger (hinter der Brille) e par fresche Auge Köln. — 2. im bes. übertr. a. in der Wend.: Bei der bletz et die Frau hat das Schneiderloch aufstehn, dass der Unterrock sichtbar wird Allg. Man ruft ihr zu: Et bletz!b. stark fluchen, schimpfen. Bl. un wettere Westerw. He bletzte ne wöste Floch Köln. En dem Hus, do bletz et äver da hört man lautes Schimpfen Rip. — c. met de Aən bl. zwinkern, blinzeln Saarl, Ottw, Merz (dort allg.); dann Malm-Vith Emmels Amel, Grevbr-Wickr. Em bl. einem zublinzeln. — d. aus- u. einlaufen, die Türe auf- und zumachen Simm, Mayf, Kobl, Neuw, Siegld. — Auch heren- un herausbl. — Gebletzt kunn ungestüm heranlaufen Aden-Kempenich. — Auch übertr. den Arbeitgeber, die Dienststelle oft wechseln; vom Huhn, das immer neue Nester macht Neuw-Datzeroth. — 3. alles drofbl. draufmachen, vergeuden Saarl-Dilling. — 4. Geblitzde Pellkartoffeln Westerw. — Abl.: die Bletzerei, dat Gebletz, sech zerbl.

 PfWB  ElsWB ab- blitzen: 1. einen a. lassen, abfahren lassen, abweisen Allg. De hät en gehüreg a. losse.2. einen a., derb anschnauzen Geld. — 3. der es bei dem gehüreg afgebletz hat sich eine Absage geholt Allg.  PfWB an -blitzen: einen a.. scharf anblicken zur Rüge Verbr.auf -blitzen: im Zorne auffahren; erregt erwidern Rip.aus -blitzen: et hät usgebletz es hört auf zu bl. Rip. PfWB ver -blitzen: sein Geld v., vertun Simm.

Blitzer -e- m.: der beständig aus- u. einläuft, blitzt 2 d.blitzern -e- schw.:

[Bd. 1, Sp. 789]
1. glitzern Köln. — 2. blinzeln, zwinkern Merz-Losh.  NRhWB blitzig Adj.: 1. glänzend. E par Auge wie bl.ə Spegel Köln. — 2. hitzig, heftig; zornig, aufbrausend Allg. Bl. sen, werde; enen bl. mache. — Ene bl.ə Quant zorniger Mensch Eup. — Et es bl. kalt sehr kalt Rheinb-Meckenh.
 
 
 NRhWB Blitz IV -i- Trier-Mühlf; -a- Saarbg, Trier, Daun, Bitb, SPrüm; -ę- Prüm; -ǫ- NPrüm, Malm m.: 1. der schleimige, eitrige Ausfluss der Augen in den Augenwinkeln; Augenschmalz. Dau has dich jo noch net emol gewäsch; de Bl. hinkt der jo noch on de Auen; deam seng (seine) Kanner han all de Bl. an (in) den Auen Bitb, Allg. — 2. -ǫ- der Rest der Kelchblätter auf dem Kopfe des Apfels Malm-Vith.

 NRhWB Blitz-auge -ǫ·u. Allg. n.: Triefauge. Blitz-äuger blǫts:jər Daun-Hillesh m.: Triefäugiger. Blitz-kader -kdər Trier, Bitb; -kadər Prüm, Malm m.: dass.; Kind, das heult Malm-Vith; dann allg. Schimpfw. blitz-kaderig Bitb Adj.: triefäugig. Dea bl.ən Deiwel (Hund, Pest) für einen Mann; dat bl. Diar (Dingen, Steck) für eine Frau. Blitz-mipp Bitb-Rittersd m.: Triefäugiger.

Blitzert Bitb m.: dass.

blitzig Adj.: 1. trüb, triefend, von den Augen. De Kanner han all bl.ə Auen. — Bei Schimpfwörtern. Dau bl.ən Deiwel (Hund); bl.ə Pest; bl. Dingen, Geschiər, Diar, Bäschtchen. — Fleckig, vom Gesicht. Dau bl. Gesicht.2. von der Sonne. De Sonn scheint bl. trübe Saarbg.
 
 
Blitze blitsə Siegld f.: leichte Wunde, Schramme am Kopfe.
 
 
blö I -- Allg.: Nachahmung des Blöckens der Schafe, Kälber, des lauten Schreiens u. Weinens.Blö-kalb -kaləf Dür n.: tölpelhafter Schreier. — S. blöken.
 
 
blö II -- Mörs (o. O.): in der Formel der Verwunderung por blö jo! Frz. parbleu.
 
 
blö III -- Bo-Ramersd Adj. präd.: bet im Spiele.
 
 
Bloch I -ǫ- Prüm-Ihren; -a- Prüm-Waxw; -ǫu- Prüm-Steffeln m.: Frist, bis wohin freigegebene Zeit, Aufschubzeit, Ausstand beim Schuldenzahlen. Ech han (kreie) noch Bl.; ech gen dir B. Spruch: No Allerhellegemass as mer des Wanters gewass, dann as et net mih langer Blach as bas Mäərtesdag Waxw.
 
 
Bloch II -ǫx; doch WMosfrk --; SWSaarbg, n. der oLieser (NDaun), s. der Wied -a-; beiderseits der m. u. uSieg, LRip (ausschl. Malm, Monsch, Aach-Stolbg Korneliminster) -ǫu-; Nfrk blǫk [MülhRuhr -u-, Pl. -y-]; Pl. Rhfrk, Mosfrk -ęχər (--), Rip -χ u. -χər, –ǫ- (-ǫu-, –y-); Nfrk blk n. [Köln m., auch Nfrk hier u. da]: 1. dicker, schwerer Holzstamm, ungespalten, auch wohl unbehauen. Enen Bl. Holt Nfrk. Schwer wie en Bl.;

[Bd. 1, Sp. 790]
herankunn wie en Bl. Allg. Achter et Stadthus, do liggt en Bl.; liggt er noch do, of is er gestoahle; ülle, mesülle, Verkesmülle; jipu, emol af Abzählr. Heinsb-Höngen. Hoz (Holz) schnigge, alle wigge, Klompe mache, dat se krache; ho, Männche ejen Honderkul, es der Block (Rip!) bau (bald) üver; et geht et hell drüver; krickedekrack, o du klene Puppsack Aach-Merkst. — Besser e Bl. wie e Loch Saarbr, Simm-Horn. — 2. im bes. a. dickes Stück Holz, meist Baumstumpf, auf dem anderes Holz klein gehauen wird, Haubl. Rhfrk, Mosfrk, auch Rip, doch hier mehr Hauklotz. Et soss ene Mann om Blöuchelche on luərt en dat Löuchelche on dach en singem Senn, hätt ech douch de lange, schmale dren der Schneider fädelt den Faden in das Nadelöhr ein Sieg-ODollend. — b. die hölzerne Ackerwalze, aber auch neben dem hölze Bl. dat isere u. stenere Bl. Rip, Mosfrk [Rhfrk Well, Nfrk Welter]. An dem Kopfende des Bl. sind Piddelen (Zapfen) eingelassen, um die im Bogen Rundhölzer gehn, die Schlurven, verbunden längs des Bl. durch die Recker. De Oss geht an Ed (Egge) on Bl.c. kleine Holzkugel, beim Spiel verwandt Geld-Straelen. — d. hölzerne oder eiserne Seilrolle mit einer oder mehreren Scheiben im Gehäuse, mit Haken Rheinschiff. S. Fuss-, Kinnbackbl. — e. scherzh. Cylinderhut MülhRh (1870). — f. die Sohle des brauchbaren NMendiger Steines. — g. Blächelcher Abfälle beim Verarbeiten des Holzes, Klötzchen Neuw-Datzeroth. — h. Reckleisten des Schusters. De Schohn op der Bl. schlohn Köln. — i. m. Hobel, gebraucht beim Fässermachen, 1,25 m lang Bitb-NWeis. — k. grosses Polierrad in der Achatschleiferei, 1,50 m lang, 0,40 m im Durchmesser Birkf-Idar. — l. Blöck make das Gras an den Wiesengrenzen niedertreten, um diese zu bezeichnen Klev. — m. Bühne zum Ausstellen von Förderwagen Saarbr. — [ n. et Gras steht met Blöck in Büscheln Dür, dafür sonst Rip Plock (s. d.). Auch das aus Prüm-Mürlenb 1860 überlieferte blăk, Pl. -kən u. blk α. Holz, Block, β. Schneeflocke wird zu Plock gehören]. — 3. übertr. dicker, starker, breitschulteriger Mann; grober, ungeschliffener Mensch; schwerer Knabe, en Bl. van em Kerl Allg.; en wanne Bl. kräftiges Kind Düss.