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Rheinisches Wörterbuch 
 
Bettelvogt bis Beugzange (Bd. 1, Sp. 661 bis 664)
 
  Bettel-vogt

[Bd. 1, Sp. 662]
m.: 1. będəlfǫxt uWupp (1870); -fǫt MGladb-Odenk, Erk-Bellinghv Rath: Büttel, Polizeidiener. — 2. -fox Kreuzn-Boos, Ahrw-Remag, Köln; fxt Sieg-Seelschd, Mörs-Xanten; -foxt Simm-Laub; -sfux Kemp-SThönis; -əlfǫts Mü Eif: Bettler, der oft vorspricht; (scherzh.) Kind, das zu oft um etwas bittet.  PfWB Bettel-volk -əl- u. -əlts- n.: -pack. Ärm Lü es B. Nfrk, Allg. Bettel-weib -əl- u. -əlts- n.: wie nhd.

Bettler będələr usf. [będəltər MGladb-Rheind] m.; -lə f.: 1. wie nhd., doch meist durch Beddelmann ersetzt. RA.: De B. hat grad esou gut 365 Dag om Johr ze verzehren wie de Kinnek Prüm-Ihren. En B. verderft net Koch, May. En B. äs noch nie verhongert Wittg-Erndtebr. Et es ene rike B., deə wett, wöər sine Körf sett wenn er ein auch noch so elendes Haus hat Heinsb-Wassenbg. E schlechter B., der e Haus meide kann Birkf, — de ke Hus langs kann gohn Grevbr-Kapellen, — der en Dir enbehre kann Bernk-Dhron. Ene B. geft (reicht) em annere de Der (Kleck) en de Hand Mosfrk. Dem ene B. es et led, wann de angere an de Dür steht Rip, Allg. Der ene B gönnt dem angere net, dat .. Bergh-Blatzh, MGladb-Giesenk. En jedder B. deəht et leəd, dat heə net alleng do steəht Aach. Der en B. hat net gere, dass der annere en sei Gei (Gau) kemmt Ottw-Wemmetsw. De ene (B.) bett et Vadderunser, un de andere denkt du Luder Malm-Manderf. Wenn e B. e paar Schouh zerress hat beim beddelen, lässt er et ne meh sen Bernk-Dhron. Grote Lü kennen sek, on B.ərsch sek ouk Mörs-Neuk. De B. lopen sech noch es knurrt einem im Magen MGladb. Wenn de B. neks häbbe sall, dann flüst (verliert) e et Brot üt de Körf (Knappsack, Sack, Kipe) Nfrk, Rip. Et sall lang dure, dat de B. jet hat Geilk. Wenn B.ərs sech satt gegeten häbben, so schmitte sej sech met de Lepels dann sorgen sie nicht weiter Mörs-Orsoy. Heinsb-Lümb. Die B. schlont sech met der Knappsack MGladb-Rheind, Erk; — wie Keətelsbüter ebd. We sich mit em B. schleiht, de krig Lüs Mülh-Ruhr. He hät et em Grep wie de B de Lus Nfrk, Allg. Dat ös durein wie en dem B. sine Knappsack Mörs. Et es ken gresser (schorfer) Schwert, als wann en B. zum Heər wiərd Mosfrk. Ein besonders Zerlumpter os em B. aus der Hott gefall Daun-Strohn. Hej stenkt no Fusel as de B. no Brot Klevld. Dat es min so lief as den B sin Brot Klev-Appeldorn. De hät de Penninge so nödig as de B. sin Br. Ess. Den löpt ene de Dör in as en B. Emmerich. Ech han angehalle be en B. am Weg May-Trimbs. — Jonge Heren, olde B ərs Nfrk; junger Jäger, alder B. Koch, Kobl; jong Vertehrer, au B. Heinsb-Lümb. Siwe Hondwerker,

[Bd. 1, Sp. 663]
virzeh B. wenn einer zu viele Geschäfte auf einmal betreibt Saarbr-Sulzb. — Bettler in Zs.: van allerlei ös Bedlerschdrit ganz wertlos Kemp-SHubert; -volk, –pack Allg.

Bettlerei vielfach statt Bettelei f.: Ärmedei, Beddelerei es noch lang kein Renterei (Melcher-Liedchen) Köln.

bettelig Adj.: 1. gerne bettelnd. B. Volk, Pack.2. gerne bittend, anhaltend um etwas. En b. Wech.3. armselig, gering geachtet. Dat es b. Volk, ken Hemp am Arsch! Rip, Allg.
 
 
Betten-apfel bętən- Prüm-Alf m.: Hagebutte.

Betti s. Elisabeth.
 
 
betucht bətuxt, –ū-; –dux(t) bes. Rhfrk, Mosfrk verbr. Adj.: reich, in guten Verhältnissen lebend, kreditwürdig. En es gut b.; hebr. batuch vertrauend.

betz- s. Gruppe bätz- u. bitz-; Beu I = Ernte s. Bäu; Beu II = Flanell s. Bai; Beuchel = Butterfass s. Bäuchel; beucheln s. bochen.
 
 
Beuel I m.: 1. scherlər Beuel der Mottenfalter, der Abends an die Lampen fliegt; auch bildl. für einen unvorsichtigen, tölpelhaften Menschen Altk-Wissen. — 2. lange, schmale Sommerfliege, deren Stich eine Beule verursacht Monsch-Kesternich. S. Beie II.

Beuel II s. Bäuel; beueln s. bäueln; Beuert = Kalb s. Bäuert.
 
 
 NRhWB beugen Rhfrk, Mosfrk bę·i.ə(n) u. -āijə [Bitb en bęχt, Part. gəbęχt]; uMos -ā:j- [Kobl-SSebastian -:j-]; Rip, SNfrk -:j-, Part. jəbχ u. jəbōx; NBerg u. Mörs in dem u. Baum angegebenen Geb. -ø·y.j-; Ronsd, Cronenbg, Remschd -ȳ·ə.j-; Wermelsk -ȳ:j-; Klevld -j-, Prät. bx, Part. γəbχ u. -bγə schw.: etwas b., wie nhd. 1. absol. beige (-ā-) die Bugreben am Weinstock machen Mos. — 2. trans. a. wie nhd. De Stang lässt sech net becke on net b. Westerw. De Schmid bög et Ise Rip. We sich in der Jugend ni will b., mut sich im Auler bücken MülhRuhr. Me dorf enen Bom wäll b., äwel nit breke demütige den Widersacher, aber schmettere ihn nicht ganz zu Boden Geld. De kann senge Kopp net b. Rip. Dem wüd der Kopp noch gebög Rip, Allg. Du sas (sollst) dine Nack noch wal b. motten Mörs. De bög sech no alle Siə Nfrk. En hot sech gebecht vu Lachen Bitb. Et hängk su voll. dat sech de Täck b.! Nfrk. Ufdrahn, dat sich de Disch beit Hunsr. — Bei deng Kneən! Bitb. Beu en Ben! setze dich ein wenig Gummb. He ging ganz gebög. He kann et b. er kann sich helfen Eusk, Rheinb, Monsch. De kann der äwer en Masse (Schnitten) b. verzehren Lennep-Elbringhsn. — Rätsel: Huəch gehög (erhöht), kromm gebög, wongderlich erschaffe

[Bd. 1, Sp. 664]
Regenbogen MGladb, Meiderich. »Gebögte« Windvogel ohne Schwanz mit gebogener Latte Barm, Elbf. — Etwas heröm-, herafb.b. einen b., einen Schnaps trinken Gummb-Berghsn. — 3. intr. Et mot b. of barste Klev, Selfk, Aach. Bess b. als breche Dür-Geich. Et mot b. oder breken Sol. — Das Wort ist nicht mehr recht mdlich., wie auch der schwankende Lautstand unter Einfluss des Nhd. beweist; dafür mehr ‘biegen’ oder noch mehr ‘bücken’; bei biegen’ waltet der Begriff ‘krumm machen’ vor, bei ‘beugen’ mehr der Begriff ‘zu Boden drücken’. ein -beugen: nach innen b. Allg.um -beugen: wie nhd.

Beug-gabel bøyχafəl Köln f.: Schmiedewerkzeug zum B. des Eisens. NRhWB Beug-glied bχlit Schleid-Dottel, Bo-Keldenich, Dür-Langerw Frangenh, Neuss-Alshf, Erk-Doveren n.: gebogenes Kettenglied zur Aushilfe, das sich leicht öffnen lässt. Beug-klaue Köln f.: -gabel. Beug-maschine Klev-Asperden f.: zum B. eines Radreifens. Beug-zange bøyχta·ŋ. Kref f.: Z. zum B.