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Rheinisches Wörterbuch 
 
Bettelmann bis Bettelvolk (Bd. 1, Sp. 659 bis 662)
 
  Bettel-mann m.: 1. RA.: Ne B. moss Karakter han Siebengeb. De B. met seine Leierkaschte hat selde noch gebraucht ze faschte Saarl. En goder B is noch nie zegrund gegange Waldbr-Eulenbr. En B. geht neischt em Merz-Morscholz. Samsdags mach en B. fröəhter Fiərovend Sieg-ODollend. Er es geschick wie de B. beim Leisfänke Kobl-Vallendar.

[Bd. 1, Sp. 660]
En hot Geld esu völlig wie de B. de Laus Bitb-Mettend. Der hots em Griff wie de B. de Leis (de Lus) Mosfrk, Rip. Der hats ejaus wie de B. die Laus Ottw-Illing. Wenn de B. niks häwen sall. verlüst he et Brout ut'n Sack Ess. En B. on e Spillmann sen sei Leawen noch kein reich Männer gean Merz-Morscholz. Ich sin so arm wie en B. Simm-Ellern. Wenn ne B. op je Perd kömmt, ritt he et dut Eup, — sich ze duət MGladb. Wemmer ne B. op e Peərd setz, kann öm ke Deuvel noride Düss. Et es ke beser Schwert, als wenn en B. zum Heren werd Hunsr. Et es kan scharfere Scheər, as wenn de B. get zom Heər Koch-Driesch, Zell-Briedel. — De sieht aus, me ment, er wär em B. aus de Kez gehippt Simm-Laub. Fängsde giərn Processe an, bös de bal ene B. Bo-Dransd. Jongk en Fulenzer, alt en B. Wippf-Bechen. En alter Seemann gibt en alter B. Goar-OWesel. — Beim Abzählen, Blumen-, Knopforakel: Edelmann, B., Köster (Jongher), Paschtor, Kaiser, Köning, Knöngelmajor Mörs-Pelden Wallach, Kemp-SHubert; — Lombenmajor Trier. E., B., Kuəpmann, Dokter, Aftiker, Tambur, Majur Berg. E., B., K., Paschtuar, Schnider, Schuster, Dreckelsmajuar Berg. E., B., Bauer, Soldat, Kenig, Kaiser, scheler Advokat Kobl-Vallendar. E., B., Knopp, Kaiser, Kenig, Bock Kreuzn-Eckenr. E., B., Küster, Pastor, Doktor, Apteker, Kaufmann, Major Ahrw-Remag. — Kindervers. Hengen steht en B., he welt so gern nen Penning han; he kunn er kennen krigen, do fing he an ze hülen Sol-Burschd. Ich bön enen ärme B., drum geft mich jet un loət mich goəhn un loət mich net lang an de Stile (Pfosten) stoəhn! Heinsb-Höngen. — 2. übertr. a. ein in der Pfanne gebratener Kuchen aus zerriebenem Schwarzbrot Köln; Kloss aus Buchweizenmehl Prüm-Mürlenb; Aufsprung beim Brote Aach, Mettm-Cronenbg. — b. Schneeflocken. Et schneit B.ər Bernk-Malborn, Trier-Braunshsn. — c. der Zapfen am Rebstock (scherzh.) De B. daref net iwer den Edelmann (Biegling) kommen Mos. — d. kleiner Kartoffel Koch-Lutz. Bettel-manns- stehende Genit. Verb., z. T. feste Komp., z. T. nicht: Bettel-manns-gefick n.: minderwertiger, zusammengestoppelter Kram Saarbr-Sulzb. Bettel-manns-klee Hunsr m.: melilotus albus. Bettel-manns-kopf : de hät en B., — lif von einem, dem die Kleider (Hüte) anderer meistens passen Neuw-Asb. — Bettel-manns-kor -kūər Birkf-Leisel n.: armes Gesindel. Bettel-manns-kram Rip m.: B.kram. Bettel-manns-kränke f.: krig die B.! Birkf-Oberst. Bettel-manns-sohn m.: de häət kinnen en gout B. gin, wenn einer eine gute Nase hat Bernk-Dhron. Bettel-manns-sauss -sōs Zell-Trarb f.: in der Pfanne gebräuntes Mehl zum Fertigmachen der Gemüse.

[Bd. 1, Sp. 661]
— — ömkīəhr arme Gegend Mettm-Neviges. Bettel-matante Aach f.: -weib. Bettel-maul Trier-Beuren n.: dau metdeim B.! Bettel-maus Gummb-Ründeroth f.: tribulierendes Kind, Schmeichelkatze. Bettel-mensch Rip n.: -weib. Et küt eran wie e B. ärmlich gekleidet Rip. Bettel-mönch m.: übertr., einer der oft und nachdrücklich um etwas nachsucht; viel verlangendes Kind Kref, Mörs. Bettel-mühne -m:n Kref-Fischeln f.: viel und nachdrücklich bittende Frau. PfWB Bettel-pack -əl- Mosfrk; -əlts- Rip, Nfrk n.: -volk. Bettel-pfennig m.: die paar Pfennige (geringschätzend). Bettel-püngel -ø- Jül-Inden m.: stets bittendes Kind. NRhWB Bettel-sack m.: 1. RA.: Wem der B. of der Scheller warm wor es, der es vor sonst neist meh se brauche Birkf-Bundenb. Den B. ömhangen betteln müssen Sol, Allg. Vor den werd och noch en B. gemacht Neuw-Dierd. De hät den B. geerft Wippf-Bechen. Do kanns de der och glik nen B. metnehmen wer etwas anfängt, das scheitern muss Sol-Höhschd. Gut schmecke göt B.säck Mos. Wer et Holz ze Spähne hackt, et Brut ze Plätz backt, et Flesch ze Wirscht hackt, de kennt leicht zom B. ebd., Köln. E B. göt zelewen net voll Trier-Fell. Wer eimol für den B. geboren es, wiərd net rich Rip. Et Spill hät em de B. en de Hand gedaut Rip. He wor zu ärm, dat e noch gene B. mih hatt Monsch-Witzerath. Dem ös de Sau möt dem B. derdur er kann b. gehn Altk-Hellerth. De B. well net meh drahn Goar-Karb. Mer wess nit, wie mer de B. hänke soll wie man es jmd. recht machen soll Saarbr. Der B. hängt ken 100 Johr för (an, över) einer Dür on der Geldsack och net Rip, Allg. Den Edelsack on den B. blif ken 100 Johr an ein Dür hangen Mörs-Neuk. Häbben en Halden es twe; den Geldsack en den B. hange gen 100 J. för en Dör Klev. De B. hängk all 100 J. an em andere Krampe Sinzig. De geht demit im, wie di Sau mirem B. der nachlässig arbeitet und alles verkommen lässt Hunsr, Westerw, Mos, Mayf. He geiht dermit üm, äs en Sug (Pog) mi'm B. Ruhr, Dinsl, Trier, — wie 'n Hongk mem B. Wippf-Bechen. Nowel geht de Welt zegrund, un wann de B. on de Wond verzweifelt Saarbr-Scheidterbg. — 2. Bettler (Schimpfw.); bes. ein Kind, das fortwährend bittet. Ühr lästege B.säck! In der Karwoche ziehen die Raspeljungen umher u. b. Eier, Brot, Speck, singend: Wer send B., sed so got un geft uns jet! Kemp-Süchteln. Bettel-saufe -zoupə MülhRuhr f.: Apfelmus. Bettel-sitz Köln m.: Stein, worauf die Leute an der Kirche sassen, um das Essen von der Stadt in Empfang zu nehmen. PfWB Bettel-stab m.: De B. bleif kes 100 Johr an ener Dir stohn Prüm-Burb. PfWB Bettel-tasche -tę Simm-Laub, Altk-Bachenbg f.: Schimpfn. für B.frau. Bettel-vogt

[Bd. 1, Sp. 662]
m.: 1. będəlfǫxt uWupp (1870); -fǫt MGladb-Odenk, Erk-Bellinghv Rath: Büttel, Polizeidiener. — 2. -fox Kreuzn-Boos, Ahrw-Remag, Köln; fxt Sieg-Seelschd, Mörs-Xanten; -foxt Simm-Laub; -sfux Kemp-SThönis; -əlfǫts Mü Eif: Bettler, der oft vorspricht; (scherzh.) Kind, das zu oft um etwas bittet.  PfWB Bettel-volk -əl- u. -əlts- n.: -pack. Ärm Lü es B. Nfrk, Allg.