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Rheinisches Wörterbuch 
 
ausbeissen bis Beitel (Bd. 1, Sp. 606 bis 607)
 
 aus -beissen: 1. sich einen Zahn a., wie nhd. RA.: He hät sech de Zäng (dran) usgebesse sich unnütz bemüht Rip, Allg. E beisst sich ken Zahnd un meim Brot aus er hat von mir nichts zu erwarten Bernk. Eng Kroh biss der angere gen Og us Monsch-Roetgen. De Sep bit de Färf ut Nfrk. — 2. einen a., verdrängen Allg. durch -beissen: 1. etwas d., wie nhd. De beisst de Kaffibohn dorich geizig Hunsr, Allg. De bit der Penning noch dur MGladb-Rheind. — 2. durchmachen, durchsetzen. Dat muss dorchbiss () were Hunsr. — 3. durbite siən sich nicht einschüchtern lassen, Geschäftsroutine besitzen; alles zusammenscharren, durchmachen SNfrk. ein -beissen: 1. wie nhd. (selten, meist dren-). — 2. egebete eingearbeitet Eup. er -beissen: 1. einen e. a. durch Bisse töten. De Hond hot de Katz erbass Saarbg, Bitb, Daun, Prüm. — b. derb anfahren, anschnauzen Saarbg-Portz. — c. das Gestein erbeisst den Bergmann, er schlägt sein Geding nicht heraus in der gesetzten Zeit Saar (Bergmspr. 1800). — d. den Eifer (Zorn) e., niederhalten Bitb-Mettend. — 2. sich e., sich bemeistern im Zorn. Mer muss sech dack e. um nicht aufzubrausen Bitb, Daun, Prüm; die Zähne zusammenbeissen bei Schmerz udgl. Daun-Neroth. über -beissen  MüEif: ech han de Peng överbesse verbissen. NRhWB ver -beissen : 1. etwas v., einen Schmerz, Unglück, wie nhd. — 2. sich v., sich beherrschen, im Zorn, beim Lachen udgl. uWupp, Sol, Aach-Merkst. — 3. en verbessener Mensch, wie nhd. Allg. [bəbast Bitb]. — 4. zerbeissen Rhfrk. Ebbes korz un klen v. Den han de Fleh verbass Wittl-Dörb. zer -beissen: wie nhd. Nicht Rhfrk.

Beiss »bait« Sol (ca. 1870) m.: Köder.An -beiss m.: Pickel, kleine spitze Hacke Saar (Bergmspr.)An-beisstier Siegld-Langenhold n.: Blutegel.Durch -an-beisstier dōriχbs Goar-Gondershsn m.: einer, der sich durch Schwierigkeiten von seinem Plan nicht abbringen lässt, mit einer gewissen Frechheit seinem Ziele zustrebt.

beiss-achtig bīsətəχ Aach Adj.: bissig, vom Hunde. Beiss-hündchen bīshø·ŋ.kχə rip. Teil des NBerg; bīthø·ŋ.kər (-kəs) nfrk. Teil der NBerg Pl.: Zähnchen, in der Kinderspr.

[Bd. 1, Sp. 607]
beiss-kalt bīt-  Kref, Kemp Adj.: grimmig k. PfWB Beiss-korb Saarbr-Sulzb m.: Maulkorb für Hunde. Beiss-teufel Kemp-UWeiden m.: in der RA.: He kik wie ne Bitdüvel sehr böse dreinsehn. Beiss-wuhles -wō:ləs MGladb m.: scherzh. Grenzaufseher. Beiss-zange Mosfrk f.: 1. Kneifzange. — 2. böses, zanksüchtiges Weib.

Beissel bītəl Gummb m.: Gebiss des Pferdegeschirrs.beisseln -ei- Neuw-Dattenbg schw.: kleinen, brennenden, zuckenden Schmerz verursachen. Die Brehnessele b. S. bisseln.

Beisserchen bīsərχə Sieg-Ägid, Eusk-Zülp; bīstərχər Waldbr-Hespert; bīsərkəs Düss; beisərkəs NBerg; bītərkə (-kəs) Nfrk; bitkərə Eup Pl.: Zähnchen, in der Kinderspr.beisserig bītərəχ Barm Adj.: bissig, vom Hunde.Beissert bøysərt Koch-Leienk m.: Hirschkäfer.

Beit I = Unrat, Hundehütte s. Bacht; Beit II = Wirktisch s. Biete; Beitel s. Beissel;