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Rheinisches Wörterbuch 
 
Bampelherzchen bis Band I (Bd. 1, Sp. 427 bis 429)
 
  Bampel-herzchen Hunsr n.: dicentra spectabilis. Bampel-matz Merz-Saarhölzb m.: -arsch. Bampel-mütsche met Trier-Köverich, Zell-Burg f.: Zipfelmütze. Bampel-sack Allg. m.: -arsch. Bampel-tasche Merz-Saarhölzb f.: Bamplerin. Bampel-weide wekt Prüm-Leidenb f.: Pappelweide.

 PfWB  ElsWB Bampeler m.: 1. schlotterig, nachlässig gehender Mensch. — 2. einer, der statt zu

[Bd. 1, Sp. 428]
arbeiten, müssig umhergeht, langsamer Arbeiter, unschlüssiger Mensch, Zögerer. — 3. Beias, Hampelmann auf Jahrmärkten Neuw-Datzeroth.

 NRhWB bampelig Adj.: 1. schlapp herabhängend und baumelnd. — 2. vom Menschen. a. sich nicht auf den Beinen halten könnend wegen Schwäche, nicht wegen Trunkenheit. Et is mir ganz b. schwindelig Kreuzn. Hin- und herschlenkernd, nachlässig gehend aus Faulheit, Trägheit, Unordentlichkeit. — b. fahrlässig, gleichgültig, träge, langsam, zögernd bei der Arbeit; dazu Bampeligkeit f.: Nachlässigkeit. — 3. säuerlich, von der Milch gesagt Daun-Strohn.
 
 
Bampen bambə Kobl-Vallend Pl.: in der Verb.: Krambe de Bambe Haken und Ösen.
 
 
 NRhWB Bampes bampəs, –mb- Mosfrk, Rip m.: 1. persönl. a. Mensch mit schwankendem Gang Bitb-Ernzen, Kobl, Sieg-Leuschd Ägid, Neuw-Buchholz (-ę-).b. energieloser, nachlässiger, träger Mensch; Faulpelz Merz-Saarhölzb, Birkf-Hettenr Idar; liederlicher Mensch Idar. — c. dicker Kerl Schleid-Marmag, Sieg-Ägid. — d. dummer Mensch Siegld. — 2. sachl. a. -a- Krug mit einem dicken Bauch Wittl-Ürzig, Zell-Alf, Trier-Filsch, auch Bumbəs; Siegld Bembəs, Bembər.b. Bämpəs-chen Bäuchlein Trier-Filsch. — c. -a- die Haut, die sich auf der Milch bildet Saarl-Bous. — d. -ę- Bündel; Geldbeutel Bitb-Badem. bampesen bambəsən Birkf-Idar, Kobl schw.: bampelnd gehn.bampesig Adj.: 1. b. gohn nachlässig schlenkernd gehn Sieg-Ägid, Bitb-Ernzen. En b.ər Kerl nachlässig gehender Mensch Ägid. — 2. dickflüssig May-Kehrig.

Bampes Bernk-Bollenb Pl.: B. kreien Schläge bekommen.
 
 
Bams bams Kemp m.: ein dickes Exemplar, z. B. von Früchten. Kins (kik ens), den Appel, wanəm B., — en dicken B.!
 
 
 NRhWB bamschen schw.: 1. anstossen, dass es einen dumpfen Ton gibt Westerw. — 2. -a- u. -ę- einen b., tüchtig verprügeln Sieg-Ägid. — 3. tüchtig arbeiten Siegld. — 4. stark trinken Siegld, Westerw, Hunsr, Saar (hier auch bansche um 1840). Bier udgl. b., meist nur von geistigen Getränken; aber auch Kaffi b. Hunsr; auch stark essen Saarbr. — 5. -ę- stark Tabak rauchen Birkf-Idar. — 6. -ę- ein Gebet herplappern Kreuzn-Nussbaum, Birkf-Idar (bei den Juden). — Abl.: die Bamscherei, dat Gebamsch.

ab- bamschen: einen a., gehörig von oben bis unten abprügeln Hunsr.ver -bamschen: 1. einen v., verprügeln Sieg-Ägid. — 2. sich v., angestrengt arbeiten Siegld. — 3. etwas v., nicht in acht nehmen Birkf-Herrst. zer -bamschen: einen z., tüchtig verprügeln Sieg-Ägid.

Bamscher m.: 1. tüchtiger Arbeiter. — 2. Biertrinker. — 3. -ę- starker Raucher Idar. — 4. Betender ebd.

[Bd. 1, Sp. 429]

Bamsches baməs u. -ę- Sieg-Ägid Pl.: Prügel. B. krige.
 
 
bamsen Siegld-Kromb schw.: einen b., schlagen, prügeln.

bämsen -ę- Goar, Prüm-Schüller Stadtkyll Steffeln schw.: vor dem eigentlichen Läuten in einzelnen Schlägen anschlagen an die Glocke, kläppen. Et bämst.

Bäms Prüm-Steffeln f.: in der Wend.: De B. schlohn einen Stein über eine Wasserfläche hüpfen lassen. S. Bäm.
 
 
Bäms-läppchen -kə MGladb-Rheind n.: scherzh. Beichttuch der kath. Geistlichen.
 
 
bams-still Mörs-Orsoy Adj.: plötzlich still.
 
 
 NRhWB Band I bant, im Geb. der Schärfung Dat. ba·n., Pl. bę·n. [Bernk-Neumag b:n]; WMosfrk n. Mos. bānt, Dat. bā:n, Pl. bę·n.; an der uErft bānt, Dat. ba·ŋ., Pl. bę·ŋ., sonst im rip., snfrk. Mouillierungsgeb. baŋk, Dat. ba·ŋ., Pl. bę·ŋ.; im snfrk. a/ǫ-Trübungsgeb. (Kemp) bǫŋk, Dat. bǫ·ŋ., Pl. bę·ŋ. [um Geilk-Stahe, Heinsb-Schierwaldenr ban't; um Heinsb-Breberen, Geilk-Gangelt ban'j, Pl. bę·n.j]; MülhRuhr bǫunt; Klevld bānt, Pl. bn m.: 1. das, was dient, um fest zu binden, anzuheften. — Im Bes. a. B. zum Anketten der Hunde, nur in RA. Et geve mih Kette on Bäng we rosende Hong Eusk, Bergh. (Sonst ‘Kette’). S. auch Bandhund, –rekel. — b. Fessel für Gefangene, nur in RA. En de Bänn kommen ins Gefängnis Neuw-Rodenb. Du könns noch en Kette en Bäng ze legge ins Zuchthaus Aach-Merkst. De Doat löast ok de stärkste Bäng Elbf. Dann in übertr. Sinne noch durchschimmernd = Bedrängnis, Schwierigkeit, in bestimmten Wend. En de Bänn sen (setze) Sieg. Enen en de Bänn jage in Angst Altk-Hellert. Dur harte (hell) Bäng goəhn mühsam zum Ziele kommen SNfrk. Dat hat dor harte Bäng gegonge Mühe gekostet Kemp. Sei halde sech henger de Bäng treten nicht hervor Kemp-SPeter. Sich en de Bäng sette Widerstand leisten Kemp-Süchteln. Noch emol en die Bäng zugefasst! MülhRh. — c. Weiden- oder Bastband zum Anheften der Rebstöcke. De Bänn ofdouen diese B. lösen, erste Weinbergsarbeit im Frühjahr als Vorarbeit des Rebschnittes Mos, Saar. Für zent Jan (27. XII.) einen B. Winzerregel Sieg-Rhönd. — 2. was rundum um etwas gebunden wird, damit es zusammenhalte [oder zu andern Zwecken ausser dem des Schmuckes]. a. Leibriemen, Ledergurt Wippf-Biesf, MGladb-Rheind Giesenk Kleinenbr. — Bruchband Kemp. — b. Strohseil zum Binden der Garben, auch Strühsbangk Eusk-Zülp, Bergh-Elsd Hüchelhv Sind, Monsch-Höfen, Jül-OMerz, MGladb-Rheind, Heinsb-Orsbeck. Der lange B. Heuseil Sieg-ODollend. Nicht allg., dafür mehr Seil, Bändel, Windsel (s. d. W.). Öm zent Ann es et Kore en de Schür of en de B.

[Bd. 1, Sp. 430]
Geilk-Honsd. Hält den B. och? Antw.: Wenn e mar hält, bös mer hant os Geld Kref. — c. Holzreifen, bes. die um die Weinfässer zur Verstärkung der Eisenbereifung. — d. Metallreifen um Fässer, Gefässe Allg. Der Küfer zieht de Bänn an, indem er die Setz (Stossmeissel) ansetzt und mit der Schloh (hölzerner Schlaghammer) auf diese schlägt Mos. RA.: Den greit de Bänn ongezogen er wird verprügelt Prüm-Burb. He treckt de Bänn an entweicht Schleid-Hellenth. Dem moss mer de Bänn antrecke auf die Finger sehn Rip. Dem han se de Bäng angedrive arg zugesetzt Sol. De hat sek de Bänne angedrewen tüchtig gegessen Ess. Dat steht noch en wi (weite) Bäng kann noch lange dauern MGladb-Rheind. Dem werd ech noch es henger de Bäng kunn hinter seine Schliche MülhRh-Overath. Dem mott mer an die Bäng gonn dem ist schwer beizukommen Remschd. De geht vom Band strotzt vor lauter Kraft Wesel. Die sen us Rand on B. ausgelassen, zuchtlos Allg. Wer mit Arbeit überhäuft ist, muss aus R. on B. schaffen Prüm-Mürlenb. No sett et beste Bändje för! beeile dich Geld. — e. Spielreifen der Kinder, wozu ja meist eiserne Fassreifen genommen werden Kemp, Kref, Sol, Mettm, Ess. Bongk sette Reifen schlagen, — schmecke Kref-Hüls, — schlonn Sol. — f. Radreifen Allg. — g. Eisenreifen um sonstige Geräte; um einen geborstenen Eisenofen wird en isen B. gezoge (geleg) Rip, Allg. Die Sense wird mit einem B. am Stiele befestigt Allg. Der Wagenbeschlag an der Deichsel uSaar. — h. Bucheinband, wie nhd. — i.Kordel zum Umbinden des Sackzipfels. Et kann beter van de Sack äs van den B. Rees-Ringenbg; sonst Bändel. — k. Bängke Nussschale Heinsb-Bocket. — 3. Gebund. Ne B. Kli ein Bund Klee Bergh-Hüchelhv. Ne B. Strüh Eusk-Dirmerzh. En B., Pl. Bänder Getreideschobben; 12 Bänder = 1 Gass Düss-Benr. — 4. Bandartiges. a. Kahm, Schimmelbelag auf Flüssigkeiten, Wein, Gelee. De Weng setz B. Sieg-Ägid Rhönd; doch s. auch Pant. — b. Lage von sehr festem Tuff in den Trassbrüchen, auch Mauerb. Mayf. — c. ein rund umgehendes Teil eines Gewebes, Gestricktes. E ganz Bangk usreffele wieder aufziehen Jül-Tetz. — d. Pflanzennamen. Bändche phaloris picta Simm-Buch; Winde Bernk-Winterich Loef. — 5. übertr. a. Namentagsangebinde Rip, MGladb. Auch Namensdags-, Namens-, Bindband. S. Erkl. u. binden. — b. Verband von gleichgearteten Menschen (veralt.); bis Anfang XIX Karnevalsgesellschaft in Köln, z. B. der Schettler-, Etzweiler-, Zanoliband (nach dem Namen der Leiter). Der Stadtbant städtische Musikkapelle. — 6. = Bann. a. Bannbezirk Simm, Bitb-Rittersd, Daun-Strohn. De

[Bd. 1, Sp. 431]
beschde Stieker uf dem B. Simm. Eich han B. un Sand abgelaf Simm-Laub. — »Bänze « zusammenhängende Streifen Landes Waldbr. — b. Bannfluch Bitb-Rittersd. — c. Bantje Ämtchen, Pöstchen Klev. — An der uSaar (Wehing) ban n., Pl. bę·n. Fassreifen, Pl. ba·n.ən Wagenbeschläge an der Deichsel.