Wörterbuchnetz
Rheinisches Wörterbuch 
 
Bäffe bis Bagert (Bd. 1, Sp. 392 bis 393)
 
  PfWB Bäffe, Bäffchen f. (n.): 1. Bäff alte Kopfmütze der Frauen Geilk-Bracheln, Grevbr, Emmerich. — Bäfke Kindermütze (veralt.) Erk-Bellinghv. — 2. Bäffche (-ke) das Amtskräglein bei protestantischen Pfarrern, früher auch bei Richtern. — 3. Verzierungen bürgerlicher Art. a. Bäffe umgelegte Kragen an Frauen- u. Männerkleidung uWupp (ca. 1870). — Baffe grosser Kragen Mettm-Cronenbg. — Bäff (f.) Halskrause Elbf; Vatermörder Remschd. — Päffche kleines Spitzenarrangement auf der Brust der Frauen Ahrw-Remag. — Bäffke Einsatz in den Kleidern Grevbr-Wickrathh. — b. Bäffke Vorhemd, Chemisette Nfrk. RA.: Den well ek es op dat B. speje Mörs-Orsoy. Hau öm doch för dat B.! ebd. Hei hät et B. all öm der junge Wicht will sich schon wichtig machen Mörs-Neuk. Dat süt ut, wie en Lus op et B. Duisb. — Schwarzes Tuchvorhemd Klev-Calcar. — Bäff eine Art von Schlips Klev. — c. Baff, Bäffke Geiferlätzchen der Kinder MGladb-Rheind, Kemp-Lobberich, Mörs-Neuk (--), Geld-Stenden Pont, Kevelaer, Klev-Appeld Uedem, Rees-Bergerf. — 4. Bǫff Kelch unter dem Kinn Selfk (o. O.).

baffen I = bellen s. baff II; hierzu wohl auch
 
 
baffen II -a- Mosfrk schw.: stark Tabak rauchen. E bafft wie en Heire Siegld. Abl.: die Bafferei, dat Gebaffs, der Baffer, sech zerb. S. paffen.Baff m.: starkes Rauchen, Tabakqualm.
 
 
 NRhWB baffen III -a- Bitb-Geichl schw.: tüchtig, gierig essen.Baffert m., Baffersch f.: eine(r), der (die) gierig isst.

Baff baf Bitb-Geichl, Eup; -ǫ- Selfk m.: 1. Speise (derb). Fir den B. sorgen Bitb. De Köh hant volle B. te frete; volles Baffs aus vollem Munde Eup (nur in dieser Wend.). — Bissen Brot oder Fleisch Selfk. — 2. Gestell zum Aufbewahren des Brotes Aach-Eschw. Baffes bafəs Bo-Mehlem m.: dicker Kerl.

Bag = Rebbügling s. Baug.
 
 
Bagage Rhfrk, Mosfrk bagā: , hier u. da auch bakā: [bag: Trier-Heidenbg, Daun-Strohn; pog: (n.) Merz-Saarhölzb (neben bagā: (f.))]; Rip, Nfrk bajā: [-ā·ə. Aach; bəjā:t Aach-Würselen, Heinsb-Lümb; brəjā:d MüEif; băgasī (bə-) Geld, Rees f. [Dür m.]: 1.a. Gepäck; das auf Fuhrwerk geladene Hausgerät. Verächtl. Habseligkeit, Plunder; alles, was man um u. an hat. — Met de ganze B. mit Kind u. Kegel. — b. Aufbewahrungsort

[Bd. 1, Sp. 393]
für verschiedene Geräte, Rumpelscheune Merz-Saarhölzb. — 2. verächtl. fahrend Volk, Pack, Lumpengesindel, Pöbel. Be -bagage bəpog: Merz-Saarhölzb n.: dass.

Bagage-pack Klev-Calcar n.: Gepöbel. Bagage-volk Allg. n.: dass.
 
 
Bagatelle Rhfrk, Mosfrk bagădę·l., –gə-  [Prüm-Mürlenb bakə-]; Rip, Nfrk bajătę·l. u. bajə-; Dür, Aach, Eup baŋkə- f.: Kleinigkeit, Geringfügigkeit, nicht der Erwähnung wert. RA.: Dat es e B. fir e Kurfirscht für einen reichen Mann Birkf. B.s an de Latt sette kleine Schulden machen Wesel. — Man sagt auch En klen B.Bagatellschulden Wittl-Piesport Pl.: Klipperschulden.bagatellig Siegld Adj.: geringfügig.
 
 
Bägel bə.l Sieg-Fussh: Würgkette am Pfluge.
 
 
bagelig bā:γəliχ Sol (ca. 1870) Adj.: wankend.
 
 
bagen b·ə.n Saarl-Busend, Ottw-Hasborn Neunk, Merz, Saarbg, Trier, Wittl, Bitb [b:jən Trier-Mehring Heidenbg, Koch-Eller; b:γən Bitb-Speicher, b:jən Koch-Lutz] schw.: sich b. 1. sich wehren. Die Henne bogt sich, wenn sie in Kampfstellung steht, ihre Küchlein zu schützen; eine Katze, die einen Buckel macht; ein Knabe, der sich einer Strafe widersetzt. — Will einer trotz der Einladung zum Mitessen nicht bleiben, weil er sich geniert: Elei göt sech net gebojt! Trier-Mehring Fell. — 2. sich eilen mit der Arbeit, um fertig zu werden. Eich hon mich gebogt, fir of de Zug ze kommen. — Et es gebogt es ist gewonnen Daun-Strohn, Koch-Eller. — 3. sich rühmen, prahlen; sich wichtig machen WMosfrk allg. Den bot sech emol. Den hot sech gebogt bei mir. Bes. sich eines Streiches rühmen, brüsten. — Abl.: die Bogerei, dat Gebogs. S. auch bozen. ge -bagen Prüm, Bitb: sich rühmen, brüsten. Mer hon es des glatt net ze gebogen (gebon). Abl.: die Gebogerei.Ge-bäger ebd. m.: Prahler. RA.: Beim Kläger os mih Geld als beim Gebäger. Et os besser beim Kläger os wie beim G.ver -bagen: in der Wend.: Et as ka verbo () (u. verbog) demat es ist nichts Rühmliches damit, daran, z. B. beim Saatenstand Bitb-Geichl. Verbacht ow mar nit! prahle nur nicht so sehr Klev-Calcar.

Bag-hans b:xha·n.ts Wittl-Binsf m.: Prahlhans.Bager m.: dass.Bagert b·ə.rt m.: dass.