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Rheinisches Wörterbuch 
 
Ass bis ästerlich (Bd. 1, Sp. 287 bis 288)
 
  NRhWB  PfWB Ass as Allg., LRip auch azs; Pl. es [LRip auch ęzs, ęis] u. asən; daneben eingelautete Formen ęs, Pl. ęsər Saarbg-Wehing, Bitb-Rittersd, Prüm-Mürlenb; ęis, Pl. ęizər Eup; :s, Pl. :s Sieg-Fussh, Bergh-Hüchelhv, Köln, Aach-Berensbg (Pl. :stər); ·ə.s, Pl. ·ə.s Heinsb, Kemp, Erk-Körrenz, Emmerich; ǫs MGladb, Mörs-Neuk Friemersh n. u. m. (f. Saar): die Eins beim Kartenspiel, Schöppen-, Krütz-, Herzen-, Ecksten- (Ruten)-ass. De schworte Öəs häbbe Kemp. En decken A. ein A. als Trumpf. Dor sett hej nau met Oss en Tiehn en kann gen Schlag duhn sein Gegner ist ihm trotz seiner Mittel zuvorgekommen Emmerich. Op en Äis vroəge ernste Auseinandersetzung führen Eup. Met engem op en Äiss kalle einen ernst zur Rede stellen Eup. He makt Äisser Unsinn Eup.
 
 
 NRhWB assekurieren asəkərē:rə Köln schw.: versichern. NRhWB ver -assekurieren : dass. Köln, Sol, Kref.
 
 
Assel asəl Merz-Losh, Trier-Hermesk, May-Rüber, Ahrw-Königsf, Altk f.: Kellerassel, meist K.esel.

asserant s. astrant.
 
 
 NRhWB ässig Adj.: 1. :siχ Saarl-Diefflen, Merz-Saarhölzb, Trier-Fell; ē:- Bernk-Merschd, Bitb-Mettend Rittersd Geichl: was zum Essen tauglich ist; appetitlich, schmackhaft, zum Essen reizend; so beschaffen, dass es schnell aufgezehrt wird. Nur Mosfrk. — 2. :sĭχ uWupp; ī:- Bergh-Hüchelhv; ē:sərĭχ Trier-Mehring essgierig, viel und gerne essend. Durch:sĭχ (-ī:-) sen sich leid gegessen haben Rip.  NRhWB ge -ässig jəə·i.siχ u. jə·i.- Prüm-Ihren Adj.: 1. schmackhaft zubereitet. — 2. Esslust habend. Dat jə:s verächtl. Speisen, schlechtes Essen.
 
 
assimilieren -ē:rə Köln schw.: ähnlich machen.
 
 
 PfWB Assisen Pl.: Geschworenen des Gerichtes; Schwurgericht (veralt.). E kömmt fir de A. Mosfrk [Eksisen Trier-Heidenbg].
 
 
assistieren asistē:rə Köln schw.: beistehn.Assistent azəstęnt  m.: wie nhd. Spottvers: Asestentche — Kaffekännche Sieg-Honnef.
 
 
Assortiment asǫrtimęŋ Aach n.: ein Satz von drei Krempel (Tuchfabrikation).
 
 
 NRhWB Ast Rhfrk bis t/st-L at, Pl. ę-; sonst ast, Pl. ę- bis zur st/s-L. [ā- Trier, Bitb]; Rip as, azs, ās, Pl. ę-; Eup āəs [Erk-Körrenz ǫŭst, Pl. ęst, Demin. skə; Jül-Jnden ǫăs; Bo-Keldenich Dransd, Köln-KlKönigsd ǫs, Pl. -; Kref ās; MGladb, MülhRuhr āst; das Nfrk hat sonst ausschliesslich tak]. — Neben diesen Formen kann jede MA. n- vorsetzen: nat, nāst. nas usf. m.: 1. wie nhd. De wirf en de Ä. spielt auf eine Sache an Westerw. He wirf met Bengele (Knöppele) en de Ä. dass. Sieg-Ägid. Mer därf net

[Bd. 1, Sp. 288]
huher klommen, äs wie Ä. sen Prüm-Ihren. De hippt vun em A. uf de annere bei nichts hat er Ausdauer Simm-Horn. Wat hot de en dicke A., de kimmt gar nit dorich wenn jmd. kräftig schnarcht ebd. En hot sich of e faulen A. beloss (gesatt) Mosfrk. Bei dem es et op et Äsken er treibt die Ordnungsliebe zu weit NBerg. De säg de Nas durch, bodrop he setz Sieg-Ägid. Et Enn dräht de Last, mar, su hat Ülespegel och gesat on hatt den A. afgesägt, wo en op sot Malm-Weywertz. — Dürrer Ast, s. dürr, donnern. — 2. Aststelle, Knorren im Holz (dort, wo nicht :s(t), ǫs (nǫs) (Rip, SNfrk) oder nust (Klevld) gilt); Köln unterscheidet as, ęs 1 von as, asə 2. Wenn de Säg durch de Nas kütt, kirəks et tritt man einem schlechten Menschen ungewollt zu nahe, so macht er darüber grossen Skandal Neuw-Dattenbg. En surer A. knorriges Stück Holz Gummb. — 3. Tragtischchen mit kleiner Platte und langem Beine, auf welches der Geistliche beim Stillstehn der Prozession die Monstranz niedersetzt Aach. — 4. euphem. Buckel, Höcker Verbr. Wat hät der Kerl en Äskə! SNfrk. In der Wend.: Sich en Nas lache sich krumm und buckelig lachen Allg. Sech en A. bubbele viel schwätzen Köln.

Ast-kappe nastkāp Saarbg-Beurig f.: Überwallung alter, abgefallener Äste. Ast-ring Sieg-Rhönd m.: dass. Ast-scheere Hunsr f.: -gabelung. Ast-stupp Sieg-Ägid m.: -stumpf. Ast-zwacken Ottw m.: dass. Ast-zwanken May m.: dass.

ab-asten afnastə MüEif; -ęstə Geld schw.: entästen.

Ästerich ęstərĭχ May-Wassenach, Aden-Herschb, Ahrw-Sinzig Westum m.: besonders auf Apfelbäumen schmarotzende Mistel.

asteblif = bitte s. beliebt u. als.
 
 
Aster I f.: 1. Gartenaster, a. chinensis. — 2. blaue Flecken, infolge Schlages. Em e paar A. setzen Westerw.

Aster II = Ahorn s. Asdorn.
 
 
Ästerement ęstərəmęnt  Schleid-Cronenbg n.: Aufsehen, Lärm.
 
 
ästerlich ędərlĭχ Wend-Merzw Adj.: schrecklich, Furcht erregend. S. äsperlich, eisig.