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Rheinisches Wörterbuch 
 
Allheil bis allstunds (Bd. 1, Sp. 112 bis 113)
 
  NRhWB All-heil alheil : Begrüssungsspruch unter Turnern, nach dem Nhd. Auch scherzh.: Allheil, du Bur, de Melck wed sur, de Kappes brennt an MGladb. all-heiweil alhī:wəl Ahr, -hewəl MüEif. Adv.: 1. von der Zeit an, seitdem. — 2. heuer, in der jetzigen Zeit. all-her əlr Bitb, Prüm Adv.: hieher, auf diese bezeichnete Stelle, auf die Frage ‘wohin?’; auch əle·i.hin. Auch mit andern Ortsadv. verbunden wie bei allda (s. d.). all-hie əle·i., le·i. Saar (n. Prims), Mos (bis Koch), Eif; h'le·i. Bitb-Dudeld; əlhe·i. Wittl-Landschd, Bitb-Bickend; ăle·i. Prüm-Willverath; əlī: Schleid-Reetz, əlē: Schleid-Dahlem Adv.: hier an bezeichnetem Ort und Stelle, gegenüber he·i. hier im Orte. Hei lei! Sieh mal da, Ausruf der Ueberraschung Merz-Merching, Saarbg-Nittel. Eleisech! dass. Prüm-Mürlenb. Er left elo on elei hiə hier- und dorthin Koch-Mesenich. Der əlei = ich (zeigend auf sich). Alei (links) guck eis olei (rechts) guck eis Zell-Merl. — Mit andern Ortsadv. verb. əleibannen, –baussen, –hannen usf. (s. allda); dazu: əleihin nach dieser Richtung hin, əleiher hier in dieser Gegend, əleivunsdannen von hier aus. all-kehres s. all u. Kehre. all-langs əla·ŋ.ks, əla·n.ts, əlā:st, [aləla·n.ts MGladb-Rheind; ala·ŋ. Erk-Elmpt] (s. S.) Adv.: vorbei. He ös grad əlangks kunn. — Für die Präp. nur ‘langs’. all-lauter alūtər Heinsb, Erk, MGladb, Kemp; alūtər Erk-Elmpt Adv.: immer, stets. Ens (einmal) es net alluter. All-leutskuchen alęitskō:xən  Koch-Lutz m.: Gebäck aus Weizenmehl, rund oder viereckig, zu Feiertagen oder Festlichkeiten. All-liebnis alē:fnes  May-OMendig; alē:fənes Ahrw-Löhnd n.: die Zugabe zum Lohne des Gesindes. all-mächtig almęχtəχ  wie nhd. lautend, aber allg. gebräuchlich: 1. Adj. a. aus der Kirchenspr. O, du allmächtiger Gott on Her (Heiland, Himmel)! En as sou faul wie Gott a. as Saarbg-Besch. Auch von Menschen. Du bes a net a. Saar, Allg. — b. sehr gross, breit, dick, hoch usf. Allg. Wat es dat en allmächtigen Hond! Ene allmächtige Korf Erpele. En a. Loch em Kopp usf. — 2. Adv. sehr, gehörig, übermässig. Do hammer äver es a. engehaue gegessen Rip. — Allg. als adv. Verstärkung der Adj. Ene a. lange (decke, grusse)

[Bd. 1, Sp. 113]
Kerl. Dat es a. dür. Auch flektiert. Wat sen an dem Hus allmächtige huh(e) Finster! Rip, Allg. all-mählich alm:ləχ; -mī:ləχ Adv.: wie nhd. Es kommt em a. wie em Bock die Melech Saar. — Doch nicht recht mdlich; zuverlässige Mitarbeiter bezeichnen das Wort als nicht gebräuchlich; dafür für on zeno. all-männiglich s. aller-. All-masse almasā:  Sieg-Ägid Ittenb f.: grosse Menge. In Sätzen des Erstaunens. Bat en Allmassa Geld! Bo häste die A. Böcher her? all-massig Rip: zur adv. Verstärkung der Adj. Bat allmassig vill Geld! En a. schweren Sten. Auch flektiert. Sune allmassege grusse Bom. All-maul almul  Duisb n.: vorlauter Mensch. All-mein almei(n) Westerw; -meŋ  Sieg-Fussh m.: Nimmersatt, Egoist. all-miteinander (s. S.) Allg.: sämtlich; Rip auch almødənēn, albeiənēn. all-möglich almīlĭχ  Simm, Birkf, Zell, Goar. 1. Adj. allmächtig, gross. Wat en allmiliger Kerl!2. Adv. zur Verstärkung der Adj. A. gross. all-morgens almǫ·r.jəs (s. S.) Adv.: jeden Morgen.Allmorgəneu Elbf f.: Betonie. NRhWB All-mutter s. Altmutter. all-reinlich alrē:nlĭχ Prüm-Ihren Adv.: ganz, alle, insgesamt. De Konner essen de Äbbel a. op. De K. gohn a. (alle) on de Schull. all-scheid aled  Eup-Hammer Adv.: längs, in der Länge. all-schlag allāx  Eup Adv.: jeden Augenblick all-sobald alsōbā:l Daun-Beinh Adv.: sofort, auf der Stelle. all-stunds alsto·n.ts  Allg. Adv.: zu jeder Stunde.