Acker-schmiele Wittl-Dreis. f.: gemeine Sch., agrestis vulg. Acker-schuhe Heinsb-Schierwaldenr Pl.: plumpe Schuhe. Acker-steck(en) -dęgə Westerw; -stęk Dür, Jül, Geilk, Heinsb m.: der Pflugstecken, auf den der Pflüger sich stützt. NRhWB Acker-sterz -ttsχə Jül-Schaufenbg; stats Aach-Merkst, -tętskə Geilk m. (n.): A.-Bachstelze. PfWB Acker-stitzchen -i- Jül-Inden n.: dass. PfWB Acker-walze Simm-Schlierschd f.: hölzernes, knüppelförmiges Werkzeug zum Zerkleinern der Erdschollen. Acker-wirtschaft Rip f.: -schaft. Acker-wurm Siegld m.: Engerling. Acker-zeile Mos f.: die an den A. angrenzende Rebstockreihe. Acker-ziel Hunsr n.: das Geld zum Zahlen des Kaufpreises eines A. im Zahlungstermin. — Ausserdem sind eine Anzahl Pflanzenn. überliefert, die indes nhd. Gepräge tragen und bot. heute schwer festzustellen sind: –halm, –kamille, –klee, krahfuss, –kuh, –laub, –münz, -mennig, –mohn, –rade, –salbei, –senf, –spargel, –stern, –täschelkraut, –viole, –wicke, –winde.[Bd. 1, Sp. 53]
Ackerer m.: wird nicht gebr. »A. ist verpönt, ja beleidigend«, dafür Landmann, –wirt, Bur. Sagt man A., so erhält man zur Antw.: Der Motworm (Maulwurf) es ne A. Düss-NCassel.
PfWB PfWB LothWB Ackers-mann akə- Mosfrk, Rip; -akərs- Nfrk m.: 1. Bauer, vom B. selbst angewandt, wenn er das etwas in Missachtung gekommene Wort B. vermeiden will Rip. De A. hät seng Las Dann in Sprchw. und Kinderversen: Ackermann. Plackermann; göt Ehr, we gut Handwerk kann Waldbr-Eckenhag. Dem pflügenden B. rufen die Kinder zu: Eier en et Döppe, Speck en de Pann un Botter en de Pann, dat es gut vör de Ackerschmann ebd. Et es kene Abrel su got, e beschnicht (beschneit) em A. de Hot Mos. Suə rigə de Heəre met die bongkte Feəre, su r. die Joffere met de b. Schötzele, su rit de A., deə dat Peərdche trave kann usf. Aach. Im Brückenspiel: Ockermännke, mak de Poərt op, se geht op, se steht op. se steht der ganze Dag op Heinsb. — Armspiel: Ackersmann, Bauersm., links. rechts um! Ess. — 2. übertr. a. akərmę·n.χə, –ke Allg. neben den anderen Bezeichn. für ‘Bachstelze’. — b. Schreckgespenst Erdmännchen. Die Kinder rufen: Aggermännche, A., mach mich boze, ich men net, ich men net Saarbr-Jüding. — c. Feldstein Lennep-Hückesw.
NRhWB ackern schw.: 1.a. Das Land bebauen, pflügen, wobei das je nach der Art verschiedene Pfl. (brachen, stülpen, stürzen, rühren) ausser Betracht bleibt. Heute nur noch Hunsr (in der Form zackere), Westerw, Siegld, Waldbr. Doch weicht auch hier a. gegenüber ‘pflügen, bauen, hachen’ zurück. Ma fohre aggern un en (eggen) Westerw. Der losst sich en Fohr iwer den Röck a. ehe er etwas herausgibt ebd. Rätsel: Ech ön mei Brorer, dät Bräunchen, mir ackerden hönnerm Zäunche, mir a. ohne Hoch on Plog on a. allen Leu genog Maulwurf Altk-Hellert. — b. in verengerter Bed., zum zweitenmale pflügen im Frühjahr; das Feld wird zuerst gestürzt und dann geackert Siegld, Wittgst. — En Koarestoppel wörd et ersch gestott (gestürzt), later geegt on et les geockert Heinsb-Erpen, — et ersch gebälkt on et les geackert Heinsb-Süsterseel. — Nur für ‘Gartenarbeit’ Rees-Brünen. — Grombere ackere behäufen (nur diese Bed.) Goar-Gondershsn. — c. in erweiterter Bed., Landwirtschaft treiben, in Anbau haben Rip, Nfrk allg. Sech op et a. verlege Ackerschaft treiben. Der Bur ackert 100 Morge. Dow moss mar döchteg a. das Feld richtig bestellen. Op dem Fell ackert et sech got gibt einen guten Ertrag Schleid-Dollend. Dat Stöck ös ze lang geackert es muss auch einmal brach liegen Monsch-Kesternich. — 2. übertr. a. tüchtig, [Bd. 1, Sp. 54]
mühsam arbeiten. Dor hät mer döchteg te a. Klevld. He hat en sing Famelleg got geackert er hat seine Kinder über seine eigene Stellung hinaus etwas werden lassen Monsch-Roettgen. — b. mit einem a., unterhandeln Westerw. — c. handeln, feilschen ebd.; herumhantieren Siegld. — d. mit einem grob verfahren, Verweise geben ebd. De lässt met sech ackere on ege er lässt alles mit sich geschehen Siegen. — e. hastig vorwärtsstürmen Gummb-Dieringhsn Wallef. He ackert drof los schwerfällig gehn Siegen. — f. tüchtig essen Kref.
ab- ackern: 1. et Kend ackert de Schmer ab leckt den Brotaufstrich ab Simm-Ebschd. — 2. sich a., abrackern Eup-Raeren, Rees-Wesel. be -ackern: nach dem Nhd., in der Wend.: Er beackert 30 Morge.durch -ackern: 1. eine Furche d., zu Ende pflügen Siegld. — 2. ein Buch d., wie nhd., verbr. ein -ackern: Kartoffeln e., mit dem Pfluge setzen Westerw, Siegld.
NRhWB acken akən Altk schw.: cacare, kacken. in der Kinderspr.
äcken ęgə Siegld schw.: einen (sich) ä., necken schmähen, schelten.
Acketis akətis Aden-Wersh: in der Wend.: ein Kind op dem A. drohn Hackepack tragen. Komm op meinen A.
acks in Spruchformeln: Im Namen des Picks und des Packs und des heiligen Acks Berg (veralt.). Abzählr.: An dem Rheng solle 3 Kaningcher sen: 3 K. backde Bruət, schloge sech op emol duren duət; icks, acks un du solls dran sen MGladb-Rheydt, — icks, acks, kromme Dachs, un du hesch Max ebd.
Ad -ā- s. Aducht; ada s. ade.
NRhWB A-dach dāx u. ō- Eusk-Zülp Dirmerzh, Bergh-Sind, Köln-Poulh, Dur-Golzh, Monsch-Roettgen n.: an der hintern Giebelseite tief herabsteigendes Dach, Niederlass, bes. Verlängerung des Scheunendachs hofabwärts.
Adalbert ǫlbərt Dinsl-Aldenr s. Tolbert.
NRhWB Adam ā:da·m.; aber auch ada·m., ęde·m.χə, –kə verbr., bes. Grevbr, Geilk, Erk, Heinsb, Eup; ā:dəm Eusk-Dirmerzh; ędəm May-Andern, Ahrw, Daun-Roth, Eusk-Zülp, Geilk-Bracheln, Mörs; adēməs Berg-Hüchelh; rəm Hunsr; ·ă.dəm, –ō:-, ē·ă.- WMosfrk; -- Daun-Beinh. — Kurzf.: āt Heinsb-Laffeld; ē·ă.t(χən) Bitb-Rittersd; m Dür-Pier; b, –ē- Merz-Bergen, Trier-Irsch; ęp Ahrw-Unkelb, dā:məs, –:- neben seltenerm -a-, –ę- verbr. im ganzen Geb. — Wie bei allen Vornamen, gelten auch bei A. mehrere Formen zugleich. m.: 1. Der biblische A., beliebt in Rätseln. Womot hat A. de eərschte Läffel agepack? Mom Stoll Schleid-Reifferschd. Wo op hät A. den erschte Nagel geschlage? Op de Kopp Nfrk. Wo hat A. de 1. Rus geschniden? Auf seiner [Bd. 1, Sp. 55]
Mutter Erde WEif. Wer hat op sengen Muder Holz gehauen? A. Prüm-Ihren. Wat A. füre hät, hät Eva henge? Den Buchst. A Dür. Wat seit wahl A., as he et öschte Evke soəch? Antw. eines Mannes: Heər, gef mich mar mine Rebbe wiər; ech mag et net, dat frech Geschiər; Antw. einer Frau: Heər, neəhm mich all de Rebbches ut un mach mich allet klen Evkes drut MGladb-Rheind. — RA.: Dat ös doch at van A. on Eva her Sieg. Dat hät schon A. der E. verzällt eine alte Geschichte Düss. Dat hat A. schon gewet Wesel. Dat es so alt, dor häbben A. sin Kinder all met gespölt Geld-Kevelaer. De kümmt van A. op E. er weiss selbst nicht, was er sagt Grevbr. A. is in de Pott es sind keine Speisen mehr da Klev. — Scherzsprüche auch auf den Vorn. A.: A. on Ev hellten sech lef, gingen en de Garde, kruchten durch de Blade Sieg-Honnef. A. on E., die hadden sech lef, se schreven sech en Bref, dat et esu blef Daun-Gerolst. A. en Eva satte in en Tönneke; A. hatt en Röckske (Jäckske) an en E. en Japönneke Klevld, — E. kek herüt, du schlug öhr A. op de Schnütt Mörs-Xanten. A. on E., die soəten ene Schlupp (Huck); A. sät, wat stenkt dat hei, on E. hott gepuppt Nfrk, Aach. A. on E. soasse en em Höttche on hofe sech et Schüərzche op on schloge sech et Föttche Grevbr-Otzenr, — en en Eck on schlogen sech de Näck ebd. A. un E. zankten sich em en Gref; A. krieg de Fadem, E. kr. de Gref Prüm-Auw. A. mak de Lamp an, E. blos se ut MGladb-Geneiken. — Im Kinderspiel: A. hatte 7 Söhne, 7 S. A., die assen nicht, sie tranken nicht, sie kommen alle so: Mit dem Köpfchen nick- nick-nick usf. A. un E., ein Ballspiel: Adem adende, wasche dir die Hände usf. Ottw. A., Gollefadam, wickelde, w. wände. Ich wasche meine Hände usf. Bitb-Ernzen. — A. un Ev spillen Blindekuh spielen; die Blindekuh ruft: A., wo bistu? Rhfrk, Mosfrk verbr. — 2. der Tag A. u. E., 24. Dez. Wammer op A. on E. nen Appel iss, dann blif einem de Ketsch en der Stross steche Köln, Rip allg. — 3. der männliche Vorn., nicht sehr häufig. Jungen, easst Bungen, et Kor get deier, Oadem vo Boadem (Dorf in Bitb) setzt hanner dem Feier WEif. Oadem, Zwirfoadem, Eier, Guguck Trier-Schweich. — Beliebter Doppeln.: Hansoadəm Eif. — 4. übertr. a. verächtl. = Kerl Elbf. Du bös en komisch Adämche Grevbr. — b. Namen für den Dachshund = Erdmann Kref. — c. Pflanzenn. A. un E. Klappertopf Jül-Tetz; Fetthenne mit rötlichen Blüten Rees-Emmerich. — d. scherzh. Atem Allg. Ech kann kene A. mih krige. Enem den A. usblose. — [Bd. 1, Sp. 56]
Leib. Ech tredden dech für dengen A. Rip (o. O.) — e. aulen A. Schnapssorte Sol. — f. Adamche das frühere Polizeigewahrsam Kobl. — In FN. häufig: Dahm, Dahme. Dohm, Dohmen.