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Rheinisches Wörterbuch 
 
zwicken bis zwiddewitt (Bd. 9, Sp. 900 bis 902)
 
  PfWB  ElsWB zwicken das Zeitw. ist ausser SNfrk (hier nur vereinz.) u. Klevld allg.; das dazugehörige Subst. wurde bereits unter Zweck, Zwecke behandelt (s. d.); Lautung Rhfrk an Nahe, Saar u. Hunsr -ik-, –ig-, –e-; Mosfrk, Westerw, Siegld -ik-, –ek-, -eg- [NSaarbg, Trier-Stdt, Prüm-Mürlenb -ø-]; Rip -ik-, –ek-; Eup -ek-; Selfk, Kemp-Dülken, Sol, Barm -ek-; OBerg (n. Benr.-L.) twik- schw.: 1.a. die eigentl. Bed. kneifen ist nur sporadisch bezeugt, u. zwar Saarbg-Wellen, Trier-Stdt (auch zerren), Kobl-Vallendar, Prüm-Mürlenb, Siegld, Köln-Stdt, Monsch-Witzerath, Eup-Stdt; dazu de Schnorres (Schnurrbart) zw. ihn ständig zwirbeln, drehen Wend-Dörrenb, Bernk-Longkamp; der zw. de ganze Dag am Schn.b. mit Zwicken (s. Zwecke) den Stiefelschaft auf Leisten befestigen Siegld, Gummb-Berghsn, Heinsb-OBruch. — c. eine Packlage zw.,

[Bd. 9, Sp. 901]
gleichschlagen Bitb-NWeis. — d. mit den Augen zwinkern, nervös, aber auch zublinzeln Hunsr, Saarbr-Wehrden, Saarl-Wallerfang, Koch-Weiler, Neuw-Rodenb, Altk-Mehren, Siegld, Waldbr-Holpe, Sieg-Bölkum. — e. ein Zuruf beim Klickern, der es dem Rufer gestattet, die Lage seines Schnellklickers zu ändern May. — f. das Zwicken, eine besondere Art Kartensp., bei dem das As der höchste Trumpf ist, im ganzen Geb. verbr. (um die Neujahrszeit bilden Brezeln den Einsatz Siegld). — 2.a. peinigen, Mensch u. Tier Bernk, Aach-Vicht. — b. durch unablässiges Bitten lästig fallen, bes. von Kindern Goar-NGondershsn, Bernk-Longkamp, Koch-Treis, May, Kobl-Kobern, Neuw-Datzeroth; dat Kond (Kind) lo zwickt mich so wielang im en Appel Bernk-Longkamp. — c. verkehrt, eigensinnig weinen Goar-Boppard. — d. necken Prüm-Mürlenb, Koch-Treis, Monsch-Witzerath. — e. knausern, abdingen Köln-Stdt.

ab- zwicken: 1. einem etwas a., abhandeln, abnötigen Wittl-Monzel Piesport, Westerw, Sieg-Leuschd, Eusk, Dür, Gummb-Berghsn; de moss ilig jet vam Pris a. Sieg-Leuschd. — 2. eine Aufgabe vom jmd. abschreiben Merz-Bergen. an -zwicken: einen a., anblinzeln, mit den Augen Zeichen geben Siegld. auf -zwicken: die Schuhe a., auf dem Leisten befestigen (s. zwicken 1 b) Kemp-SHubert.durch -zwicken: durchschlüpfen, sich hindurchzwängen MGladb-Rheind.ver -zwicken: 1. die Augen v., blinzeln, zwinkernd Zeichen geben Wend-Schwarzenb, Ottw-Wemmetsw. — 2. nur Part. a. schwer lenkbar, erziehbar, von Jugendlichen u. Zugtieren Merz-Merching, Wittl-Dreis Hetzerath; de Kerl as esu bəzw., ich wäss mein Hänn (Hände) net onseschlohn.b. e v. Gesicht düsteres, grimmiges G. Birkf-Stdt. — c. von der Kleidung, auffallend, ungewöhnlich Kreuzn-Sponh. — d. v.tər Bort gezwirbelter Schnurrbart SWesterw. — e. kompliziert, verwickelt, etwa von einer Aufgabe; dat is en v. Sach Hunsr, Verbr.

Zwick-böhrchen -bēărχə Siegld (s. auch Zweck-) n.: kleiner Handbohrer. Zwick-buckse tswekənbots Sieg-Fussh f.: Hose, am Fussteil durch kleine keilförm. Tuchstückchen erweitert (s. Zwickel). Zwick-köpfe -kp (s. Zweck-) Bergh-Esch Pl.: Schusternägel. PfWB Zwick-maschine -ī:n Heinsb-Oberbr f.: M. des Schuhmachers, die das Stiften der Schuhe besorgt. PfWB Zwick-mühle (s. S.) Allg. f.: 1. die Doppelmühle beim Mühlsp. (Gummb-Berghsn twik-). — 2. in der Wend.: in der Zw. setzen in einer aussichtslosen, heiklen Lage sich befinden Verbr. nach dem Nhd.; auch positiv en Zw. han nach allen Seiten günstige Gelegenheit haben Daun-Neroth. Zwick-nägel (s. S.) Sol, Klev-Goch (twek-) Pl.: N. zum Aufziehen des Oberleders auf den Leisten, in der Schuhmacherei (s. auch Zweck-). Zwick-sack Neuw-Datzeroth m.: Kind, das die Eltern durch inständiges Bitten quält. Zwick-schraube (s. S.) Kobl-Winning, Ess-Holsterhsn (twik-) f.: Schr., zum Befestigen des Oberleders auf dem Leisten. PfWB Zwick-zange (s. S.) Verbr. f.: Z. des Schusters, womit er das Oberleder über den Leisten zieht.

 PfWB  ElsWB Zwickel -ik- Birkf, Hunsr, Kobl; -ek- Siegld,

[Bd. 9, Sp. 902]
Sieg-Fussh; -ig- Düss-Stdt m.: 1.a. keilförm. Stückchen Tuch, in Kleidungsstücken eingelassen Hunsr, Siegld, Sieg-Fussh. — b. Keilkissen des Bettes, unter den Kopfkeil geschoben Birkf. — c. Verbindungsteil zwischen Vorder- u. Hinterhemd, unter der Achsel hergehend Düss-Stdt. — 2. übertr. persönl. eingebildeter Mensch Kobl-Stdt 1787.

Zwickel-bohre Goar-Braunshorn, Zell-Sohren, Koch-Leyenkaul, Bo-Stdt f. (gern Dimin.): kleiner Handbohrer, zum Vorbohren (s. o. Zwick-).

zwickeln tswek- Neuw-Datzeroth schw.: mit den Augen zwinkern.

 PfWB  ElsWB Zwicker m.: 1. sachl. Kneifer, pince-nez Verbr. (veralt.). — 2. persönl. a. Kind, das durch sein ständiges Bitten, eigensinniges Schreien u. Weinen lästig fällt OLahnst, SWesterw. — b. tswekərt Geizhals Trier-Wintersd.

 PfWB zwickern -ik-, –ek-, –ig- Meis-Schweinschd, Saar, Simm, Bernk-Kesten, Bitb-Kruchten, Koch-Eller, Kobl-Weissenthurm, Neuw, Siegld, MülhRh, Jül-Kalr schw.: 1. mit den Augen blinzeln, zwinkern (s. zwicken 1 d) Allg. (s. o.). — 2. et zw. me vür de Aue (Augen) es flimmert mir vor den A. Kobl-Weissenthurm, Bitb-Kruchten. — 3. der Finger zw. nach Eindringen eines Splitters, es entsteht ein stechender Schmerz Bernk-Kesten.

Zwickerer Saarbr-GrRosseln Pl.: Augenwimpern.
 
 
Zwiddeling tswedəliŋ Eusk-Irresh; -leŋk Aach-Stdt; -idəliŋ Dür-Kreuzau Winden, Aach-Eschw, Jül-Inden; twedəleŋ Klev-Goch Pfalzd; Pl. -ŋə, –ŋks m.: 1. Zwillingskind Dür-Winden, Aach-Eschw Stdt, Klev-Goch Pfalzd. — 2. Doppelpflaume an einem Stiel Eusk-Irresh, Dür-Kreuzau, Jül-Inden (s. auch bei Zweit-).
 
 
Zwidderich -reχ Koch-Laub m.: dicker Mann.
 
 
zwiddern I fərtswidərə Kreuzn-Boos (vgl. zwaddern) schw.: vor Ungeduld vergehen. Vgl. Zwitter I.
 
 
zwiddern II tswidərən Gummb-Mühle schw.: zittern, erschüttern; dat de Huser em ganzen Dorpe zwidderten.
 
 
zwiddewitt Köln-Stdt: Finkenruf; nu sing mer e Stöckelche, kris och Zucker, zwiddewitt-jö.