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Rheinisches Wörterbuch 
 
Zucker bis Zuckerdüppen (Bd. 9, Sp. 849 bis 851)
 
  PfWB  ElsWB  LothWB Zucker das Wort ist allg., u. zwar meist tsuk-, tsok- [Birkf, Simm, Trier-Stdt tsug-, tsog-; Saarl-Berus tsoukər; Sieg-Fussh tsokdər (veralt.); sukər Eup, Geld, Rees-Bislich, MülhRuhr (hier auch søykər); Klev sykər] m.: 1.a. Sg. t. wie nhd.; Arten: blanken Z. Kandis Barm, Dinsl-Hünxe; braune Z. Verbr.; Brosz. Brust-, Kandisz. MüEif, Monsch-Witzerath; denner (dünner) Z. Stampfz. Siegld; gestossene Z. Pulverz. Simm-Laub; fule Z. ganz dunkler, fast schwarzer Kandis Eup, Gummb-Berghsn; fetten Z. Melisz. Mörs-Neuk; gelen Z. Brustz. Merz-Merching; harden Z. Kandis Siegld-Johannld Rinsd UWilden, Mörs-Neuk; Kandisz. nach dem Nhd. verbr.; Klömkesz. Würfelz. Nfrk, Rip; Knorr-, Knörrchesz. Kandis Siegld-Eiserf; losse S. grober Z. Geld-Schravelen; Melisz. OBerg wie nhd.; Puderz. wie nhd., Verbr.; renen Z. Stampfz. Prüm-Ihren; Stabz. Staubz. Simm, Allg.; vierkäntige S. Würfelz. Geld-Schravelen; wīsse Z. Kristallz. MüEif; Werfelz. Würfelz. Simm, Verbr. nach dem Nhd.; de Z. es söss Rip, Allg.; Risbrei met Z. en Kniəl (Zimt) Aach-Breinig, Verbr.; dat schmackt wie Z. Waldbr, Allg. RA.: Für Geld kammer Z. han für G. bekommt man alles Siebengeb., — kreien Neuw-Dierd, — kriet mer alles, sogar Z. an em Titchen Trier-Schleidw, Rhfrk, Mosfrk, — on gut Wort kr. mer weissen Z. on och noch en de Tut gedohn Prüm-Ihren, — kr. me Z. en de Arsch geblose MüEif, — äwwer net wiər druten Wermelsk. Einem, der sich lange bitten lässt, moss mer Z. in den Ärsch blosen, dat er et dout Saarl-Berus, Mosfrk verbr. Do bīsst (beisst) den Z. drus das schmeckt ihm gut Schleid-Hellenth. De Z. haste ze Haus kaft den Z. hast du genascht Kobl. Er hot de Z. abgeleckt Anspielung auf vorehelichen Verkehr Simm-Laub. Dä hät dem Z. geklopp ihm geschmeichelt Köln-Stdt. Dä es net va Z. er kann Regen u. Wetter vertragen Aach-Stdt, Verbr. Et passt bei mech wie de Z. en de Kaffe es kommt mir gelegen Wippf-Reudenb. Wann de dat elo net dehs, Männchen, dan os den Z. mer ävver net ze got Drohung Malm-Vith. Ja, nu leck mir doch einer der Z. vam Kouken! Ausr. der Verwunderung Sol. Besser es b., saht der Jung, do strech hä sich Z. op der Zirop Köln-Stdt. — Sacker —, Sapper Z.! Fluch s. bei saker u. sapper. — Rätsel. Ek schmitt wat in en Pütt (Brunnen), trek dusend Päre (Pferde) nich wiər rut? Z. Dinsl-Gahlen. Wat as sesser (süsser) als Z.? En Fluh, denn wenn man den fangen will, leckt man sich die Finger schon vorher Bitb, Trier, Sieg. Do ös ene versaufe? der Z. im Kaffee Köln-Efferen. Kinderglaube. Wemmer Z. op de Fensterbank lät, dann könnt de Klapperstorch Wermelsk, Verbr. Volksmedizin. Bei Zahnschmerzen lege man ein Stück weissen Z. auf den hohlen Zahn Kobl-Mülh, Zell-Löffelschd. Reime. Kükerekü, den Süker es dür Klev. Z., Hunnig, Mandelkän (-kern) essen alle Kinder gän (gern) Köln-Stdt. Heiche, popeiche, koch dem

[Bd. 9, Sp. 850]
Kindche en Eiche, dot em en bess'chen Z.chen dren, schlöft et von sech selver en May, Verbr. mit Var. — b.α. Pl. tsokərn Saarl, tsukərə Jül, tsøykərs Mülh-Ruhr Bonbon, Zuckersteinchen; meist aber Dimin. -χə(s), –kəs Rip, SNfrk, NBerg. — β. Dimin. Kosen. für kleines Kind Rip, Nfrk, NBerg. — 2. Zuckerkrankheit; dä hät Z. Rip, Allg.

zucker-achtig -ęχtəχ Heinsb-Karken Adj.: zuckerig. Zucker-allerhands Köln-Stdt n.: Abfälle von Z.gebäck. Zucker-äpfel -øp- Kobl-Winning Pl.: A. sorte. Zucker-arschkrätzchen -χə Köln-Niehl Pl.: Hagebutten. PfWB  ElsWB  LothWB Zucker-bäcker nur noch hier u. da im ganzen Geb. m.: 1. veralt. Bezeichnung für den Konditor; der Z. bäckt Zuckerplätzcher för Chresdag Gummb-Berghsn. — 2. mittlerer Wegerich, Plantago media Saarbr-Stdt. Zucker-backes -kəs Rhfrk n.: 1. Holz-, Nuss-, Spritzgebackenes zu Weihnachten u. Nikolaus. — 2. Zuckersteinchen, Bonbons Birkf-Bundenb. Zucker-ballen -a- Gummb m.: Art Berliner Pfannkuchen. PfWB Zucker-baum (s. S.) uNahe m.: Weihnachtsbaum. PfWB Zucker-beil -ęil Merz-Wahlen n.: Beil zum Zerschlagen des Zuckerhutes (veralt.) Zucker-bein -ai- Kobl-Stdt n.: Kosen. für kleines Kind. Zucker-berg (s. S.) Trier, Prüm-Bleialf Ihren m.: in der Wend.: Den os den Z. eropgangen er ist gestorben; mot dem geht et gäng (sehr bald) den Z. erop. PfWB  ElsWB  LothWB Zucker-birne (s. S.) Allg. f.: kleine, runde, sehr süsse Birnensorte. RA.: Et geht öm as de Zuckerpäre, hej hät den besten Tid gehat er ist aus den besten Jahren heraus Klev. Zucker-bläs'chen -:- Köln-Stdt, Rip n.: -tüte. Zucker-blume (s. S.) f.: 1. Wiesenschaumkraut Saarbr-Ludw, Merz-Saarhölzb, WEif, Kobl-Mülh, Jül-Hasselsw. — 2. Wundklee, Anthyllis vulneraria Saarbr-Quierschd. — 3. roter Fingerhut Ottw-Neunk. — 4. Wegerich Birkf-OTiefenb. — 5. Platterbse, Lathyrus silvester Schleid-Kall.  PfWB Zucker-bohnen (s. S.) Pl.: 1. eine Bohnensorte Saarbg-Serrig, Prüm-Leidenborn, May-Virnebg. — 2. Zuckersteinchen, Bonbons WMosfrk an Saar, Mos, in der WEif, Rip in Aach-Stdt; die Paten teilen solche bei jeder Kindtaufe an die Jugend aus WMosfrk; Z.ə in die Grips werfe Saarl-Felsbg. RA.: Der micht e Gesicht wie e Aff, der Z.ə scheisst Merz-Nunk. Zucker-britzel (s. S.) Verbr. f.: gezuckerte Brezel, zu den Winterfeiertagen (St. Martin, St. Nikolaus, Weihnachten). — Im Krs. Saarbg zogen vor Palmsonntag die jungen Burschen u. die Familienväter nach Grevenmacher (Luxemburg) u. kauften dort Z. ein, die sie, an einer Schnur aufgereiht, über der Schulter nach Hause trugen, als Geschenk für Bräute bzw. Kinder. RA.: Allzevell es ongesongk, on wann et Z.ə send Dür-Gürzenich. PfWB Zucker-brocken Dür, Kemp Pl.: Zuckerklümpchen, Bonbons verschiedener Art. PfWB  ElsWB  LothWB Zucker-brot , Zucker-brötchen (s. S.) n.: 1. süsses Brötchen Verbr. RA.: Et worde niet vor jedereen Sückerbrödjəs gebacke Klev. — 2.a. Gebäck zu Ostern Aach-Laurensbg. — b. zu Weihnachten Birkf. Zucker-buckel -pu- m.: 1.a. scherzh. Höcker Düss-Stdt. — b. Schimpfw. Köln-Kalk. — 2. em Z. Wirtshausname Köln-Stdt. Zucker-demi Eif (o. O.): im Auszählr.: Ihmchen, Dihmchen, Z., Abel, Dabel Domini, Hexenrat, Sonderbrat, Kristo. PfWB  ElsWB  LothWB Zucker-ding

[Bd. 9, Sp. 851]
, Zucker-dinges Saarbr, Saarl, Kobl-Vallendar n.: Zuckerzeug im allg., Plätzchen u. Bonbons; Lebkuchen Saarl-Friedrichsw. Zucker-distel -e- Rees-Bislich f.: Distelart. Zucker-ditzchen Wittl-GrLittgen, Bitb-Speicher n.: Kosen. für kleines Kind. PfWB Zucker-dose (s. S.) Allg. f.: D. zur Aufbewahrung des Zuckers. Zucker-düppen -ø- Gummb n.: dass.