| PfWB ElsWB LothWB ziehen das Verbum ist südl. der bei trecken (s. d.) angegebenen Linie allg., nördl. steht es neben diesem, doch sind beide in vielen Fällen nicht austauschbar; die Formen sind: Inf. tsīə(n), –ī·ə.- Rhfrk an uNahe, in Birkf, Simm, Goar, Saarbr, Wend, Ottw, Mosfrk in Merz-Bardenb Wadrill, Saarbg-Schoden, Trier-Otzenhsn Stdt (u. tsē:gən), Bitb-Rittersd, Wittl-Minh, Prüm, Zell-Trarb, May-Kruft, Rip in Ahrw-Altenahr, Waldbr-Lindenpütz; tsī:n Mosfrk in Saarl-Berus, Kobl-Horchh NWerth; tseiə(n), –e·i.- Rhfrk in Kreuzn-Bockenau Hahnenb, Meis-Merxh, Birkf-Stdt (u. tsīən), Saarbr-Fürstenhsn, [Bd. 9, Sp. 774]
Mosfrk in Saarl-Roden, Merz, Trier-Filsch, Lampaden, Bernk-Dhron Neumag, May, Kobl-Stdt; tsē·i.n Merz-Merching (u. tsøyχən); tsjən, -ē·j.- Mosfrk in Bitb,-Wiersd Daun, Zell-Senhals, Koch verbr., May, Kobl (Horchh s. o.), Neuw-Datzeroth; Rip in kurköln. Neuw, Ahrw, Eusk, Rheinb, Schleid, Malm, Prüm-Hallschlag; tsi:gən Bitb-Dudeld, Prüm-Mürlenb Reuth; tsē:gə(n) Trier-Stdt, Wittl-Flussb Gr-Littgen, Bitb-Hütting, May-Stdt, Rip in Malm-Rocherath; tsē·ə.(n) Merz-Haustdt Reinsb, Trier-Karthaus, Bitb, Prüm-Olmschd Seiwerath, Zell-Altstrimmig, Neuw-Etschd, Altk-Bachenbg, Waldbr-Morsb; tsē:n Altk-NFischb, Sieg; ts·ə.n Neuw-Linkenb; tsē(:) NSiegld; ts:jə May-Löf; tsē:χə(n) Koch-Leienkaul Lutzerath, Schleid-Dollend, Altk-Flammersf; tsø·y.ən Saarbg-Nennig Wellen (u. tsø·y.χən); tso·u.gən Daun-Strotzbüsch; n. der Benr.-L. (u. z. T. auch Rip, s. die Formen) ist altes -iu- zu -ȳ- geworden; tȳ·ə.n Gummb-Schwarzenbergisch, Mörs, Klev, Dinsl [der Inf. ist gegenüber den anderen Formen jedoch meist durch trecken ersetzt]; die 1. Pers. Sg. deckt sich im wesentlichen mit dem Inf., also ich tsīə, –ī·ə., –īə.n, tsē:jən usf. [Bitb-Seimerich ich ts·ə.n; Merz-Büschf tse·i.ən]; das gleiche gilt für die 1. u. 3. Pl., soweit sie im Norden nicht durch trecken ersetzt sind; besondere Aufmerksamkeit gebührt der 2. u. 3. Sg., u. zwar tsī(:)s, –ī(:)t Kreuzn, Meis, Simm, Saarbr, Trier, Saarbg-Serrig, Wittl, Zell-Lötzbeuren, May-Polch, Gummb-Nümbrecht; tsē:s, –t Wittl-Flussb, Koch, May-NElz, Kobl (u. tsē:χt), Bitb-Prümzurlay; tsē·i.s, –t, -ei- Kreuzn-Weiler, Birkf-OTiefenb, Merz verbr., Saarbg-Perl Schoden, Daun-Katzwinkel; mit erhaltenem Guttural tsī:χs, –t Bitb-Dudeld Fliessem Rittersd, Kobl-Horchh; tsē:χs, –t Bitb-Mettend NWeis Prümzurlay, Prüm-Ihren Sellerich, Zell-Senhals, Koch-Lutzerath; tsøχs, –t Bitb-Seimerich, Zell-Pünderich, Malm-Amel Herresb; diese Form weist bereits auf älteres -ȳ- hin; dazu tsø·y.χs, –t Koch-Greimersbg, May-Kollig, Ahrw-Königsf; ohne Diphthongierung tsyχs, –(t) Ahrw-Sinzig, Aden-Hümmel, Neuw-Asb, Eusk, Köln; das Siegld hat tsīst, –ȳ-, –i, –yt; tsø·y.s(t), –t Bernk-Zelting, Neuw-Rodenb, Altk, Sieg-Blankenbg; n. der Benr.-L. herrscht tȳ:s, tȳ:t; Imper. Sg. tsī(:) Rhfrk, Mosfrk in Merz-NLosh (neben tsø·y.), Trier-OEmmel; tsē: Saarl; tse·i. Merz-Merching Stdt; tsī:χ Bitb-Dudeld; tsē:χ Bitb-Hütting, Koch-Hambuch, Lutzerath, Kobl, Schleid-Hellenth; tsøχ Trier-Karthaus; tsyχ Siegld-oFerndorft Freudenbg; tsȳ: Hilchenb, tso·u.χ Bitb-Badem; tsø·y. Saarbg-Wellen; tsux Altk-Bachenbg, Siegld; tyχ n. der Benr.-L.; die 2. Pers. Pl. deckt sich im wesentl. mit der 3. Sg., ebenso der Imperat. Pl.; zu beachten ist die Inversion tsīənər? (zieht ihr?) in Saarbr; das Präteritum ist nur spärl. bezeugt u. wird meist durch das Perf. ersetzt; von Mitarbeitern stammen folgende Belege: eiχ tsōgən Trier-Welschbillig; iχ tsō:x Neuw-Dattenbg, Siegld, Waldbr-Rosb, MüEif, — tsū:x Altk-Bachenbg, Siegld-FreierGrund, — tō:x Mettm-Haan, — tū·ō.x Remschd; das Part. Perf. weist folgende Formen auf: gəzō(:) Rhfrk allg. [Bd. 9, Sp. 775]
[Birkf-Idar -tsə], Mosfrk in Saarl, Zell-Lötzbeuren, Koch-Laub [neben -tsuxən]; -tsū: Merz-Büschf Merching Mitlosh Saarhölzb; -tsō:x Koch, Kobl-Horchh; -tsū:x Saarbg-Greimerath Wellen Winchering, -tsuxən Koch-Laub Leienkaul; -tsō:n Bitb-Geichl; -tso·u.ə(n) Sieg-Fussh Leuschd, Altk-Bachenbg; jətsō·ə.n Gummb-Nümbrecht; die Vollform -tsō:γə(n) ist Mosfrk, Rip, SNfrk, u. zwar Birkf-Breitenth (Rhfrk), Merz-Bergen, Bernk-Erden Immert Neumag Wehlen, Wittl-Binsf Neuerbg, Trier verbr. [Mehring Schleidw Wasserliesch -tsūgən], Bitb verbr., Prüm-Schönecken, Zell-Senhals, May-Trimbs, Kobl, Neuw-Dattenbg Datzeroth Dierd, Altk-Bachenbg Kötting, Siegld, Ahrw, MüEif, Bo, Sieg-Eudenb, Köln-Stdt (veralt.), Bergh, Düss-Stdt; n. der Benr.-L. -tōγə(n) Remschd, Sol, Mettm-Haan, Geld [-ō·ə.- Eup, Erk-Elmpt, MGladb; -tū·ə.γən Erk]; dazu tsouxən (neben -tsuxən) Koch-Lutzerath; auffallend gətsī:t (aber nur in der Bed. »gelichtet, von den Rüben auf dem Felde« in Bitb-Ehlenz; die Lücken im Rip, Nfrk sind durch jətrǫkə(n), –trękt auszufüllen st.: 1.a. wie nhd., eine Last, einen Wagen usf. z. Allg.; de Bu is stark, de z. de Wan (Wagen) ellän aus der Schauer Simm, Allg.; er z. de Kapp iwwer de Auen will nicht erkannt sein Saarbr, Verbr.; der z. wie an Ochs ist stark Zell-Pünderich; z. bie e Perd Koch-Laub; meim Broder sei P. zeugt got, meint z. awer ömerie su got gerade so gut Ahrw-Königsf. RA.: Tüs de wiər de Breiklocke? willst du wieder weinen, zum Kinde OBerg. He hät de Ling hezogen hat sich davon gemacht (s. u. 1cκ) Gummb-Nümbrecht. Dä kann lege (lügen) wie e Perd z., wie ne Vugel flege, wie ne Schelm bedrege, wie ne Zoldat krege Schleid-Hellenth. Am körzten Enn (Ende) z. den Kürzeren z. Altk-Bachenbg. Einen in den Dreck z. verleumden Neuw-Etschd, Verbr. He lösst sech et Himd vom Laif z. der Gutmütige Kobl-Metternich. Z. dorfste, äwer nit däuen Koch-Lutzerath. Soll dat Perd die ledig Kar net mih z.? sollten wir diese Schwierigkeiten nicht überwinden können? Prüm-Ihren. E gut Perd zieht zweimol Wittl. Die z. un (an) äm Säl sind gleicher Meinung, halten zusammen Bernk-Neumag. Hafer z. de Kar das gut genährte Pferd Trier-Fell, Bernk. Der Faule z. de Riem Saarbg-Schoden. En z. wei NN ihre Kouh, die hät bergrupp zerickgehal un de Berg erof (herab) gedrickt von einem, der alles verkehrt anfängt Saarbg-Perl. — b. rudern Bernk-Neumag. — c. ziehen = dünn aufstreichen, –streuen, z. B. de Botter alt jet z. mit der B. sparen Prüm. — d. in bestimmten Verb. α. den Atem z., atmen Rhfrk, Mosfrk verbr., in RA.: Hen hot vergess, den Otem ze z. ist gestorben Mosfrk verbr. Wen lang den O. z., get alt Saarbg, Trier, Bitb. — β. Halm, Stöckchen ziehen, losen; Hälm, Knuden, Knopp, Hölzcher, kurz un lang, Stöckcher z. Saar, Mosfrk. — γ. die Waage z., ein gehöriges Gewicht haben; fi wellen dat Rengd schlachten, et es fett, dat tüt de Woge Gummb-OAgger. — δ. der hat de Brück gezoh hat sich aus dem Staube gemacht Saarbr-Pflugschd. — ε. (gro) Hor (Haare) z. Schimmel ansetzen Birkf, Simm-Bruschd, Bernk-Neumag; et hot Haut gezog Birkf-Breitenth, [Bd. 9, Sp. 776]
Bernk-Immert; — Pant gez. Bernk-Erden. — ζ. dat Mess (Messer) hot Rost gezoh hat R. angesetzt Simm-Laub. — η. den Stofft (Stoff) z. den Stoff einkräuseln Bernk-Krummenau. — θ. Dreck z., von der Wunde, die zu eitern beginnt Saarl, Goar-NGondershsn, Koch-Lutzerath. — ι. Wasser z., von den Schuhen, vom Leder, wenn es noch nicht »gar« ist Sieg-Fussh. — κ. Pöhl z. Reissaus nehmen Kreuzn, Meis, Bernk-Braunebg, OAltk, Siegld; auch einfach ziehen Kobl-Lützel. — λ. de Schmand devon zäje den Nutzen davon haben May-Löf. — μ. vom Riemen z., gehörig das Wort schwingen; de hät noch ens vom Reme g. Ahrw-Kirchsahr. — ν. durchs Maul z. Übles von einem reden, durchhecheln Trier, Allg.; durch de Zähn z. Bitb-Rittersd, Allg. — j.Geld, Gehalt z., Geld einnehmen, Gehalt beziehen; sin Pansjon z. Saarbr-Völkl. — e. langsam, schleppend sprechen, die Wörter in die Länge z.; er zeit, zeit's; he z. (an) de Wörd(er), he z. langk Rhfrk, Mosfrk, Rip, OBerg, Sol, Wippf. — f. Kinder, Vieh, Korn (auf)ziehen Allg., wo nicht trecken; en Kalb ziehe Goar-Weiler, Allg.; dat Kalb ziehe mer Simm-Laub, Allg. RA.: Beisser Röngder (Rinder) z. as wie Köngder (Kinder) z. Schleid-Hellenth. Säu soll de z., dann hä de besser gedon Ahrw-Sinzig. Ene Fräəter wöd net geboəre, hä wöd getoəge MGladb, Erk. Här e se (die Kinder) besser ziehe sille beim erschte Gebäck Brot von der ersten Stunde an Simm-Laub. — Koər zeche Korn bauen Altk; Gemis z. Gemüsebau betreiben Goar-Weiler. — Dazu auch das Part. ungezogen »unerzogen, ungebührl., frech«; das Wort dürfte trotz der Einlautung onjetoəγə (Erk) dem Nhd. entstammen; *ongetrocken existiert nicht. — g. vereinzeln, von Rüben udgl. auf dem Acker Birkf, Bitb-Ehlenz, Prüm; Rummele z. Birkf-Stdt, Allg.; de Murden (Möhren) mussen dichtig gezieht gen Bitb-Ehlenz. — h. mit Adv. (Ortsadv.). α. ausenannerz. dehnen Bitb-NWeis, Allg. — β. eraufz., wie nhd. Allg.; wat hot den die Bocks (Hose) eropgez. zu einem langen Menschen Trier-Schleidw. — γ. erausz. wie nhd.; e wor wie aus der Bach erausgez. ganz durchnässt Trier-Mehring, Verbr.; der losst sich alles aus der Nas erausz. Ottw-Heiligenwald, Verbr.; dem muss me's hinne (aus dem Hinnere) rausz. Ottw-Neunk. — δ. zusammenziehen; zesammegezoge Melch geronnene Milch Bergh-Balkhsn; die saure, sticksige Birne tüt enem den Hals tesame (den Hals tu) NBerg, Verbr. — ε. losziehen. αα. einen losz., strafen, prügeln Merz, Saarbg, Trier bis May, Bitb, Prüm, Malm. — ββ. über einen losz., jmd. hinter seinem Rücken durch Worte heruntersetzen, ihn schlecht machen wollen Simm-Laub, Allg. — γγ. rack z. stramm z. Merz-Mettlach. — i. refl. α. zähes Fleisch zieht sich Kreuzn-Sobernh. — β.αα. sich ebbes an (in) de Längd z. lange dauern, fast kein Ende nehmen Bitb-Rittersd; dat z. sich lang bas dohin das ist ein weiter Weg ebd. — ββ. de tüt sich ens er reckt, streckt sich, nach dem Schlafe Viersen. — 2. intrans. a. der Brotteig zieht, hot gezogen er gärt, hat gegoren Trier-Beuren. — b. das Blut, die Verwandtschaft zieht; et Gebläu (Geblüt) tüt Gummb-Stdt. RA.: Blout tüt, [Bd. 9, Sp. 777]
sät Hongskamm, du goəf e si Kolf (Kalb) en Dük (Kuss) dur en Dörenheck Kemp-Dülken; Bl. tüt, s. di Kuh, doə goəf se et Kolf en Möngke (Kuss) Kemp-SPeter. — c. ziehen ersetzt in best. Geb. das nhd. »saugen«, u. zwar uNahe, Meis-Merxh Raumb, Simm-Laub Schönborn, Saarbr-Burb Friedrichsth, Saarl-Berus, um Merz-Wadern, Trier-Eitelsb Welschbillig, Wittl-GrLittgen Flussb, SBitb, Zell-Liesenich Lötzbeuren Senhals, May, Kobl-Horchh NWerth Vallendar, Ahrw-Westum; hauptsächl. angewandt auf das Saugen des Kindes an der Mutterbrust; hierher aber wohl auch: eich kan dat äwer och nit aus'm Fanger (Finger) ziehn Bitb; dat hot der sich aus dem Finger gezoh uNahe. — d. ziehen als Zeitw. der Fortbewegung, des Ortswechsels. α. allg. mit »kommen«; do komme se gezuh Merz-Losh Saarhölzb, Allg. — β. mit »lassen«; et zeihe lassen schnell laufen Trier-Lampaden. — γ. ganz besonders für das Umziehen des Gesindes am Ziehtag zu gewissen Terminen [s. Karte V, 9 (Lichtmess)]; in dieser Bed. ist das Wort Rhfrk, Mosfrk, Siegld, Rip, Berg fast allg.; nördlichste Belege lrhn. Mörs-Binsf, rrhn. Düss-Erkr, Mettm-Schwarzb (Rip, Nfrk dafür aber häufiger trecken, u. sonst auch wandern, s. d.). RA.: Draimol gezoh (gewannert) is amol abgebrannt Wend-Dörrenb. Aber auch sonst für »wegziehen«; die NN ziehe de nächst Wuch ins Niereland (Niederland, Niederrhein) Simm, Allg. — e. von der Luft (Zugluft). α. der Ofen, die Tabakspfeife zieht gut, brennt gut Rhfrk, Mosfrk (sonst trickt). — β. unpers. et zieht, et tüt in der Stube bei Durchzug Allg. (wo nicht et trickt, das Rip, Nfrk daneben steht); auch refl. et z. sich Prüm-Gondenbrett, Malm-Herresb; mak doch de Dür tau, et tüt Gummb-Stromb. RA.: Dat züch he wie'n Eiss wie eine Esse (Schornstein) Eusk-Billig. Et zeit wei en er Hell (Hölle) Merz-Mondrf. ab- ziehen: 1. trans. a. etwas a., durch A. entfernen, etwa die Fädeme (Fesen, Fiseme, Pideme, Seile) abz. (von den Bohnen), auch einfach de Bohne a., entfädeln uNahe, Hunsr, Birkf-Schwollen, Wend-Dickesb Leitersw, Wittl-Minh, Daun-Schönb, May, Kobl, Siegld, Prüm-Hallschlag, Bo, Sieg, Waldbr-Morsb, Erk-Wegbg; de Öl afz. den Aalen die Haut abziehen Kobl-SSebastian; dem Has dat Fell abz. Simm, Allg.; den Schlössel afz. von der Tür Waldbr-Rosb, Allg.; Fett ofz. abschöpfen von der Brühe Bitb-Dudeld; auch subtrahieren, etwa einen im voraus bezahlten Betrag von der Rechnung; vergess dat nit abseziehe, wat de zum voraus gezahlt hat Simm-Laub, Allg.; die Kohlenwagen abziehe, von der Bühne, dem Förderkorb herunterziehen, in der Bergmspr. Saargeb. — b. schleifen, schärfen, von Schneidewerkzeugen; et Rasiermesser, dat Mess abziehe Simm, Merz-Bardenb. — c. einen a. α. verhauen, verprügeln, überlegen Verbr.; de daugt neist, wenn er nit jede Dag emol abgezoh werd Simm-Laub. — β. rupfen, betrügen; wovor hoste dich vun denne so a. losse Simm-Laub. — d. die Koh z. de Melch of hält beim Melken die Milch zurück Altk-NFischb. — e. sich etwas a., vom Munde absparen Allg.; dei tüt sik et Eten van der Mule af Gummb-KlBernbg; [Bd. 9, Sp. 778]
ich z. mir et af on genn (gebe) et dir scherzh. ich esse das Fleisch u. du bekommst die Knochen Ahrw-Heimersh. — 2. intrans. weggehen. a. sich traurig, enttäuscht entfernen Verbr.; do hättste es sehn konnen, wie die afgezoən seng (sind) Sieg-Leuschd; tüch mar af! geh weg, hau ab! Kemp-Grefr. — b. sterben; he es afgezoge Ahrw-Sinzig. an -ziehen: 1. trans. a. stramm ziehen, ein Seil, einen Fassreifen udgl. Allg.; dat Säl muss besser angezoh were Simm-Laub, Allg.; en Raif onziehe Goar-Weiler, Allg. — b. Kleider udgl. a., auch refl. sich a. Allg.; ech z.ən mei Klädche on Koch-Laub, Allg.; den Her (Pfarrer) hat Schuhn enner (unter) de Leggd (Leute) geworfen; wem se passen, den z. se an der Pf. hat über Missstände gepredigt, u. mancher hat dies auf sich bezogen Prüm-Ihren; wie lang dauert dat, bis de dich angezoh host? Simm-Laub, Allg. — c. etwas heran-, an sich z. α. zieh de Fiss besser an, dat mer nit driwer fällt Simm-Laub. — β. anlocken; de Honig züch de Wespele an MüEif, Verbr.; zieh mei Bub nit so on, der is noch vil se jung, for freie se gehn Saarbr-Krughütte. — d. anziehen, von Fahrzeugen Allg.; eier Per (Pferde) ziehe awer ach gar nit richtig on Saarbr-Krughütte, Allg. — e. einatmen; de Odem a. Simm-Schlierschd. — f. aufziehen, züchten; mer hon es die Uəssen (Ochsen) selver ugezogen wir haben sie uns selbst gezogen Bitb-Mettend. — g. juristisch en Sach anziehe auf Gütertrennung klagen, wenn Gefahr besteht, dass ein Ehepartner das eingebrachte Gut des anderen vergeudet Kreuzn-Kirn, Simm-Laub. — 2. intrans. a. heranziehen; komm mer nor nit domit angezoh, do werd neist draus Simm-Laub, Allg.; se komme ugezuh Merz-Saarhölzb; et zieht e Gewirer an ein Gewitter zieht auf Simm-Schlierschd. — b. saugen, vom Kinde an der Mutterbrust (s. ziehen 2 c) May-Trimbs. — c. Rost, Feuchtigkeit, Frost u. ä. anziehen. α. Rost: das Beil is gonz angezoh voller Rostflecken Saarbr-Krughütte. — β. Feuchtigkeit: dat Hei is vom Dau angezoh Wend-Dörrenb, Kreuzn-Hergenf, Goar-NHeimb. — γ. Frost: et hät die Nacht angezogen so obenher gefroren May-Bell Virnebg, Kobl-Weissenthurm. — δ. Krankheit: de nasse Wend züch an bringt Erkältung, Grippe Mü-Eif. — d. der Jagdhund zieht an, d. h. er stöbert vorsichtig nach dem Wilde, aus der Jägerspr. Wend-Weierb, Bitb-Gindrf, Gummb-Nümbrecht. — e. am Zuge sein, beim Brettsp. Allg.; du ziehs an! Bo-Rheind. auf -ziehen: 1. trans. a. absolut. α. durch A. öffnen, etwa eine Schublade Allg. im Geb. von ziehen (sonst -trecken); zieh mol de Schublad uf, do werd's schun drinleie Simm,Allg. — β. ein Gewebe a., der Strumpf, der neu angestrickt werden soll, wird aufgezogen; an de Strimp brauche mer nore de Fiss un die Ferscht (Fersen) ufseziehe, dat annere is noch gut Simm, Allg. — γ. durch A. spannen; vergess nit, die Auer (Uhr) ufseziehe Hunsr, Allg. RA.: Wen hät deich gestoss, dat de wackels on opgezug, dat de rappels? Abweisung desjenigen, der sich unliebsam in eine Unterhaltung einmischt Saarbg-Greimerath. — δ. übertr. aus der Bed. γ: necken, foppen, aufhetzen Verbr. Rhfrk, Mosfrk, RRip; die Mäd [Bd. 9, Sp. 779]
(Mägde) hon den schen ufgezoh Hunsr, Allg.; loss dich nit opzehn nicht aufhetzen Altk-NFischb, Verbr. — ε. die Nase a. Koch, May. — b. grossziehen, ein Kind, ein Tier; dat Lämmche hommer mit er Flasch ufgezoh Hunsr, Allg.; die hon sich alle Mih (Mühe) gen, dat Kind aufseziehe ebd. RA.: Ding Mamm hätt och besser en Enster (Elster) opgezogen (als dich), die konn se wirrer fleje lossen Altk-Bachenbg. — c. einen Reifen auf ein Rad a., Räəf offzehe Zell-Altstrimmig, Verbr. — d. aufwaschen; zieh de Gangk of wasch den Flur auf Saarbr-Sulzb; die Mudder zieht die Stubb uf Kreuzn. — 2. intrans. a. einen Aufzug veranstalten; dat Jungvolk werd gleich mit er Musik ufziehe Hunsr, Allg.; aber auch: wie der were ufzieht! wie der wieder in unmöglicher Kleidung herankommt Kreuzn-Roth. — b. vom Gewitter, Nebel, Höhenrauch Koch, May. — c. hörbar durch die Nase atmen; wat de ofzegt! Koch-Leienkaul. aus -ziehen: 1. trans. a. mit sachl. Obj.; die Kleider a., auch refl. sich die Kleider a.; mach, dat de die Kläre ausgezoh krist Simm, Allg. im Geb. von ziehen; komm Pitter, zeg mer es de Stiwwele aus Koch-Hambuch, Allg. — b. mit persönl. Obj.; einen a., ihn um sein Vermögen, seinen Lebensunterhalt bringen; dat sin schlechte Kinn (Kinder), so die Alde ausziehe, dat se neist meh se beisse hon Simm, Verb. — c. refl. ohne sachl. Obj. α. mer sall sech net auszege bes mer dut es Neuw-Datzeroth, Verbr. — β. aus der Gunst fallen; du häscht dich bei mir ausgezuh bei mir hast du verspielt Marz-Saarhölzb. — d. durch A. entfernen. α. einem die Haare udgl. a. Allg. RA.: Du kreischt och bal de Uhre (Ohren) ausgezuh, hol dich in Ot (nimm dich in Acht)! Warnung. — β. Rüben auf dem Acker vereinzeln; de Rommele a. Wend-Ronnenbg, Waldbr-Lindenpütz. — e. technisch: den Stahl a., den Damaststahl mit Säure beizen Wuppergeb. (Eisenindustrie). — 2. intrans. a. die Wohnung, den Dienst verlassen, weggehen Malm-Emmels, Ahrw-Gelsd; dem et net passt, moss auszejen Koch-Laub; sich fortmachen Bitb-Mettend. — b. gar werden, sein, vom Heu, vom Brot; dat Brot is nit ausgezoh Saarl-Differten; dat Häi is osgezuchen Koch-Lutzerath. — c. bei dir zieht den Eisel (Esel) aus du bekommst schon graue Haare Saarbg-Serrig. be -ziehen: 1.a. mit einem Überzug versehen; die Bedder misse noch frisch bezoh were Hunsr, Allg.; de Möbele wore met grönem Plüsch bezoge MüEif, Allg. — b. den Himmel bezieht sich es kommen Wolken auf Trier, Allg. — 2.a. käuflich b.; wenn ich nore wisst, wo de de gure Wein her bezieht Simm, Allg.; he bezüg de Weng va Trier MüEif, Allg.; hierher auch: ich gläb, de mechst gere Schlä (Schläge) beziehe Simm-Laub. — b. eine Wohnung b.; he bezüch en neu Wonnung MüEif. — c. etwas auf sich b.; hä bezog dat op sich MüEif; du därfst dat nit op deich b. Simm. bei -ziehen: (an sich) heranziehen, anlehnen, von der Tür; de Flichten (Flügel) b. eigentl. u. sich davon machen Bitb-Wiersd; zög den Arsch bei! geh etwas rascher; hen hot den A. beigezogen ist beschämt davongegangen Trier-Karthaus; du die Der (Tür) besser beiziehe, et [Bd. 9, Sp. 780]
zieht Hunsr.durch -ziehen: 1. absol. eine Handlung beim Stricken Merz-Becking, Bitb-Kyllbgw, Prüm, May-MüMaif. — 2.a. durch die Zähne z., verleumden Bitb-Dudeld, Rheinb-Meckenh; ene dörchzege Meckenh. — b. verprügeln; de werd noch as ferm durchgezuchen Merz-Wadrill. — 3. nur Part. durchzuchen () Flesch, Speck durchwachsen Koch-Lutzerath. ein -ziehen: 1. trans. a. einen Balken udgl. e.; in usem Stall muss en nauer Balge ingezoh were Simm, Allg.; du haut (heute) noch am Zaun die paar Planke i. ebd.; en Dau e. eine beschädigte Fassdaube durch eine neue ersetzen Goar-Weiler; eine neue Scheibe ins Fenster e. Simm. — De Stuf get agezug die Stube wird neu gedielt Saarbg-Wichering. — b. einen Faden in eine Nadel e. Verbr. — c. de Buch (Bauch) e. MüEif, Allg. — d.α. Geld, Zens, en Fodderung e. MüEif, Verbr. nach dem Nhd. — β. Erkondigong e. ebd., ebenso. — e. zum Wehrdienst einberufen; wenn se mol gemustert sin, were se bal ingezoh Simm, Allg. nach dem Nhd. — 2. intrans. a. in ein Haus, eine Wohnung e.; die vorig Wuch sin die naue Leit ingezoh Simm, Allg. — b. in die (neue) Dienststelle e., beim Gesindewechsel Malm-Emmels, Ahrw-Gelsd. — c. vom Pflug; de Plouw zeiht se vil ean wühlt sich in den Boden Merz-Zwalb; der Pl. zeugt net äən greift nicht ein, rutscht über den B. Koch-Greimersbg, Wend-Marping. PfWB ent -ziehen: du moss bedenke, date alles, wate fottgis (-gibst), deng ege Kenger (Kinder) entzüchs wie nhd. MüEif. PfWB er -ziehen: 1.a. wie nhd.; änen e. sittl. u. geistig ausbilden Mosfrk, Allg. RA.: Fresser wäde erzoge, net gebore Düss-Stdt. Domm geburen, domm erzugen on dabei neischt gelihrt, dann soll ma noch ebbes wessen Trier-Wasserliesch. — Dazu wohl auch änen erzeihen prügeln Trier-Filsch. — Onerzuggen ungezogen Saarbg-Wellen. — b.α. durch Ziehen länger, grösser machen Bitb-Rittersd. — β. in die passende Lage bringen, etwa einen Kranken auf dem Krankenbett Bitb-Geichl. — 2. refl. a. azeg dich ewinnig! biete alle Kräfte auf Bitb-Hütting. — b. mit »lassen«. α. äne sich e. lossen sich zu einem tüchtigen Menschen bilden lassen Bitb-Rittersd. — β. ebbes sich e. lossen etwas sich ausdehnen, grösser werden lassen ebd. fort -ziehen: wegziehen, abwandern; die Familig is schun vor e paar Johr hie fortgezoh Simm, Allg.; et ziegt eweil ales fort an (in) de Staadt en op de Fabreken Bitb-Dudeld, Allg.ge -ziehen: gəzē ziehen können; ich g. det net es ist zu schwer für mich Siegld.her -ziehen: 1. trans. zu sich herziehen Allg. — 2. intrans. nach hier ziehen; die Leit sin vor zwei Johr hergezoh Simm, Allg. nach -ziehen: den (der Ochse) hot dat hinnescht Ben äwer nogezogen Wittl-Binsf, Verbr.; auch scherzh.: dat letzt Bän immer rasch nozehen! etwas mehr Beeilung! Trier-Karthaus.über -ziehen: 1. . a. einen, einem eine ü. Hiebe versetzen; de Schullehre hot dich mol wire iwergezoh Simm, Verbr. — b. die hannele alle Dag on ha än scho ewergezouwe (übers Ohr gehauen), wemmer noch gar net dra denkt Siegld. — 2. ; etwas (neu) ü., etwa einen verschlissenen Schirm, einen Wagen mit einer Plane, das Bett usf.; es Bett is frisch i. Saarbr-Sulzb, Allg.; auch der [Bd. 9, Sp. 781]
Himmel iwerzieht sich, bezieht sich ebd.; eine Wunde i. sich heilt oberflächl. Simm-Reich. PfWB um -ziehen: 1. trans. a. , etwas u., dass es stürzt Allg.; me kennt en Haus damat o. so stark ist der Gaul Bitb-Massholder. — b. , Räder u., Reifen aufziehen; he ömzüg de de Rader vam Wan Aden-Hümmel. — c. refl. et imzieht sich, der Himmel i. sich es, der Himmel bewölkt sich Goar-Weiler. — 2. intrans. von einer Dienststelle, Wohnung in die andere ziehen Verbr.; mir werden et Frehjohr an en aner Wohnek umziegen Bitb-Dudeld, Verbr. RA.: Dreimol omgezoge es aimol abgebrannt Kobl, Sieg. ver -ziehen: 1. trans. a. Rummele v. Rüben auf dem Acker vereinzeln Simm-Ebschd, Prüm-Olmschd, Neuw-Dierd. — b. schief ziehen (meist jedoch refl.); der hots Maul verzoh machte einen Schmollmund Kreuzn-Heddesh, Allg.; e hat en verzogen Schöller eine hohe, verwachsene Schulter Wittl-Neuerbg. — c. Kinder v., nicht richtig erziehen, verzärteln, verwöhnen Allg.; wat hon die de Bu verzoh, de micht grad, ware will Simm, Verbr.; e verzogene Put Bo, Allg.; en verzoənen, viəlwesigen (naseweiser) Bengel Gummb-Homburgisch. — De sät ke onverzoge (ungehöriges, widerwilliges) Wort Bo-Kessenich, Sieg-Ägid Rhönd. — d. refl. α. sich v., von Stoffen, Holz udgl.; de Stufft (Stoff) verzieht sich gere Simm, Allg.; die Ladde (Latten) hon sich durch de Rän (Regen) gonz v. ebd. RA.: De hat mit de Bän nass gelē (gelegen), die sin gonz verzoh (krumm) Saarbr-Krughütte. — β. wegziehen, schwinden; dat Gewidder v. sich Neuw-Dattenbg, Allg.; dat Gewelk (-wölk) v. sich Simm, Allg.; de Puddel (Pfuhl) bəzeiht sich versickert, wird trocken Merz-Saarhölzb; verzeh dich! geh weg! Saarl-Dilling. RA.: »O Gott, Gott, Gott, mingen Arsch« gackert das Huhn, wenn es ein Ei gelegt hat; »dat verzüg sech, dat v. sech« tröstet der Hahn Neuw-Asb. — 2. intrans. a. wegziehen, in eine andere Gegend od. Stellung; wässt dau, wann die vun hie verzoh sin? Simm, Verbr. — b. warten, verweilen, zögern Goar, Saarbr, Trier, Bernk, Daun; de mouss noch e bess'che v. Bernk-Neumag, Saarbr-Krughütte; e biss'che v. ausruhen, verschnaufen Merz-Oppen. PfWB vor -ziehen: 1. absol. einen Gegenstand v., vorrücken; de Kaste wille mer e biss'che v., dann gir et Platz genug Simm, Allg.; auch einen Wagen v., dass er günstiger zu stehen kommt. — 2. den Vorzug geben, einer Person, Sache, einem Rat; mer därf nit ä Kind de annere v. Simm, Allg.; er hor et vorgezoh, en nit se verklaə (-klagen) ebd. PfWB zu -ziehen: 1. absol. a. eine Tür, Vorhänge udgl. z. Allg. — b. den Hals z. α. zusammenziehen, von sticksigem Obst; die Bir (Birne) tüt den Hals tau Mettm-Velbert, Verbr. — β. dem wird de Hals zogezogen er wird wirtschaftl. hart bedrängt, weiss kaum noch aus u. ein Altk-Kötting. — 2. intrans. in eine Gegend z.; domols ware noch meh Leit zugezoh Simm. PfWB Zieh-am-Riemen, Zieh-amriemchen m. (n.): 1. eine alte Art von Schnupfdose aus Birkenrinde, deren Deckel durch ein Riemchen herausgezogen wurde Trier. — 2. Ziehharmonika Birkf, Saar, Kobl-Vallendar. Zieh-balg -baliχ Saarbr-Stdt m.: dass. 2. Zieh-beutel -będəl Bitb-NWeis m.: dass. Zieh-born [Bd. 9, Sp. 782]
-bōrə Simm-Laub m.: -brunnen. Zieh-dopp -dǫp Saarl-Bous m.: Kreisel. Zieh-gabel (s. S.) Goar-OWesel, Bo-Pützchen, Sieg, Siegld-Eisern Obersd f.: Gabel zum Auflockern des Heus. | |