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Rheinisches Wörterbuch 
 
zehren bis Zeich (Bd. 9, Sp. 736 bis 738)
 
  PfWB  ElsWB  LothWB zehren das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk, Mosfrk -ēr- [Merz, Saarbg, Trier-Ld, Bitb -īə-, –īă-]; Rip -:r-, –ē·ə.-, –ī·ə.- [kurköln. Neuw, Sieg-Ägid, uWupp, Köln-Stdt (u. -:-) -ę·r.-; n. Benr.-L. trə(n), –ē-, –ēə- [Barm -īă-] schw.: 1. als »verzehren« wenig gebräuchl. feiern, zechen, bei Festen, Begräbnissen; no de Dojenmiss word ant Sterfhüs getehrt Rees, Klev; t. gohn vom jährl. Ausflug der Nähschule, wobei die Spargroschen verzehrt wurden Mörs-Orsoy. — Dann noch in RA.: Wer sich ehrlich will ernähre, muss viel schaffe, wenig z. Simm-Horn. He tehrt va sin eige Fett es den Dass im Weinter MülhRuhr, Verbr.; vun der Alen ehrem Fett z. Köln; van (ut) den Rebben t. hungern Sol, Elbf. — 2. geläufig. a. trans. mager machen; dat tehrt an em; et send er te völ, die an sinem Geld t. Nfrk, Allg.; det Bare (Baden) zeahrt Siegld, Allg. RA.: Witte Win teəhrt, ruəde W. neəhrt Kref. Katzenhor z. deshalb sollen die Kinder nicht zu viel mit Katzen spielen Gummb-Homburgisch. Alldagsrock nährt, Fiərdagsrock tehrt MülhRuhr. — b. intrans. abmagern; he hät et T. die Schwindsucht NBerg; de ganze Famelje ös zehre Art Aach-Walh. — 3. übertr. trən. a. in höchster Eile laufen; den Hond tehrdne öwwer de Strot; Jong, wat dat Perd tehrdne; de Jonges tehrdne lans de Garden Mörs-Orsoy. — b. et Is tehrt es taut auf (auf dem Teiche; auf dem Boden gehrt et af) Heinsb-Breberen. — Abl.: die Tehrerei, dat Getehr Klevld (sonst kaum angewandt).

ab- zehren: nur Part.; wat süht der afgetehrt ut! mager, schlecht Gummb, Allg.; en seiht aus wei en afgeziehrde Katz Merz-Wadern.auf -zehren: et es alles opgetehrt

[Bd. 9, Sp. 737]
nach dem Nhd. Nfrk, dafür aber wie sonst mehr opgegeten.aus -zehren: durch die Schwindsucht abmagern Verbr.ver -zehren: 1. essen, bes. in einem Gasthaus; de weisst, an dem N. kann ich nit gut vorbeigehn, un wemmer do ingkehrt, muss mer ach ebbes v. Rhfrk, Allg. (in dieser Anwendung ist z. noch sehr geläufig). Besonders in RA.: Der Mann verdent, de Frau vertehrt Sol. Dat is met et Flötsche gewoune, met de Tromm (Trommel) vertehrt Heinsb. Mer muss nit mih v., als der Plog kann ernähre Köln-Stdt. Alles verzehrt vör singem End, git e richtig Testament ebd. Wer sech well ihrlich ernähren, de mott völl flecken on wennig v. Sol. Wo mer se Geld v., darsch mer och ens juze (jauchzen) Schleid-Glehn. Wer frih ufsteht, sei Gut (Sach) verzehrt; wer lang schleft, den Gott ernehrt Rhfrk. De Mond es e kleng Louch, de verzehrt Hus un Hoff Aach-Büsb, Ess-Steele. De Beddeler hat grad esou gut 333 Dag om (im) Johr zu v. wie de Kinnik (König) Prüm-Ihren. — De Struss v. Richtfest feiern Bo, Saarbg-Winchering (s. Wk. VII, 10, Richtfest); Kranz v. Feier zum Abschluss der Hochzeit Klevld. Den Bäu v. Erntefest Kref-Langst Kierst (veralt.); de leste Gärf v. Mörs-Labbeck; de kromme Erpel (Kartoffeln) v. Geld-Kapellen; de Dojekest v. nach schwerer Erkrankung Feier des Genesenen mit seinen Freunden Emmerich; de Haut v. Leichenschmaus (s. bei Fell) Saar, Trier, Wittl, Bitb, Prüm, Daun-Gees, Goar-Trechtingshsn, Eusk-Billig. — 2. durch eine Krankheit von Kräften gekommen sein; den hot awwer doch die Krankhät verzehrt Rhfrk.

Zehr tr Rees-Haldern Sg. t. m.: Feier, Zeche, etwa bei der Bauhebe.Ver -zehr: das Verzehren Rip, Nfrk. RA.: Fröhch en der Wehr (Arbeit), fr. em V. sagt der Langschläfer Dür.

zehr-achtig tēərətex Eup Adj.: schwindsüchtig. Zehr-frauchen trfrǫukə Klev n.: magere, abgezehrte Frau. PfWB zehr-frei Saarbg, Trier Adj.: wie nhd., in der Wend.: O, eich halen dich z. on maulsauwer! ich bezahl dir nichts. PfWB  ElsWB Zehr-geld (s. S.) Mosfrk, Rip, Nfrk n.: Reisegeld; meist in RA.: Gode Mot es half Z. Rip, Nfrk; g. Honger es h. Z. Dür-Girbelsr; got övverlat (-legt) es holf T. Kemp-Breyell. Ich wollt, ich hätt dausend Daler un e Maler (Malter) Z.! Bernk-Neumag. Je nödder (näher) bi de Herberg, je bänger för dem T. Gummb-Berghsn. Zehr-maden -d- Daun-Neroth 1860 Pl. t.: Mitesser im Gesicht. PfWB Zehr-pfennig Eif, Köln, Sol m.: wie nhd. RA.: Zo nem goden Hushalt gehören veer Penning, ne Zehrp., ne Nährp., ne Nutp. un ne Wehrpenning Köln, Eif. Zehr-plaster -:- MüEif, uWupp n.: Pflaster, das ein Geschwulst verzehrt od. verteilt. PfWB Zehr-wurm meist Pl. od. Dimin. Koch, Kobl, Westerw, Siegld, Waldbr, Sieg-Rhöndrf m.: Mitesser im Gesicht,

Ver-zehrer Jül, Ach, SNfrk m.: in der RA.: Noə ene Spärer kömmt ene V.; noə der Nährer k. der V. Aach-Merkst; na ne Verwēərder k. ene V. Kemp. Jong V., au (alte) Beddeler Heinsb.

Zehres ts:rəs, Pl. -əsə Rheinb-Flamersh MüEif, Bergh-Blatzh m.: 1. Schwindsüchtiger. — 2. de hät den Tehres die Schwindsucht Kref.

[Bd. 9, Sp. 738]

 PfWB Zehrung Sg. t. f.: 1.a. treŋ, in der Formel: ek häbb öm en betjen T. met op den Weg gegewe u. in der RA.: Me mott de T. no de Nähreng sette Mörs, Klev, Rees; T. metnemme Gummb. — b. tsērĭjən Verzehrung Bitb-Wiersd. — c. tsēriŋ, de letscht Z. die Sterbesakramente Saarl-Berus; Wegz. nach dem Nhd. verbr. — 2. tsīruŋ Schwindsucht Birkf-Herrst Idar; -ē- Kreuzn-Bretzenh Kirn, Saarl-Berus, Trier-Stdt; -:-, –ē·ə.-, –ī·ə.- Rip, Neuw, Altk-Hamm; troŋ, -reŋ, tēər- Nfrk; he (auch die Kuh) hät de Z., — es an der Z., — geht met der Z.; de ganze Famillij stirf an der Z. Rip, Allg. RA.: Den hät de etende T. er ist sehr gesund u. kann tüchtig essen Klevld, Kemp, — de freisse (fressende) Z. Aach-Stdt.

Aus- zehrung: Zehrung 2 Wend, Westerw, Siegld (ustsēăr Netphen), Köln,-Stdt Berg, RRip.

 PfWB Zehrungs-kosten tēruŋks- Gummb Pl. t.: Reisekosten.

Zei I tsę·i. = Kurzf. von Luzia (s. d.); Zei II tsę·i. für Susanne (s. d.); Zei III tsę·i. für Zäzilia (s. d.).
 
 
Zei IV tsę·i. (zu ndl. saai, mhd.  Lexer sei, frz. saie) Eup-Stdt Sg. t. m.: wollenes Garn (s. Sajett).
 
 
zei tsī: (s. zeisig) Bergh-Blatzh, tsē·ə.x Eup Adj.: leicht empfänglich für eine Krankheit.

Zeich -ęi- s. Zecke.