| PfWB ElsWB LothWB Wisch das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk -i-, –e-; Mosfrk -e- [Merz-Mettlach, WSaarbg, WTrier, WBitb auch -ø-; Saarl-Hostenb, Trier-Braunshsn -u-]; Siegld -e-, –ø-; n. der Entrundungslinie, auf Wüsch zurückgehend, wø Rip [uSieg, LRip auch wøž, wøy, –-] u. im Anschluss daran im SNfrk -- [WSelfk -y-; im Rip selten wei (< wi) Schleid-Heimb, Dür-Binsf Langerwehe Merzenich u. rechts der Ruhr NMaub Stdt, Aach-Kohlschd Würselen; -e- Altk-Birken, Schleid-Dreiborn, Jül-Barmen; im Berg, wo -ø-, aber -e- Barm, Mettm]; das Klevld dagegen hat we [-ē- NKemp, um Mörs-Neuk; -ei- Kemp, SGeld]; n. der /sLinie wes; Pl. -ə(n); Dimin. selten -əlχə(n), –kə, –skə m.: 1. Bündel. a. aus Stroh, kleinen Zweigen hergestellt; der Strühw., enen W. Strüh Handvoll Stroh, ein Band, das die Garben bindet; mit einem W. an einer Stange (Ovvew.) fegt man den Backofen aus, wischt man Töpfe, Tische, Stühle, den Estrich rein; en W. Gras, mit dem man Geschirr scheuert od. sich den dicken Schmutz von den Schuhen entfernt; zusammengedrehtes Stroh, das man samstags vor die Haustür legt, wenn geschrubbt ist, ebenso Ginster-, Tannenreiser, für de Schohn afzewöschen; Strohw. zum Ausfüllen einer Lücke in der Mauer, zum Feueranzünden Allg.; nen W. benne beim Bau eines Kohlenmeilers um den Mittelpfahl Reisig binden Siegld; die hant der W. utge steəke draussen an der Tür, zum Zeichen, dass im Hause eine Schankwirtschaft eröffnet ist Selfk; wenn der Sarg auf der Karre lag, wurde an den vier Ecken ein Wisch aus Stroh gelegt; nach der Beerdigung wurden die W.ə kreuzweise an einem bestimmten Ort gelegt SNfrk; kleines Strohbündel an einer Stange, als Verbotszeichen gegen das Betreten von Wiesen, Feldern (Wehrw.) Allg.; Warnungszeichen des Dachdeckers Allg. [ein W. auf dem Felde bedeutet, dass das F. verkauft werden soll May-Bell; Vogelscheuche Merz, Saarbg, Trier, Eittl, May] [Bd. 9, Sp. 583]
[urkdl. dar sall man eynen Wisch upstechen (auf das Schiff), also dat aat hoeltz veyl sij Köln 1370; einen Wisch uf seinen wagen stechen Rheinb-Mutschd 1622]. — Einzelhafergarbe, auf dem Felde stehend Bitb-Mettend, Schleid-Dreiborn; Ährenbüschel Rip; Flachsbündel, etwa 12 Hampele mit einem Strohseil zu einem W. gebunden Kemp, Geld; ein gehöriger Packen Gras, Klee, Heu, Stroh Allg.; Weihwedel Saarl-Berus; Wöschelche, Bartw. Bartpinsel Altk-Neitersen. — RA.: Dau kreis de W. ant (ins) Döppe (gestoch)! zu dem, der zu spät zum Essen kommt Mosfrk, Allg. (en de Hawe Saargeb.); enem de W. en et D. dohn Eusk-Billig; wer zo spät küt, fingk (findet) der W. em D. Köln. De hät en W. Strüəh em Kopp ist sehr dumm Altk-Birken. — Häs de och ene W. en der Botz (Hose)? zum rauchenden Buben Schleid-Hellenth. — b. im bes. α. ein W. Kräuter, Krautw., Palmw. in der Kirche auf Mariä Himmelfahrt od. Palmsonntag geweiht (s. d. W.); dazu Krirerwesch, Krürerwösch, Kruttwesch Siegld; aus dem Sieglder Wörterbuch: in Netphen nimmt man dazu Ähren von Korn, Hafer, Gerste, auch Weizen, u. fügt ihnen Wermut, Pfefferminz (s. Sennesblätter) u. einige andere Kräuter hinzu; die Körner der Ähren wurden dem Saatgut beigemengt; in Hainchen setzt man den Krautwisch zusammen aus Korn u. Hafer u. 7 od. 8 der folgenden Kräuter: Gickelchesblome (Eisenhut), roat Pärdskrutt (Weidenrös'chen), gäle Gnäbb (Rainfarn), Rengelroase (Ringelblume), Gnewwelauf (Knoblauch), Biwist (Beifuss), Blut Christi, Hartheu, Liebstöckel, Minze, Hemdknöpfchen (Schafgarbe), Gamander, Fetthenne u. Wermut; nach dem Kalben u. bei blutiger Milch, auch bei anderen Vieherkrankungen, kocht man etwas davon u. gibt es dem Vieh zu trinken; vielfach wird in den Weihbund ein etwa 20—25 cm langer Stengel vom Liebstöckel eingebunden; man lässt die Kinder bei Halskrankheiten damit die Milch einsaugen. RA.: De de W. en de Hänn (Händen) hat, sent sich Kobl. Rent et dem W. en dat Maul, werd de Hawer faul Zell-Mastershsn. — Da in den Krautwisch bes. Beifuss (Artemisia vulg.) gehört, nennt man auch diesen W. Saarbg-Hentern, Bitb-Dudeld, Daun-Stdt Tettschd, May-Trimbs; Rainfarn, Tanacetum Kobl-Sayn Vallendar. — β. rundes Kissen auf dem Kopf, zum Tragen von Kopflasten Saarl-Hüttersd (aus Gras geflochten), Rip, Grevbr, MGladb, Erk, Geilk, Sol. De Schöpp on de W. on dann nom Böüsch! Deutung des Beierns der Glocken Eusk-Dirmerzh. — γ. Wöschelchen Blütenkätzchen des Haselstrauches Neuw-Windhg. — δ. Löschblatt MGladb-Rheind. — c. übertr. α. sachl. αα. en W. Hor han ech em usgeropp Büschel Haare, Schleid-Blumenth, Sieg-Scheiderhöhe; wō Handvoll; ene W. Hore, Strüh Aach-Stdt; -u- Kref-Stdt, Kemp-Dülken. — ββ. verwirrtes Haar, Strubbelhaare Koch-Lutzerath, Neuw-Dattenbg, Köln-Longerich, Jül-Linnich, Eup (f.); ene met (bei) de W. krige Zell, Koch, Eup, Aach. — γγ. verächtl. amtl. Schriftstück, Schulzeugnis Allg., Steuerzettel, Protokollbescheid Bernk-Berglicht. — δδ. verächtl. Zunge [Bd. 9, Sp. 584]
Lennep-Hückeswg. — εε. Öse; W.ə on Krämpel Saarbr-Lauterb. — ζζ. Eier, die vom Wischtag (s. d.) an aufbewahrt werden; mer hunn schunns e goude W. beiənän Saarbg-Söst. — ηη. welle (wilder) W. Ackerminze Saarbg-Winchering; wölle Wöschbir Wildbirne, im Lauf der Zeit zu einer guten Vizbirne geworden Saarbg-Wellen. — β. persönl. verächtl. αα. ungehobelter Mensch Gummb-Nümbrecht; domme W., der sich alle Arbeit aufhalsen lässt MülhRh; Wöschken Unzuverlässiger; Wöschkeswerk Lehrlingsarbeit Kemp-Süchteln. — ββ. junges Fohlen Saarbr. — 2. Sg. t. das Wischen. a. in Wend.: En kölschen (kölnischen) W. donn (maken, haulen) oberflächlich schrubben, säubern Berg. Vam Döüsch (Tisch) op de W. vom Essen sofort zum Abort Bergh-Glessen, MGladb-Rheind, — nom W. Kref-Fischeln. E Küsske es mar e Wüschke hat nichts zu bedeuten Kref-Stdt. — b. Ohrfeige; en W. kreien, hier auch Pl. W.ə kr. Ahrw, Sieg, OBerg, Bergh-Grefr; enem en orntlijen W. mitgeəwen ihm die Meinung (durch die Blume) sagen; der hät en W. mitkriegen einen Denkzettel Gummb. Durch- wisch dūərwe Siegld m.: Durchgänger; einer, der sich gern umhertreibt u. allerhand Streiche verübt. Wisch- in der Zs. zu Wisch u. wischen: Wisch-bank afwe- Wuppert-Kronenbg f.: B. od. Tisch, worauf die geschliffenen Gegenstände geputzt werden. Wisch-blumen (s. S.) Koch, May Pl.: Bl. des Krautwischs. Wisch-brei Sieg, MülhRh, Wippf (wyəbrī Klüppelbg, Lennep-Radevormwald), Gummb-Berghsn Dieringhsn, Köln, Bergh m.: eine Art Rührei, mit Mehl u. Speck in der Pfanne bereitet, als Brotaufstrich dienend. Motter, wann der W. wupp, w., w. mackt, es der dann gar? Gummb-Berghsn. PfWB Wisch-gummi wes- Emmerich m.: Radiergummi. Wisch-haus wiəs Köln-Stdt (falls nicht zu altköln. wîghûs, wîches »Geräte-, Zeughaus«) n.: kleines Häus'chen. Wisch-heiligung wøheliŋ May-Ochtendung; -neŋ MüMaif f.: Krautweihe, Krautweihtag. Wisch-kleid (s. S.) n.: 1. Taschentuch NSiegld. — 2. Umschlagtuch der Frau, bis zur Hüfte reichend Eup-Stdt. Wisch-knecht (s. S.) wi- Geld m.: Kn. für alle Arbeit. Wisch-kraut (s. S.) n.: Kräuter für den Krautwisch. 1. Rainfarn, Tanacetum Trier-Clüsserath Trittenh, Bitb-Kyllbg, Neuw-Rheinbrohl Steinshardt. — 2. Beifuss, Artemisia vulg. Koch-Möntenich, May-Löf. — 3. Dost, Origanum vulg. Simm-Buch, Bernk-Berglicht. Wisch-länger wei- Kemp, Geld m.: Kind, das beim Flachsreffen die Flachsbündel hinzutrug; es erhielt als Lohn de W.längerschbotteramm, ein grosses, gut geschmiertes Butterbrot. PfWB Wisch-lappen (s. S.) Allg. m.: 1. Putzlappen. — 2. übertr. verächtl. Zunge Gummb-Bergneustdt, MülhRh-BGladb. PfWB Wisch-lump (s. S.) Rhfrk, Mosfrk m.: -lappen 1. Wisch-milch Gummb-Ründeroth f.: Buttermilch. Wisch-plack m.: 1. wei- Kopftuch der Frauen; Küchentuch Monsch-Rohren. — 2. wēplǫk übertr. verächtl. Schwätzer Kemp-Hüls. Wisch-rosen -rū:zə May-Wassenach Pl.: Malven. Wisch-schoss -ō:t Sol-Itter n.: Kasten mit Kalk od. Sägemehl, in dem die Messer geruddelt werden. Wisch-segnung wes:nuŋ [Bd. 9, Sp. 585]
May-Luxem; -niŋ MüMaif Stdt; -hē:nĭk Koch-Leyenkaul f.: Krautwischtag, Mariä Himmelfahrt. Wisch-sonntag -dāx Goar-Braunshorn; -zonəχ Aden-Borler m.: dass. Wisch-tag -dāx Saar, Simm-Buch, Mos, Neuw m.: dass.; Leiffraweschdag Merz-Saarhölzb. PfWB Wisch-tuch (s. S.) n.: 1. Aufnehmer, Putztuch. — 2. Taschentuch SSiegld-Johannld, OAltk, Wippf-Hürholz. PfWB Wisch-wasch wiwa Aach-Stdt (u. wiəwaə), Heinsb, Erk-Vossem; weəwaəs Klev m.: verächtl. leeres Geschwätz; dazu: Wischewascherei Sg. t. f. Unsinn; met ow W. Geld-Schravelen. Wisch-worr weswǫr Klev-Stdt m.: verächtl. ein Durcheinander. PfWB ElsWB LothWB Wischel weəl, Pl. -ələ Wittl-Platten m.: Krautwisch. | |