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Rheinisches Wörterbuch 
 
wirken bis wirkgeck (Bd. 9, Sp. 572 bis 575)
 
  PfWB  ElsWB  LothWB wirken das Wort ist allg., in der Bed. landschaftl. auf bestimmte Anwendungen beschränkt; -i-, –e- [-ę- uNahe; -ē- Hunsr; -ī- Bitb-Speicher; -ę- hier u. da Koch, Kobl, Neuw, Siegld; -ø- Monsch] schw.: 1. etwas w. a. nur technisch. α. den Teig w., aus dem fertigen Teig die Brote formen; zu dem Zwecke wird auf den Wirkdesch (Beit) W.mehl gestreut, um das Ankleben des Teigklumpens zu vermeiden; der Däg wird geknet (meist dafür gemach), abgewo un dann uf der Beit gewerkt Rhfrk, Mosfrk, Siegld, Berg, RRip, LRip in Aden, Ahrw, Eusk, Rheinb, Bo, Köln, Bergh, Dür. — β. an der Töpferscheibe arbeiten, Gefässe drehen; Grül onne rof w., — en de Hih w. Bitb-Speicher, Westerw, Dür-Langerwehe, Eup-Raeren. — γ. den Pferdehuf w., beschneiden u. raspeln Rhfrk, Saarbg, May, Siegld, Waldbr, Sieg, Ahrw, Schleid, Rheinb. — δ. Tau w., weben Kref,

[Bd. 9, Sp. 573]
Kemp; w. klöppeln Köln-Stdt; häsde denge Flass (Flachs) at (schon) gewerk (gewebt)? Sieg-Scheiderhöhe; dat Lingen (Leinen) würd gewirkt anders als gewöhnl. gewebt, etwa Figuren dreing. OBerg; gewirkt Doch Trier, Berg, Rip. — ε. so mauern, dass die äusseren Fugen hohl bleiben, um später die Schnittfugen auszuarbeiten (oəpə mure) Heinsb-Erpen. — b. in den vorhergehenden Geb. [mit Ausn. von aδ (Kref), ε (Heinsb)] fehlt die nhd. Bed.; selten hört man: der es alt früh am w. an der Arbeit OBerg, Verbr. im Geb. 1 a; gegenüber dem hauptsächl. Zeitw. für »arbeiten« schaffen im Rhfrk, Mosfrk, arbeiden daneben u. im berg., rip. Teil von 1 a hat ein lrip., snfrk. Geb. nach Wk. VII, 18 (schaffen) dafür werkə(n) in Malm, WSchleid, Monsch, Eup, Aach, Jül, Dür, Bergh, SNfrk (wobei im Selfk. ausschliessl. w. gilt, aber neben węrk auch arbēt, während sonst ärbeiden selten danebensteht); das Klevld hat w. u. arbeiən; mine Vatter wirkt op de Fabrik, — en der Gart; he werk got (flīsseg), — sech kapott (tebarschte), — op der Hongk, — an de Erd, — va Morgen bes Oəvend; der Maulwurf hät gewerkt; sech eropw. aus kleinen Verhältnissen heraufstreben; ich werk dich duət en labendig ich übertreffe dich durch meine Leistungen; sech en jet werke in Bedrängnis bringen (Schleid); sech erusw. durch Fleiss u. Umsicht seine wirtschaftl. Lage verbessern; sech erenw. sich ansässig machen; sech en Schold erenw. in Schulden stürzen; sich zwei Kanne Bier eregewerkt ha getrunken haben; sech derdurw.; drop- on derwiərw.; drüvverherw. Allg.; enem draw. ihn prügeln Heinsb-Kirchhv, MGladb, Kemp-Dülken; de kann sech jet drenw. viel verzehren; no wirkent ens jet! scherzh. greift zu beim Essen Rheydt; dat ös ēn Wirkes ein u. dieselbe Arbeit, es bleibt sich gleich SNfrk; die Kuh werkt op der (et) Läəger schafft die Nachgeburt heraus Dür-Poll, Jül-GrBoslar, Heinsb-Braunsr, MGladb, — op et Nodenge Geld-Straelen. RA.: De werkt we e agebonge (-bunden) Bies lässig Schleid-Reifferschd Hellenth, — ne a. Oss (Ochse) Heinsb, — en Schlav tüchtig; ich han w. mosse wie en Dier (Perd, Esel, Mulesel, Oss, Wouf »Wolf«) Allg. He kennt nicks wie w. on wöhle (on woəve »wolfen«) SNfrk. De (Faulpelz) sitt ger angere w., — hät et W. och net erfonge (-funden) Aach, Allg., — sech teəge (gegen) gewirkt Kref. Weə et W. kennt, deə scheut et ebd. Ich en werk ger, ävver des Morgens net en auch des Nommedes net, en ich well auch nāts ming Rauh ha aach, Verbr. De werkt sech gein Quäte (Schwielen) ounder jen Ärm Eup. Van et völl Werke gonnt de Perd kapott Heinsb, Allg. De werk för twee, — hongert (100) Kemp, Allg. Me mott beim W. et Beəne (Beten) net vergeəte MGladb, Erk. W. on Senge, dann lapps de dat Denge! SNfrk. Werk net möt de Häng (Händen) allēn, w. möm Kopp derbei; wells du vöran en der Welt, mak tou Fröng (Freunden) de twei! ebd. (o. O.). Met der Kopp w. grippt an, sät de Bur, du trocht der Oss et iərschte Mol den Plog Heinsb. We net werkt, soll och net eəte MGladb, Allg.; de wellt hane för te käue, mott et W. gar net scheue Eup. Wi enge käut, esu werkt heə auch Aach, Allg. Queəl dich

[Bd. 9, Sp. 574]
net, wer modden all w. för e Röckske on em Bröckske! für Kleidung u. Speise Viersen. Liəhr Latin, dann drenks de Win; wenn dou dat löts, dann mottste w., dat de schwetts! Kref. Lot de Peərd w., sät de Mönək, die habben Hofiseren onger! Geld-Leuth, Kref. Gott gekümt (gestöhnt) (üvverlet) es hauf (halb) gewerkt Aach, SNfrk. Kuf (schmeichle) der Geck, dann werkt he got! SNfrk. De werkt sech dut en er Nosskock (Nussschale) er kommt mit der Arbeit nicht voran Dür-Lucherbg. We sich d. w., wörd onger de Galg begrave Kemp-SPeter, — en de Schennskul b. Heinsb-Wassenbg. We ze ful es, für ze w., es net ze f. für ze denke der Träge trachtet danach, sich die Arbeit so bequem wie möglich zu machen Schleid-Heimb. Wij schon geht w., g. schmerig te Kerke Klevld, SNfrk. Wann et op et W. allēn aküm, dann wür de Esel riker äs de Möller Heinsb. Dät ös marr jet für der Prenz gewerkt vergebl. Arbeit Kemp. Wat mer des Mondes werkt, wörd ful MGladb, Erk, Aach. — 2. nach dem Nhd., oft in nhd. Lautung (-i- statt -e-), wirksam sein, helfen, nützen; bes. von Arzneien; die Melezie wirk (net); aber auch menge Bref hät noch nüs gewirk; su jet wirkt op de Wechter (Kinder), die net hüre welle Rip, Allg.; dies Lehnw. hat immer mehr baten (s. d.) verdrängt, wozu noch helfe u. nötze treten. — Abl.: die Wirkerei, dat Gewirk(s).

auf- wirken: 1.a. Teig wirken Saarbr. — b. den Pferdehuf beschneiden u. raspeln Simm-Kisselb. — 2.a. mit der Arbeit fertig machen Erk-Elmpt. — b. et werkt op es taut nach Frost Dinsl-Stdt. aus -wirken: 1.a. Teig a., formen Verbr. wie wirken 1 a α. — b. den Pferdehuf a., beschneiden Hunsr, Waldbr-Eckenhg. — c. ausarbeiten; de Mon (Mann) geht utw. arbeitet bei fremden Leuten; ich bön ut- on utgewerkt übermüdet SNfrk, Verbr. wie wirken 1 b. — 2. sich a., eine Wirkung zu Ende kommen lassen, nach dem Nhd. Allg. be -wirken: etwas (einen) b., bearbeiten; dat Flasslongk (-land) mott got bewerkt werden SNfrk, Verbr. wie wirken 1 b.durch -wirken: durcharbeiten; des Neit (Nacht) wörd duərgewerkt ebd.ver -wirken: 1. einen v., verprügeln; du kris se verwerk! Dür-Winden, Jül. — 2. sich v. a. sich krank arbeiten Eup. — b. sich jet v. tüchtig essen Aach-Stdt. zer -wirken: 1. ein Stück Schalenwild z., aufbrechen u. ausweiden, in der Sprache der Jäger. — 2. sich z., unaufhörlich arbeiten Verbr. wie wirken 1 b. zu -wirken: 1. das Brot z., fertig formen Sieg-Scheiderhöhe. — 2. den Krug z., fertig formen Westerw.

wirk-achtig werəkətex Eup; -ətiχ Aach, werksęitiχ Grevbr-Wickr Adj.: fleissig. PfWB Wirk-bank f.: 1.a. B., Tisch, worauf der Teig zu Brot geformt wird Kreuzn. — b. B., auf die der zu beschneidende Pferdehuf gestellt wird Dür-Birgel. — 2. B., auf der der Handwerker bei seiner Arbeit sitzt MüEif, Dür. Wirk-bar Bitb-Speicher, Westerw f.: Gefäss mit Lof aus Wasser u. Ton. Wirk-bär Geilk m.: (auch verächtl.) einer, der unaufhörlich, übermässig arbeitet. Wirk-barst -ba Dür-Hastenr; -bǫə Monsch m.: Aufsprung beim Brot. Wirk-bas Kemp m.: -bär. Wirk-beien werksbeə Geilk-Ütterath Pl.: Arbeitsbienen. Wirk-birnen

[Bd. 9, Sp. 575]
wīrəksbīrən Bitb Pl.: B.sorte, gut für die Branntweinbrennerei. PfWB  ElsWB  LothWB Wirk-brett (s. S.) Ottw-Elversbg, Simm, Zell-Pünderich, Altk m.: Tisch, auf dem der Teig zu Brot geformt wird. Wirk-bruder -brō:r Monsch-Zweifall m.: -bär. Wirk-bütte -byt (s. Beute) uWupp veralt., jetzt -dø f.: -brett. Wirk-buckse wirksboks (s. S.) SNfrk f.: Arbeitshose. PfWB  ElsWB Wirk-diel (s. S.) m.: 1. –brett Ottw-Stennw, Wend-Ausw, Simm-Laub, Zell-Blankenr. — 2. Bohlen, auf denen der Amboss befestigt ist Sieg-ODollend. Wirk-esel Dür, Jül, Aach, SNfrk (hier auch -ks-) m.: -bär. Wirk-eule -ȳ:l Grevbr-Allr f.: dass. Wirk-fehler -fəl- Monsch Pl.: et Bruət hat W. Aufsprünge. Wirk-ferken wirks- Geilk-Randerath n.: -bär. wirk-geck Jül-Rödingen dass.