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Rheinisches Wörterbuch 
 
Ge-wicht bis Wickenpeller (Bd. 9, Sp. 477 bis 479)
 
 Ge-wicht gəwīχt, –i-, –e-, –ēχ, –īət, –ei-; s. Lautung bei Gesicht Allg. n.: 1. Sg. t. a. wie nhd.; do krit mer si G. net Rip, Allg.; sin Ferken op G. brengen, dat versteht der Gummb, Allg.; et licht G. 99 Pfd. Bitb-NWeis; ich hatt ene Zentner gekof, on wie ich nowog, hatt ich ach (8) Pond Övverg.; he kreg et Ö. on fēl en de Bach Rip, Allg. RA.: Mōss on G. küt vür et jöngste Gerich Eusk-Billig, Aden-Hümmel, Kobl-Bendrf. Wo kä G. es, es a kä Wo (Waage) Saarbr-Sulzb. — b. Wellenschlag auf dem Rheine Rheinschiff. — 2. mit Pl. -tər (u. wie Sg.). a. Gewichtstein Allg. RA.: He hät Keiner (Kinder) es igesatt G. so

[Bd. 9, Sp. 478]
zahlreich MülhRuhr. — b. Gespinst aus Flachs od. Hanf Birkf-Baumholder, Ottw-Lautenb 1834.

Ge-wicht-stein Allg. m.: wie nhd.

 PfWB  ElsWB wichtig -i-, –e- in nhd. Lautung Allg. Adj.: nach dem Nhd.; dat es net w.; es dat dann su w.; en w.ə Sach; ene w.ə Mann; e w. Gesech mache, opsetze; w. dohn; sech (jet) w. mache (dohn) (ene W.mächer) Rip, Allg.; de markiert ger der W.ə Kref; e w. Höppke der sich viel einbildet Geld; den hät för twei Penneng W. ist nicht recht gescheit Geld-Weeze.

ge- wichtig: dat es en g.ə Sach Siegld.
 
 
Wichtel das Wort, mit dem Wichelter zu vergl. ist, ist als wiχtəl, Pl. -ələ(n) Rip vereinz. in Malm-Mürring, Aden-Lind, Ahrw-Sinzig, Neuw-Erpel Kasb Ohlenbg, Sieg-ODollend Rhönd verbr. m.: 1. Sperber, Edelhabicht, Turmfalke [grosse Eule Sieg-ODollend]. — 2. abseits Rufn. für einen Hund Geilk-Stdt. — Der Buchfink singt: Sech (sieh), s., s., häste mine Greite nit gesehn. — Su, s., s., do sitt se im Wichtelnbusch! NBerg.

Wichtelchen s. o. bei Wicht; wichtig s. o. bei Ge-wicht.

Wick I -i-, –e- = Weide, salix s. Weide II; Wick II -i- = Abweichung s. Wich; Wick III -i-, –e- s. Wicke; Wick IV -i- = Docht s. Wieke II.

wick I -i-, –e- = weit (s. d.).
 
 
 PfWB wick II, wicke: 1. in Reimen u. ablautenden Verbr. Leinewewen, L., wick, wick, mach de Knuaden (Knoten) net ze dick, loss dat Scheffels lafen; haut (heute) e Batzen, mur (morgen) e B., Sonndig kumme mer drenken! Merz-Losh. Schneiler, Schn., wick de wack, schneid de Katz de Uhre ab! Neuw-Dernb. Ai, zwai, dräjj, wicke, wacke, wäjj; wicke, wacke, wicke, wacke, mainst, ech kenn ken zwanzig zeahln, zw. stoh schoă do! Siegld. — 2. in Neckn. Wickewacke für die von Kreuzn-Bockenau Durchroth Kirn Schweppenhsn Seesb Sponh Staudernh, Meis-Kirnsultb, Saarbr-Arnual SJohann, Ottw-Stennw Wiebelsk, Trier-Heidenbg (Wickewacken). Darbr, D. (Arnual) W. mit de bräde Hinnerbacken! Saarbricker W. mit de krumme Arschbacken! Bockenaer W. met de därre A., grosse Schissele un neist drin, der Deiwel mag in Bockenau sin! Kärner (Kirn) W. met de dicke A., mit de därre Suhle, de Deiwel sol se huhle!

Wicke I = Kurzf. für Wilhelm (s. d.).
 
 
 PfWB  ElsWB  LothWB Wicke II wigə Sg. u. Pl. (s. auch wickeln) Siegld-Eisern Freudenbg NDielfen Obersd f.: Wipp-, Brettschaukel.

Wick-bock Siegld m.: Spottn. Schnirer W.! für den Schneider. Wick-bruch -gəbrōx Siegld-NDielfen m.: Bruchstelle in der Wiese. Wick-sterzchen wekstętskə Rheydt n.: weisse Bachstelze. Wick-tau wikətǫu Kref: im Spottr. auf den Weber: Weəver, W., W., wat de Mann verdennt, verfrett de Frau.

wicken -ig- Siegld (s. o.) schw.: 1. einen, sich w., schaukeln. — 2. intrans. schwanken. — Abl.: die Wickerei, dat Gewicke.
 
 
Wicke III Allg. wik, –e- [WTrier, WBitb auch -ø-; Siegld, OAltk, Berg ö. Ürd.-L. -kə], Pl. Rhfrk, Mosfrk -gə(n), sonst -kə(n) f.: 1. wie nhd., Arten

[Bd. 9, Sp. 479]
von Vicia; welde W. Vicia sepium Koch, Aden, Geld; de Vugelsw. im Gegens. zu der Feldw., Vicia sativa, die man mit Hafer durcheinandersät, als Grünfutter. RA.: W. (Vogelw.) un Rod (Kornrade) sein känes armen Manns Schod (Schaden); awwer Dort (Trespe) un Rassel (Knöterich) soll jerer hasse Bernk-Malborn. Loss de W.ə, we se gesieht (gesät) sen! ändern ist hier von Übel Dür-Langerwehe. Vun de W.ə gen de Kih deck Saarbg. Hawer en W., do fure (futtern) de Bure de Perd met deck Rees-Elten. Sich aus (dorch) de W.ə mache s. aus dem Staube machen; aus (dorch) de W.ə gehn Rhfrk, Saar, Trier; der es en de W.ən gegangen Berg. — Jö, jö, Perdche, zo Kölle op dem Märtche steht e Malder Haver, dat sall dat P. lade; do steht e Malder W.ə, dat sall dat P. schlecke, schl., schl.! Dür. Heio P.; P. no der Möllen; P. drog e Föllen; et Föllen drog en Malder W.ən, dat soll me klei Kendchen schl., schl., schl.! Schleid-Berk. — 2. übertr. a. um das Langeisen der Wassermühle gedrehter alter Wollstrumpf, der Verlust von Mahlgut verhüten soll Bernk-Rhaunen. — b. scherzh. Nasenpopel Neuw-Unkel.

Wicken-feld, Wickenfutter (wek- MüEif, Sol), Wickenkamp, Wickenklee (Kleeart Saarl-Betting), Wickenpeller (Neckn. derer von Aden-Üdelhf),