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Rheinisches Wörterbuch 
 
Ware I bis Wärl (Bd. 9, Sp. 259 bis 261)
 
  PfWB  ElsWB  LothWB Ware I das Wort ist allg., u. zwar wā(r) [- älter Hunsr, jünger -ā-; –ă-, –ə- Saarbg, Trier, Wittl, Bitb; -ūə- WSaarbg, Klevld neben -ā-] Sg. t. f.: 1.a. die Einzelware u. Waren; gut, schlecht, alt, nau (frisch), verdorb W., Schundw. Rhfrk, Allg.; dat es ken W. schlechtes Zeug; der hät k. W.; ene Korf met W. Rip, Allg. RA.: Met einem ömgonn, äs wann he gein W. wör Sol. Wie de W., su et Bar (bares Geld) Köln-Stdt. Iərsch et Geld, on dann de W. Monsch. Derno de W., d. et Geld u. demno et Geld, d. de W. Rip, Allg. Wu de W. wend, w. et G. je nach Mass u. Gewicht der bedungenen W. wird Zahlung geleistet Prüm-Mürlenb, Ahrw. Gou W. lüəst Feinds G. auch der Feind kauft bei dem, der gute W. liefert Aach-Stdt. Got W. lof sich selfs Köln-Stdt. De W. redd nit, ävver der Kriemer ebd. Bur pack an, ding W. wird nass mache Schluss Rip. Mädchere sen ken W., womet mer fel geht; de moss mer söke losse Dür-Gürzenich. En jeder lof sing eige W. Ruhr, Berg. Der hot W. for sei Geld wer eine üppige Frau hat Rhfrk. Met schön Woot kammer schlechte W. verkoufe Köln-Stdt. Ne schlechte Kaufmann, de sing W. verāch Köln. An der beste W. deiht mer der beste Kouf ebd. Mat göuder W. as käner verluər Saarbg-Wellen. Er es met seiner W. of der hoch Schul hat hohe Preise Birkf. Wick (weit) vun singer W. es noh bei singem Schade die Ware verlangt Aufsicht Köln-Stdt. — b. besondere Ware; Nürnberger W. Spielwaren für Kinder, nicht dauerhaft gemachtes Gerät; dat ös N. W., dreimol gebacken on noch net gar Sieg, MülhRh, Sol; eərde W. Töpferware Siegld (erə), Rip, Berg, Ruhr; stene W. dass. SNfrk, Eup, Mörs, Westerw (Stenewarschkremmer); Eətesw. W. zum Essen Nfrk; Essensw. Rip; da's Feinds W. wertvolle Sache, Geld, was gerne gestohlen wird Kemp. — 2. übertr. dat es krakende W. verächtl. eine gebrechliche Person Klev.

Ware II, Wäre = Gerstenkorn am Auge s. bei Warr; Warel = Wagen (s. d.); waren -ā- s. warten.
 
 
Warf I verstreut Kobl, Rip, SNfrk, Klevld; Lautung s. unten; zu ahd. warb, as. hwarf, mhd.  Lexer warp, mnd. warf, werf »Drehung, Wendung, sich um- u.

[Bd. 9, Sp. 260]
durcheinanderbewegende Menge, kreisförmiger Platz, Kampfplatz, Gerichtsstätte«, eine Abl. zu mhd.  Lexer wërben »sich in einer Kreislinie, um eine Achse bewegen«; vgl. Werb II; m.: 1. Gerät. war(ə)f (Pl. nicht gebräuchl.) Sensenstiel, Sensenw. mit Teller (oberes blattartiges Ende) u. dem Hamm (aufrechtstehendes Eisen der Klinge zur Befestigung am W.) Sieg, MülhRh, uWupp, Erk-Bellinghv (-ā-) Örath, Kemp-Vorst; -ę- Bernk-Merschd, Sieg-Fussh Scheiderhöhe, Rheinb-Hilberath Wald, Bo-GrauRheind, Dür, MGladb-Mülfort, Mörs-Neuk, Klev-Üdem. — 2. warf Sg. t. n. a. Rheinwerft Mos, Kobl, Sieg, Bo; sonst węrəf. RA.: Et Wasser steiht im am W. er ist sehr betrübt Köln. — b. gemauerter Wiesenabhang May. [Urkdl.: in circulo, quod warf (kreisförm. Platz beim gerichtlichen Zweikampf) dicitur Köln 1169; inde sall der scholtiss den warff machen dun Prüm-Rommersh 1298; und sal der grefe antworten in den warff MüMayf 1372; in eyme gemessen warve (Kampfplatz) Köln XIV; eynen warff (kreisförm. Festplatz) uff dem Marte machen dun Trier 1460].

Ge-wärbe n.: 1. jəwęrf Sensenstiel Heinsb-Erpen. — 2. γəwarf Kettenwirbel Dinsl-Aldenr.
 
 
Warf II zu werfen; es begegnet -rp südl. der Dorf/Dorp-Linie; warəp, –ę-, –ǫ-, P. -pən f. Prüm, Malm-Grüffl; -ōə- Bitb-Wallend; -īə- Rittersd; -ē- Mettend; -a- m. Gummb-Berghsn: ein vier od. fünf Ellen langes viereckiges Holzgestell, dessen beide Endpfosten mit je zehn Holzzähnen versehen sind, über die das Webegarn erst in einzelnen Lagen aufgespannt u. dann auf den Webebaum aufgezogen wird, u. seltener Sg. t. der Aufzug selbst, das auf die W. od. den Webstuhl aufgezogene Garn; wārf m. das auf den Webebaum aufgebaumte Zettelgarn, in das der Einschlag hineingewebt wird Siegld [-u- OSchelden Trupb]; en W. aschlohn Bitb; en Warp (f.) Doch das in einem Jahr gewebte Leinen, 20-30 m Trier-Fell Mehring, Bergh, Dür. RA.: En hot en W. opgezogen er ist träge Bitb-Wallend. Hen os op de W. hänge bliven er hat gross angefangen, aber ist nicht ausgekommen Malm-Grüffl; auch wen nu net genog Oschlag hat, de bleift op de W. h.

Warf-krone warəpkru·ŋ. Malm-Grüffl f.: Garnhaspel, auf die 10 Wandrode = 10  6 Ellen gehen.

warfen I -ērb- Bitb-Mettend, Wittl-Binsf schw.: auf der Krung (s. Warfkrone) die Leinfädenreihen fertigstellen zur Anbringung auf den Webstuhl.

warfen II s. werfen.

wärgeln s. folg.
 
 
wargen das Wort, im Abl. zu würgen, wirgeln, wurgeln, ist vereinz. im Westerw in Neuw-Datzeroth; Abl. gehen weiter in Neuw, Sieg, May, Kobl, Goar, Zell schw.: würgen; wer gierig isst, wargt alles ronner; eine Vorhaltung wargt man r., weil man nicht zu widersprechen wagt. — Abl.: die Wargerei, dat Gewarg(s).

Warg-sack ebd. m.: verächtl. gieriger Mensch, Geizhals.

 PfWB Wargel 1. m. -a·r.j-, Pl. -ələ Malm-Emmels Riss im Holz. — 2. wę·r.jəlχə n. Teigrolle Kobl-Stdt.

[Bd. 9, Sp. 261]

wärgelig wę·r.jəlĭjən Bitb-Geichl Adv.: ganz plötzlich, unerwartet.

 PfWB wärgeln -a- Neuw-Datzeroth; -ę- Sieg, Neuw, May, Kobl, Goar, Koch, Zell-Senh Trarb schw.: 1. unordentl., sinnlos arbeiten, zerren. — 2. einen Strick drehen Sol 1870. — Abl.: die Wärgel(er)ei, dat Gewärgel(s) (s. u.).

an- wärgeln: -a-, ein schlecht umgelegtes Halstuch es angewargelt; schlecht angezogene Kinder sen a.

Ge-wärgel(s) gəwę·r.jəl(ts) Verbr. wie wärgeln Sg. t. n.: verächtl. 1. das Wärgeln. — 2. Getümmel, Getriebe, Gedränge, Durcheinander, meist von Menschen; e gruss G.

 PfWB Wärgel-holz Zell-Trarb, Kobl-Moselweiss Stdt n.: Teigrolle, doch s. Wälger. Wärgel-knüppel -eb- Zell m. Binde-, Windeknebel.

wargig -a- Neuw-Datzeroth Adj.: hastig, gierig schlingend beim Essen.

Wark I = Werg (s. d.); Wark II = Werk III (s. d.); warken = aus Werg bestehend s. wirken.
 
 
Wärl, Wärdel (zu dieser Gruppe vgl. Warre, Warren) Verbr. bes. WMosfrk, kurköln. Neuw, Sieg, u. zwar wrl,- –ēə-, wl, –īə-, Pl. -lən Trier-Bonerath, Bitb-Speicher, kurköln. Neuw, Altk-Burglahr Maulsb OLahr Witthecke, Sieg-Eudenb Hanfmühle Lichtenbg Süchterschd Uckerath Westerhsn, Bo-Godesbg Muffend NHoltorf; wāl Geilk-Scherpenseel; -a- Aach-Strass; -ę- Geilk-Stdt, Wippf-Hahnenbg; wīărl Merz-Saarhölzb, Saarbg-Ayl Canzem Ockfen OEmmel Schoden; -īă-, –ēă- Trier-Crettnach Gutw Irsch Kernschd Lampaden Mesenich Orenhf Tarforst Waldw Zemmer; -- Bitb-Speicher, u. wie krəl, m:rəl, krdəl, m:rdəl »Kerl, Merle« wīrəl Trier-Gutw; Bitb-Fliessem; -- Trier-Stdt; -a- Bitb-Ferschw; w(:)rdəl, ē-, –·ă.-, –ēă-, –ī-, –īă- Merz-Britten, Saarbg-NLeuken Serrig, Trier, Wittl, Bernk-Lösnich Zelting, Bitb, Prüm-Olmschd [-- Bitb-Outschd; wērdəl Wittl-OKail; -dən Trier-Ittel; wīăwəl Saarbg-Hentern; m:dəl Bitb-Biesd Bickend Stdt Wiersd], Pl. -əln m., f.: Gerstenkorn am Auge.