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Rheinisches Wörterbuch 
 
Waise bis Wäl I (Bd. 9, Sp. 205 bis 206)
 
  PfWB Waise mdl. dafür en verstorwen Kend, doch ist Waisekend aus dem Nhd. wohl in Gebrauch; man sagt auch et hät ken Elder mih [Wett f. (s. Witte) Monsch] m.: nach dem Nhd.; de Ärme en Waise Insassen des Josephinen-Instituts, die früher Leichenzüge begleiteten Aach-Stdt. Dat sönd ärm W.ə Kinder, die von den Eltern vernachlässigt werden ebd.

 PfWB  ElsWB Waisen-bube -boup Birkf-Herrst m.: verwaister Knabe. PfWB  ElsWB  LothWB Waisen-haus (s. S.) n.: nach dem Nhd. Allg. PfWB  ElsWB  LothWB Waisen-kind (s. S.) geläufig n.: nach dem Nhd.; so Waisekinn (Pl.) muss mer dauere, die immer unner frimme Leit sein misse Hunsr, Allg. — mädchen Birkf-Herrst n.: verwaistes M. Waisen-mutter Saarbr-Sulzb f.: die dem Vormundschaftsgericht beigegebene Frau, die die Vorschläge zur Ernennung des Vormundes zu machen hat. Waisen-put wēzəpūt, –pytjə Emmerich m. (n.): im W.haus untergebrachtes W.kind. PfWB Waisen-rat -ā- Hunsr, Bitb-Dahlem m.: behördl. bestellte Person (in jedem Ort mindestens ein Mann), die vom Vormundschaftsgericht in W.angelegenheiten gehört u. beauftragt wird. PfWB  ElsWB Waisen-vater -fadər Saarbr, Ottw, Birkf, Bernk-Mülh m.: dass.

 PfWB ver-waisen meist nur Part. fərwęist, –ę·i.- (u. -ē:- Eup) schw.: nach dem Nhd.

Waj I wā = grosser Kolk s. Wade II; Waj II wā = Zugnetz s. Wade III; Waj III wai = Weide I (s. d.).

Wak -ā- = grosser Stein s. Wacken.
 
 
wak -ā- Grevbr-Wickr Schallw.: den Ruf der Gänse, Enten nachahmend; auch wackwack.
 
 
Wake -ā- Kref-Anr f.: der frühere Graben um Anrath, jetzt angefüllt u. mit Gras bewachsen.
 
 
Wäke das Wort, mit dem Wacken, Wocken, Weck, Wieke auch begriffl. zu vergleichen sind, ist LRip in Eusk-Kommern, Rheinb-Wald, Bergh-Blatzh, Jül-Calr, Neuss-Heckhv u. SNfrk in MGladb-Mülfort bezeugt, u. zwar wk, –ə-, Pl. -kə f.: Pack, Bündel Heu.

wakeln -ā:- s. wackeln; Wakelter, -ä- s. Wacholder; Waken -ā- = grosser Stein s. Wacken.
 
 
wäken vereinz. May-Kehrig -- schw.: die Wand mit Lehm bewerfen.

[Bd. 9, Sp. 206]

wal I -ā- s. wohl.
 
 
wal II -ā- [vgl. wan] Kref-Stdt Adj.: wackelig, schwankend.

Wal I -ā- = Wiege s. Wale; Wal II -ā- = Wallung s. unter wallen II; Wal III -ā:- = Gerstenkorn am Auge s. Warre.

Wäl I -- = Heidelbeere s. Wäle;