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Rheinisches Wörterbuch 
 
Sump bis sumpern (Bd. 8, Sp. 993 bis 995)
 
  PfWB  ElsWB Sump das Wort, mit dem Simpel zu vergleichen ist, ist allg., u. zwar Rhfrk sump, –o-, Pl. -i-, –e-; Mosfrk zomp, Pl. -e-; sonst -o-, Pl. -ø- [Pl. zømpə, –y- Berg; sembə, –ø- OAltk, Siegld] [zōmp, Pl. -- Elbf, Mörs; zoump, Pl. -øympə Sol, Lennep, Mettm; Köln-Stdt, WSelfk, MülhRuhr -u-, Pl. -y-; Monsch-Witzerath zouəmp, Pl. -øyə-] m.: 1. nhd. Sumpf, morastige Stelle im Gelände, auf der Wiese, im Acker, in einer Schlucht, auch ein von Menschenhand gegrabener Pfuhl od. Weiher kann ene S. sein, wenn er verschlammt u. mit Schilf bewachsen ist. RA.: Em S. steche bleiwen übertr. nicht vorankommen, nicht

[Bd. 8, Sp. 994]
mehr aus der Verlegenheit herauskommen Trier. — Weess de net, wo Kälich (Köln-Keldenich) lit? K. lit em Sömpche, wo all die schün (nette) Mädcher möt all die wīsse Strömpcher Neckspr., ebenso Köln-Puhl Stommeln, Dür-Birgel OBolh. De Müllemer (Eusk-Mülh) am Sömpche met de wīsse Str., de Wechtriger (Wichterich) en de Kul met der Babbelsmul, de Elveniger om Berg met de decke Bälg.2.a. tiefste Stelle im Schacht; da der S. stets noch etwas tiefer liegt als die letzte Sohle, sammelt sich in ihm viel Grundwasser, das durch den Elevator in das Sammelbassin der tiefsten Sohle gedrückt wird; Bassin, in dem sich das Röschenwasser sammelt, in der Bergmspr. Allg. — b. Bachtümpel Geilk-Randerath. — c. Senkung im Boden, ohne den Charakter eines Sumpfes (s. Simpel) Bergh-Hüchelhv. — d. Thürer S. Neckn. für May-Thür. — e. in der Wend.: Jet S. mache etwas erledigen, fertig machen Sieg-Eudenb.

Sump-arsch m.: Thürer S.ärsch Neckn. für die von May-Thür. Sump-blume (s. S.) Simm-Argenrath f.: 1. Sauerklee, Oxalis. — 2. Sumpfdotterblume Saarbr-Stdt. Sump-bodem (s. S.) Allg. (mehr sumpije Bodem) m.: wie nhd. Sump-distel Kobl-Kettig f.: eine Distelart. Sump-klee Wend-Berschw, Kreuzn-Strombg m.: Sauerklee, Oxalis. Sump-land (s. S.) Allg. (mehr sumpig L.) n.: wie nhd. PfWB  LothWB Sump-loch (s. S.) Allg. n.: sumpfige Senkung im Gelände. Sump-meise -mī:skə Elbf n.: wie nhd. Sump-stück (s. S.) Allg. (mehr sumpig St.) n.: sumpfiges Feld. Sump-weide (s. S.) Klevld, Selfk, Sol-Höhschd f.: -wiese. PfWB Sump-wiese (s. S.) Allg. (mehr sumpije W.) f.: wie nhd.

Sumpch sombχ, Pl. -χə OMosfrk in Siegld, Altk-Hellert n.: nasse, sumpfige Stelle.

Ge-sümpe -zemp WMosfrk in Saarl Sg. t. n.: sumpfiges Land.

 PfWB  ElsWB  LothWB Sumpen -omb- Sg. u. Pl. an der Saar in Saarbr, Ottw, Saarl, Merz-Erbring; -oump- NBerg in Sol, Remschd m.: Sump 1. RA.: Er seifzt grad, wie wann en Kuh den Fouss aus em S. ziehjt Saarl-Berus. Wess du och, wo Korschebrok (MGladb-Korschenbr) ligg? K. ligg in de Sompen; all de Mädcher hant ene Mann, on ech krigg noch ke Stömpken.

 PfWB sumpen -o- LRi pin Köln-Frechen Widdersdorf schw.: ausgestochene Tonmasse s., in Gruben bringen, wo man ihr eine ausgiebige Feuchtigkeit zusetzt, sie knetet und wendet, bis sie dann rīf (reif) ist für die Töpferei.

ver- sumpen: -omb- nhd. versumpfen Trier-Stdt.

 PfWB  ElsWB  LothWB sumpig Allg. [-ø- RRip; -y- Düss-Gerresh; -øy- Sol] Adj.: sumpfig, morastig; s. Land; en s. Stöck.
 
 
Sümpatie Rhfrk, Mosfrk sembadī, –dī:  u.  [scherzh. səmbəl- Saarbr]; Rip sem-, tsem-, tsimpatī: [-te·i. uWupp]; Nfrk tsempatī:, sem- [tsempərtī: Kemp. Geld; sempərdī: Geilk-Immend; sēmpate·i. Mörs-Neuk; senpatī: Mettm-Haan] Sg. t. f.: unter Besprechen, Bestreichen ausgeübte Krankenbehandlung, von Personen, bes. Frauen ausgeführt, die an diese Heilwirkung unbedingt glauben müssen u. die ihr Verfahren geheimhalten u. es nur sehr vertrauenswürdigen vererben, meist veralt., aber noch hier u. da geübt; die al Frau verdrifft de Ping (Pein)

[Bd. 8, Sp. 995]
met S.; S. för Tongkpinn (Zahnpein) on Brand; dat ös en Stöck ut de S. usf. Allg.

sumpen I s. o. bei Sump.
 
 
sumpen II schw.: 1.a. et zompt es dröhnt Mosfrk in Bitb-Mettend; sompə, de Uhr s. mich ich habe Ohrensausen Klevld in Geld. — b. sompə, um einer Kleinigkeit willen u. aus Eigensinn anhaltend weinen, von Kindern; en gej leggt hier te s. en dor te s. Klevld in Klev, Geld, Mörs-Sonsbeck, Emmerich; zu- MGladb-Viersen; -ø- Heinsb-Kirchhv; s. auch zimpen. — 2. zombən ein Nickerchen halten WMosfrk in Saarbg-Köllig. — Abl.: die Somperei, dat Gesomp.

ent- sumpen: ein Nickerchen halten; hen as entsompt Saarbg-Köllig.

Sump -o- Emmerich; -ø- Heinsb-Kirchhv Sg. t. m.: in der Wend.: De S. antrecke anfangen zu weinen.

Sump-kläppe -klęp Geld-Weeze f.: verächtl. viel weinendes Kind.

sumpchen -ombχ- Altk-Betzd schw.: still vor sich hin weinen.

sumpern -u- Heinsb-Millen schw.: in der Verb. ungesumperte Kerls ungehobelte Kerle.