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Rheinisches Wörterbuch 
 
suggeln bis Sul I (Bd. 8, Sp. 985 bis 986)
 
  PfWB  ElsWB  LothWB suggeln, süggeln das Wort, eine ablautende Intensivbildung zu sûgen »saugen«, ist Rhfrk, Mosfrk, Siegld, LRip in Malm, uAhr, Jül, Eup-Lonzen, RRip, Berg, Ruhr Verbr., und zwar Rhfrk, Mosfrk -ug- (-uk-) [-o- WWend, Ottw, Saarbr-Quierschd, Saarl, Merz-Erbring]; sonst -uk- [uAhr, Jül, Sieg, Mettm -ug-; Altk-Püschd, Wissen, Malm-Vith -ok-; Neuw-Asb Etschd, Waldbr-Denkl Eckenhg, uWupp, Sol, Mettm-Langenbg -yk-; Kreuzn-Stdt Windesh Langenlonsh Seibersb, Baumholder, Saarbr-Fürstenhsn Sulzb, Saarl-Bous, Merz-Bachem Bergen Becking (-o-) Merching (-ū-) Zwalb, Saarbg-Stdt, Trier-Fell, Mettnich, Bitb-Ehlenz, Prüm-Waxw, Kobl-Ehrenbreitst Sayn Stdt, Neuw-Isengb, Ahrw-Sinzig, Siegld-FreierGrund, Simm-Dichtelb Klosterkumbd Liebshsn, Goar-Steeg Wiebelsh tsug-; Ottw-Landsw Welschb Wustw tsog-; Sieg-Scheiderhöhe, Gummb-Brück Dümmlinghsn tsuk-; Sieg-Süchterschd, Gummb-Rospe, Lennep-Langenbusch tsyk-; MülhRuhr zug-; Rees-Drevenack -ø-] schw.: 1. in kleinen Zügen saugen, bes. von Kindern, an der Brust, am Schnuller, am Daumen, an Zuckersteinchen; das Mark aus den Knochen saugen, Saft aus Stengeln udgl. s., etwas durch einen Strohhalm s.; Wein s., behaglich trinken; der Schnäkert do hat schunn meh wie e halb Pund Hunnig gesukkelt; heit ze Da losst sich käner meh 's Blut vun de Blutichele s. Saarbr, Allg. RA.: De suckelt (trinkt so langsam) wie en verstoppde Abdrett Kobl. Eich s. noch än trink mir noch einen Saarbr. Den es so arm, dat en de Fenger suckelt Merz. Dat sückelte an zwei Kühen un es doch bloəss en Oəsse er ist ein Dummkopf trotz aller Versuche, ihn zu bilden Waldbr-Eckenhg. Se s. all an em nützen ihn aus Wend. Düsen Wengter kunnen me am Hölzchen s. haben nichts zu essen Gummb-Wiehl. De hät Hoər (so wirr), mer mant, de Meis hätten dren gesuckelt Koch-Leienkaul. — 2. -yg-, den hammer gesüggelt ihm im Spiel alle Klicker abgewonnen; der es g. May-Ochtendung. — Abl.: die Suggel(er)ei, dat Gesuggel(s), der Suggeler.

 PfWB ab- suggeln, ab- süggeln: etwas a., absaugen Allg. PfWB auf -suggeln, auf -süggeln: etwas a.,

[Bd. 8, Sp. 986]
aufsaugen Allg.aus -suggeln, aus -süggeln: 1. etwas a., z. B. Eier aussaugen Allg. RA.: Mer männt, dem hätt der Guguck de Arsch ausgesuckelt, so schlahn dem die Buckse um de Bän erum Saarbr-Krughütte. — 2. das Feld es usgesuckelt ausgemergelt Altk. ein -suggeln, ein -süggeln: -yg- langsam einschlafen, von Kindern Düss-Stdt.

 PfWB  LothWB Suggel -əl, Pl. -ələn m.: 1. -uk- Schnuller der kl. Kinder Gummb-Bergneustdt; -yk- Neuw-Asb. — 2.a. -ug- f. grosses Mutterschwein Wittl-Binsf. — b. -uk- f. Kosen. für kleine Ziege Mettm-Langenbg. — c. sugəlχə, Pl. -χər n. weisse Taubnessel, Lamium album Ottw-Stdt Wiesb, Saarbr-Kölln Stdt, Baumholder; -o- Wend-Winterb.

 PfWB Suggel-blume -ug- Siegld-Kromb Pl.: Geissblatt, Lonicera. Suggel-dole -ug- Birkf f.: Sickerdole, zur Entwässerung. Suggel-kraut sugəlχəs- Ottw-Neunk n.: Wiesenschaumkraut, Cardamine prat. Suggel-tierchen zukəldī·ə.rkən Barm n.: Kosewort f. kl. Kind. Suggel-wurz zugəlworts Kobl-Vallendar m.: Süssholzwurzel.

Süggelse zyχəlsə (o. O.) f.: Geissblatt.

Suhn -ū-, –ūə- = Sohn (s. d.).
 
 
Suhne 1. vereinz. Heinsb-Karken 1880 zuən Sg. t. f. in der Wend.: En de S. sin versöhnl. sein; sid er wer met de Famillie en de S.?2. nach ndl. zoen »Kuss« zun, Pl. -nə, Demin. zuntjə Kuss Rees-Elten, zunt Geld-Schravelen.

Suhn-weh zonwe·i. Merz-Mettlach 1900 Sg. t. n.: Unrecht, Schaden, Unfug, bes. von Kindern (zu sühnendes Weh).
 
 
sühnen schw.: nur vereinz. -ē-, sich v., versöhnen; Versehnung (u. -ī-) feiern; onversihnlich (u. -ē-) Trier-Stdt; er hot sich gesūnt sich beruhigt SONeuw; enγəzȳn unordentl., unsauber Emmerich.

süht -y- = er sieht s. bei sehen.
 
 
Suidbert wībərt(əs), we- m.: der hl. Suidbertus, bes. verehrt um Düsseldorf-Kaiserswerth. RA.: Wenn et rennt (regnet) op Schweberteskest (Reliquienschrein des hl. S.), dann gewen et Röbe (Rüben) ganz gewess Düss-Serm.

Suite s. Schwitte; Suitier s. ebd.

Suj zūĭ = Spülküche s. Sode; Süjen -yĭ- = Süden (s. d.).

süken I -ȳ:-, –ȳ- = suchen (s. d.).
 
 
süken II, suken < sûken, Intensivum zu sûgen »saugen«, im Selfk zūkə, hę zykt, Prät. zūək, Part. jəzǫəkə Heinsb-Breberen Millen Lümb; Klevld -u- Geld-Straelen; -y- Klev-Kranenbg Schottheide st.: saugen. RA.: Zu Kindern, die mit zur Stadt reisen wollen: de mutt de Kreim (Mutterschwein) s.!

Suk-stengel Heinsb-Breberen m.: verächtl. irdene Mutzpfeife.

Sul I -ū:- Eckpfosten, Schwelle s. Säule;