| PfWB ElsWB stump II das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk -u-, –o-; sonst -o- [Monsch-Witzerath Strauch -ouə-; NBerg (neben -o-), Ruhr -ou-; Mörs -ō-] [im Rhfrk, Mosfrk mehr stompig, Rip, Nfrk daneben stupp; s. auch butt] Adj.: 1.a. nicht mehr scharf, von Schneidewerkzeugen Allg. RA.: Dat Messer es so st. wie en Sech Rhfrk (s. weiter bei Messer), — en Kont (Gesäss) Mörs, — on Orschloch Goar-Weiler. Wonn e Bauer fahre (pflügen) will un hat e st.ə Plug un wenig Fuder dehäm, do hat er Kreiz genug Saarbr-Ludw (s. weiter bei Pflug). — b. von den Zähnen, mit dem Gefühl, als ob sie st. u. damit untaugl. zum Beissen u. Kauen seien; entstehend durch den Einfluss von Säuren, die den Schmelz angreifen; st.ə Zihn Rhfrk, Allg. (neben schleh). RA.: De schwätzt e Geschärr, do kinnt mer st.ə Zihn krieə Rhfrk. Fründliche Wööt (Worte) mache de Zäng nit stump Köln-Stdt (s. weiter [Bd. 8, Sp. 929]
bei Zahn). — c. abgestumpft, von Natur od. durch Gebrauch, abgenutzt, altersschwach; et st.ə Eng (Ende) vam Ei Rip, Allg., den st.ən Tomp Mörs; de st.ə Tore eine Turmruine bei Bernk-Hinzerath; achter et st.ə Hüske Gassenname in Emmerich; en st.ən Winkel wie nhd. Gummb, Allg. (in Gummb für 1 a schleh, 1 b stupp); ene st.ə Bessem abgenutzter B. Rip, Allg.; der st.ə Besem die Monstranz in der Teufelssprache der Volkssage Bitb, Prüm; en st. Fraumensch kleines, dickes, unverheiratetes altes Mädchen Koch-Lutzerath; stümp Häng Hände mit kurzen, dicken Fingern Eusk. RA.: Dat sieht so st. aus, wie en Hund ohne Schwanz wenn ein Gegenstand keine Verzierung od. keinen richtigen Abschluss hat Simm-Laub. Wammer Geld brauch, kann mer sich de Bän st.läfen (laufen) Saarl, Allg. — 2. Adv. a. st. för de Füt (Füsse) alle der Reihe nach; st. för de F., min Döchter send all gut ihre Verheiratung erfolgt genau dem Alter nach; st. för de Fut die Kartoffeln gleichmässig in der Reihe von links nach rechts auf dem Acker wegnehmen n. Ruhr, Mörs. — b. st. am Enn plötzlich zu Ende; et war st. am Enn wie de Perschider (Goar-Perschd) Huchset Simm. — c. der Wein schmeckt st. fade Goar-ODiebach. stump-ab (s. S.) WMosfrk, Sieg-Ägid Adv.: et gäht lo st. ohne viele Umstände, viel Aufhebens, nicht in der gebührenden Weise. stump-aus Prüm Adv.: plötzlich, unvermittelt, unerwartet aufhörend. RA.: St. wie et Amt em Karfreideg etwa von einer ganz plötzlich endenden Festlichkeit, Predigt. Eine Freundschaft ist nach einem Zwischenfall op emol st. PfWB ElsWB LothWB Stump das Rhfrk hat -umbə (s. Stumpen); im übrigen Geb. allg., und zwar Mosfrk -omp, Pl. -e-; Rip, Berg -o-, Pl. -ø-, selten -ompə(n); OBerg -ømpə [Monsch-Witzerath Strauch -ouəmp, Pl. -øyə-; NBerg neben -o- auch -oump, Pl. -ømpə, –øy-; Eup, Selfk -u-, Pl. -y-; sonst SNfrk -o-, meist Pl. -ompə, dies auch Aach-Ld.; Klevld -o-, Pl. -ø-; Demin. -embχə(n), –ømpχə(n) –pkə m.: 1. sachl. a. Arm-, Bein-, Zahnst.; das stumpfe Ende des Eies; Baumst., Überbleibsel d. gefällten Bäume in der Erde, der St. van dem Bom; die Stelle an einem Baum, wo die Krone abgestutzt ist; jedes Stück an einem Ding, das als Rest beim Stutzen, Schneiden stehen bleibt; Stömp kurz geschnittene Haare; Stompe bei Kindern das Haar, so lange es so kurz ist, dass es nicht geflochten od. gebunden werden kann Aach-Bardenbg; das stumpfe Ende der Garbe, unteres Ende der Strohhalme; Reststück, breites Ende z. B. ene St. van ner Kerz, — Wursch, e Stömpche W., ene Kerzest. (e Lichtstempche of em Profittche Kobl-Stdt); verkohltes Ende des Dochts; ne St. Besem verschlissener Reiserbesen; ene St. (e Stömpche) van ner Zigar, ene Zigarest.; ene St. (van nem) Bleistef, Greffel; ein oben geschlossener Sack hat an jeder Seite en St., an dem man anfassen kann; dann jedes abgetrennte Stück, ene grusse St., e klen Stömpche, z. B. ene St. Brut (Holz); schneck net su grusse Stömp die Kartoffeln in gr. Stücke; kurzer Schwanz eines Tieres, bes. auch kupierter Schw. Allg. RA.: Stömp döppe beim Roden eines Waldes die vom Oberholz bereits befreiten Wurzelstöcke [Bd. 8, Sp. 930]
ohne die Wurzeln, die dicht an der Erde mit der Axt durchgehauen werden, aus der Erde nehmen kurköln. Neuw. Suə domm wie ene St. Hot (Holz) Geilk-Brachelen. En Mann rodd en St. us, e let (liess) de St. stohn on nom et Louch (Loch) möt? ein Mann, der im Rodland hackt und ein Bedürfnis verrichtet Sieg-ODollend; et gong en Mann heanig (hinter) et Haus on wurf en St. aus on broicht et Loch meat ham? May-Trimbs. Fest op de Stemp schlohn fest dreschen Bitb-Dudeld; du häs de St.ə stonn geloəte nicht kahl gemäht Neuss, Schleid. De schleht noch met ene St. Worsch no en Si Speck Aach-Breinig; du bes kene St. W. wert; mer han nur noch (ken) Stömpche Brut em Hus Rip, Allg.; gene St. krigste! rein gar nichts Nfrk. De Get (Geiss) well och ene lange Start habben on löppt ävvel noch möt et Stömpke SNfrk, Rip; dem wieəsst (wächst) der Bart wie der Hippe der St. Gummb; der es te dumm, mem Hecke (Ziege) te danzen, wann e den St. in den Fengern hat Wippf; di kümmb et Hittestömpchen hingen rut! der Hemdzipfel aus der zerrissenen Hose Gummb. Kummen all de Hären met den groten Scheren, schniən der Katze den Stump aff Kinderreim Gummb. — He es op de St. gelope, — hat mich fies op de St. lope lote von der vergebl. Bemühung Grevbr, MGladb, Bergh, Lennep-Radevormwald; do wor ech op enen St. getreənen (getreten) hatte mich vergebl. bemüht Kref; die Mädchen riə (reiten) noch op en Stömpke sind noch ohne Schatz, unverheiratet MGladb-Rheind; nu kanns du op den St. ruken (riechen)! hast das Nachsehen Gummb-Schwarzenbergisch. Eine beleibte Person es guət em St. Sol-Leichl; he hät et (de Kükelcher, ‘Küchlein’) at all em St. aufgegessen Gummb-Berghsn. Wer war das? scherzh. Antw.: Aul (alter) Schnider vam St.ə Elbf. — Met St. on Still; do es kei St. noch Still üvverig blevve Rip, Allg.; met Stöcker on St.ə Heinsb; met Start (Sterz) on St.; kene St. noch Start rein nichts; mer hant dervan kenne Start noch St. miəh em Hus SNfrk, Rip; mat Komp on St. Mosfrk, Allg.; Romps on Stomps Birkf; et Hus ös rubbelstomp op verbrannt Sieg-Süchterschd; bei dir es nuər alles St. on Stuss (Stoss) du bist rauh in deinem Benehmen Ahrw-Remagen. — b. (im folg. örtl. beschränkt) Peitschenstiel, auch Schmeckenst. Wittl-Bruch, Prüm, Monsch, Ahrw, Sieg, Grevbr; Flegelrute May. — c. abgekniffener Hufnagel, meist Hufst. Prüm, Rip, Nfrk. RA.: Ek lot min noch liewer de Kont (Gesäss) voll Stömp (Hufst.) haue! ehe ich das tun würde Klev. — d. Pfeifenkopf, meist Pfiffest. Siegld. — Stempche irdene, schwarz angerauchte Tabakspfeife mit abgebrochenem Stiel, Mutzpf. Simm, Mosfrk, Bo-Dransd, Heinsb-Millen. — e. verächtl. verkrüppelter, nicht voranwachsender Baum Sieg. — f. derber Knüppel Siegld-Weidenau. — g. der Teil des Schornsteins, der aus dem Dach ragt Kref-Anr. — h. Ende der Peitschenschnur, woran die Knallkordel befestigt ist Bergh, Kref, Mörs, Goar-Brey. — i. Stömp Pl. Gartenmöhre, bes. beliebt de hollesse (holländischen) St., de Lobbericker St. SNfrk, Jül, Dür; gel St. Sieg-Fussh. — k. lange St. verächtl. [Bd. 8, Sp. 931]
lange Finger Kref-Lank; et Stömpche die Fingerspitze Sieg-Bellinghsn, Düss; et Stömpche kleiner Finger Dür-Stdt, Mörs-Repelen; kurze, dicke Nase Allg. — l. Kohlstrunk Mos in Trier, Bernk Zelting. — m. kl. Brot aus den Teigresten Monsch-Strauch, Bergh-Kerpen; kurze, dicke Wurst MülhRh, Düss-Rating, Neuss-Kaarst, Emmerich. — n. ein nur halb gefüllter Sack Siegld, Altk; kurzer, dicker gefüllter Sack Saarl-Berus, Saarbg-Wellen; en St. Mehl Sack mit 30—40 Pfd. Mehl Wittl-Meerf. — o. breites, kurzes Feld, das wie ein Rest einer früher grösseren Parzelle erscheint Mosfrk, Aden-Virnebg, Gummb-Marienhg. — p. kurzes, bauchiges Gefäss Wend-Dörenb (-omp, nicht -bə); ein Gläschen Branntwein Aach-Alsd Bardenbg Merkst. — q. Oberschenkel des Schlachttieres u. Fleischstück aus diesem Bollen Daun, Altk, Rip, Gummb-Nümbrecht; Speckseite Kemp. — r. brotförm. Kuchen Rheinb-Meckenh. — s. dicke Erdscholle beim Pflügen; doə lige St.ə op wie Bruər (Brote) MGladb-Helenabrunn; decke St.ə dicke Hagelkörner Kemp-Breyell. — Rest eines abgegessenen Apfels (Birne) Heinsb-Bocket; em ale St. im alten Licht, im letzten Mondviertel Siegld-OSetzen. — t. Beinling des Strumpfes, auch Hosest. Saarbg, Trier, Daun, Prüm, Aden, Barm; kurzer, warmer Männerrock, schwerer Frauenunterrock (auch Stempchen u. Ennerst.) Saarl, Saarbg, Trier, Wittl, Bernk, Bitb, Prüm. — u. Stimpche kleine Sichel Kobl-Winning. — v. Rest im Glase, Sack, in der Flasche, in der Tabakspfeife, überhaupt der Rest eines Nahrungs- od. Futtermittels Mosfrk, Siegld-oFerndorft u. im Netphegeb., Rip; dererscht werd de St. vu gester Owend, gedronk, ehr mer de voll Flasch ofmachen; et stäht jo nach e St. en der Tass; et es noch e Stempchen en der T., em Deppen; et (Kind) micht e St. Mosfrk, Allg. (s. o.); dat Stempche Grombiere lo sollt er mer abkafe; St. Mehl, Salz, Froch (ansehnl. Teilinhalt eines Sackes); Satz am Boden, von Flüssigkeiten, bes. von Kaffee, auch Kaffist. Mosfrk, OBerg; Arbeitsrest, vom Ackerstück Saarl-KlNalb. RA.: Mer muss et bos op de St. ausdronken ein Leid, die Folgen eines Tuns vollständig bis zur Neige ertragen Prüm. Op der St. bis auf das letzte Stück, zum Schluss, am Ende, zu guter Letzt; de Ale musse op de St. dock (oft) fir de Konner (Kinder) sorgen Prüm, Schleid-Hellenth. — w. e Stempche (Jonge) eine Schar zu allerlei Streichen aufgelegter Jungen; do es der e recht St. zesome Siegld-OSchelden. — x.α. Nachteil an Ruf od. Vermögen; den dreht en dichtige St. dervan; et wier e St. fir de ganz Famillig WBitb, Prüm-Mürlenb. — β. Stömp Hiebe Kemp. — 2. persönl. a. oft verächtl. kleine, untersetzte, kräftige Person; e kläner St., e klän Stempche; dat as e feste St.; e ormer St. kl., verwachsener Mensch Mosfrk, Allg. — b. Kosewort für kleines Kind; ene ardige St. häste do; du meng lef (säss) Stömpche (so meist in der Anrede); och, meng ärm Stömpche Rip, Allg. (Stömpelche Wippf). RA.: En de Lompe treck mer de Stompe (die kleinen Kinder) Sieg-ODollend. Die Mutter zum Kinde: Du ärm kle Stömpche kris och e Klömpche [Bd. 8, Sp. 932]
(Zuckerklümpchen)! RRip. Das Glück wünschende Kind: Ich ben e klei Stümpche, ich lecke gern e Klümpche, mutt mich nit uslache, op et Johr well ich et besser mache! Köln, Rip. On all die klein Stömpkes lofe op de Strömpkes! aus einem Kinderreim Düss-Benr. Wetts de och, wo Korschebrok (MGladb-Korschenbroich) lick? K. l. en de Sompen; all de Mädcher hant ene Mann, on ech krig noch ke Stömpke! MGladb. — c. verächtl. ene St. van (e) Perd alte Schindmähre; ene alde St. Klev, Mörs. — d. Rufn. für einen männl. Hund Aach-Merkst. Stump in den Zs. zu Stump, Stumpen (Rhfrk), stumpen: PfWB ElsWB Stump-acks -ompaks m.: verächtl. 1. steifer, unwissender Mensch Kobl; Unwissender, Ungelehrter Malm-Vith, Aach, Ess; Tölpel Eup. — 2. Kaffeesatz Prüm-Steffeln 1880. Stump-arsch Kobl-Kapellen m.: verächtl. schwanzloses Huhn. PfWB Stump-axt -umbags Kreuzn-Monzing f.: A. u. Hammer kombiniert. Stump-besem m.: 1. -ompbęzəm abgenutzter Besen, Besenstumpf Dür-Rölsd. — 2. -bęisəm! Ruf hinter einen Fastnachtsnarren Aach-Stdt. Stump-eisen (s. S.) Kobl, Neuw n.: Stossmesser, zum Zerkleinern der Runkeln. Stump-ende (s. S.) Rip, Rees n.: Stammende des gefällten Baumes; E. des Halmes, Strohbauschs. Stump-fass Daun-Schönb n.: Stossbutterfass. Stump-henke -hęŋk Westerw f.: Krug mit gebrochenem Ohr. Stump-horn (s. S.) Kreuzn, Trier-Neuhütten n.: 1. Stumpf eines abgestossenen Tierhorns. — 2. übertr. Trier mit einem solchen Horn. Stump-hosen -ǫ- Siegld Pl.: lederne, auch noch einen Teil des Fussrückens bedeckende Gamaschen, die der Hammerschmied früher zum Schutze gegen die umhersprühenden Funken trug; sie wurden hinten am Bein mit mehreren Schnallen geschlossen. Stump-huhn Goar-Nörtershsn, Wittl-Gipperath m.: verächtl. schwanzloses Huhn. Stump-knödel -īəd- Saarbg-Tetting m.: Kartoffelklösse. Stump-korn -ər Monsch-Witzerath n.: Getreide (Roggen), das mit der Ährenseite sich ganz unten im Stumpf befindet. Stump-kuchen (s. S.) Altk (-mbə- Crottorf Freusbg), Waldbr, Bo m.: K. aus gestampften Kartoffeln u. saurer Milch, Kost nach dem Ausdrusch. Stump-manes -pəmā:nəs (-hermann) Sieg-ODollend m.: verächtl. Knirps. Stump-mine -mīn Mayf f.: Sprengmine, zum Sprengen der Steine am Boden. PfWB ElsWB LothWB Stump-nase , Stump-näs-chen Allg. f. (n.): wie nhd. Stump-ohr (s. S.) Saarbr-Sulzb, Trier-Waldrach, Bernk-Hottenb, Koch-Kaisersesch, Kref n.: Schwein mit kurzen od. verschnittenen Ohren. Stump-peter -pitər Sieg-ODollend m.: St., Klatschmatthes, St., Kl.! Begleitvers zu den Hammerschlägen des Schmiedes. Stump-sack -ā- Bernk-Dhron m.: verächtl. kleiner, dicker Kerl. stump-satt -umbə- Saarbr Adj.: völlig gesättigt. | |