| NRhWB PfWB ElsWB LothWB Stuhl das Wort ist allg., u. zwar -ū-, –ōu-, –ū:, –ō:, –o·u.-, –ǫ·u.-, –u·ə., –ou- [Mörs -u-, Pl. -y-], Pl. -ī-, –ēi-, –ī:-, –ē:-, –:-, –y·ə.-, –øy- [Klevld auch -ȳlts], Demin. -īlχə(n), –lən, –ø·l.(s)kə, –yltjə usf. m.: 1. wie nhd., mit Bein (Stempel, Stalen, Stickel), Sitz (Brett), Lehne (Rücken) [im OBerg Stalen, u. zwar twei Vüdder- u. twei Hingerst.; die Rückenlehne besteht aus der Koppschwing, der Middelschw. (Tong »Zunge«) u. der Grongdschw. (Gr.zarg), wie man auch die Schwingen Zargen nennt), im Gegens. zur Bank (Sedel), zum Sessel (Prätter, –ö-), Schabellchen ‘Fussbank’; ene vier-, dreistempelige St.; s. auch Bauren-, Rohr-, Stuvven-, Köchen-, Kirchen-, Nachts-, Melk- (Streich-), Bed-, Beicht-, Sorgen-, Altvater-, Predigt-, Schusterst.; s. ferner Web-, Dach-, Klockenst.; ene gruəte St. Lehnstuhl, Sessel Selfk; en länje St. dass. Emmerich; engelsche St. mit Rohrsitz Gummb; dat Stihlche = Kinnerst. u. Schämel ‘niedriger St., Fussbank’ Rhfrk, Allg.; setz mir es ene St. dar Rip, Allg.; dohn mi ens den St. OBerg, NBerg; hollt üch jet Stohls! nehmen Sie Platz! Mü-Eif; röck (rötsch) noch jet möt dem St.; op de St. wiggele (wibbele) unruhig darauf sitzen Rip, Allg., — schörge Kemp. RA.: En e Krankezemmer darf genne St. stoəhn ein langwährender Besuch ist nicht ratsam Heinsb. Wenn de Gecke opstönnt, do falle de Stöhl öm der Dumme hat keinen Anstand Aach-Stdt. De Stohl brennt em onger dem Arsch er sitzt dort voller Ungeduld Elbf, Verbr. Wemmer neist äss on neist zerröss, dann hätt mer gleich e gelle (goldenen) St., wu mer drop säss wäre man bald reich Trier-Karths. Der Narr hät sebbe Männcher on sebbe Stöhlcher em Kopp Bo-Küdinghv. Sech ne St. söke ein Unterkommen [Bd. 8, Sp. 918]
suchen Schleid-Hellenth. En dem sei Kopp läft äner rem un fend kä Stehlche er ist nicht recht gescheit Goar-Alken. Stühl on Bänk sette Vorbereitungen treffen zu einem Fest im Hause Geld. Ech well och sähn (sehen), wo de letzte St. hingestallt werd gesagt, wenn man bei einem Unternehmen nichts mehr zu tun hat, aber doch dessen Ausgang abwarten will, um zu sehen, wie die Sache ausläuft Neuw, Verbr. Fridag setz dem Sonndag de St. Freitagswetter ist Sonntagswetter Schleid-Hellenth. Setz dich jet, morn kreije mer Stöhl! scherzh. Aufforderung, doch Platz zu nehmen Sieg; schmiss (dohn) dech däll, ovvenoppen hammer noch Stöhl Sülzt; setz dich, son de Birger, denn stelle se em ke St. dor! Prüm-Ringhuscheid. Wenn ein Kind alle St. besetzt findet, hält man ihm den aufrechten Daumen hin; komm her, he es noch kener rafgefalle! Jül, Allg. Soll ech üch ene St. brenge? ruft man auf der Strasse stehenden Klatschweibern zu Rip, Allg. Die Glocken von Trier-StMatthias läuten: breng de St.! um Trier. Äm de St. vir de Diər sezen ihn hinausweisen Bitb. Allg. Sech ene St. e jen Hömmel verdenge ein Werk der Nächstenliebe verrichten Aach, Allg. — Dat bruckste net ochter Stöhl on Bänk te stelle nicht zu verheimlichen Selfk, Kemp, Aach. Ehr hat Lim (Leim) an de Stöhl! gesagt, wenn man sich unbeabsichtigt lange bei jemand aufgehalten hat Düss-Stdt. Setz en Krat (Kröte) op ene golde Stohl, se höpp doch widder in der Pohl (Pfuhl) Art kann nicht von Art Köln-Stdt, Aach-Stdt (Fröusch »Frosch«). Ber sich of zwien Stöhl setzt, s. sich ger dernewe Koch, May, — fällt g. durch May-Trimbs, — sette well, fällt tössen (zwischen) beijen in de Ass (Asche) Klev, Mörs, — fällt dückes (oft) midden der tüsche Mühlh-Ruhr. Op unbetahlten Stühlen setten, deht nich gutt es ist nicht zu empfehlen, einen Haushalt mit unbezahlten Möbeln zu beginnen Gummb. Die träge Frau huckt sich ufs Stihlche Saarbr. Of dem St. elo as en Hund breckt (verreckt) sagt ein stets verlierender Kartenspieler Trier-Mehring. Petter om Stohl (Petri Stuhlfeier) höppt der Frösch en de Pohl Frühlingsbeginn Altk. Blif bi den Stöhlen! bleib in der Nähe Gummb-Dieringhsn. Van boəvə kannste dra föule, unger steit et tenger (gegen) de St. op! zu dem, der übermässig gegessen hat Heinsb-Millen. De kütt en e gesesse Stöhlche (gesatzte St.) heiratet gut ein Köln, Bo. Hen es met twei Stühl en den Dreck gefahre ist mit seinen Plänen hereingefallen Geld. He lit der ganze Dag üvver Stöhl un Bänk geht nicht aus dem Hause Köln; wenn de Katz us dem Hus es, danze de Müs övver St. on Bänk Jül, Verbr. Dat stek ek onder gen St. of Bank das kann ich nicht verbergen Emmerich. Dat moss mer net onger St. un Bänk stösse nicht so achtlos behandeln Aach, Eusk-Dirmerzh. Der Stubenhocker kreit de leiwe lange Dag den Orsch net vum St. op Merz; van enem St. op de angere rötsche nirgends bleiben Schleid. Em is ener vam Stölche gefalle ist nicht recht gescheit MülhRh. De kann nit zo Stohl kumme nicht sesshaft, bei einer Sache nicht schlüssig werden Köln u. Trier-Stdt. Der hät sich zwische zwien Stöhl (en der Dreck) gesatzt Schleid, Allg.; er föhlt sich be en Laus zw. zwei Stöhl May. — [Bd. 8, Sp. 919]
Im Kindersp.: aus Binsen flechten die Kinder Stöhlcher (Katzest.) Rip, Allg. Stehlchen spielen wobei ein hockendes Kind ein anderes auf seinen Schoss nimmt Wittl-Meerf. St. verlor! ruft der beim Verstecksp. Suchende, sobald er einen findet Wend-Pfeffelb. — Im Kinderld.: Stöhl un Bänk, die wollte sech schloən, N. gangk dertösche stoən; doə koəm ene Piernig (Wurm) ut de Erd un song, dat öm ene Knopp van de Bocks afsprong MGladb. Os Adrian quam en der Kroəm (Kram, Wochenbett), he kriəg e Kengk van Pluderjohn; de Stöhl on Bänk, die welle sech schloən; dat Schöttelschap (Schüsselschrank) koem dotösche te stoən; doə quam ene Piernigk (Wurm) ut de Erd on songk: Gott in der Höhe sei Pris on Dank! Kemp-Grefr. Fasteloəvend, klenk bestoəve, kl. wall op die Bösse (Büchsen); he ene Stohl on dor ene St., op jedder St. e Kösske usf. Fastnachtsheischelied Heinsb-Karken, Nfrk verbr. — Im Rätsel: Veer Föt han ech, alle Lü (Leute) drag ech; wer bön ech? Heinsb. Et hot veier Bän on kann net gohn? Bernk-Burgen. E iser Stöllke, e fett Pöllke (Pfühlchen), e wölle Wörschke (Würstchen, Docht), wat es dat? Die alte Öllampe KempBreyell, Nfrk, Rip, Berg. — 2. übertr. a. in der Kirche. α. Stöhl en der Kirch Kirchenbänke; de Stihl weren versteit (versteigert) Rhfrk, Mosfrk, Ahr, OBerg. RA.: die Brautleute sind iwer de Steihl kirchl. verkündet Prüm; se floge övver St. en Bänk Eup, Aach. — β. em Stohl sette Presbyter sein; he es en de St. komme MGladb. — γ. Predigtstuhl, in der Wend.: Op de Stohl komme kirchl. verkündigt werden; he fällt van de St. Geld. — δ. ein bis in Brusthöhe geschlossener Sitz, im Chor an der Wand, für den Pfarrer u. die Presbyter, in der evang. Kirche Kreuzn, Saarbr, Neuw, Altk (in beiden Kreisen auch Stihlche). — ε. op dem Stöhlche Empore der Kirche Waldbr-Lindenpütz. — ζ. St. Petri päpstl. Stuhl in Rom Trier-Stdt. — b. en as op de Stehlche komme, — hot op em St. gesess auf dem Prangerst., der mit spitzen Nägeln ausgeschlagen war (1904 wussten alte Leute noch davon zu erzählen) Trier, Bitb. — c. Hängegerüst der Anstreicher u. Dachdecker, das mit Flaschenzügen auf- u. niedergezogen wird verbr. in den Städten. — d.α. Stöhlche aus zwei Beinen bestehender Ständer, auf dem im Hammerwerk das Achsenlager ruht Sol. — β. Pl. die 4 senkrechten Balken an den 4 Ecken des Webstuhls Monsch-Imgenbroich. — e. die Kinder benutzten früher zum Rodeln die rohgearbeiteten Heimbacher Stühlchen, Hämijer Stöhlcher, die so umgelegt wurden, dass sich die Rückenlehne unten befand Aach-Büsb. — f. Stihl Pl. Wagenrungen, in den Schämeln befestigt Erk, MGladb. — g. der Boden der Schürgeskarre Grevbr-Belmen. — h. Dachstuhl Allg. — i. Weinbergsabteil von einer Mauer zur anderen, Stufe des Weinbergs (die unterste heisst Foss »Fuss«, Dall) Ahr, Siebengebirge. — k. die gesamte Kartoffelstaude mit Laub, Stengeln, Knollen Sieg-Rhöndf. — l. Stöhlche kl. Glas Schnaps mit einem Stückchen Zucker darin Aach-Eschw, Monsch-Imgenbroich — m. die erhabene Seite des Spielknöchels Wittl-Cröv. n. eine Art Wolkenbildung Koch-Lutzerath. — o. [Bd. 8, Sp. 920]
Stüll on Bänk ein Gericht aus würfelförmig geschnittenen Kartoffeln u. Möhren, dazu Bohnen Mörs, Kref, Kemp-Süchteln, Dinsl; Dösche on Stöhl Kemp (o. O.). Stuhl-balken Simm-Ebschd m.: Dachbalken, in der Mitte zwischen beiden Giebeln waagerecht verlaufend. Stuhl-bank Gummb-Berghsn Wiehl f.: B. mit Rückenlehne. PfWB ElsWB Stuhl-bein (s. S.) Allg. n.: wie im Nhd. Stuhl-biese -bīsə Geld; -bestə MGladb-Pesch Pl.: Binse, Scirpus lacustris; aus ihnen flocht man Stuhlsitze. Stuhl-binder -be·ŋ.ər Elbf m.: St.sitzflechter. Stuhl-blume -ō:ləbl:mχən Altk-Steckenb n.: Massliebchen, Bellis perennis. NRhWB Stuhl-brüder -br:rər Kobl-Wimmig Pl.: Männer, die nach ihrer Verehelichung jahrgangsweise auf den für sie bestimmten Kirchenbänken sitzen, nach alter Kirchenordnung. Stuhl-dreher (s. S.) Mörs-Neuk m.: Drechsler, der die St.gestelle drehte u. die Sitze aus Binsen flocht; alte Berufsbezeichnung, häufig in FN. PfWB PfWB ElsWB LothWB Stuhl-gang (s. S.) Allg. m.: wie im Nhd. RA.: Der hat mih Honger wie St. der Arme Sol. Se ha St. vüer mech Angst vor mir Heinsb-Havert. Gott bewahr minge St.! Stossseufzer in einer bedenklichen Lage Monsch-Witzerath. Stuhl-gebälks -bęlkəs Siegld-Afholderb n.: Dachstuhlgebälk. Stuhl-gebinde -ben Siegld n.: dass. Stuhl-kissen (s. S.) Allg. n.: wie im Nhd. PfWB Stuhl-lehne (s. S.) Allg. [-ō:ltslę·n. Sieg-Ägid] f.: wie im Nhd. Stuhl-leiste -līs (s. S.) f.: 1. wie nhd. Allg. — 2. waagerechte L. an der Stubenwand in Höhe der St.lehne, zum Schutze der Wand Rheinb-Queckenbg. Stuhl-posten -posdə Simm-Ebschd m.: Pfosten im Dachstuhl, den St.balken (s. d.) tragend. Stuhl-rute (s. S.) Westerw, Waldbr f.: St.balken (s. d.). Stuhl-schlitten (s. d.) Saarbr, Goar, Kobl, May, Neuw, Berg, Ruhr [-:lχəs- May. OMendig; -øylχəs- Gummb-Derschlag] m.: Schl. in der Form eines Stuhls. Stuhl-sitz (s. S.) Allg. m.: wie nhd. PfWB Stuhl-stempel Allg. m.: -bein. RA.: Du häs e Paar Been wie St.ə so mager Dür-Weisw. A.: Was haben wir gekocht? B. scherzh.: St.ə met (decke) Nihnole (Nähnadeln) Dür, Aach, Duisb. Geschwister St. scherzh. eng Befreundete Birkf. stuhl-stempeln -: l Prüm-Steffeln, Eusk-Friesh MüEif; -ō:l- Eusk, Bo, Köln schw.: 1. mit den St.beinen unruhig hin- u. herrücken. — 2. übertr. hin- u. hergehen, nicht wissend, was man tun soll; bummeln, faulenzen; umherstehen statt zu arbeiten; geringfügige Arbeit verrichten. PfWB Stuhl-stickel Rhfrk m.: -bein; Querholz unten am Stuhl. Stühlchens- in der Zs. -χəs-: Stühlchensbohnen (s. S.) Neuw Pl.: Strauch-, Buschbohnen. Stühlchens-gläs-chen Aach-Eschw n.: kl. Glas Schnaps mit Zucker. Stühlchens-gras Gummb-Drabenderhöhe n.: Binse, Scirpus lacustris; die Kinder verfertigen daraus kl. Stühlchen. | |