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Rheinisches Wörterbuch 
 
Student bis Stuf I (Bd. 8, Sp. 914 bis 916)
 
  PfWB  ElsWB Student -udęnt [im Hunsr. auch -oręnt; Siegld -ūręnt] , Pl. Rhfrk, Mosfrk -də(n), sonst -tə(n), Demin. -ntχə(n), –tə, –tkə, tjə m.: 1. wie nhd., Besucher einer Hochschule [Gymnasiast Rhfrk, Mosfrk, Schleid, MüEif, MGladb, Klevld; in der WEifel ist nur ‘ein St.’ der Theologie studiert]; ne verlaufe, versoffe St. verächtl. Rip, Allg. RA.: St.ə flege sehn Geisterspuk sehen Schleid-Hellenth. So spöllt men met St.ən! sagt der Gewinner im Kartensp. zum Verlierer Dinsl. — Sabricker St. (Gymnasiast) hat de Ärsch verbrennt! Neckspr. St., hat en Fott (Gesäss) wie en Ent! MGladb. St.ən, Faulenten! Trier-Stdt. De Reeser St.ən, de belden sich wat in, se häwwen dicke Böker un können keen Latin! Rees. Ittche, Studittche, Entche, St.che! Aach. — Et woren ens drei St.ə, de gengen lans de Düre schellen; dou koăm de Möhn erut on goəf en jet vör de Schnut; g. se en Stöckske Bruət, dou woəre se duət; g. se en Stöckske Weck, dou woəre se geck; dou g. se en e Stöckske Kouk (Kuchen),

[Bd. 8, Sp. 915]
woər wedder alles gout! SNfrk. Et woren es drei St.cher, de hatten drei Räckelcher (Röckchen) an, on wenn die R. mih langk gewest wieren, da wär et Steckelchen (Erzählchen) och mih langter gewest Prüm-Elchr. Et woren ens zwei Studentchere, die haue e leər (ledernes) Böcks-che (Hös-chen) a; du lachs; du fang ich wären va vöre a! Aach-Warden. Et renert, et r., de Panne werde nat, də komen dri St.ə on werde klätschenat; die wäsche sech, die kämme sech, bes dat de Rener (Regen) övver es Kemp-Breyell. — Scherzfr.: Will Ente drenke Beier (Bier)? die St.ə Bernk-Bruchw. — 2. übertr. a. scherzh. ein Rind, Ochse, zum ersten Male im Geschirr gehend; der St. anspannen, anlihren; der St. well noch schlecht; et es jo noch e St. WMosfrk, Eif, Eusk-Billig, Grevbr-Jackerath. — b. Pl. Bartnelke, Dianthus barbatus Kreuzn-Boos Langenlonsh Traisen. — c. Bild, in der Kundenspr. Bitb-Speicher.

 PfWB Studenten-blume (s. S.) f.: 1. Malerblume, Gaillardia bicolor Erk-Elengsh. — 2. Tagetes Saarbr-Stdt Püttl, Baumholder, Bo-Brenig, Gummb. — 3.a. rote Nelke, Dianthus Jül-Tetz. — b. Federnelke Dianthus plumarius Saarbr-Schafbrücke, Saarl-Stdt. — 4. Ringelblume, Calendula offic. Ottw. Studenten-buppes -ubəs Bernk-Brauneberg m.: verächtl. Gymnasiast. Studenten-buckse -bots Rip f.: -hose. RA.: Et es lechter, en Blös-che (Tütchen) Flüh ze verwahre als Geld en ner St.botzetäsch. Studenten-butter -o- Gummb f.: scherzh. Schwarzbrot, mit B. bestrichen u. eine Schnitte Weissbrot daraufgelegt; -botterramm dass. Geld. Studenten-dinger -ø- WSaarbg, WBitb Pl.: verächtl. –streiche. Studenten-falle -fa·l.: Mausefalle, bei der ein beschwertes Brett durch zwei in einem Korb aneinandergesenkte Stäbchen gehalten wird. Studenten-fleisch Goar-Boppard n.: in dem Spottld.: St.es gar net weich, es gar nicks notz; es esu faul wie en Appergrotz! Studenten-flette -flęt Daun-Üxh, Ahrw-Brohl, Schleid-Roggend, Eusk-Kommern, Rheinb-Mü-Eif Stdt, Dür-Müddersh, Jül-Gereonw Hamb, Aach-Forst Stdt Vaalserquartier f.: Bartnelke, Dianthus barbatus. Studenten-futter -fō:dər n.: 1. scherzh. Lakritze Kobl-Vallendar. — 2. eine Mischung aus Rosinen, Nüssen, Mandeln udgl. Bo-Stdt.  PfWB  ElsWB Studenten-kappe, Studenten-käppchen n.: 1. Tagetes Rheinb-Flamersh. — 2. Jungfer im Grünen, Nigella damasc. Düss-Stdt. Studenten-metzger Bo-Poppelsd m.: verächtl. M., der oberflächl. arbeitet, sich aber gern fein herausputzt. Studenten-rös-chen (s. S.) n.: 1. Sumpfherzblatt, Parnassia palustris Verbr. — 2. Goldglöckchen, Forsythia viridissima Mörs. Studenten-schule (s. S.) Wippf, Dür, Kref, Kemp f.: Gymnasium. Studenten-streich (s. S.) Allg. m.: wie nhd. Studenten-vieh -fē: Bitb n.: Rind, das im Geschirr angelernt wird. Studenten-vogel -uəγ- Viersen m.: Windvogel, Drache. Studenten-wägelchen Köln n.: scherzh. kl., zweirädriger Handwagen. Studenten-wichse -wigs f.: 1. scherzh. Spucke, mit der man die Schuhe wichst Trier-Stdt. — 2. Fetthenne, Sedum album Daun-Gerolstein.

Studien  Merz-Losh Pl. t.: in der Wend.: En es en't Bad en mecht St. er sitzt im Gefängnis.

 PfWB  ElsWB  LothWB studieren  Allg. [Hunsr -orērə; Siegld -urīərn]

[Bd. 8, Sp. 916]
(Part. -udī:rt u. jəst.) schw.: 1. wie im Nhd.; menge Jong es am st., — st. en der Stadt (op der huh Schull); he studiert vill en de Böcher; he st. op Dokter (Arzt udgl.), — für D., für gestlich; dat es ene (huh) studierte Mann Rip, Allg. RA.: Probieren geht öwer St. Klevld, Allg.; Prockeseere (Praktizieren) g. üəver St. Heinsb. Zom St. gehüren drei Dönger: ene göldige Böggel (Beutel), ene diamantene Kopp on ene hörnene Höngesch (Gesäss) Eusk-Billig. Wie hühter studiert, wie mih verkihrt Rip. De nüngde Schull studiert ha das Gymnasium absolviert haben Aach-Stdt. He hät op Pabst studiert on es op em Köster hangen gebliəwen hat es im Studieren nicht weit gebracht Lennep-Radevormwald. He hät met dem Düvel studiert ist ein Taugenichts MüEif, Kobl-Vallendar. Henrich, wat maks de do? Vader, eck studere. H., dat kannste nich; V., eck probere. H., du ärgers meck. V., dat es Mode. H., eck schloh deck; V., nich tom Dode Gummb-Stdt (die 4 ersten Reime verbr.). St., st., de Ketel es kapott, brengt öm noh den alden Mann, den de Ketel st. kann; st., st., de K. es k.! Xanten. — 2. übertr. a. in der Wend.: Am doll st. sen Unsinn sprechen, verrückte Ideen äussern Rip, MGladb; wo studeers de op? secher op Geck on kanns net doll werde! MGladb-Rheind; op Geckwere (Verrücktwerden) st. ohne Erfolg st. Schleid-Hellenth; der hätt siewe Jahr op et Legen (Lügen) stodeert Kobl-Kärlich. — b. auf etwas st., sinnen, planen; he studiert op e neu Perd, — op luter Necksnotzigkete; do st. ich at (schon) lang drop (dran) Rip. — Abl.: die Studiererei, dat Gestudier(s), — diersch.

aus- studieren: 1. wie nhd. — 2. etwas a., ausklügeln, –tüfteln, ersinnen Rip, Eup.  PfWB ver -studieren: 1. studieren; de Jung verstudeert Koch-Laub. — 2. Zeit, Geld v., wie nhd. Allg.

Stüer -ȳ·ə.- = Steuer (s. d.).

Stuf I -ū- = Staub (s. d.) u. stieben;