| PfWB ElsWB LothWB Strasse das Wort ist allg., u. zwar -s, –:-, –·ə.-; n. der Benr. L. -·ə.t, –ō- [Berg, Ruhr -tə, –:-, –ō:-]; Pl. -sə(n), -tə(n); Demin. -ęsχə, –:sχə, –ē:-, –:-; Nfrk -tə(n), Klevld -tjə, f.: 1. wie nhd., Landstrasse, öffentl., von Staat, Provinz oder Gemeinde gebaute u. unterhaltene Str., meist nach den Ortschaften benannt, wohin sie führt, z. B. die Simersch Str. (nach Simmern), de Bonner Str. usf.; in den Städten eine breite Strasse, z. B. de Kronprinzestr., de Moltkestr. Bo-Stdt; eine schmale Str. wird Ströss-chen, in den Dörfern Gass genannt; eine ungeschotterte Verbindung zwischen Dörfern und Ortsteilen ist ein Weg, schmal über Wiesen und Felder führend ein Pad (Pädche). RA.: Frech wie de Str. Aach-Merkst, Geilk, Heinsb. Ärm wie de Str. Aach-Stolbg. Da's der Schreck va jen Stross ungezogener Junge Aach-Breinig. De Str. es em ze eng er ist stolz, — wor em ze eng er torkelte bezecht hin u. her Rip. De Str. lit vör der Dür ich werfe dich gleich hinaus Gummb-Berghsn. Meddelmoət, (Mittelmass) de beste Str. Kemp. — dat ziert de Str. Rip, Nfrk, — kleidt de Str. Emmerich, — ziert Land un Str. Saarbg, Trier. De Str.ən afkloppen gehen Rip, Allg. He es de Str. an't afmete (abmessen) er torkelt hin und her Mörs, Allg. Ein anständiger Mann mächt gees (nie) en Strötsche öm geht keine unlauteren Wege Ruhr. Er micht e Gesicht bie en Arsch, de samsdagsomends (-abends) de Str. kehrt Kobl-Bendrf. De gastlich Str. gihn auf den Wanderungen in den Pfarrhäusern einkehren Trier-Stdt. Dat geng de Str. eraf wie en Bach so schnell Bo-Wesseling. A.: Wohin geihste? B scherzh: schnack de Str. noh! Ahrw-OWinter. Wes (willst) do bauen an de Str., de Lüj (Leute) men proten lot (lass sie schwätzen) Dinsl. Er lit op der Str. hat keine Bleibe, ist arbeitslos; de War lit op der Str. ist Überangebot vorhanden; dat (Geld) fengk (findet) mer net op der Str.; enen op de Str. setze hinauswerfen Rip, Allg. Wöst ejen Weg (Wiege), wörd stot (prächtig) open Str. ein Kind, hässlich in der Wiege, wird nachher schön Heinsb. So frech wie Dreck op der Str. Saarbr-Wehrden. Op Weg on Str. fend mer su keenen mieh solch tüchtigen Kerl Siegld-Ägid. Wer baue wellt op Gasse on Str.ə, moss gohn on kritisiere losse Dür, Köln. Wann de Pooschte (Burschen) en der Dör stonn, es der Gas op der Str. wagt keiner sich ins Haus Köln-Stdt. Op (in) leager (lediger, leerer) Str.ən üs gut [Bd. 8, Sp. 792]
fechten zu feigen Prahlern Mörs. De hät en gruate Mul (Schnute) op l. Str. Ruhr, Mörs, Sol-Ohligs, Wermelsk. We geər open Str. well sterve, lett der Avekat mar erve braucht nur häufig zu prozessieren Heinsb. Em Keller drinke, op der Str.ən hinke Köln-Stdt. Kermes up de Str. un gen Für in't Hus nach aussen fröhlich (oder reich), zu Hause aber arm Duisb-Meiderich, — en Quatertember om Desch MülhRh-Heumar. Op der Str. fing (fein) un Juchhei, derheim statt Kaffee Zuckerei (Zichorie) Köln-Stdt. De Steng (Steine) open Str. zälle (zählen) gebückt gehen Aach, Jül. Dor (durch) all dij Str.ən getwalt sin viel erlebt haben Emmerich. Ek gung es dur en Strötschen on fund min Kamerödschen, hatt en rot Röckken an en en schwatt Köppken op die Hagebutte Ruhr, Verbr. Langs de Nos (Nase) giht och en Str.! abschläg. Antwort Trier. Do kruche (kriechen) de Lüs övver de Str. in dem Ort herrscht Armut Schleid-Hellenth. Dat es got, dat die va jen Str. komme gesagt, wenn Verlobte, die lange gefreit haben, zur Ehe schreiten Aach, Allg.; du salls mar hirode, dat de van de Str. afkömms! MGladb, Allg. — Strässchen schmaler gepflasterter Weg vor dem Hause. — 2. übertr. a. die Bahn, auf der Walzen zum Auswalzen des Eisens aufgestellt sind, Walzestr. Allg. in der Spr. der Hüttenarbeiter. — b. die Milchstrasse, im Rätsel: Wat för en Str. es ohne Dreck? De Melkstr. MGladb. — c. vollgeschlabberte Stelle vorn am Kleid; du häs jo en richtige Str. vür am Kled Rip. — d. lange Reihe gemähten Grases Neuw-Unkel. — e. nicht gar gebackener Teigstreifen im Brot; et Brut hät en Str. Düss-Stdt. — f. Drenkestr. Darm, der zur Schweineblase führt Heinsb-Breberen. PfWB ElsWB Strass-burg -:s- die Stadt im Elsass. Der Str.ər der Kalender, »hinkender Bote« Saarl (veralt.). Der seiht aus wie en Str.ər Hex zerzaust, schmutzig (aus der Genovevasage) Kobl, May, Ahrw-Sinzig. Strassen- in der Zs., wie –aufseher (-sichter), –ecke, –ende, –fenster, –floss, –gosse, –graben, –junge, –kalle, –kehre, –kies, -kind, –laterne, –leuchte, –melm, –mülm, –pferd, –pflaster (-pavei), –pfuhl, –puddel, –rand, –rinne, –schlinke, -schrott, –seite, –sode, –splitt, –staub, –tür (s. d. W.) verstehen sich von selbst; dazu: PfWB Strassen-bahn (s. S.) Allg. f.: wie nhd. RA.: Vöre eren on henge eren, in der Medde es et am beste dren Düss-Stdt. PfWB Strassen-baum (s. S.) Allg. m.: an der Strasse stehender Baum. RA.: Der Bezechte kann de Str.böm net mieh sehn Neuw-Rodenb, Allg. Strassen-besem (s. S.) m.: 1. Besen zum Kehren der Str., Allg. — 2. übertr. verächtl. liederliches Weib, das viel flaniert Wittl, Neuw-Rodenb. Strassen-birnen -bīrən Wittl-Spang Dahlem Pl.: scherzh. Pferdekot auf der Str. Strassen-blag -ā:-, –ā- Nfrk n.: verächtl. Kind (Junge, Mädchen), sich viel auf der Str. aufhaltend, Gassenjunge. Strassen-blänker Siegld m.: verächtl. Mädchen, das sich viel auf der Str. zeigt und durch Kleidung usf. die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen sucht. Strassen-blümchen :mχə Monsch-Mausb, Aach-Stolbg m.: Massliebchen, Bellis perennis. Strassen-brack Kref-Stdt m.: verächtl. Str.junge. Strassen-dirne -dęrn Klevld.: [Bd. 8, Sp. 793]
verächtl. wie nhd. PfWB Strassen-dreck (s. S.) Allg. m.: -schmutz. RA.: Frech wie Str. Allg.; domm wie Str. Daun, Mörs; faul wie Str. Neuw-Ohlenbg, Sieg, Berg, Ahrw, Grevbr; huffeərdig wie Str. Aach. Aprelsjeck, stepp de Nas en den Str.! Altk-Betzd. PfWB Strassen-engel Bitb, Bernk, Sieg, NBerg, Dür, Jül m.: in der RA.: Str. send Husdüwel NBerg, Allg., — Husbengele Dür. Strassen-feger (s. S.) Allg. m.: 1. wie nhd. — 2. übertr. verächtl. Herumtreiber, bes. ein entspr. Mädchen. Strassen-geck Kemp-StPeter m.: verächtl. he soəhch ut we ene Str. einer, den man auf der Str. verhöhnt. Strassen-gewüst -- Rip n.: reger Str.verkehr. Strassen-gras Klev-Nütterden n.: Rainfarn, Tanacetum. Strassen-grächt -jrytə NBerg f.: -dirne. Strassen-kante -kant, –ā- Klevld f.: -ecke. Strassen-karre -kā:r Neuw-Rodenb f.: Handkarre auf zwei Rädern, so genannt, weil sie zum Fahren von Kleinschlag beim Str.bau neu eingeführt wurde. PfWB Strassen-kehrer (s. S.) Allg. m.: 1. wie nhd. — 2. übertr. haarige Raupe May-Kretz. Strassen-krätzer Mörs, Rees m.: 1. Chausseearbeiter, städt. Str.kehrer. — 2. übertr. Haubenlerche Rees-Wesel. Strassen-lächer May, Rip m.: in der RA.: Str.lächer, Hauskrächer die auf der Str. freundlich sind, sind zu Hause streitsüchtig. Strassen-latsche -lā:t Kobl, Neuw-Rodenbg f.: verächtl. liederliches Weib, sich auf der Str. umhertreibend. Strassen-läufer (s. S.) Rip, Nfrk m.: 1. verächtl. Umhertreiber. — 2. übertr. Bachstelze Sol-Wieschd. | |