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Rheinisches Wörterbuch 
 
Storz bis Stoss-axt (Bd. 8, Sp. 755 bis 763)
 
  PfWB  LothWB Storz die Gruppe, wie Stork eine Weiterbildung zu Storren, ist Rhfrk, Mosfrk, und zwar zunächst unser Wort -ərts, Pl. -ə- Meis-Breitenh, Birkf-Idar Stdt, Zell-Sohren; -ōə-, Pl. -ēə- Hunsr (u. -ūə-, Pl. -īə-), Wend-Berschw (-ūə-); –ōə-, Pl. -eə- Wittl-Landschd, Kobl; -u-, Pl. -i- Koch-Moselkern; -ūə-, Pl. -īə- Merz-Riml Saarhölzb Wadern, Saarbg-Rodt (2 b), Bitb-Fliessem, SPrüm m.: 1.a. Ast-, Baum-, Zahnstumpf; unteres Ende der Garbe, des Strohbauschs, Wurzelseite des Flachses Allg. — b. Kohlstrunk Allg. — c. ausgegrabenes Kartoffelkraut, auch Grombiresteərts Birkf-Idar Stdt. — d. Schwanzknochen

[Bd. 8, Sp. 756]
des Pferdes; Stumpf vom Hunds- oder Sauschwanz Hunsr. — 2.a. das hintere Verbindungsholz zwischen oberem u. unterem Pflugbalken Simm-Heyw Laufersw, Zell-Raversbeuren Sohren, Merz-Riml. — b. Handhabe am Pfluge, meist Pl., da aus zwei Zacken bestehend Simm, Zell-Raversbeuren, Wittl-Landschd. — c. scherzh. -īərts Pl. Buchweizenknödel (allein diese Bed.). — d. -ōă-, bei mir kreichsde kän St. kein Recht Merz-Zwalb.

Storz-tiegel -īărtsdījəl Wittl-Landschd m.: flacher T. mit langem Stiel.

 PfWB Storzel m.: 1. -ǫătsəl, Pl. -ęă-. a. Baum-, Zahnstumpf Kreuzn-Bretzenh. — b. verächtl. klein gebliebenes Kind, kl. Knabe Kreuzn-Stdt Strombg; -u- Saarbr. — 2.a. -ēərts-, Pl. -ələ Stück Wurst Zell-Briedel. — b. -ēărtsəln Pl. Buchweizenknödel Bitb-Geichl.

 PfWB  ElsWB  LothWB Storzen diese Bildung ist Rhfrk (im Hunsr auch im Storz-Gebiet), Mosfrk an Saar u. Mosel, in May, Daun, Aden, vereinz. Altk-NFischb Hellert, Siegld-Hilchenb Struthütte Fellinghsn Weidenau, Waldbr-Morsb, u. Malm-Weismes, u. zwar -ǫrtsə Saarbr (u. -u-), Ottw, Wend; -ǫă- Kreuzn [-arts- Dorsh]; sonst Rhfrk -ə-, -ōə-, –ūə-; Mosfrk -ōə-, –ūə- (Saarl -u-); Altk, Siegld (s. o.); Waldbr-Morsb -ūə- Sg. u. Pl. m.: 1.a. Ast-, Baum-, Zahnstumpf, Garbenende Allg. RA.: Et geht iwer Stock un St. über Stock und Stein Merz-Erbring. — b. Kohlstrunk Allg. — c. der seitl. am Sensenstiel befindliche Griff Zell-Enkirch. — d. Rebstock Meis-Staudern. — 2. übertr. a. sachl. α. Pl. scherzh. längliche Kartoffelklösse Ottw-Illing. — β. Bartstoppeln Ottw-Elversberg. — b.α. persönl. verächtl. kleiner, dicker Kerl Meis, Kreuzn, Trier-Mühlf. — β. mit Milch gefüttertes Kalb Kreuzn-Allenf.

 PfWB storzig -ǫ- Saarbr, Ottw; -ə- Birkf-Idar; -ǫă- Kreuzn. -ōə- Simm-Gemünden Adj.: hart, krustig, vom Ackerboden, hartstengelig, vom Gras od. Heu; das es st. Zeig z. B. Tabak mit vielen Rippen.

Stoss, Stössel s. stossen.
 
 
 PfWB  ElsWB  LothWB stossen das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk -ōs-, ər –ēst, –t (doch SWend -ō-, Langw -ēi-), Part. gətōs (hier u. da -ōst) [uNahe, südl. Soonwald in einigen Enklaven -ūs-, ər –īst, Part. gədūs]; Mosfrk -ī:s, –ū:-, –o·u.-, ən –ē:st, –ī:-, –e·i.- (Saar -t), Part. gədos, –u-; Rip -y-, –ø-; schon NPrüm, NDaun u. NAltk ər-ys, –ø- [kurköln. Neuw, Sieg, Wippf, NMay, Ahrw -u-, in Sieg oft neben -y-; LRip auch -øzs-, –øys-, –-], Prät. -os (selten -ē:s) [-ozs, ous, –ō-], Part. jətosə (selten -y-, -ø-) [-ozs-, –ous-, –ō-; selten -ǫs-]; [urkdl. stussen Rheinb-Flerzh 1654]; OBerg südl. Benr. L. -ū:s-, –ū·ə.-, –ōə-, hę –ȳ:st, –ȳ·ə.-, –øə-, Prät. -os, Part. jətosən; OBerg n. Benr. L. -ōt-, ōət- [Wippf-Linde, Lennep-OÖnhf -ōən], hę –øt, Prät. -ūt, Part. jətōətən; NBerg -ōt-, –ū:t-, –ū·ă.-, –ō·ă.-, he –øt, Prät. -ot (älter -ē:t), Pl. -odən, Part. xətōtən, –ū·ă., –ō·ă.-; rip. Sol -ū:s, hę –ȳ:st; Eup -ū·ə.tə, hę –øt, Prät. -es, Part. γətū·ə.tə; SNfrk (SErk, Grevbr, SNeuss, auch MGladb [neben -ū·ə.t-] -ys, Geilk, Heinsb-Oberbr Waldmr -øt-], -ū·ə.tə, hę –øt, Prät. -ī:t u. -ē:t, –ę·i.- Part. jətū·ə.t; Klevld -ōt- [MülhRuhr -ū·ă.-], hęj

[Bd. 8, Sp. 757]
-øt, Prät. -īt, Part. γətōtən st.: 1. trans. wie nhd. a. absol.; lott dat St. doch sen Erkl, Allg.; de Kuh stött met den Honnern (Hörnern) Gummb, Allg. RA.: Vor der Heirat: bützen (küssen) on lecken, nach der H.: st. on stechen Grevbr. Es stesst kä Bock allän die Schuld liegt gewöhnl. auf beiden Seiten Rhfrk. Et Vergeəten es onger (unter) de Lü (Leuten) on et St. onger de Küh Kref-Osterath. De Mannsleit st. mat em annern Hor (Horn) wie et Randveh (Rindvieh) Wittl-Gransd. — Fussball spielen Jül-Pattern; ruckweise den Klicker schnellen, auch von oben die Klicker in eine Kuhle stucken (s. d.) Goar, Ruhr, Dinsl, Wesel; Külchen st. stucken Gummb-NSessmar. — Wühlen, die Erde heben, vom Maulwurf; der Molter stüss, — hät gestosse Sieg, Allg. (nicht Klevld, hier dafür heəvən, brən; heben auch meist Rip, Berg, SNfrk); wühlen, vom Schwein Zell-Aldegund. — Aufschneiden, prahlen Kref. — Auswerfen (ein Sputum) Kemp-Breyell. — De Honk (Hund) stüss erus meldet, gibt Laut Grevbr. Allr. — An der Weg (Wiege) st. ein Gläschen trinken Dür-Stdt, Aach-Merkst, uWupp, Klevld. — b. mit Obj. α. einen, etwas st., wie nhd. RA.: Willsde mich st.? Gleich wachse der die Herner (Hörner)! zu Kindern, die unartig u. eigensinnig sind Simm-Laub. Best dau nit gestoss, so brauchst dau ach (auch) nit ze wackeln! zu dem, der spricht ohne gefragt zu sein Bernk. Mernhd; wen hät dich gestoss, dat de wackels, on opgezug (aufgezogen), dat de rappels? Saarbg-Greimerath; der Unentschlossene, zu Gutmütige lesst sich immer stumpe un st. Rhfrk, — st. en brüjje (bräuten) Aach, Selfk. Zu dem, der die Butter zu dick aufstreicht: Den Oəss (Ochse), de Kuh stött dich SNfrk, Rip, Berg; den Bezechten hät der Oss gestosse Bo, Köln. Den stüss der Geck er ist nicht ganz gescheit Köln-Stdt. Er es vom Bock gestosse übelgelaunt Siegld-Heisbg. — Koppst. die Köpfe gegeneinander st., Sitte bei Namenstagen, zu Weihnachten Ahr, Erft. Wat werscht dau der noch dei Käppche st.! zum trotzigen Kinde Daun-Tettschd. O, hot et Kindchen sech et K. gestuss! Wo os dat bies K.? zum Kinde, das sich den Kopf gest. hat ebd., Allg. Er hat sich de Nas gestuss unzeitig ausgeplaudert Goar-NFell. — Ene mem Foss, Elleboge st. Rip, Allg. RA.: Sei Bruckt (Brot) mat Fisse st. seinen Vorteil nicht einsehen Bitb. — Etwas (einen) los-, fas-, fort-, weg-, dar-, hin-, eraf-, herus-, heronder-, eröm-, drop-, dervan-, usərēn-, vüranst. Rip, Allg.; Fruicht eroffst. Garben von der Obertenne auf die Tenne werfen Bitb, Prüm. RA.: Stüsst üch (noch jet) eraf! langt beim Essen tüchtig zu! Malm-Herresb. Der hat noch kän Häligen eremgestoss er geht nicht viel in die Kirche Merz, WMosfrk; der es sou domm, dat mer kennt en Hos (Hase) met em remst. Merz-Rappw. Mer moss dech noch möt de Nas dropst.! so schlecht siehst du, so unbeholfen benimmst du dich Sieg, Allg. Wer et am besten kann, stött den angeren (anderen) dervan NBerg, SNfrk. Engen oəver Hauf st. rücksichtslos in Schaden u. Nachteil bringen Aach. Eine jet noəder (näher) st. einem etwas zustecken, ihn unterstützen Eup-Stdt. — Etwas (einen) an, auf

[Bd. 8, Sp. 758]
etwas st.: ene an de Kopp, — an die Sitt (Seite), — vür de Bros (usf.) st.; mem Foss no eenem st. Rip, Allg. RA.: Heə es gau (schnell) a jen Häut (Haupt) gestosse leicht beleidigt, — an de Kopp gest. Rip; hej fühlt sek an de Pröck (Perücke) gestoten Rees, Mörs. Ömmes jet op et Bruət st. unter die Nase reiben Kref-Fischeln. Eine jet e jen Fus (Faust) st. einem Geld in die Hand drücken Eup-Stdt. Klein, flink un keck, stuss Grossen en der Dreck Köln-Stdt. Stuss en von dir! verstoss ihn! Bitb, Allg. Der is vör (widder) de Kopp gestosse verdutzt, beleidigt Rip, Allg. Ech werd mech doch net vür den Buch (Bauch) st. losse! werde mir doch nichts gefallen lassen! Sieg-Ägid. He stött et mar (nur) vör de Fott (Gesäss) verrichtet die Arbeit in aller Hast, schlecht Heinsb-Süsterseel. — Ich stüss der och ens en Schenn (Schienbein) schwarz! ich erweise dir auch einmal einen Gefallen NLRip. — β. Butter st., durch St. mit einem Schaufelstab in einer Tonne gewinnen, früher vor der Einführung der Kirne (Bauchel, Rump) die einzige Art; heute noch bei geringeren Milchmengen (nur bei Ziegenmilch Prüm-Hallschlag); indes gibt es noch Gebiete (s. Wk. IV 17, kirnen), wo auch das Drehen der Kirne mit st. bezeichnet wird (st. im Topf, leiern in der Buttertonne Hunsr; st. im Topf, rühren in der Schüssel, drehen in der Leier Zell-Enkirch). Mutter, stoss Butter, mach mir e Schmier, werf de annere hinner de Dir (Tür)! Birkf. — γ. der Oss (Stier) hät de Koh gestussen begattet Neuw-Rodenb. — δ. ein Feld st., stürzen 2 (s. d.) Aden-Herschb, Schleid-Wollseifen, Malm-Bütgenb Nidrum, Monsch-Rohren; den Garten st. Dür-Müddersh, Eup-Stdt; Fleisch auf dem Hackbrett st., hacken Aden-Nohn. — ε. einen Stein st., in bestimmter Richtung spalten Trier-Ld. — ζ. Kartoffeln, Runkeln (udgl.) st., mit dem Stossmesser im Stosstrog zerkleinern; Eərpel (klen, kurt) st. Rip, Allg.; gestusse Denge gemahlene Nelken Aach-Eschw; gestusse Kaffie Kaffeesurrogat in Pulverform uWupp. RA.: De es so fin wie gestote Poppendrit (-kot) übertrieben fein Kref. Der in den April zu Schickende soll en der Apthek gestussene Provisor holle Neuw-Unkel. — η. et Velche (Vögelchen) hot Keil gestoss wenn die Federn zu wachsen beginnen Kreuzn, Simm. — θ. einen stossen, ihn beleidigen Malm. — ι. zwei aufeinandergelegte Stoffstücke zusammenstossen, am Rande zusammennähen Saarbr. — κ. ins Horn st., die Trompete blasen Rip. RA.: Die st. en ē (einziges) Hoan (Horn) Rheinb-Meckenh. — c. sich st. α. sich (an etwas) st., wie nhd.; sech an de Kopp st.; sech e Louch (en Beul, e Horn) an de K. (Been) st. Rip, Allg. RA.: Wenn ein Kind sich stösst, sagt die Mutter: Kik ens, doə stött sech noch ēne! MGladb. Ene Hammel schreit, zwee Hämmel st. sich, un meh H. verdrahn sich Kreuzn. Wer sich an etwas stösst, dem ruft man zu: lo stäht geschriewen »Esel, stuss dich net« Bitb, — E., böck dech odder stöss dech Rip, verbr. En E. stesst sich nummen äs (emol) durch Schaden wird man klug Bernk, Allg. — Wo sech de E. ens gestoten, do wahrt (hött) he sech et tweide Mol NBerg, Allg. En aul (altes) Mensch

[Bd. 8, Sp. 759]
(Weib) es en Sten, woran sek jidder stött Elbf. Stuss dech net dran, da fällste net driwwer sei gleichmütig May-Hatzenport. — β. sich an etwas st., Anstoss, Ärgernis daran nehmen, Bedenken haben, — γ. de wiərd sech st. wird durch Schaden klug, — hät sech gestusse hat sich verrechnet, sich Schaden zugefügt Rip, Allg. — δ. Wortwechsel haben; se hon sech gestuss Prüm-Mürlenb 1860. — ε. der hot sich gestoss ist stolz, hochmütig Kreuzn-Münster. — ζ. sich stossen, stottern Saarl-Berus, Ottw-Tholey. — 2. intrans. a. hastig, ungestüm laufen; bat kimmt de gestusse bie en al Koh! Neuw-Isenbg; wie der derher stütt! Sol; he stot an em vörbei ebd.; he stoss op mich los, es wenn er mich freisse wöll; op ene an st. sich rasch auf jmd. zu bewegen; ech stoss op dem Weg op den N. begegnete ihm; op Wedderstand (Egesenn usf.) st.; op en Hor no woren de zwei Züg anēngestosse (zesamme-) Rip, Allg. — b. die Bienen st., schwärmen Neuw-Dernb. — c. an etwas st., angrenzen, von Grundstücken; deng Feld (Ort) stüss an menget, — st. op de Weg; auch ech st. met mengem Fell an denget Rip, Allg. — d. et stött stärk op voəf an es geht stark auf 5 Uhr an Eup; op en (wat) st. ihm begegnen; wann ich drop st., kihren ech em (um) Saarbg, Allg. — e. et stutt neit es geht nicht voran Kemp-UWeiden. — f. et stisst em erop er hat das Aufstossen aus dem Magen; dat wird (soll) em noch (iwwel) eropst. das wird ihm noch schlecht bekommen, Schaden verursachen WMosfrk (sonst opst.), eremst. Merz, Bitb-Betting; et Huckst. häbbe den Schluckauf haben Dinsl-Hünxe. — Abl.: die Stosserei, das Gestoss (s. Gestösse).

ab- stossen: 1. trans. etwas a. a.α. wegstossen Allg.; die Runkelrüben a., den Blätterschopf köpfen LRip, Mörs. RA.: De Knöə (Knoten) a. die unangenehmste Arbeit verrichten Aach, Eup, Heinsb; de Knöse a. Grevbr. Die schwere Arbeit stüss dem Perd et Herz af Sieg-Ittenb. Den (der Jugendliche, Unerfahrene) stött sich ok noch Hönn (Hörner) af begegnet Schwierigkeiten, verliert noch seinen Übermut, wird durch Erfahrung oder Schaden klug Geld, Allg. De Nogeburt, de Läger, et Bett, Uodenge, Fult, Füllt (Faules), de Fe (Fege), et Gekrös a. bei der Kuh (vgl. die Wk. V 3 u. 4, Läger [abstossen]). Den Neutern (Nüchtern) a. den ersten Morgenimbiss nehmen Elbf. — β. den Schlitten, Kahn abstossen, dass er sich in Bewegung setzt. — γ. das Ende eines Brettes abhobeln, glätten Gummb. — b. einen a., α. einen anekeln, Allg. — β. einen hinab-, herab-st. SNfrk, Klevld. RA.: Et Alder geht vür, sät de Jung, do stiet he si Vadder de Tropp (Treppe) of Kemp. — γ. sich beim Schlittenfahren a. Allg. — 2. intrans. hinabschiessen, –stürzen; do stuss ene Ster af eine Sternschnuppe Grevbr-Kuckum, SNfrk, Klevld. an -stossen: 1. trans. etwa a. a. wie nhd.; ene (ebbes) mat dem Fuss ost. Bitb, Allg.; met de Gläser a. beim Trinken; stuət ens möt an! beim Zuprosten MGladb, Allg. Dröm, Bröder, stut de Gläser an, et lewe der, wer saufen kann! Wermelsk. — b. einen a. α. einen an ein Versprechen, eine Schuld leise mahnen Allg. — β. einen beleidigen; ich ha (bei) Pastuər ärg angestosse Rip, Allg.; hej es gau

[Bd. 8, Sp. 760]
(rasch) angestote Klevld, Allg. — 2. intrans. a. angrenzen mit der Parzellenbreite, Allg. — b. dat stött an ist anstössig, beleidigend NBerg. auf -stossen: 1. trans. a. absol. mat ein Fuss opst. ein lahmes Bein haben Bitb, Allg. — b. etwas a.; stoss doch des Dippe nit so hart uf! Rhfrk, Allg.; der Kaffie wiərd drajmal opgestosse zum Kochen angesetzt, wenn er im Freien gekocht wird Siegld-Ferndorff, Netphet. — c. eine Hose a., unten aufreiben Rhfrk. — d. etwas Geschlossenes a., mit einem Stoss, Tritt öffnen Allg. (nicht Nfrk im oəpen- Geb.). — e. einen a., aufhetzen Sol-Wald. — 2. intrans. a. einem unversehens begegnen; deinem Brure (Bruder) sin ich gest uf em Mart ufgestoss Simm. — b. vom Essen; de Kummere (Gurken) stesst ma die ganz Zeit uf Rhfrk, Allg.; — et stött mek op ich habe das Aufstossen, den Schluckauf Mörs, Allg.; dat wiərd dir noch (sur, ful, üəvel) opst. wird dich noch gereuen, noch sauer werden Rip, Allg.; dou stötts mech all op! du bist mir zuwider Kref. he stütt op stöhnt, seufzt Sol-Stdt. aus -stossen: 1. sich ein Auge ausst., einen Zahn; ein Loch im Holz mit Meissel und Hammer a., wie nhd., Allg.; die Nachgeburt a., wie nhd. Rees-Milling; de Läger utst. Neuss-Büderich; den Rebstock a., dessen Triebe nach der Blüte einkürzen Ahrw; Knoppe usst. die schwellenden Knospen der Rebe bei der Frühjahrsarbeit a.; en Wängert usst. aushauen Sieg-ODollend. — 2. einen a., aus einer Gemeinschaft ausschliessen Allg. be -stossen: das Ende einer Latte b., abhobeln Gummb-Berghsn.  PfWB durch -stossen: 1. wie nhd., Allg. — 2. die Reihen der Runkelrüben d., zum ersten Male jäten SNfrk, Mörs, Dinsl-Möllen. ein -stossen: 1. etwas e., wie nhd.; enem de Rebbe enst. Rip, Allg. RA.: Möt dem (dummen) Kerl kammer Kohstallsdürre e. Sieg-Rheidt. — 2.a. et Döppe e., den Milchtopf zum Kochen aufsetzen Neuw. — b. in der Diagonalen pflügen Monsch-Rohren. er -stossen: etwas e., zum Einsturz bringen; den es sou domm, dat mer konnt Mauere met em e. Merz-Harling.nach -stossen: wie nhd., Allg. PfWB um -stossen: etwas (einen) u., wie nhd.; Allg. RA.: Wann de Sau satt es, dann stüss se der Trog öm Rip, Berg, SNfrk; wenn de Schweng satt sen, da st. se de Kemp em Prüm, Bitb. Gih bei de Deiwel en de Hell, dann stisst de och kän Heiligen em! uMos; der stisst ken Helligen em on de Kirch geht nicht häufig in die Kirche Prüm, Mosfrk. Wat he met de Hande opsett, dat stött hej met de Kont (Gesäss) wer öm er ist unbeholfen Rees-Ringenbg. Losst os ene ömst.! einen trinken Daun-Üxh. — En Heilicht omstussen gegen eine beabsichtigte Heirat, eine Freierei mit Erfolg arbeiten Bitb-NWeis.ver -stossen: 1. einen verst., wegweisen Allg. — 2. etwas v., zerkleinern, z. B. Zimt, Pfeffer; den Rand an einem Kleidungsstück, Stoff aufstossen Rhfrk (sonst zer-); er hät de Nas verstüsse ist stolz, hochmütig Aden-Herschb; Runkelrüben verpflanzen Ahrw-Vettelhv, Rheinb-Fritzd. zer -stossen: etwas z., zerkleinern Allg. (nicht Rhfrk, wo ver-). Der in den April zu Schickende sall zerstotene Proviserkes holle Düss. PfWB zu -stossen: 1. trans. eine Tür, einen Deckel udgl. z., wie nhd., Allg. — 2. intrans. et es em secher jet zogestosse ein Unglück Rip, Allg.

[Bd. 8, Sp. 761]

 PfWB  ElsWB  LothWB Stoss Rhfrk -ōs, Pl. -ē-; Mosfrk -ō:-, –ū:-, –o·u.-, Pl. -ē:-, –ī:-, –e·i.-; Rip -o-, –ozs, –ous, –ō- [selten -y-; doch Eup-Raeren, Aach -ø-], Pl. -ø-, –øzs, –øys, –ø-; OBerg rip. -ōəs, Pl. -əsə; n. Benr. L. -ōət, Pl. ətə; NBerg -t, –·ă.-, –ȳ·ă., Pl. -tə; Eup, SNfrk -ū·ə.t, Pl. -ȳ·ə.t; doch Heinsb, NWErk, WKemp -ȳ·ə.t Sg. u. Pl.; Klevld -t Sg. u. Pl.; Demin. -ēsχə, –øtə, –tjə (mit umgelautetem Vokal; SNfrk mit Kürze) m.: 1. sachl. a. wie nhd. α. plötzlicher, ruckartiger Anprall; enem ene St. versetze, — en de Rebbe, gen (geben); ene St. met der Fus (Faust), mem Foss an de Kopp; ene Rebbest. Rip, Allg. RA.: Et as alt besser wie e St. op en Schinn (Schienbein) das Einkommen ist zwar klein, aber doch beständig Prüm-Dahnen. Bei dir es nur alles Stomp on St. du bist rauh, grob in deinem Benehmen Ahrw-Remag. Stess mache stossweise laufen Ottw. En hot Stiss krigt ist grob abgefertigt worden Bitb-Mettend, Er wor bal widder gesond, do kreg ene neue St. Krankheitsrückfall Rip. De Keih (Kühe) hon St. Streit Saarbg-Wellen. Et moss alles seng Häu on Stösse han in der Erziehung geht es ohne Züchtigung nicht ab Gummb-Nümbrecht. Mit em St. kallen ins Spiel reden Elbf. Den düht alles met Hau on en Stöt er macht alles eilig und schlecht Rees; lopen met Hack on St. Rees-Brünen; hei ös met Hacken on St. grot gewarde schnell gewachsen Mörs-Wallach. De Peng (Pein) köt su met Stösse stossweise; de Wend k. met St.; en dem Geschäf(t) geht et su met St. Rip. Et geht ohne Schlag on St. es geht glatt, ohne Mühe u. Schwierigkeit Prüm-Ihren. Em St. sen betrunken sein uWupp, Bernk-Sensw. — β. Windstoss; dat woəre Stüət, doə solle de Ponne (Dachpfannen) van ofjage Kemp, Allg. — γ. Stüət Pl. Geburtswehen; en de St. legge MGladb. — δ. Schicksalsschlag; dat wor för den ock ennen harde St. Geld, Nfrk, Rip. — ε. Anstoss; dat hatt do der St. gegeəve Eup-Raeren. — ζ. Stöss mache allerhand Unfug treiben Rip. — η. eine Zeitlang; wart noch e St.! Zell-Alf; loss mer noch ene St. mache eine Weile arbeiten, spielen; ech han e Stöss-che geschlofe Rip; op Stipp on St. komme sofort Rees-Haldern; hen as an (in) änem St.gelof, ohne opzehalen in einem Zuge, ohne Aufenthalt Bitb; et geiht met Röcken (Rücken) on St. mit Unterbrechungen Mörs, MGladbach. — b. Menge α. aufgehäufte Menge, z. B. en St. Holz, Klärer (Kleider), Doch udgl. Bitb, Neuw, Altk, Siegld, Rip, Berg; 21 Garben, zum Dreschen ausgebreitet Simm-Laub; en St. Deller ein Satz Teller Hunsr, Gummb. RA.: Der St. deile den strittigen Unterschied zw. Forderung u. Gebot teilen Aach, Eup-Raeren. Jet en de St. gevve dem Gesinde noch Naturalleistungen zum Lohn geben (Kleider, Schuhe) Sieg-Seelscheid. Wenn de Beien flegen op Lichtmassdag, get et noch e leisen St. Wanter (Winter) Bitb-Wiersd. — β. ne gode St. ein guter Beitrag Schleid-Hellenth. — c. an Geräten, Schuhen, Kleidern. α. das Untergestell der Kastenschiebkarre Aach-Merkst; das schmälere Ende des Kessels, das in die Feuerung des Herdes passt Sieg-Fussh. — β. Handgriff an der Peitsche Neuw-Rodenb, Altk-Nauroth. — γ. Bolzen bei der Zimmerung des Stollens, Schachtes

[Bd. 8, Sp. 762]
Wurmgebiet (Aach); Stift in der Deichsel, der das Weggleiten der Kette verhindert Merz-Morscholz, Saarbg-Greimerath, Trier-Welschbillig. — δ. vorderer Zacken am Hufeisen Daun-Strohn, Siegld, Rip, uWupp, Nfrk (der hint. Z. heisst Kramp). — ε. Schneeschuh am Wagen Geld-Leuth. — ζ. unter die Schuhspitze gesteckte Lederlappen, auch Eisenplättchen, z. Schutze der Sohlenspitze, gern Demin.; e Stüss-che ongermache Dür, u. so Kreuzn-Winterb, Simm, Merz-Bergen Stdt, Trier, Zell, Kobl, May, Neuw, Altk-Leingen, Siegld-Eisern Freudenbg Salchend Weidenau, Rip, Nfrk. — η. Absatz unter Schuhen u. Holzschuhen uWupp. — θ. der breite Saum auf der linken (inneren) Seite des Frauenmantels, der Männerhose, wodurch diesen ein gewisser Halt verliehen wird Allg [-y- Aach-Büsb]. — ι. Stesschen Halsbördchen Trier-Euren. — κ. Unterrock Kemp-Tönnisbg. — λ. Eisenbahnschienen Allg., in der Sprache der Eisenbahnarbeiter; ein St. wird gebildet durch die aufeinanderstossenden, dicht beieinanderliegenden Seitenränder zweier genieteter Platten Allg. — μ. die Stelle an einem zu behauenden Stein, wo er mittels eines eingetriebenen Keils u. Spalts abgestossen wird Sieg-ODollend Königswinter. — d. Kette zwischen Deichsel, Vordergeschirr u. Hals des Jungtieres Nahe, Bernk-Thalfang, Merz. — e. Stöss-che Schulterstück des geschlachteten Schweines Monsch. — f. Stess-che scherzh. schwarzer runder steifer Hut, Halbzylinder, selten Zylinderhut Wend, Ottw, Merz-Conf. — g. kurzer, steiler Weg, Anstieg Saarbg, Trier-Trittenh, Bitb-Rittersd Wiersd, Neuw-Dattenbg Kurtschd Rodenb; Anhöhe bei Lennep-Hückeswagen, Sol-Leichl; tief nach hinten abfallendes Dach Bitb-Wettl. — h. derjenige Teil von zu sprengendem Gestein, in den die Bohrlöcher gebohrt werden; eine ganze in 2 m Höhe abgebaute Schicht eines Eisensteinganges, deren es also zwischen zwei Sohlen von 50 m Teufenunterschied ca. 25 geben muss; St. brechen auf dem Abbau nach Abtreiben einer 2 m hohen Schicht des Eisensteinganges einen neuen St. abzubauen beginnen, in der Bergmspr. Siegld, Altk; jede Seitenwand in der Kohlengrube, in der Bergmspr. Allg.; der St. hat nit geholf schaffe es war kein Druck aus dem Hangenden auf dem Arbeitsst. Saargeb. — i. Prellstein MGladb-Rheind. — k. in nhd. Lautung Stöss-chen, –skə kleines Glas (Tülpchen, Bier) Rip, Berg in den Städten. — 2. persönl. -us. a. Habicht Köln-Stdt; -ø- Dür-Stdt; St. un Duf spille ein Nachlaufspiel Köln-Stdt. — b. Wespe Köln-Rodenk.

An- stoss: Sg. t. 1. erster Stoss beim Billardspiel; du häs den A. Gummb, Allg. — 2.a. e A. holen einen Anlauf nehmen Trier-Abtei Clüsserath, Wittl-Osaun, Neuw-Dernb Dierd. — b. Ärgernis; A dran nemme Simm, nach dem Nhd. verbr. — c. Krankheitsanfall MüEif, uWupp. Auf -stoss: Krankheitsanfall uWupp, Sol.Zu -stoss: im Abzählr.: Schöətelsche, Sch. van Wesel, lott die Saldote dressele, gef se Water, g. se Brot, g. se enne harde Tustot, T., eene T., twee T., drej T., gej sid frej! Geld-Kevelaer.

[Bd. 8, Sp. 763]

Stoss-axt (s. S.) Siegld, Berg, Rip, Ruhr f.: meisselförm. Stemmeisen des Zimmermannes, etwa 4 cm breit, 45 cm lang, am oberen Ende im rechten Winkel zum Griff umgebogen, zum Ausstechen von Spundlöchern.