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Rheinisches Wörterbuch 
 
Stoppel II bis Stoppelstück (Bd. 8, Sp. 740 bis 742)
 
  PfWB  ElsWB  LothWB Stoppel II das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk, Mosfrk -obəl [uNahe, Saarbr-Sulzb -ǫ-], meist Pl. -bələ, –bəln [Trier-Cordel -ø-]; sonst -op- [Waldbr-Schladern -ø-; Lennep-Ronsd, Klevld -ǫp-], meist Pl. -ələ, –əln, Klevld auch -əlts [Schleid-Engelgau -øpəl] f.: 1.a. Getreide-, Grasstoppeln, Korst. selten Wäz-, Hawerst., meist also alles nur St.ə; auch das abgeerntete Feld wird St.ə genannt; wenn dat Kore so gross is, dann brauch mer mit de Maschin nit so iwer de Borem se kratze; die grosse St.ə schade neist, die were jo wiere unnergefahr Rhfrk, Allg.; ech han Röpe (Rüben) en de St.ə gesät Rip, Allg.; in de St.ə hüən (hüten) Gummb, Allg.; do sen de St.ə noch ganz der Acker ist noch nicht gepflügt Rheinb-Ipplend; de St.ə sen op freigegeben zum Viehhüten Saarbg; hej hät St.ə (lang St.ə) gemäicht, St.ə stohn loten nicht kahl das Gras gemäht Rees, Allg.; St.ə (om)fahren das St.feld pflügen Rhfrk, Mosfrk, — plöge (baue) sonst, — schälle Sieg, Eusk, — breiche Dür, Jül, Aach, Geilk, MülhRh-Holweide, — reihe ebd., — stürze Sieg, Eusk, Kreuzn, — afbaue Düss-Serm, Klevld, — en de Erd b. Bergh-Blatzh, — römmache Kobl-SSebastian, — enmache May-Ettring. — Die beim Schneiden mit der Geastersäg stehen gebliebenen Ginsterstümpfe, Geasterst., die zuweilen den Armen als Brandmaterial überlassen wurden Siegld-OSetzen. RA.: De hät en Bart wie paar St.ə spärlichen B. Kobl, Allg. Wann de Fuss (Fuchs) durch de St.ə löf, es senge Balg got Bergh-Hüchelhv. Dat dohn ich esu gern as bärves dörch de St.ə lofe MüEif. Der Wet (Weizen) rist (rert) noch net en de St.ə Eile ist noch nicht nötig Erk, Kemp. Dat Feld leggt noch en de St.ə ist noch nicht gepflügt Heinsb. Wenn de Kih en de St.ə gihn, get de Melch en de Schosseln geschitt gibt es wenig Milch Saarbg-Cahren. Wenn de Wengk (Wind) övver de (Hawer) St.ə jät (geht), es de beste Tit üəver Grevbr-Wickr, Verbr., — es ne meh vill ze hoffe Ottw, Saarbr. Wenn de Kückskes öwer de St.ə laupe, dann geiht et noch Sol. So bal de Fochs de Schwanz iwer de St.ə schläft, es sei Pelz schu got Merz-Britten. Wenn de Has iwer de St.ə leift, kimmt der Herst Prüm-Stadtkyll. Wanehr löppt den H. ower de meste Löker? Wenn er über die St. läuft Geld, Allg. — b. Bartst.ə, meist St.ə im Gesicht; auch Stumpf von abgeschnittenem Haar, Federansatz; de St.ə afkratze, — herafmache rasieren Rip, Allg. RA.: Wenn de Kopp geschoəren ös, danze de Lüs op de St.ə wenn die Sache klar gelegt ist, kann man auch den Grund sehen Kemp-SPeter. — 2. übertr. verächtl. Stotterer Ess-Rotthsn.

 PfWB Stoppel-bart Allg. m.: verächtl. unrasiertes Gesicht. Stoppel-bläch Wippf-Biesf n.: -feld, mit St.rüben besät. stoppel-bloss -blōt  Mörs, Rees Adj.: et Feld es st. man sieht nur Stoppeln; ene Hoff st. verkope nach der Ernte ohne Einsaat. Stoppel-blume -blō:m Trier-Newel f.: Bartnelke, Dianthus barbatus. Stoppel-böhmischen -bēmĭən Merz-Losh Reimsb Pl.: -rüben, Brassica rapa. Stoppel-brache -:x Jül-Tetz f.: Feld,

[Bd. 8, Sp. 741]
das man en de St.ə liegen lässt eine geraume Zeit, im Gegens. zur rene Br., das ein ganzes Jahr unbebaut bleibt. Stoppel-ende (s. S.) Verbr. n.: E. des Strohbausches. PfWB Stoppel-feld (s. S.) Allg. n.: 1. wie nhd. RA.: De hat enge Bart wie e St. Aach, Verbr. Su langsam ginn wie en Laus om St. Kobl-Neuend. Wann stonn de mitste Loucher gege Hemmel? im St. Eusk-Mülh. Wo löpt der Has öwer de mesten Löcker? Gummb, Verbr. — 2. übertr. verächtl. der hät en St. em Gesech ist unrasiert Rip, Verbr. Stoppel-grün -jr:nt Schleid-Berg Heimb Keldenich Roggend Vlatten Weyer, Eusk-Enzen Rövenich, Köln-Mengenich, Bergh-Blatzh Götzenk NAussem Pütz, Dür-Ellen Froitzh Eirbelsr Merzenich, Jül, Erk-Holzw Pesch; -jr:n Eusk-Lövenich OGartzem, Dür-Hoven Müddersh GBolh, Grevbr-Neuenhsn, Sieg-Lülsd, MülhRh-Heumar; -ȳ:- Mörs n.: -rübe, Brassica rapa, in die eben umgepflügten St. gesät. Die Blätter von St. müssen auf Mörser Kirmes (Anfang September) en Schopsohr gross sein; sonst wird es nicht mehr gut Mörs. Stoppel-hahn Waldbr-Eckenhg, Gummb-Homburgisch, Dinsl-Hünxe, Rees (veralt.) m.: Erntehahn. letzte Garbe, letzte geerntete Kartoffel u. die damit verbundene Bewirtung der Arbeiter; in Dinsl, Rees gab es dann abends Reibekuchen, nachdem der letzte Kartoffelstrauch mit anhängenden Kartoffeln ins Haus gebracht war mit dem Spruch: Hier breng ek ow de St. met twelf so schöne Kartuffels dran; die sen niet besönners ütgelesen, die sen allemolen so gewesen; dat Feld es leəg (leer), de Kellder vull, nu makt uns ok dat Gläsken vull! — Der Stoppelhahnwagen letzter Erntewagen Waldbr-Eckenhg. Stoppel-harke -k Rees-Brünen f.: grosse Schleppharke, zum Aufharken der verstreut liegenden Ähren. Stoppel-huhn -ō:- Waldbr, Gummb-Homburgisch (veralt.) n.: -hahn; reichliches Essen u. Schnaps nach erledigter Ernte; beim Mähen des letzten Hafers wird gerufen: Has, höpp! u. dann wird hernach das St. bereitet; hü krigen mer et St. (oder den Hasen); se han et St. verdent. Stoppel-kalb (s. S.) n.: 1. ein Kalb, das der Milch des Muttertieres schon entwöhnt ist, bis zu ½ Jahr alt. Der Name rührt daher, dass das Vieh im Herbst auf die abgeernteten Stoppelfelder getrieben wird und die Frühjahrskälber um diese Zeit zum ersten Mal mitgehen Siegld, Neuw-Dernb. — 2.a. übertr. verächtl. übermütiger, halberwachsener Junge, selten ein solches Mädchen ebd. — b. dummer Kerl, Tölpel Düss-Benr Stdt, Neuss-Zons, Kref-Fischeln; plumpes Weib Mörs-Rumeln. Stoppel-kamp -a-, –ǫ- MGladb, Kemp m.: -rüben, in die Stoppeln gesät, im Gegens. zum Brok-, Mai-, Sommerk., Brassica rapa. Stoppel-kirmes Kobl-Urmitz f.: Erntefest im August. PfWB  ElsWB Stoppel-klee (s. S.) Allg. [-øpəl- Merz-Schwemml m.: Kl., unter den Roggen gesät, sobald dieser eben aufkeimt; ist der R. gemäht, kommt der St. aus den Stoppeln heraus u. wird, herangewachsen, gemäht. Stoppel-kolrabe -kolrāwən Saarl Pl.: -rüben, Brassica rapa. Stoppel-korn -kr Trier u. Bernk (Mos) [-øpələ- Trier-Fell Mehring] n.: Roggen, ins St.feld gesät; wird zwei Jahre nacheinander Roggen auf demselben Feld gesät, so heisst die zweite Saat St. Stoppel-kraut

[Bd. 8, Sp. 742]
-krūt Lennep-Strassweg, Aach-Brand Breinig Hofstdt Verlautenheide, Geilk, Heinsb, Erk, MGladb-Rheind, Grevbr-Evinghv, Mörs-Neuk n.: -rübe, Brassica rapa. PfWB  ElsWB Stoppel-krutte -grot f.: 1. Kröte, insofern sie auf dem St.felde haust Meis-Hoppstädten. — 2. übertr. verächtl. herumspringender kleiner Junge Zell-Enkirch Sensw. Stoppel-mus -ō:- Monsch-Woffelsb n.: -rübe, Brassica rapa. Stoppel-rechen Kobl-Vallendar, Neuw, Altk-Oberaun Seifen (Michelb -øb-), Siegld, Sieg-Leuschd, Monsch-Rötgen, Eup-Lonzen, Aach-Walh m.: -harke. PfWB  ElsWB Stoppel-rübe (s. S.) Allg. dort, wo nicht St.-grün, –kamp, –kraut, –mus, –zeug herrscht f.: die nach der Roggenernte noch in das St.feld gesäten Rüben, Brassica rapa. Stoppel-siff -zef, –ǫ-, –- Neuw, Altk (-øpəl- Neitersen), Waldbr, Sieg n.: grobes Getreidesieb, PfWB Stoppel-stück (s. S.) Allg. n.: -feld. RA.: Dei Kopp seiht aus wie e St. die ungleichmässig geschnittenen Haare Merz-Saarhölzb.