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Rheinisches Wörterbuch 
 
Steuer II bis Stevenschiff (Bd. 8, Sp. 651 bis 652)
 
  PfWB  ElsWB  LothWB Steuer II Rhfrk -aiər, –ęi-, –ęij- Sg. u. Pl. (u. Saargeb. -ərə); Mosfrk -ę·i.ər, Pl. -rə; Siegld -īər, –ȳə-, Pl. -rn; sonst -ȳ·ə.r [Köln-Stdt -:r], Klevld -ȳər, Pl. -rə f. [m. Goar-Weiler]: 1. Geldsteuer, Abgabe an Staat u. Gemeinde, Staats-, Gemende-, Kirche-, Vermögens-, Grond-, Hus-, Klasse-, Erbschafts-, Stempelst.; St. bezahle, — opbrenge; do han se och noch emol en huh (neu) St. drop geleg (gesatz); mer wiərd net ferdig et ganze Johr met luter St.ə Rip, Allg. RA.: St. un Zoll micht den Hären Keller, Kichen un Kasten voll Trier-Schleidw. Mer moss St.ə bezahle, dat mer barsch (barstet) Rip, Allg. Wann er misst St.n bezahlen van seiner Dommhät, dann gäng er net genug verdeinen Saarl. Van't St. zahle on van't Bichtegoh es emmer de Zitt (Zeit) ze gau (schnell) eröm Aach-Merkst. — 2.a. op de Stür gohn ausser dem Hause arbeiten, vom Handwerker Eusk-Zülp. — b. -ø·y.- Stütze, Hülfe; de Motter hat vill St. an hir Dochter Prüm-Steffeln 1880; -ę·i.-, en hot vu sange Kannern (seinen Kindern) kan Fatz St. WBitb. — c. de Wegsteier (f.) nit meh halle infolge Alters oder eines Gebrechens oder Trunkenheit nicht mehr genau den Weg einhalten können Rhfrk, Mosfrk.

Aus- steuer: nach dem Nhd.Bei -steuer: nach dem Nhd., Beitrag.

 PfWB Steuer-amt n.: nach dem Nhd. PfWB Steuer-bote -bǫt Bernk-Bollenb, Aden, Ahrw, Rheinb, Bo, Sieg m.: -empfänger. PfWB Steuer-einnehmer Verbr. m.: dass. PfWB Steuer-empfänger Verbr. m.: dass. Steuer-exekuter Waldbr m.: dass. Steuer-haus, Steuer-hecke Bernk-Horath n. (f.): Haufen Feldsteine (weil jeder dazu beisteuert, indem er die Steine aus seinen Feldern dazubringt). Steuer-kasse Allg. f.: nach dem Nhd. RA.: De hät en Röz (Rückentragkorb) om Rögge wie en St. einen Höcker Eusk-Bessenich. PfWB Steuer-kontrollör Verbr. m.: Zollbeamter für die Brennereien. Steuer-mahnung f.: nach dem Nhd. PfWB Steuer-zettel (s. S.) Allg. m.: wie nhd. RA.: Platt wie en St. Gummb-Berghsn. Dat küt esu secher we'n St. Köln-Stdt. Er es mer lästiger wie en St. Goar-Alken. De St. guckt raus! das Hemd aus der zerrissenen Hose

[Bd. 8, Sp. 652]
Merz-Haustdt. Dat han ich net gedach, sät der Bur, do kregt he ene grusse St. Jül-Linnich.

steuern schw.: 1. Steuern bezahlen; heə moss döchtig st. Aach-Stdt. — 2.a. sammeln für Arme u. Kirchen; se guhn st. Bernk-Berglicht; se ho vill gesteiert krigt Prüm-Mürlenb; die Kinder gohn st. heischen, etwa für ein Jahresfeuer Mos, WEif, Aden-Hümmel, Neuw-Dattenbg. Get es (uns) jet ze stiəre fir je Mechelsfeier usf. Prüm. — b. einem etwas st.; Beihilfe leisten; steuer em at jet! Neuw-Dattenbg, MüEif. — c. die Stauere jenge Fra ein ins Haus von auswärts eingeheiratete Frau Zell-Sohren. — Abl.: die Steierei, dat Gesteier(s).

 PfWB  ElsWB aus- steuern: wie nhd. eine Tochter a. PfWB  ElsWB be -steuern: einen, etwas b., mit Steuern 1 belegen, nach dem Nhd. verbr.bei -steuern: einem etwas b., nach dem Nhd. Allg. PfWB ver -steuern: etwas v., nach dem Nhd. Allg. PfWB zu -steuern: beilegen, unterstützen Köln-Stdt.

Steul(en) = Staude, Rebstock; Steules = Tölpel s. bei Stäul(en).

steven -ē:v- = stieben (s. d.).
 
 
Steven -ēw- Sg. u. Pl. Rheinschiff; -wər Saar, Mos m.: Vorder- u. Hinterst., die vorderste u. hinterste in der Kielrichtung liegende Rippe des Schiffes; über dem Vorderst. liegt das Bugspriet, am Hinterst. ist das Steuerruder angebracht.

Steven-rohr ebd. n.: das R., durch das die Schraubenwelle (Wasserachse) u. die dieses abdichtende Sternbüchse nach aussen treten. Steven-schiff ebd. n.: Sch. mit hervortretendem Vordersteven, auf welchem links u. rechts die Bugplatten angenietet sind, wodurch ein scharfer Bug entsteht.