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Rheinisches Wörterbuch 
 
Stank bis stänzeln (Bd. 8, Sp. 529 bis 530)
 
  PfWB Stank -a- [NSaarbg, Trier, Wittl, Bitb, SPrüm -ā-; sndfrk. Trübungsgeb. -ǫ-] Allg. Sg. t. m.: 1. Gestank; wat es dat hi en St.! Gummb, Allg., aber sehr selten, dafür Gestank. Aber in der Wend.: St. för Dank; ich habb St. för (plaz) D. krege; derno es der St. grüsser als der D.; do hät mer och mih St. wie D. van Rip, Nfrk. Düvels D. es St. Mü-Eif. — 2. übertr. a. Lärm, schlechtes Gerede. Gummb. — b. Uneinigkeit, Zänkerei Allg; wat mak et (ihr) för en St.

Ge- stank: 1. wie nhd. RA.: He op deser Bank es ne grusse G.; wer en et iərz rüch, dem he entflüg! dem Furzenden Dür. Üvver kort odder langk vergonn mer (sterben wir) met G. Köln-Stdt. De G. fir den Dank kreən Trier, Bitb. — 2. übertr. Streit; G. machen Allg.

Stank-vogel Birkf-OTiefenb m.: Wiedehopf.

stänkeln -ę- LRip in Aden-Kaltenborn schw.: träge gehen.

stanken -a-, –ę- = stinken s. d.).

Stanken OMosfrk in Daun-Katzwinkel, Aden-Wanderath Pl.: breitwuchernder Pflanzenwuchs, bes. auf der Weide um einen Kuhfladen. — Gestanke Koch-Kaisersesch Meiserich.

 PfWB Stänker -ę- Sg. u. Pl. [Klevld Pl. -ərs] Allg. m.: 1.a. verächtl. stinkender Mensch Allg. — b. Wiedehopf Aden-Borler. — 2. übertr. a. verächtl. Mensch, der Händel, Zank verursacht u. zu denselben aufhetzt; Streitsüchtiger, Heimtücker; ene ale St. Rip, Allg. — b. fule St. Faulpelz MGladb-Mülfort.

Stänk-balg Bergh-Habbelr m.: verächtl. Streitsüchtiger.

stänkerig Allg. Adj.: streitsüchtig.

 PfWB stänkern -ę- Allg. schw.: 1. Händel suchen, hetzen, sticheln; enen wegst.2. nicht voranmachen bei der Arbeit Koch-Binningen Leienkaul. — Abl.: die Stänkerei »Streit, Wortwechsel«, dat Gestänkersch.

aus- stänkern: etwas a., ausstöbern Zell-Senh.

Stankert -ərt, Pl. -tə Aden-Kaltenborn m.: Stanken.

Stänkert -ęŋkrt, Pl. -tə m.: 1. Wiedehopf Klev. — 2. verächtl. a. Streitsüchtiger, Hetzer Wippf, Rees-Wesel, Mörs-Orsoy. — b. einer, der mit seiner Arbeit nicht voranmacht Koch-Leienkaul.

stänkig Adj.: ranzig, von der Butter Neuw-Brückrachd.

stänksen -ę- OMosfrk in May-Polch schw.: träge herumstehen, mit der Arbeit nicht voranmachen. — Abl.: die Stänkserei, dat Gestänks, der Stänkser.

Stankett = Stakette (s. d.).

Stann = Bottich s. Stande bei Stand.
 
 
 PfWB stantepee zu lat. stante pede -antəpē:  Rip, Nfrk; -andəbē Siegld; -pē: Westerw [-bē:t Altk-Nauroth]; -andəpī: Daun-Neroth, Bitb-Stdt Dudeld

[Bd. 8, Sp. 530]
(-pē:); –antəpi·l. Malm-Büttgenb Nidrum; -ndəbī:l Monsch: 1. Adv. stehenden Fusses, sofort, auf der Stelle, ein Tun oder Unterlassen fordernd; st. gehste met! Rip, Nfrk, Siegld, Westerw; op st. Klev. — 2. Sg. t. en hot kän St. mih keinen festen Halt, von Bezechten; St. halen Stand halten; äm de St. h. ihm fortwährend Beistand leisten Daun-Neroth, Bitb (s. o.).

Stante-peter -antəpitər  Sieg-Rhönd m.: ein Unkraut im Weinberge, Hahnenfuss (?). Stante-pines -antəpīnəs  Aden-Nohn m.: verächtl. steifer, unbeholfener Mensch.

Stantur = Gestalt s. Statur.

stänz = widerspenstig, vom Tier s. ständs bei Stand.
 
 
 PfWB  LothWB Stänz -ę- verstreut verbr. m.: 1. Kurzf. für Konstanz u. Konstanze (n.) (s. d.). — 2. übertr. Pl. -tsə(n). a. persönl. α. verächtl. Zuhälter Saarbr, Bo, Köln, Düss. — β. verächtl. Hochstapler Wittl-Meerf. — γ. hagerer, magerer Mensch Bo, MGladb-Korschenbr. — δ. -- ein ca. ein ½—1 Jahr altes Kind Mörs-Neuk; -ę- verächtl. magere KuhMörs-Rumeln, Geld-Veert; aler St. verächtl. alte Kuh Monsch, Dür, Geld. — ε. Stier Kobl. — b. sachl. scherzh. Regenschirm Ess.

Stänzel -ę-, Pl. -ələ RRip in Sieg-Fussh m.: verächtl. einfältiger, langsamer, steifer Mensch.

stänzelig ebd. Adj.: einfältig, langsam, steif.

stänzeln schw.: 1.a. gezwungen, geziert gehen; op de Afsätz st. RRip in Sieg-Ägid, uWupp. — b. hin- u. hertrampeln im Garten, Grase, Getreide, es so niedertretend; bo erimgemach es, därft er net st. OMosfrk in Koch-Moselkern, May-Hatzenport Löf Kollig. — 2. einen st., fortjagen Altk-Hellert. — Abl.: die Stänzel(er)ei, dat Gestänzel(s).