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Rheinisches Wörterbuch 
 
Seihe bis Seihzeug (Bd. 8, Sp. 50 bis 51)
 
  PfWB  ElsWB  LothWB Seihe das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk sai, sęi; Mosfrk zę·i. [Bitb-Speicher z:]; Siegld sęj; Rip ze·i. [Malm, Monsch, Jül, Aach zē:j; Eup ze; Berg zei, ze·i. [Waldbr auch zē:]; SNfrk ze·i. [Kemp-Dülken zę·i.; WSelfk zij]; Klevld zei; Pl. -ə(n), Demin. -χə(n), –kə(n) [im SRip auch zeχə] f.: 1. wie nhd., Sieb für Flüssigkeiten (im Gegens. zu Sift u. Reider für feste Körper), Gefäss aus Holz oder Metall (Emaille) mit siebartig durchlöchertem Boden u. ganzen oder durchlöcherten Seitenwänden, um Milch, Kaffee, Tee hindurchzuseihen, um feste Bestandteile (Gemüse, bes. Salat) vom Wasser zu trennen; Blech-, Emalje-, Milch-, Kaffi,-Tee-, Gemisseih Rhfrk, Allg.; der Boden besteht aus einem Leinenlappen für Milch, aus einem feinen Drahtgeflecht für Kaffee, Tee (Hors.), aus weitmaschigem Geflecht für Gemüse, Kompott (Durchschlag); breng mer de S. her, dat eich det Mus ofschiden; wäsch de Zalot en der S.; de Milch durch de S. lossen Mosfrk, Allg. RA.: Das Gefäss rennt wie en S. Rip, Allg. De hät en Kopp (Gedächnis, Gehiərn) wie en S. ein schlechtes Gedächtnis Waldbr, Allg., — e Gesech wie en S. pockennarbig Dür, — e Gewesse wie en S. ein weites Gewissen Bitb-NWeis, — en Stemm wie en S. singt schlecht Erk-Merbeck. He es en S., en der mär Düwelstüch (-zeug) hangen blifft er hat sich allerhand Schlechtigkeiten angewöhnt Mettm, Düss. He melk der Bock on sei hält de S. von planloser Arbeit Köln-Stdt. En hot durch en S. gekuckt von dem, der den ganzen Tag ausgelassen fröhlich ist u. viel lacht Trier, Wittl, Bernk; et eas mer eso lächerlich, as wan ich dorch en S. g. hätt Merz-Nunk. Dat geht dörch en (Hoar) S. ist fein erdacht Barm. En de S. melke etwas verschleudern; e melk en gen S. odder e hält och ne Emmer dronger weiss, was er tut Dür. — 2. übertr. a. siebartiger Blechkorb zu Marktgängen Düss, Mettm; kleiner, länglicher, ovaler, muldenförmiger Korb, aus Eichenschienen geflochten, bes. zum Kartoffellesen gebraucht Siegld, OAltk. Säjjelche meist aus Haselschienen geflochten, bes. für die Wäsche bestimmt Siegld allg. (während der grosse Kartoffelkorb sonst hier Fellwes heisst). — b. der Rogener des Herings Sol. — c. en S. mache auf der Eisbahn Bahn schlagen, indem sich eine Reihe Kinder aneinander festhalten Neuw-Rheinbrohl.

Seih- in der Zs. zu Seihe u. seihen: Seih-back Rees m.: graue, flache irdene Schüssel, in die Milch geseiht wird. Seih-bar -br Bitb-Geichl NWeis m.: dass. RA.: Rennen wie en S. NWeis (nur in dieser RA.). PfWB Seih-becken Saarl-Roden, Prüm-Stdt n.: Seihe. PfWB Seih-blech Rhfrk, Altk, Neuw n.: Seihe, zum Seihen der frisch gemolkenen Milch. Seih-dich s. –tuch. Seih-düppen -øp- Ruhr, Mörs; -eb- Prüm n.: Napf, in der die Milch geseiht wird. Seih-eimer -ē:-

[Bd. 8, Sp. 51]
Wippf-Biesf m.: E., aus dem die Milch in den Topf geseiht wird. Seih-eisen Altk-Birken n.: im Rätsel vom Menschen: Et komen zwei Hacken (Beine) den Berg erop getracken (gezogen); op den H. logen Sacken (Bauch); op dem Sacke l. en Paar Drescher (Arme); op den Dr.n log en Müll (Mund), on op der M. l. en S. (Nase), op dem S. l. en Guckhäns-chen (Augen); op dem G. l. en Wald, do spazieren Jong on Alt. Seih-fass -fāt Düss, Mettm n.: grosses Gefäss mit seitlichem Ausguss, gewöhnl. aus Messing, 50 l haltend, in das die frisch gemolkene Milch geseiht wird. Seih-holz -holt Gummb n.: kleines Holzgestell aus zwei Holzbalken, die durch zwei Querbalken verbunden sind, auf das die Seihe beim Milchseihen gestellt wird. Seih-kessel -ęt- Gummb m.: K., aus dem die Milch durch die Seihe geschüttet wird. PfWB Seih-korb -kǫrəf Bernk-Wolf m.: K., in die Mostbütte (Inkbitt) unter den Ausfluss der Kelter gehangen, in dem sich die fremden Bestandteile sammeln. Seih-laken in der Zs. ze·i.ləksplak Eup m.: -lappen, –tuch (s. d.). PfWB Seih-lappen,  PfWB Seih-läppchen (s. S.) Gummb, Wippf, Lennep, Mettm m. (n.): Leinentuch, in die Seihe gespannt, durch das die Milch geseiht wird. Seih-lich s. –tuch. Seih-löffel (s. S.) Westerw m.: durchlöcherter, flacher L. Seih-mande -ma·n., –mę·n.χə uMos [urkdl. zwa symanden Drachenfels 1398; seymandel Kobl-Metternich 1491] f.: -korb (s. d.). Seih-pott Mörs m.: -düppen (s. d.). Seih-rich s. –tuch. Seih-ring (i. S.) Allg. m.: R., der das Seihtuch an der Seihe festhält. Seih-schüssel -isəl Ottw-Neunk; -os- Bernk-Maring; -ot- Wittl, Bitb, Prüm, Rip, Geilk, MGladb, OBerg; -ød- Siegld f.: 1. Milchseihe. RA.: Du has ene Kopp wie en S. bist vergesslich Jül, Aach, Geilk, MGladb; de hät en S. em K. Dür-Pier. — 2. übertr. verächtl. unmässiger Mensch Wittl-Landschd; Taugenichts Bernk-Mahring.  PfWB Seih-tuch (s. d.) Allg.; zę·i.diχ Merz, Saarbg, Trier-Hochw; -liχ SNeuw; -riχ WNeuw; zidχ Monsch-Zweifall; -zī:dəχ Eup-Raeren, Aach-Walh; se·i.leksplak Eup-Stdt [urkdl. zwei Seituch 1642] n.: Leinenlappen, in das Milchsieb gespannt u. das Milchsieb selber. RA.: De hat e Himb an su denn wie e S. Kobl-Rhens. Ein Junge, der das Hemd aus dem zerrissenen Hosenboden hängen hat, hät singer Moder et S. afgestolle! Sieg, MülhRh, Neuw-Datzeroth; de hät et S. erushange! Dür-Frauwüllesh. Hemdschlippen ut der Brouk (Hose) göt en gouden S.! Wippf-Stdt. Seih-zeug -tȳχ OBerg n.: alles, was zur Milchseihe gehört.