| PfWB ElsWB LothWB Spiegel das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk in Saarbr, Ottw -iχ-; sonst Rhfrk -īəl [Birkf-Mackenr, Kreuzn-Hahnenb -eiəl] Sg. u. Pl.; Mosfrk -ī:jəl, –ē- [mosfrk. Saar vielfach -ij-; Merz-Stdt -ī ə·l.; Bitb-Mettend -ē·ə.l]; Pl. -əln; Siegld -ei-, –ęj-, Pl. -əln; Rip steht nebeneinander im selben Dorfe -ē:j- u. -ij- [Aach-Stdt -ej-; Breinig -ęj-]; Pl. -ələ; Berg -īj-, –ē-, –ei-, –ē:-, Pl. NBerg -əlts [um Waldbr-Eckenhg -īəl]; Eup-Stdt -e·i.γəl, Pl. -ələ; SNfrk im Süd -ē:jəl; in Kref, Kemp, NErk -īəj-, Pl. -əlts; Klevld -īγ- [um Mörs-Friemersh Neuk -iχ-], Pl. -əlts; Demin. -əlχə(n), –əltə(n), –əlkə, –əltjə m., doch Koch-Urschmitt, SNfrk, Klevld n.: 1. wie nhd.; ene Wand-, Zemmersp., jüngst auch ene Hand-, Täschensp.; der Wandsp. hängt oft schräg, unten auf zwei Nägeln ruhend u. oben mit einer Kordel an einem Nagel hängend; in den Zwischenraum zwischen Sp. u. W. legt man oft Schriftstücke u. vor allem früher die Rute für die Kinder; en de Sp. sehn; sech em Sp. besehn Rip, Allg. RA.: Su glatt, — blank, — blänkig wie ene Sp. Rip, Allg. Der Sp. sät de Wohrhet das Aussehen eines Menschen zeigt seinen Charakter an Gummb-Berghsn. Der Sching (Schein) drüg (trügt), der Sp. lüg (lügt) Köln-Stdt. Ich kann et Lege (Lügen) nit verdrage, sat de Juffer Latz, do schlog se ehre Sp. kapot ebd. Wosse (willst du) en rechtigen Iəsel senn, dann kik en en Sp.! Elbf. Wer en der Sp. sitt (sieht), kann em Geck de Zeck (Zeit) vam Dag sage Dür. Wellt gej es en moj (schönes) Beld siehn, sagg de Jong, dor liet (liess) hei sinne Vader in't Sp. kicke Mörs-Rheinbg. Wellt gej ow eiges (selbst) lehre kenne, kickt niet in't Sp., k. nor benne! Klev. De Bref (dat, wat ech em gesat han) kann he sech henger (an) der Sp. steche, — stich he sech net h. der Sp. Rip, Allg. De lett (lässt) sich net h. der Sp. kicke ihm ist nicht zu trauen Aach. Wer vill für dem Sp. steiht, der gäng (flott) de Bach erafgeiht geht wirtschaftl. zugrunde Prüm-Stadtkyll. Des Sondä's, wann se (die [Bd. 8, Sp. 327]
Burschen) no den Fraulüən gohn, dann g. se en Stonn för den Sp. stohn; dann fählt en noch dit, d. f. en noch dat: Muder, wat es min Kragen so schwarz? Waldbr-Eckenhg. Jonge Frowlüj beje (beten) et liffst för et Sp. Geld-Schravelen. — Im Kinderld. Egel, Sp., mit Mann Segel, Selwerschanken, finke-fanken, grene Bogen, meich oder deich, deck Sau, zogleich aus! Abzählr. Bitb-Bickend. Egel, degel, Huppmanns Sp., sölver Sach, Kranekrach, wivele Uhre, w. ent; Gott göf dem Hemmel e golde Kled; öll, döll, duf, driss (schmiss), dat et schnuft! dass. Monsch. — Rätsel. Fir platt un hennen pl.; kladderadatt, wat es dat? Trier. Blank an der Wangk, wat es dat? Remschd. — Volksgl. Weə völ e jene Sp. kickt, henger döm steəht der Düvel zu Kindern Aach, Allg.; wammer nachts in de Sp. guckt, g. mer em Deiwel in de Arsch Simm, Ottw, Saarbr. Auch soll man Hexen im Sp. erkennen können, z. B. wenn ein Kind kränklich ist u. man nimmt an, es sei behext, dann setzt man das K. in eine Bütte mit Wasser u. hält einen Sp. vor; dann erscheint die Hexe im Sp. Fällt der Sp. von der Wand, wird ein Mitglied der Familie sterben Allg. Sind dreizehn Personen in einem Zimmer oder an einem Tische, so stirbt der im selben Jahre, der dem Sp. gegenüber sitzt Grevbr-Wevelinghv. Ist einer im Hause gestorben, wird der Sp. herumgehängt Saarbr, Saarl; man hängt ein Tuch um ihn OBerg. — 2. übertr. a. sachl. α. Glatteis May-Münk NElz. — β. -ījəlχər Pl. Frauenspiegel (Botan.) Bitb-Dudeld. — γ. Türfüllung, in der Spr. der Schreiner Verbr. — δ. Gefach in der Fachwand Trier-Beschd, Bernk-Sensw. — ε. andersfarbiger Besatz am Ärmel u. Kragen der Uniformen, in der Soldatenspr. Allg. — ζ. Flecken auf gewebten Stoffen, von Wassertropfen herrührend MGladb; glänzende Schmutzbahn an Kleidern von geschlabberten Speisen, bes. auf dem Arme (von Rotz) Rhfrk, Merz-Oppen, Koch-Binning. — η. diejenige Fläche eines Balkens, deren Richtung auf die Mittellinie des Stammes weist, wie das Holz z. B. in natürlicher Weise reisst; natürl. Maserung, Sp. em Holt Berg. — θ. im Gewebe immer gleichmässig wiederkehrende kleine Figur Kref. — ι. Keilkissen Birkf-Idar. — κ. Gartenbeet Geld-Wachtendonk Wankum. — λ. Halsschild des Maikäfers; Käwerek, K., weis mer de Sp., sos drehn ich der den Hals erom! Trier-Kenn. — μ. dronke öwer de Strot (Strasse) lope för Spott en Sp. zum Spotte im Angesichte aller Emmerich. — ν. scherzh. Platz im Eisenbahnwagen der früheren vierten Klasse zwischen zwei Fenstern, in der Bergmspr. Saargeb. — j. -χə Huflattich Saarbr-Breb Stdt. — b. persönl. Rufn. für eine gelbbraune Kuh Saarbr-Feching, Ottw-Theley Wiesb, Saarl-Hüttersd. PfWB Spiegel-affe -āp Jül m.: verächtl. hoffärtiger Mensch. Spiegel-auge -əltsū·ə.x Mettm-Cronenbg n.: Schraube mit Ring (zum Einhaken von Gardinenstangen udgl.). Spiegel-baum Kref m.: Kettbaum, der die Drähte zur Bildung des Spiegels 2 θ trägt. spiegel-blank Allg. Adj.: sehr bl., sorgfältig gereinigt.[Bd. 8, Sp. 328]
PfWB Spiegel-eier (s. S.) Pl.: nach dem Nhd. RA.: De hest en Paar Ogen (so gross) wie Sp. Altk-Birken. Spiegel-eis (s. S.) Rhfrk in Kreuzn-Bockenau Langenlonsh, Birkf, Wend-Dörrenb, Ottw, Simm, Goar; Mosfrk in Merz-Bachem, Saarbg, Trier bis Kobl, Wittl, Bitb-Baustert Bollend Gondrf, Prüm-Oos, Daun, May, Westerw, Siegld, Rip, Berg, Geilk, Rees [-oxəl- Neuw-Breitschd] n.: Glatteis. Spiegel-eisen (s. S.) Siegld, Altk n.: härtestes, hellstes Roheisen, das an der Bruchstelle spiegelnde Flächen aufweist. Spiegel-feder -fērər Kreuzn-Münster f.: Federgras, stipa pennata. PfWB LothWB Spiegel-glas (s. S.) Allg. n.: nach dem Nhd. PfWB spiegel-glatt (s. S.) Allg. Adj.: sehr gl. PfWB Spiegel-gras Kreuzn-Münster n.: -feder. PfWB Spiegel-karpfen -kǫrfə Goar-OSpay m.: cyprinus specularis. Spiegel-lies-chen -liskə Düss-Stdt n.: verächtl. eine oder einer, sich sehr gern im Spiegel besehend, sehr eitel. Spiegel-rahmen (s. S.) Allg. m.: wie nhd. PfWB Spiegel-schaff n., PfWB Spiegel-schank, PfWB Spiegel-schrank m.: nach dem Nhd. PfWB Spiegel-tanz -dants Hunsr, Ottw-Wiebelsk m.: ein Tanz, wobei mitten auf den Tanzboden ein Stuhl mit einem mässig grossen Spiegel gestellt wird; die Mädchen stellen sich alsdann in einer Reihe hinter dem Stuhl, die Burschen in einer solchen vor dem Stuhl auf. Der erste Bursche nimmt sodann auf dem Stuhle Platz und hält den Spiegel schräg vor sich, u. zwar so, dass die hinter dem Stuhl stehenden Mädchen hineinschauen, sobald sie näher herantreten; erblickt nun der Bursche das erste Mädchen im Spiegel u. sie passt ihm aus irgendeinem Grunde nicht, so īrəlt (schüttelt) er mit dem Kopf, worauf das Mädchen aus der Reihe tritt u. sich hinten wieder anschliesst; nun tritt das zweite Mädchen heran usw., bis eine vor dem Burschen Gnade findet, was er durch nabə (Nicken) mirəm Kopp zu erkennen gibt; hierauf tanzen Burschen u. Mädchen eine Runde. Alsdann verschwindet der Bursche, u. das Mädchen setzt sich auf den mittlerweile umgedrehten Stuhl, so dass nun die Burschen hinter ihm stehen. Sie treten nun ebenfalls einzeln heran, und der ganze Vorgang wiederholt sich abwechselnd zwischen Burschen u. Mädchen. Natürlich wird beim Auswählen u. Ablehnen viel Schabernack getrieben; beim Sp. wurde keine besondere Gebühr erhoben, während bei fast allen übrigen die tanzenden Burschen eine Gebühr bezahlten. Spiegel-vexier -fiksīər Sieg-Schmittem m.: dass. spiegelig -ē:j- May-NMendig Adj.: in der Verb. sp. Mell Feuersalamander. PfWB ElsWB LothWB spiegeln schw.: 1. sich sp., in den Spiegel sehen; dat Mädche es ärg huffärdig, et spegelt sich e jedem Finster (sonst »in den wirkl. Sp. sehen« en de Sp. sehn); do es et su blank, do kammer sech dren sp.; en dem si Mauen (blankschmutzige Ärmeln) kammer sech sp. Rip, Allg. — De Sonn spiegelt sek im Weiher Gummb, Allg.; ock in de kleinste Puhl spiegelt sech den Hemmel Mörs. — 2. esu blank schure, dat et spegelt MüEif. — Abl.: die Spiegel(er)ei. ab- spiegeln: sich a., nach dem Nhd.vor -spiegeln: einem etwas v. nach dem Nhd.[Bd. 8, Sp. 329]
spieken, spieksen das Wort, eine Abl. zum Prät. spie (zu speien), ist an der uMos von Zell-Haserich an, dann noch südl. in Goar-Liesenf, n. in May bis OMendig verbr. (abseits -ikə Daun-Boxbg; -ē:kən Mettm-Hochdahl), u. zwar -ē:gə Zell-Haserich, Goar-Alken NFell (an der Mos), Kobl-Clotten Moselkern Winning, May-Cattenes Hatzenport Monreal; sonst in Goar-Tiefenf, Koch, May -ē:gsə [Aden-Weibern -iks-]; daneben steht spauzen, aber mehr in der Bed. »zornig werden, fauchen schw.: spucken. RA.: Do hät en Jud gespek(s)t wenn einer ein Loch im Kleidungsstück hat Allg. Der Dickleibige spekst sech of de Bauch on seiht sein Zihespetze net May. Ean de Hänn (Hände) gespekst on ean de Arwet geschess May-Trimbs. Dat es net wert, dat mer dröwer spekst Koch-Landkern. Se gleiche sech bie gespek(s)t; dat es sei Vadder bie g. Allg. — Abl.: die Spek(s)erei, dat Gespek(s). an- spieken, an- spieksen, | |