Wörterbuchnetz
Rheinisches Wörterbuch 
 
spalten bis Spalte (Bd. 8, Sp. 242 bis 243)
 
  PfWB  ElsWB  LothWB spalten das Wort, auf spalden zurückgehend, ist allg., u. zwar Rhfrk -alə; Mosfrk, Rip -ā:lə(n) [Rip daneben seltener -ā:ldə]; Siegld -ālə; OBerg -ālən, –ā:-; NBerg, MülhRuhr -ǫ·u.lən; Eup -ǫ·u.ə; SNfrk u. Klevld mehr rīte (reissen), seltener -a·l.də, –aldə [rrhn. n. Ruhr -lən, –ǫ- schw.; doch hört man auch Rip jəpā:lən; NBerg immer -pǫ·u.lən; n. Ruhr plən, –ǫ-, –ǫldən; das Prät. fehlt fast überall; doch hört man z. B. in MüEif pā:lt u. pō:l]: 1. Holz, Steine, Eisen sp., wie nhd. (beim Holz auch reissen, freissen, spleissen, splicken, doch mehr mit Axt unter Benutzung von Kloben; s. d. W.; das Rhfrk spallt einen Stecken im obern Teile zu einer Rechenfurke, während man Holz haut oder klin micht); Holt p.; Knippen op dem Hauklotz p.; Ekenhölter för Schinnen sp. Gummb, Allg.; Holz usenensp.; et H. spalt got (lech), — sp. sech g. (l.) Rip, Allg.; Leiestan (Schiefersteine) weren von de Kauleleit gespalt Koch; ein Feld sp., der Länge nach teilen, bei Erbteilung, im Gegens. zu drummen »der Breite nach« Saarl, Wittl; der Speck auf dem Rücken des geschlachteten Schweines get gespalt Mosfrk, Allg.; Eisenstangen an einer Seite aufspalten, um einen Stahlstab einzulegen; den Stahl auf der Exzenterpresse in die benötigte Länge schneiden NBerg. RA.: Da welle mer en sp. d. h. Fleisch zerteilen, gesagt beim gemeinschaftl. Genuss Jül. Dir spall ich noch de Kopp! Drohung Saarbr, Allg. En Strickspönke (Streichhölzchen) well he sp. on süpp en halwe Schobbe op eimol er spart am verkehrten Ende Duisbg. Kind: Modder, de Botteramm es te deck! Mutter: Es se te deck, da spau se; es se te dönn, da fau (falte) se! Eup, Verbr. Besser et Broat sp. as de Woarscht (Wurst) faulen (falten) Mettm-Küllenhahn. B. en gespaulene Mohltit as en ongehaulene (ungehaltene) Barm, Elbf. De Hor (Haare) sp. sehr geizig sein Neuw-Dattenbg. — 2. von Natur gespalten; de Kih hon gespaldene Huf; en gespalt Maul (Schniss, Lipp) Mund mit

[Bd. 8, Sp. 243]
Hasenscharte Rhfrk, Allg. — Abl.: die Spalerei, dat Gespal(s).

 PfWB  PfWB  PfWB  ElsWB ab- spalten,  PfWB  PfWB  PfWB  ElsWB auf- spalten,  PfWB  PfWB  PfWB  ElsWB durch- spalten,  PfWB  PfWB  PfWB  ElsWB nach- spalten,  PfWB  PfWB  PfWB  ElsWB ver- spalten (Rhfrk), zer spalten: wie nhd.

Spalt das Subst. m. ist selten: 1. balt, Pl. selten -də Riss, bes. Erdspalte Saarbr, Siegld; -ǫult, Pl. -lən Lennep-Ronsd, Elbf; -alt, Pl. -də Klev-Eyld. — 2.a. pǫ·u.lt, Pl. -ən Wert, Flussinsel zwischen Graben und Fliete, die Wupper wird dadurch in zwei Arme aufgespalten NBerg an der Wupp. — b. -alt, Pl. -də Haarscheitel (s. Wk. VII 23, Scheid) Klev-Calcar, Emmerich [-ęit Rees-Lackhsn]; -ā:l Lennep-Dhünn. — c. -alt Sg. t. Innenseite der gegerbten Haut MülhRh. — d. -ālt Afterklaue des Rindes Rees-Hüthum. — e. -ęlt Haarkrankheit der Kinder, bei der die Haarspitzen sich teilen Ahrw-Remag.

 PfWB Spalt-axt (s. S.) -al- Rhfrk; -ā:l- Mosfrk, Sieg f.: dicker, nach vorn wie eine Axt geschärfter Hammer, der zum Spalten der mittels Scheitkeils aufgerissenen Holzstämme dient, bes. auch ein waagerecht gerichtetes langes Beil, um Holz zu Fassdauben aufzureissen. Spalt-beilchen -ā:l- Wippf-Hartegasse n.: dass. Spalt-eisen n.: 1. Eisenstange, die an einer Seite aufgespalten wird, in diese Spalte wird ein dünner Stahlstab gelegt und das Ganze wieder zusammengeschweisst; an der verstählten Seite wird die Schneide (z. B. der Sense) geschmiedet, die Gegenseite, die aus Eisen ohne Stahlbeimischung besteht, gibt den Rücken NBerg. — 2. breites, aber dünnes Eisen, zum Spalten der Leien (des Dachschiefers) Bernk, Koch. Spalt-fenster -ā:l- Trier-OBillig n.: Giebelloch. Spalt-furche -ā:lfūər Saarbg-Nennig f.: F., die den Acker in Abteilungen zerlegt. Spalt-gras -ā:l- Bitb-Obersgegen Roderhsn Roth, Prüm-Jucken Olmschd; -ā:r- Falkenauel Irrhsn n.: Quecke, triticum repens. Spalt-hammer -ā:l- Koch-Laub, Sieg-ODollend m.: kleiner Richthammer, Holzh. Spalt-hölzer -ā:l- Koch-Bremm Pl.: Späller 2. Spalt-hütte -al- Bernk-Veldenz f.: H., in der der Dachschiefer gespalten wird. Spalt-jan -altjān Siegld m.: in der Länge abgeteilter Abschnitt des Hauberges. Spalt-kopf -alkǫp Saarbr, Ottw; -alə- Saarbr-Guichenb Heusw Lummerschd Quierschd, Ottw-Hennitz Wellesw, Merz-Büschf; -aldə- Ottw-Gennw m.: Schuhnagel mit gespaltenem Kopfe; s. Splick-kopf. Spalt-leder (s. S.) n.: nach dem Nhd. Spalt-loch -al- Saarbr-Eiw, Merz, Saarbg; -āl- Ahrw-Löhnd n.: Luke im Dache, enges Mauerloch, L. in der Scheune. Spalt-mine -ā:lmī:n Koch f.: Pulver-, Sprengmine in einem losgelösten Schieferblock. Spalt-säge (s. S.) Verbr. f.: grosse Holzsäge zum Längsdurchschneiden von Baumstämmen, im Gegens. zur Drumms. zum Querdurchschneiden. Spalt-sterz -ǫulttę(r)t Mettm m.: Habicht. Spalt-wagen -a·l.w:n Koch m.: W., in dem der Schutt von der Schieferspaltstelle weggefahren wird.

 PfWB  ElsWB Spalte f.: 1. -al, Pl. -lə Spalte, Riss, Kerbe im Holz Bernk-Bollenb; -āl, Pl. -lə dass., bes. Gang-, Erdspalte, in welche die aus dem Erdinnern

[Bd. 8, Sp. 244]
emporsteigende eisenhaltige Masse eindrang, dort erkaltete u. die heutigen Eisensteingänge bildet Siegld, Altk; -ǫ·u.l, Pl. -lən Spalte, Riss NBerg; -ā:l Rip. — 2.a. -ā:l, Pl. -lə Hälfte des gespaltenen Holzes Neuw-Datzeroth. — b. -ā:l, Pl. -lən Haarscheitel Wippf-Frielingsd, UBrochhg, Lennep-Dhünn. — c. -ǫ·u., Pl. Hohl- oder Luftschicht im Mauerwerk auf der Schlagseite; Spouhoək Verbindungsanker in einem Mauerwerk mit Hohlschicht Heinsb-Erpen.