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Rheinisches Wörterbuch 
 
sonder bis Songk (Bd. 8, Sp. 209 bis 211)
 
  PfWB  ElsWB  LothWB sonder das Wort ist in zwei getrennten Geb. bezeugt; im Rhfrk, WMosfrk (s. u.) als Adv. u. vereinzelt im Rip, geschlossener im SNfrk, Klevld (s. u.) als Präpos., dies auch in best. Wend. im WMosfrk: 1. Adv. a. abgesondert, für sich allein, ausser Gemeinschaft mit andern, u. zwar sunər Simm-Stdt; -o- Kreuzn-Hahnenb, Birkf-Idar Stdt; -o·n.- geschlossen im WMosfrk in Saarl, Merz, Saarbg, Trier-Ld, Bitb, Prüm u. abseits Koch-Laub; et hilt sich alt en jerer Gatting s. Simm-Stdt (bei Rottm.); s. gihn, hausen, woahnen, essen, leien (liegen), sitzen; ebbes s. halen, leən (legen), setzen, stellen; he kregt sein Essen s.; jeder Hafel (Handvoll Getreide) get s. gebonnen; de Jung hält sech emmer s. WMosfrk (s. o.); dat Melchwasser geht s. sondert sich ab Bitb-Geichl; et geht noch s. gemat ausserdem für sich noch gemacht Merz-Saarhölzb. RA.: Wenn im Essen sich ein Haar findet, sagt man scherzh.: Koch die Hor s.! Trier-Schleidw. — Attrib. Adj.; e s. Apart etwas ganz besonderes, von allem abgesondert; er hat sei s. A. sein Eigentum abgesondert Birkf-Idar Stdt; se hu gleich hire s.ə Stoot ugefang ihren abgesonderten Haushalt angefangen Saarbg-Wellen; dafür sonst etwa: er es net metkomm, er

[Bd. 8, Sp. 210]
hat sei Bu geschickt; das es net eso, das es eso; auch kann awwer zwischen beide Satzglieder treten Rhfrk, Allg. — b. samt on songersch alle insgesamt Elbf. — c. sonərn sondern, wie nhd. nur Siegld. — Ausserhalb des Geb. 1 a steht dafür allein, für sich.2. Präp. ohne. a. zo·n.ər in best. Verb. im WMosfrk; s. orms mit blossen Armen, in Hemdärmeln, ohne Jacke Bitb-NWeis Speicher, Wittl-Binsf; s. ärms Bitb-Mettend, Prüm-Mürlenb, Daun-Neroth; s. oarmen Bitb-Rittersd, Trier-Fell Mehring; s. hehl (-ī-) unverhohlen, frei heraus Trier-Heidenbg; s. verhehls Merz-Haustdt; S.ker (-kern) Apfelsorte ohne Kerne Kobl-Winning; s. ans (eins) uneinig; s. änt noch et anert ohne weitere Umstände Bitb-NWeis. — b. vereinzelt im Rip neben ohne veralt. tso·ŋ.ər uWupp, Sol; tsu·n.dər Köln-Stdt; tso·ŋ.ər Dür-Pier; tso·ŋ.dər Monschau-Witzerath; zo·ŋ.ər Aach; geschlossener bei der älteren Generation za·u.ndər Eup-Stdt; zo·ŋ.ər Geilk (Selfk); tso·ŋ.ər Heinsb, Erk, MGladb, Grevbr-Bedburdyck Wallr Wickrathhahn, Kemp; sondər Geld, Klev, Rees (die jüngere Generation hat schon ohne, aber doch seltener); ganz derzonger da ohne; z. Geld; z. Is of z. Schni Selfk, Allg.; enne auen (alten) Hahn on jong Henne, dat geft Küəke z. Enne (Ende) Heinsb; ech habb Doppes, wo et Eəte va selver en kockt s. dronger te stoəke Geld-Leuth; z. Goddes Onglöck kriege we ne jugen Bäu (gute Ernte) Kemp; se es satt s. Eten Rees, Allg.; hej kann niet es Papp ete s. schlobbern Klev. — En Wittfrau zunder Kind es e lecker Dingk Köln-Stdt. — In festen Verb. bes. beliebt: Ene Zongerbedrag unaufmerksamer, nachlässiger, sorgloser Mensch Heinsb, Geilk, Aach-Merkst; Zongerboəm Mann ohne Hosenboden, mit schmalem Gesäss Erk-Stdt; Zongerfäəm Bohnen ohne Seitenfasern MGladb; Sonderfott einer mit schmalem Gesäss, so den S.fotts Henn (Johann) Geld. S. ging ower de Häs met twee Latere an de Schäs (Chaise); et es de lahme S., den scheckt sinn Knechs ock ömmer fort Schravelen; Zongerhoəre Kuh, die sich ein Horn ausgestossen hat Kemp-Waldniel; Zongenketsche Birnensorte ohne grosse Kerngehäuse Erk-Elmpt, MGladb-Odenk Viersen; Zongerknop Mann, stets ohne Hosenknöpfe Erk-Stdt; de hät Zongerzang hat keine Zähne Dür-Pier; Zongerstatt Huhn ohne Schwanz Heinsb-Scheifendahl, Grevbr-Bedburdyck Wallr.

ab- sonder: afso·ŋ.ər absonderlich, eigenartig Barm. be -sonder: 1. -zo·n.dər seltsam Sieg-Eudenb; -zo· ŋ.ər; et es mek b. Barm. — 2. in der Wend.: Doə hät e sin Besonger bi seine besonderen Absichten Geilk-Schümmerquartier. in -sonder: inzo·n.ər insbesondere Neuw-Linz.

 PfWB  ElsWB sonder-bar vereinzelt nach dem Nhd. sonər-, zo·n.ər- Saarbr, Saarl, Bitb-Mettend; zo·n.dər- Sieg, Düss-Eller (dafür meist komisch) Adj.: nach dem Nhd.; dau kommscht mer heit so s. vor! mit dir ist etwas nicht richtig; das es emol e s.ər Mann; — e s.ər Häliger Saarbr, Allg. sonder-gleichen zo·n.dərjliχə Rip verbr.; -jlikə  Heinsb Adv.: ausserordentlich; e Wedderche, ene Lomp s. Sonder-hals

[Bd. 8, Sp. 211]
zo·n.dər- Sol 1870 m.: Luftröhre; jet kömmt en den S. PfWB Sonder-heit f.: 1. en Sonderhet besonders; er hät all Ursach, seng Sache ze Rot (Rat) ze hale, en S., wo och seng Eldere en bedrangte Verhältnesse se MüEif, Rip nach dem Nhd. verbr. — 2. zo·ŋ.ərkētə Pl. t. Absonderlichkeiten; de hat och grad so got wie wer sin S. MGladb; nach dem Nhd. sonder-lich im WMosfrk ze·n.ər-, zi- in Saarbg, Trier-Fell Mehring; zø·n.dər- Köln-Stdt Adj.: besonders; en hat et s. gut of en stohn; et wor s. lebendig do; e s. Gesit machen ein sonderbares Gesicht m. — dazu absonderlich -o·n.-, –ond- Adv.: besonders, im besondern Prüm-Birresborn, Wippf-Lindlar, uWupp, MülhRuhr, Kref-Fischeln (afzø·ŋ.liχ), Viersen (afzo·ŋ.ərlęŋs). Sonder-schauer sondərūr Klev f.: Gewitter.

 PfWB sondern vereinzelt sonərə Birkf; zi·n.ərə Koch-Binning Leienkaul, May-Kollig; so·ŋ.dərə Dür-Soller; za·u.ndərə Eup-Stdt schw.: wie nhd., bes. Früchte s., auslesen.

ab- sondern: 1. etwas, einen a., wie nhd. ebd. u. Saar, Bitb (mehr sonner leən), Rip. — 2. sich a., nach dem Nhd.; he sondert sech gern af Rip, Nfrk, nach dem Nhd. aus -sondern: wie nhd., MüEif.

be-sonders -zo·n.ər Saarl, Trier-Stdt; -sonərt Siegld; -zo·n.də(r) und -·n.ə Berg, Rip; -zo·ŋ.ər Kref-Stdt; -søndərs Rees Adv.: nach dem Nhd.; he schlöppt (schläft) gern lang, dat deht e b. des Sonndags; wie geht et? Nit b.
 
 
sondieren  schw.: nach dem Nhd. verwendet.
 
 
Sonen snə Sg. u. Pl. vereinzelt in Simm Laufersw m.: verächtl. glieriger (glühender) S. ein zu lebhaftes, zu tollen Streichen aufgelegtes Kind.

Song -ǫ- = Bündel gesammelten Getreides s. Sange II; Söng -ø- = Sünde (s. d.); Söngel -ø- = Kohlenschlacke s. Singel II; söngeln -ø-, songen, söngen -ǫ-, –-, –ø- s. bei singen; songer -o- = sonder (s. d.); Söngert -ø- = nasses Grundstück s. Sündert; Songk -ǫ- = Sand (s. d.);