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Rheinisches Wörterbuch 
 
Solper bis Sommer- (Bd. 8, Sp. 200 bis 203)
 
  PfWB  ElsWB  LothWB Solper das Wort, Theutonista 1477 (Klev) solper, verwandt mit Salz, Sole, Sülze u. s. sulbern, Sulche, süllen, ist Rhfrk in Kreuzn [-ulw- Seibersb Stdt], Birkf als sǫlbər, in Wend, Ottw, Saarbr [hier auch u. Saarl-Ensd -olw-, –u-], Bernk-Rhaunen [-ulb- Wend-Baumholder, Simm-Schlierschd; -ulw- Ottw-Neunk] als -o- in Goar u. -ǫ-; Mosfrk -olb- Allg. [-bərt neben -bər in Saarl], im Westerw [Kobl-Bend -olw- u. -elw-; Neuw-Rodenb -ǫlb- u. -u-] u. Siegld u. Waldbr verbr.; im Anschluss daran im nördl. Pickel-Geb. tsoləpər in Aden, Ahrw, Schleid, Malm, Monsch, Eusk, Rheinb, Bo, Köln, Bergh [-ø- NEmbt], Dür, Sieg, Waldbr-Dattenf, Erk-Stdt; dann noch tsoləpər in Bed. 2 in Jül, Heinsb, Erk, MGladb, Düss-Hucking, Wippf, Lennep; tsāləpər Monsch-Rollesbr; u. zū·ə.pər Eup-Stdt; tsū:pər Aach-Stdt 1836 Sg. t. m. [n. Saarbg-Portz, Trier-Beuren, Wittl-Binsf, Bernk-Neumag, Siegld; m. u. n. Prüm; f. u. n. Trier-Heidenbg]: 1. Salzbrühe überm Fleisch, bes. Schweinefleisch; et Fläsch in de S. leə; mer hon noch Fl. im S. leie; bei der Kirmes as de half Sau ens em S. gess gen Mosfrk, Allg. RA.: Eər let noch em S. noch im Bette nach einer schweren Sitzung, hat Katzenjammer Birkf, Allg. Im S. sen Unglück haben Birkf-Oberst; em S. leien in der Tinte liegen, verleumdet sein Trier. Er hat noch ebbes bei mir em S. hat noch Strafe zu erwarten Kobl, — hot ebbes am (im) S. leien in Aussicht Trier-Karths. Mer essen alles aus dem S. bei uns wird nichts lange aufgespart Daun-Tettschd; mer e. us dem Z. führen gemeinsam Haushaltung aus dem ganzen Sieg-Ägid. — Butterbrühe, das grünliche Wasser von der Sauermilch Eusk. — 2. übertr. Schmutzwasser,

[Bd. 8, Sp. 201]
Spülwasser, schmelzender Schnee, Morast, Sumpf, bes. durch Regen aufgeweichter Boden in Äckern, Wiesen, Wäldern, auf Wegen Allg., auch Heinsb, Erk, MGladb; S. machen alles durcheinanderwerfen, Unordnung schaffen Saarl-Felsbg. — Fades Getränk Koch, May (u. -e-). — Kot, wenn im Stalle schlecht gereinigt, schl. gestreut wird Ahrw-Sinzig; Rest von Bier u. Wein May-Kollig.

Solper-bütte (s. S.) Allg. im Geb. von Solper 1 f.: B., in der das eingepökelte Fleisch liegt. PfWB  LothWB Solper-fleisch (s. S.) ebd. [May-Kehrig zelp-; Köln-Stdt tsolpər- u. tsǫbər-] n.: Pökelfleisch. Solper-knochen Siegld, Waldbr-Dattenf Pl. t.: 1. dass., bes. Schnüss-chen u. Füss-chen vom Schwein. — 2. übertr. verächtl. Beine; doh din S. weg! Solper-nolles (-arnold) tsoləpər- Jül-Boslar m.: verächtl. einer, der breit, plump dahergeht.

Ge-sölper -eləbər Neuw-Datzenroth Sg. t. n.: verächtl. geistige Getränke, von den Frauen so genannt.

 PfWB solpern schw.: 1. -o- Fleisch s., in den Solper legen, einpökeln; hon er eier Fläsch schunn gesolpert; g. Fl. Saar, Bernk (Mos), May, Neuw, Prüm; sonst et Fl. en den S. legen (duhn); zølpərə aus dem Fass herausgelaufene Brühe wieder übers Fleisch giessen Rheinb-Wald. — 2. übertr. a. in schmutzigem Wasser planschen, unrein waschen, Kleinigkeiten, wie Strümpfe, Taschentücher nebenher w. Siegld; tsolp- Malm-Büttgenb. — b. -o- einen Teil des Getränkes verschütten, von Tieren, die beim Trinken oft den Kopf zurücknehmen, auch von unrein trinkenden Kindern gesagt Siegld; zelpərə Koch, Kobl-Kobern, Neuw-Datzeroth; -ø- Altk-OLahr; tsølpərə etwa den Kaffee aus einer Tasse in die andere giessen, dabei schlabbern May-Stdt, Ahrw, Eusk, Rheinb; tso- Aden-Quiddelb; tsølp- »saugen« Bo-Stdt. — Abl.: die Solper(er)ei, dat Gesolper (-ø-).

aus- solpern: auspökeln, zu Ende pökeln; 't Fläsch as ousgesolbert, et göt eweil geräicht (geräuchert) Trier-Fell.be -solpern: einen, sich b., mit unreinem Wasser bespritzen, beim nachlässigen Trinken, Essen die Kleider (sich) beschmutzen Siegld.ein -solpern: Fleisch e., einpökeln Verbr wie s. 1.ver -solpern: einen v., prügeln Trier-Hermeskeil.

Solpert Sg. t. m.: 1. zolbərt Salzlake Saarl (u. -bər); tsolpərt Monsch-Strauch, Eusk-Commern. — 2.a. tslbərt Sumpfwiese Trier. — b. tsū·ə.pət Morast, schlammiges Wasser Aach-Stdt 1836 (u. -pər).

sölschen -ø- = geräuschvoll trinken s. sülschen; Sölt -ø- s. Sülte; sölzen -ø- = einsalzen s. sülten.

Som -:-, –·ə.- = Samen (s. d.); Som II -ō- = Saum (s. d.); sömeln I -- = Ähren nachlesen s. sümmern II.
 
 
sömeln II das Wort, im Ablaut zu ndl. sammeln, nd. semmeln, nord. somle, sumle, ist als -m- LRip in Aach bezeugt schw.: zaudern, zögern.

sömen I -:- = sich säen s. bei Samen; sömen II -:- = säumen s. bei Saum; sommedein = sogleich s. bei so.

[Bd. 8, Sp. 202]

 
  PfWB  ElsWB  LothWB Sommer das Wort, auf Summer zurückgehend, ist allg., u. zwar Rhfrk -u-, seltener -o- [in Birkf, Simm, Zell (Hunsr) auch -ū-]; Mosfrk -u-, seltener -o- [Trier bis Bernk (Mos), Bitb, Prüm -ū-]; Westerw (u. -u-), Siegld -o-; Rip, Berg -o-, vielfach -u- [Remschd, Elbf -ūə-]; Eup -o-; SNfrk -ūə-; Klevld -o-; Pl. -ərə, –ərn m.: 1.a. wie nhd. die Jahreszeit; ene hesse, drüge, köhle, nasse S.; em (huhe) S.; de S. durch; dat schlech Wedder hält bes en de S. eren Rip, Allg.; Sommersch im S. Berg; van ne S. diesen S. SNfrk, Klevld; Einteilung des S. nach der hauptsächl. landwirtschaftl. Tätigkeit: es Gromberesetze, es Kappessetze, es Heimache, es Grommetm., es Korschneide, es Grombereausmache Rhfrk; öm sint Jann en de S. 24. VI. Nfrk. — Wetterregeln. Drifft de Eike (Eiche) für de Esche, häult der S. grute Wäsche; dr. de Esche für de Eike, h. de S. gr. Bleike (Bleiche) Sol, NBerg. Stent (hagelt) et em S., dann wird et schlommer (schlimmer) Schleid-Hellenth. Wenn et kene Wengkter git, dann g. et k. S. Dür, Allg. Drüge S.ə sind de beste Kemp, Allg. Nen dr. S. hät den Bur noch nit vam Hoff gejat, wall äwwer nen naten Sol. De S. muss broden (braten), wat den Hirst soll geroden Mosfrk. Et as ke S. su hess, et erkalt e Schneider oder en Gess (Ziege) WEif. Wenn et blitzt un donnert iwer de kalle Wald, gebt's e S. rauh un kalt Nahe. Es et in de Januar wärm, dann wörd et in de S. ärm Klev. Em Hartmond en Ei schad dem S. er zwei Waldbr-Bladersb. Wie der März, su de ganze S. Prüm-Ringhuschd. Fasselowend es ene Geck, Possen (Ostern) es ene Eierbeck, Pengsten es en groten Her, den brengt uns de S. weər, — Her, St Jann br. ons de S. w. Klevld. Posche huəh (spät), P. neər (nieder, früh), P. kömmt de S. weər MGladb-Liedbg, Kemp. Freh Usteren, fr. S. Prüm-Waxw. Für Servaz (13. V.) kene S., no S. k. Frost Rip, Verbr. Brengk Allerhellige (1. XI.) ene Wengkter, dann br. zint Mäərte (11. XI.) ene S. MGladb, SNfrk, Rip. Sall der Winzer glecklich sein, fällt A. un (in) de S. Bernk. — RA.: En Schwalf mach kenen S. Rip, Allg. Kömmt der S., schwänd (schwindet) der Jommer (Jammer) Eup-Stdt. Der S. es ne Ernährer, der Wengkter es ne Verzehrer Dür-Gürzenich. Das macht (du machscht mir) a (auch) kä S. on kä Wenter! diese Kleinigkeit nützt u. schadet nicht viel Saarbr-Sulzb. Et es marr Oəvend en Morge, sät de Frau, du wor et öm sint Jann en de S. Geld-Wachtendonk. Im S. Is! Ausr. des Erstaunens, wenn einer etwas sieht, das eigentlich nicht dahin gehört, z. B. im Winter blühende Rosen oder im März reife Birnen oder ein alter Junggeselle verlobt sich usf. Gummb-Berghsn. Wer em S. net well gehn mem Reche, wenn de Mecke steche, der moss em Wenter g. m. Strohsäl on froə (fragen): dir Leitcher, wer hat Hau (Heu) fäl? Rhfrk, Mosfrk. Wen in de S. niet ärbet, den hät in de Wenter necks te freten Mörs-Asbg. We em Wengkter lit op de Bank (u. nicht drischt), bei dem hält em S. et Brut net em Schrank, — dem h. em S. et Br. net langk MülhRh. Em S. es denne Meirer (Maurer) kan Schoppe Wein ze deier (teuer) on em

[Bd. 8, Sp. 203]
Weanter k. Kurscht Brut ze hart May, Eif, Kreuzn. Do es et em huhe S. gefror man stösst beim Pflügen, Graben gleich auf den Felsen (s. S.frost) May-Kollig. Leck mich doch — meddse em S. micht mer Hei (Heu)! scherzh. euphemist. abschl. Antw. Kobl-Bendrf; du kanns mech wengkterkippen, dat hescht em S.! Wippf. Wenn et S. ös on et schwarz schneit! niemals, Vertröstung auf unbestimmte Zeit, auf den Nimmerchenstag Eusk; (de) S. in acht (vierzehn) Dag! Rhfrk; de S. iwer drei Kochleffel! Birkf-Hosenb. — Et wor emol on es net mih, em Wenter gitt (geht) mer dorch de Schni, em S. g. mer dorch de Hetzt, dann hot mer e nass Himd geschwetzt Zell-Enkirch. — b. der Altweiwers. oder der Allerhellges. Spätsommer, die an schönen Herbsttagen in der Luft fliegenden Spinnfäden; man sagt dann: der S. flüg (geht) fort, — geht flege, — ze Eng (Ende) Rip, Verbr.; der flegende S. May-MüMaif. Wenn Allerhelliges. flüg, git et Ren Aach-Eschw. Allerheilige brengt S. vor alt Weiwer; er es des Summers Verdreiwer Ottw-Wiesb. Allerhelliges. durt drei Dag Eusk-Friesh. A.s., Allerseele Mess, da sen mer de Wenter gewess Ottw. — c. allg. Bezeichnung für »Ernte«; mer sin em S., — em Höwers. (Haferernte) (ein anderes Wort für »Ernte« fehlt) Saarl, Merz, Saarbg. — 2. übertr. a. sachl. α. S. em Korn unreifes, taubes Korn Sieg-Fussh. — β. Flur mit (für) Sommergetreide Altk-Dickend. — γ. en drüə S. verächtl. sehr steif gekochtes Gemüse Gummb-Nümbrecht. — b. persönl. verächtl. verkallder S. ein Mensch, dem es leicht zu kalt ist Bernk-Bruchw.

 PfWB Nach- sommer: wie nhd. PfWB Vor -sommer: wie nhd. RA.: Truckner S., nasse Nosummer Bernk-Lindenschd. Wie de Wand (Wind) Schefsonndig (Schäubsonntag, erster Fastensonntag) kennt, esu k. en de ganze Firsumer Prüm-Waxw.

 PfWB  PfWB Sommer- in der Zs. wie — anzug, — arbeit, — buckse, — hitze, — hut, — kappe, — kleid, — kopftuch, — monat, — mütze, — nacht, — rock, — wetter, — wirtschaft, — zeug (-kleider), — zeit; dazu: