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Rheinisches Wörterbuch 
 
Trompete bis tropig (Bd. 8, Sp. 1390 bis 1392)
 
 Trompete das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk, Mosfrk drumbē(:)t , Pl. -də(n); sonst trom-, trumpęt , Pl. -tə(n); Demin. -tχən, –tə, –tjə [drmbedarχə Siegld] f.: 1. wie nhd.; (op) de Tr. blose, spille Rip, Allg. RA.: Deə sengk wie en au (alte) Tr. Aach-Kohlschd. De het schon so manch Tr. versopen ein Musikant, der gern trinkt Ess. In de Linsegass stehr e Eckhaus, guckt e Fra eraus, die hässt Gret, hat e Lockekopp un e Zorrelrock un e Nas wie e Tr.! Wend-Baumholder. Kätt (Katharina) mät de Tr.! Neckspr. Prüm-Stdt. — 2. übertr. a. sachl. α. scherzh. Nase (beim Schnäuzen) Allg. — β. Hefesack Bernk-Brauneberg. — b. persönl. verächtl. α. im Spr. beim Rübenschaben: Ätsch, abberibche, morge krieschte en Bibche, iwwermorge kr.e Mädche, das häscht Tr.che! Kreuzn-Heddesh. — β. Rufn. für eine Kuh Malm-Vith. — γ. au Tr. alte, magere Kuh Aach-Walh; enen alde Tr. (m.) Kemp.

Trompet-blaser Ottw m.: wie nhd.

trompeten drumbēdə  u.  Rhfrk, Mosfrk; trompętə  Kemp, Mörs schw.: wie nhd. — Ebbes austr. ausposaunen.

Trompeter Rhfrk, Mosfrk drum-, drombēdər  u. ; sonst trom-, trumpętər  Sg. u. Pl. [SNfrk, SGeld, SMörs -tər; Klevld -tərs] m.: 1. wie nhd. RA.: Hej hät en Paar Backe as ene Tr. Klevld,

[Bd. 8, Sp. 1391]
Allg. Die werden de Klöpp (Hiebe) gewänt (gewöhnt) wie de Trompetersch Perd et Blosen Kref-Osterath; Tr. P. sin et Bl. g. Geld. Wat för ene Peter mäck der mihschde Raudau? der Tr. MGladb. Worum blose de Tr. in Berlin nit uf der Schlossbreck? sie blasen auf der Trompete Nahe. — 2. übertr. verächtl. a. gleichgültiger Mensch Gummb-Marienhg. — b. alte, magere Kuh Düss-Erkr.
 
 
trompieren das Wort, zu frz. tromper, ist als drombī:rə(n), –bē:rə(n), –b:- Rhfrk in Bitb, Mosfrk in Saarl, Merz, Trier-Stdt, Prüm-Mürlenb 1860 bezeugt: schw. einen, sich tr., täuschen, irren; der Lump hat mich trompiert; den hat sich greilich tr. — Abl.: die Trompier(er)ei, dat Getrompier.
 
 
trompschen vereinz. schw.: 1. -ǫ-, et os esu kalt, dat et trompsch es kracht Aden-Hümmel. — 2. -- aufstossen, rülpsen Rheinb-Houverath.

Tron I -:- = Tran III (s. d.); Tron II -:-, –ō:- = Karrengleise s. Tran II; Tron III -:-, –·ə.- = Träne (s. d.).
 
 
Tron IV das Wort ist aus dem Nhd. bekannt u. lautet, der Entwicklung von –ô- entsprechend, Rhfrk, Mosfrk drōn, –ō:-, –ū:-; sonst trū:n, –ūə·.-, –ō-, Pl. selten -nə u. mit Umlaut -ēn, –ē:-, –ī:- usf. m.: 1. nach dem Nhd. RA.: Elo hot den Deiwel sein Tr. opgeschlohn da hat der T. die Herrschaft Trier-Stdt. Er hät en of der Tr. ist bezecht Altk-Willr. — Im Reigensp. der Mädchen: Der Kreis: Jöffer en den hogen Tr. Diese: Wa bliff (was beliebt)? Der Kr.: Wi hören all de Kinderkes tu? usf. Emmerich. — 2. übertr. trnkən scherzh. Nachtgeschirr Lennep-Radevormwald, Mettm-Stdt.

Tröndel -ø- = Strudel s. Trindel

Tronen -:- = Tran III (s. d.).

tröngeln -ø- = langsam gehen usf. s. trüngeln; Tronger(ich) -o- = Nachmittag s. Trunder.
 
 
Troni, Tronje das Wort, ndl., mndl. tronie < frz. trogne entsprechend, ist in Geld, Aach, Eup bezeugt, u. zwar trǫnī Geld ;-ǫnī u. -ǫn(ĭ)jə Aach [Aach-Stdt Eschw auch -ǫl(ĭ)jə] Sg. t. f.: Gesichtsfarbe, –züge; das äussere Aussehen, bes. hinsichtl. der Gesichtsfarbe, der Haare, der Augen; hej hät en schwarte (brune, düstere) Tr., — es schw. (brun, blond, gel) van Tr. Geld, Allg.; en Tr. ha wie de Vatter, — su sur wie en Essiggrüll (-topf); et Kengk hat de Tr. va si Modder; a jen Tr. steich (steche) ich et üch af an den Gesichtszügen sehe ich es; he hau (hatte) Spass an et Mädche sing Tr. kreəge; met en hellige (scheinheiligen) Tr. kom se op enen a; en bedrövde Tr. Aach, Allg.; se let de Tr. hange (falle) war traurig Aach-Stdt.

Ge- troni, Ge- tronje: γətrǫniĭ Sg. t. n.: Gesichtsfarbe, –züge Geld-Schravelen Winnekendonk.

Tronjel trǫənjəl, Pl. -ələ Heinsb-Breberen n.: plumpes, dickes Frauenzimmer.
 
 
Tronschel drǫ-, Pl. -ələ Rhfrk in Ottw-Kohlhof Neunk f.: Schaukel.

tronscheln schw.: einen, sich tr., schaukeln.

trönseln, tronsen --, –- = träge gehen, arbeiten s. drönseln (begegnet auch mit tr-).

trönteln -ø- = tränteln (s. d.).

[Bd. 8, Sp. 1392]

 
 Trontes trǫntəs vereinz. WLRip in Monsch-Conzen Rohren Sg. t. m.: Schlamm in der Gosse.

Trop -ǫp = einfältiger, unbeholfener Mensch s. Tropp IV.
 
 
Tröpes trpəs Waldbr-Wildbg; dr- Eckenhg; s. Tröbes; Pl. -əsən m.: verächtl. einfältiger Mensch, Tropf.

tropig -- = einfältig usf. s. bei Tropp IV.