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Rheinisches Wörterbuch 
 
Tripp II bis Trippelfeld (Bd. 8, Sp. 1371 bis 1373)
 
 Tripp II diese Gruppe, im Ablaut zu trappen, ist je nach Abl. im ganzen Geb. verbr. m. (f.): 1. -ip Sg. t., in der Wend.: Enen an (in) den Tr. kren ihn laufen machen, in Angst jagen Wittl-Meerf. — 2. -ip, –ep, Pl. -pə(n) m. (f.) Pantine, Art Sandale mit Sohle aus Pappelholz, Lederdecke (Himmel) über den Zehen, ohne Kappe, bes. von Frauen im Stalle getragen, heute fast vollkommen veralt. Kobl, Neuw, Rip, SNfrk, Klevld (ndl. trip); -ipə, Pl. -pən f. Berg; -ipə(n) Sg. u. Pl. m. uWupp, Köln-Stdt [urkdl. dan hi op synen trippen gaen moecht o. O. 1439; tripen Wesel 1597]; op Tr.ə gohn. RA.: De küt op dem sing Tr.ə er ähnelt ihm, z. B. der Sohn seinem Vater Erk-Keyenbg Wo et Mode es, gonn se op Klumpen in de Kirch un met Tr.ən op der Danz Köln-Stdt. — trøp, Pl. -pə m. Holzschuh mit Lederspanne Erk-Körrenz.

Tripp-drill Neuw-Segend m.: verächtl. gleichgültiger Mensch. Tripp-karre -ka·r., –ę- Altk-Derschen Emmerzhsn; -ibχ- Weitef; -if- Elkenr f.: Schiebkarre mit einem Rad. Tripp-madam Geld-Schravelen f.: Mauerpfeffer, Sedum acre. Tripp-schuhe Mörs-Hülsdonk m. Pl.: verächtl. plumpe Schuhe. tripp-tänzig -dę- Saarbr Adj.: ungeduldig. Tripp-trapp  Verbr.: 1. Schallw.; et geht tr. de Trapp eraf Rip, Allg. Tr., Trallje, os Mad, die hat geng Falje; hat se geng, da krit se geng, da läuft se wie en Kanalje Aach-Stdt. Tr., träre, morge komme drei Häre, die könne Tr., träre nit kehre? Rätsel vom Regen Duisb-Meiderich. Et geht rund umt Haus erom un macht tr.? dass. Nahe. Tr., trillen, der Bauer hat en Füllen usf. Jül-Tetz. Et ging e Männche iwer de Breck, et hatt e Säckelche of em Reck, schlog et widder de Poste; der Poste kracht, et M. lacht, tr., Polversack, mut, dut, den, aus! Abzählr. May. Wenn in früheren Zeiten die Bewohner des NBerg zur Müllemer Gottsdracht zogen, hiess es: Tr. eraf, schlipp-schlapp erop! hinunter ging es beim schönsten Wetter, herauf regnete es meist NBerg. Doə koəm ene Hongk von Trippetrapp on biət mech en de beste Lapp usf. MGladb. — 2. Subst. m. a. flüssiger Kot Altk-Lenzb. — b. Tausendfüssler MGladb-Rheind. — c. scherzh. Postbote Schleid-Hellenth. — d. im Rätsel von der Kuh: Veer (4) Zippzapp, v. Tr., zwin (2) Wegweiser, zw. Stusseise, zw. Flihjäger un ane (1) Mickejäger? Koch, Bernk. Ech bön der Hiər von Trippentrappen, drag e Kled von bonte Lappen on op dem Kopp ene ruə Putz? der Hahn Grevbr-Korschenbr.

Trippch-karre s. Tripp-.

Trippen-juffer Aach-Stolbg f.: Libelle, Wasserjungfer. Trippen-hannes Bergh-Blatzh m.: Tr.macher. A.: Wieviel Uhr ist es? B.: E Vierdel op Tr. sengen Werkstohl. Trippen-macher (s. S.) Allg., aber veralt. m.: hersteller. Trippen-nagel (s. S.) Allg. m.: N., zur Befestigung

[Bd. 8, Sp. 1372]
des Lederhimmels an dem Tripp. Trippen-salat -lā:t Kemp f.: in der Wend.: Tr. krige Schläge mit den Trippen. Trippen-treten n.: 1. -tręijə festliches Geläute, schnelle Schläge mit Klöppel am Vorabend hoher Feste, beiern. Roundereie, Katzekreie, Tr., Poscheie (Ostereier)! singen die Kinder, indem sie sich im Kreise drehen. — 2. -tr·ə.n, im Ansingeld. an den Mairegen: Maireən, Tr., reən op mich, da wāss ich! Aach-Stdt, Rheydt-Odenk.

Trippe I = Pantine s. o. bei Tripp.

Trippe II f.: 1. tripə, Pl. -pən Dachtraufe NAltk, Gummb. RA.: He hät onger der Tr. gestangen ist bezecht Gummb-Drabenderhöhe. — Dazu abseits die Zs. dreplāg dass. Bitb-Geichl. — 2.a. -ipə Pl., in der Wetterregel: De Sonn steht op Stippe (Stützen), morge rent et Tr.ə; de Sonn setz St., dann gevven et bal Tr.ə Rip in Sieg, Eusk, Bergh, Dür. — b. dribχə Tröpfchen, eine Kleinigkeit; e Dr. Melch Siegld. — c. drep, Pl. -bən kleines Gläschen Schnaps, überhaupt Schn.; den Wirt hot en gut Dr. Bitb, Prüm. RA.: Den hat en Dr. an ist angetrunken Prüm-Ihren.

Trippel m.: 1.a. -ebəl, Pl. -əln Fussspur auf frisch geputztem Boden Trier-Mehring. — b. -ip-, Pl. -əln verächtl. plumper Schuh Mettm-Velbert. — c. -ep-, Pl. -əln vom Regen getriebene Rinne im Acker Gummb-Harscheid. — d. -ip- Sg. t. α. kalkartiges Scheuerpulver Köln-Stdt, Dür-Stdt, Wupper; -e- Birkf-Herrstein; dies jedoch wohl anderer Herkunft (angebl. Schmirgel aus Tripolis). — β. Tripper, die Geschlechtskrankheit Sieg-Fussh. — 2.a. -ibəlχə(n), Pl. -χər n. Kosewort. α. für ein Kind Sieg-Fussh, Schleid-Hellenth. — β. für die Katze Bo-Walberbg. — b. im Rätsel: Tribbelke, Tr., tre, et löpp all üəver de He (Heide); doə koəme dri langsje, die kosche (konnten) Tr., Tr., tre net keəhre? Sonnenstrahlen Heinsb-Neuhaaren.

trippeln das Zeitw. ist allg., u. zwar Rhfrk, Mosfrk dribələ, –əln (WMosfrk auch -ab-, –ęb-), Saar -e-; sonst tripələ, –ln [Rip vielf. -ib-; SNfrk stets -ib-; Klevld -eb-] schw.: 1. intrans. a. zierlich, mit kleinen Schritten gehen, auf der Stelle von einem Fuss auf den anderen treten, unruhig hin- und hergehen, mit kurzen Schritten umherlaufen; an-, heran-, heraf-, heropgetrippelt kunn; heröm-, ömhertr.; hin- und hertr.; he tribbelt va Ongedold (Wot, Ifer); he tr. van enem Ben op et andere, — us ener Hött en de andere; he es su geftig (zornig), dat he tr.; de Koh tr. vor dem Kalben, ein Vorzeichen des baldigen Kalbens Rip, Allg. RA.: Er trippelt lorim wie en Danzperd Saarl-Berus, — en Huhn, dat Eier legen soll Merz, Allg., — e Geiss, wo om (am) mache is (die zickelt) Saarbr-Krughütte, — en Schnegger (Schneider) Sieg-Leuschd, — as wenn he op Erte (Erbsen) geng Geilk-Gangelt. Tribbel nit esu, tr. n. esu, Wittkopp stangk stell! Tanzld. Wermelsk. Hopp, Perdche h., morgen es et Sonndag, do kommen all die Härcher op de blanke Perdcher; tribbel erop, tr. eraf, lofe se all de Berg eraf Bergh-Ahe. Motter, komm eraf, de Jüdd es do, löf em Stall de Hippe no, hät at en am Zibbel gepackt, de andere lofen tribbeltrapp! Sieg-Braschoss. Daler, Maler, Köhche, Kälfche,

[Bd. 8, Sp. 1373]
Gäns'che, Schwänzche, tribbele Lenzche! Handkitzelvers Aach-Warden. — b. tröpfeln, träufeln; et es am tr.; de Trone (Tränen) tr. em üvver de Backen RRip, Berg, Siegld, Westerw, Heinsb-Lümb. RA.: Rent (regnet) et net, dann trippelt et doch Siegld. — c. in Menge herabfallen, vom Obst; de Äppel tr. vam Bom (heraf) ebd. u. May-OMendig, Aden-Bodemb, Schleid-Hergarten. — d. dem Ball tr. loəte hüpfen lassen Kref. — 2. trans. a. Balg tr. Treber, zum Branntweinbrennen in Fässern eingemacht, festtreten WMosfrk; Gras, Getreide ze Boddem, niddertr. niedertrampeln Rip, Allg. — b. Obst tr., mit Knütteln herabwerfen Goar-Hirzenach. — c. einen, an einem tr., ihn quälen, drangsalieren MGladb. — Abl.: die Trippel(er)ei, dat Getrippel(s), der Trippeler.

ab- trippeln: etwas a., eine Strecke trippelnd abgehen; der Mäher tr. de Wat ab bezeichnet durch seine Fussspur im Grase die Grenze der zu mähenden Wiese Saarbr. PfWB  ElsWB ein -trippeln: etwas e., mit den Füssen einstampfen, z. B. Treber WMosfrk.ge -trippeln: trippeln 1 a; dor sohch ek öm so kibbig (behende) van et Hus afkommen te g. Geld. PfWB  ElsWB ver -trippeln: 1.a. tropfenweise sich entleeren Kreuzn. — b. in Zwischenräumen ankommen Saarbr. — c. Gras, Getreide v., niedertreten Allg. — 2. sich v., falsch sprechen Saarbg-Wellen. zer -trippeln: 1. sich z., immerzu tr., zur Last anderer Allg. (nicht Rhfrk). — 2. Gras, Getreide, z. niedertreten Allg. (nicht Rhfrk, dort dafür ver-).

Trippel-bier -ebəl- Simm-Laub n.: Tröpfelbier. Trippel-bloch -epəlblǫux Monsch-Rollesbr n.: mit Eisenbändern versehene Ackerwalze. Trippel-feld -ibəl- Sieg-ODollend: Tant Tr.f. scherzh. für eine, die mit kleinen Schritten zu gehen pflegt.