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Rheinisches Wörterbuch 
 
Segen II bis nachsehen (Bd. 8, Sp. 13 bis 26)
 
  PfWB  ElsWB  LothWB Segen II das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk sə, sēə; Mosfrk zējən, –:j- [WBitb z:n; Altk-Sörth zējən u. zēiən]; Siegld sjə; Rip z:jə [Köln-Stdt dass. u. z:n; uWupp, Aach-Eschw, Erk-Rath z:n], Berg -ēj-, -j-; SNfrk -ēəj- [Kemp-Dülken zēəŋər]; Klevld -γ- Sg. t. m.: 1.a. kirchl. Segnung, bes. mit dem Allerheiligsten, in kath. Geb.; den S. gevve Rip, Allg. RA.: Mer dörf net för de S. ut de Kerk goəhn man muss bis zuletzt in allem ausharren Kref-Stdt. Den S. schlonn das Kreuzzeichen machen uWupp 1870. Er hat S. krig einen Verweis Aden-Virnebg; dem weren ech emol de S. gen! Koch-Lutzerath. Des Vaters S. baut et Hus; der Mutter Floch (Fluch), der rümp (räumt) et us Köln-Stdt. Des Segens geht völl en ene Sack S. ist billig Aach-Breinig. — Ek wensch ow den S. van Griethüsen en het Krüss (Kreuz) van Cranenborg den irdischen u. himmlischen S. Geld; de S. van Gr. Regen Klev. Du häs de S. van Kloster Kamp on de Friede van Dössere (Duissern, Vorort von Duisb, ehem. Kloster) du bist fein heraus (beide Orte vordem Wallfahrtskloster) Ruhr; he wönsch dej de S. van Kl. K. das Beste Mörs. — Eich ge mei S. derzu nach dem Nhd. Trier, Allg. — b. Segens-, Zauberspruch; den S. üvver enen spreche Rip, Allg. Heile, h. S., siewe Dag Rege, s. D. Schnie, doht dem Kindche net mih

[Bd. 8, Sp. 14]
wih! gesprochen, wenn ein Kind sich wehe getan hat Kobl. — c. Beglückung, Gedeihen, bes. Gottes S., Himmels S.; et es ene S., dat et nu rent (regnet); dat brengk S.; et es kene S. derbei; do stich kene S. dren; et es ene S. für et ganze Hus Rip, Allg. RA.: Sall der der Herrgott S. gevve, muss de no singem Welle levve Köln-Stdt. Se hant der S. Goddes bes en de Egematsdöppe (Einmachtöpfen) sie haben in allen Unternehmungen Glück Aach-Eschw. Fröhch en et Bett on fr. erut brengt G. S. en et Hus SNfrk. An Goddes S. is alles geleə Rhfrk, Allg. Alle S. küt vun bovve, ref (rief) de Matfrau (Markt-), do fel ehr e Läuvefinster (Speicher-) en der Eierkorf Köln-Stdt. Et äs e wahre S., dat et (z. B.) nit et ganze Johr Fastelovend äs Neuw-Asb. Wo der erenköt, ös der S. us dem Hus Sieg, Allg. Em Januar vill Ren (Regen) brengk der Sot keine S. Köln. Enne guje Mairegen es den Bur sinne S. Klev. Wärme Aprellreənger ös ene gruəte Seənger Kemp-Dülken, Verbr. Völ Kender sin S. van den Her, mar sej freten ow de Knöp van de Kler (Kleidern) Klevld; v. K. es Göddes S. e jen Hus, märr se haue (halten) enge de Noppe (Wollknötchen) va je Lif Aach; v. K., v. S. on v., die et Bruətschap fegen Sol, Elbf. E kodd (böses) Wif, Rauch on Ren (Regen) halde vum Hus der S. fern; et veerte (4.) geiht noch drüvver erus: vill Kinder un kein Brut em Hus Köln-Stdt. Wer noch spät owends kiəhrt (mit dem Besen kehrt), k. den S. ut dem Hus Gummb-Berghsn. Herrgott, hüər op mit dinne S.! z. B., wenn es zu stark regnet, wem zu viele Kinder aufeinanderfolgen SNfrk, Allg. — 2. übertr. scherzh. sich in de alde S. leə ins ungemachte Bett Birkf, Ottw, Saarl.

Segen-andacht in den kath. Geb. f.: nachmittägliche A. in der Kirche mit Ausstellung des Allerheiligsten u. mit S.spendung mit diesem. Segen-messe (s. S.) ebd. f.: M. an Feiertagen, in der der Segen mit dem Allerheiligsten gespendet wird. Segen-tuch (s. S.) ebd. n.: das Velum des Priesters, mit dessen Enden er das Allerheiligste bei der Segenspendung anfasst. Segen-zeichen -jəntstsēχə Eusk-Lechenich n.: Kreuzeszeichen.

 PfWB  ElsWB segnen das Zeitw. ist allg., u. zwar Rhfrk nach der Schriftspr. sēχnə, nur in der Formel: Gott sn dich! in mdl. Lautung; Mosfrk, Rip, Sol z:nə(n); Eup, Aach, SNfrk z·ə.nə, h zę·n.t; doch Neuss, Kref, Kemp z(ə)jənə, zēə-; in der Selfk zę·ŋ.ə(n), –- [Kemp-Waldniel zęŋərə; Amern SAnton zēəŋələ; Breyell zəŋərə]; Berg zjənən; Klevld zynə schw.: 1. etwas, einen s. a. durch Segenspendung in kirchl. Sinne weihen, z. B. den Palm-, Krautwisch, Kerzen, Brot, Hubertusplätzchen, Trauringe; der Geistliche däht fir dem Amt de Leit met Weihwasser s. Mosfrk, Allg.; der Bauer segnet Maria Lichtmess seine Peitsche u. macht ein Kreuz aus Wachs auf seinen Pflug; er segnet sein Vieh u. lässt einige Tropfen Wachs drauf träufeln WEif; nachdem durch den Pfarrer die Leiche engesent ist, s. zuerst die männl., dann die weibl. Leidtragenden, sie treten vor das Grab u. verrichten ein stilles Gebet; nach der Totenmesse gehen die nächsten Anverwandten

[Bd. 8, Sp. 15]
wieder auf den Friedhof s. Trier-Ld ö. Stdt. RA.: Et regent, et segent, de Panne wörde nat usf. Mörs, Allg. Den Herrgott rent on sent zegleich Saarbg-NZerf. Der Hemmel r., der Herrgott s. Schleid-Hellenth. Et regent, et Wer es gesegent wenn bei Gewitter der Regen kommt, ist nach dem Volksgl. die Gefahr vorbei Klevld, Kemp, Erk, Geilk-Würm. De hat sech der Kopp s. loəte ist schwer bezecht Eup. Der Küster zum Pastor, als die Bittprozession an einem Acker mit schlechtem Saatenstand vorbeizog: Här, he moss gesent werde! Der Pastor: He bat (nützt) ke S., he moss Mes (Mist) dren! Em zehn Uhr es et Bett gesent! Zeit zum Schlafengehen Sieg-ODollend. Dat gäht eran (herein) wei gesent Licht geht glatt hinunter Bitb-Geichl. Dem os mot er gesenter Kerz net mih ze helfen mit keinem Mittel mehr Saarl, Prüm, — meat g. Wasser Merz-Losh; dem ka känen met g. Rot (Rat) beisteihn Merz-Saarhölzb, Bernk. Loss deng Föngere va g. Sache! sagt das Mädchen zu dem Burschen, der sie knutschen will Rheinb-Hilberath. — Enem der Canisius s. ihn gehörig ausschelten, ihn gehörig zurechtweisen, heranholen Schleid-Dollend, — der Kristian s. Aach-Würselen, Kemp-Dülken, — der Löbbes s. Schleid-Baasem, — de Heules s. Ahrw-Remag, — der Kanes s. Schleid-Dotteln, — et Weər s. Heinsb-Lümb, — de Grimmele s. Prüm, Bitb, Wittl, — de Worm s. Rip, Eup, SNfrk, Klevld, Düss, Sol, Trier-Stdt; enem de Hutt (Haut) s. ihn verprügeln Sol-Langenf, — de Dof (Taufe) s. Daun-Scheuern. Gott geseən em de hellige Dauf! wird gesagt, wenn einer Ferke oder Bies genannt wird Aach-Stdt. — Gott sēn (gesēn) dich! wünscht man den Niesenden; auch einfach G. sēn u. senn! Allg.; G. segen et ow! Klev; G. sen dich met hondertdusend Daler on met et nüədige Kleigeld, dat di Vadder mich weəssele kann Aach-Würselen u. so ähnlich MGladb, Erk, Neuss, Düss-Rating, — dech met 100 000 Daler un jede Daler en ene Dusendmarksching engewickelt Köln-Stdt, — dech met en Bratsch (Korb) voll Äppel on met en Teller v. Klätschkies! Neuss-Stdt, — dech, mei Fröschelche, met honderdausend Gröschelche! Ahrw-Remag, — segent ow met h. Daler, wej (wenn du) grot sit, en met den Hemel, wej dot sit! Rees, — ow, G. sall ow lohne met h. Krone en met ene guje Mann, en min sovöl, da'k ow wessele kann! Emmerich. G. sen die honnert Johr, wenn de äller (älter) werscht, sen dich selwer! Goar-OGondershsn (darauf die Antw.: Gott dank dir, — lohn ow!). Auch beim guten Appetit wünschen: Gott gesēn ech! Prüm-Oos, — sengent üch (de Meddag)!, — dech an der Koffie! Selfk, Kemp. G. segen ons jo! Ausr. des Unwillens: was bist du dumm! Rees-Schermbeck; den es för G. segen ons bewahrt er ist gerade nicht der Hässlichste, wenn auch nicht schön Geld, Klev. — b. einen s., sich s. lassen, Segens-, Heilsprüche über ihn sprechen Allg. Ech s. dich, so mäncher Fam (Faden) an der Schörze es, em Namen Goddes des Vaters, des Sohnes u. des hl. Geistes! über eine Kuh, die vom jungen Klee aufgelaufen ist, dreimal gesprochen,

[Bd. 8, Sp. 16]
nachdem man ihr eine blauleinene Schürze dreimal um den Bauch gezogen hat Waldbr-Wildbg. — Gott sen dech (Antw. Gott luhn dech)! Grussformel beim Niesen Allg., auch G. sen! Allg. (G. sen dich, mi Fräschelche! Sülzt, — met hunnertdausend Daler! Verbr., — met h. on mech sovöll, dat ech dech wessele kann Kref-Lank, — met en Million jong Bagge (Ferkeln)! Geilckreuzr, — kotz neəve dech! Geilk-Stahe). — c. sich s., das Kreuzeszeichen machen; sech bedde on s. Allg. RA.: He sent sich net on bedd sich net hat keine Religion Rip, mit der Forts. on der Düvel deht em doch nüs Rheinb-Meckenh. Do kanns de dich s.! Gott danken Schleid-Hellenth. Vör dem mott mer sech krütze un s. vor ihm sich in acht nehmen Sieg, MülhRh, Köln, Bergh, Aach (krützigen), MGladb (bekrütze). De hät en Stiər (Stirne), de kann sich bes en de Nack s. er hat eine Glatze Jül-Langw. We et Krütz en der Hangk (Hand) het, segnet sek et earscht wer etwas in Händen hat, wird schon vollen Gebrauch davon machen; jeder ist sich selbst der Nächste Elbf, NFrk, Rip; wie den Quast (Weihwasserwedel) het, segent sich et erst Klev; de de Wesch en de Hänn hat, sent sich Kobl. He sennt sech et örscht sorgt zunächst für sich Eup, Allg. Den Här (Pastur, Pap) sent sech selwer, — s. sech fir't erscht Mosfrk, Allg. Wer beim Weihwasser stiht (et irsch am W. es), de sent sich dermet (derirscht) Mosfrk, Köln-Stdt, Kref-Stdt. We et noddste (nächste) a gen Schottel sett, sennt sech et örscht Eup. Fir dem Deiwel kann mer sech s., äwwer net fir bəise Legden (bösen Leuten) Prüm-Ihren. Sich mat Kreizer s. ganz erstaunt sein Bitb-NWeis. Ech könnt mech mäət Füst (Fäusten) s.! mich ins Gesicht schlagen, wenn einem etwas nicht nach Wunsch gegangen ist Malm, Prüm-Mürlenb, — met de dubbel Fus s.! Heinsb-Dremmen; et is get, för sech met gen Föut (Füssen) te s.! zum Verzweifeln Eup; do sütt (sollte) mer sech krücksen un s.! aus Furcht vor dem Ausgang der Sache Bergh, Rip. Jong, du kas dech s., wann de hem küs! du kannst dich auf Schimpfe, Hiebe gefasst machen; ich sag üch, da kunnt deə sich s.! Rip, Nfrk; höt (hüte) on sen dich! Warnung an ein Kind oder einen Untergebenen, zu folgen oder etwas richtig zu machen Malm. — 2. mehr übertr. a. sich s. seinen Teil von einer Sache in allzu grossem Masse nehmen; den hot sich (dodrun) orndlich (gout) gesent Saarbg, Mosfrk, Rip; der sent sich domet er ist unverschämt, bereichert sich damit Rip; wenn ich dat gess hon, sen ich gesent habe ich wirklich genug Goar-Weiler; er hat sech g. (es g.) ist bezecht Merz-Büschf, Trier-Mettnich, Bernk-Gonzerath; mer sein dis Johr got g. met Erdäppel Westerw, RRip; en es met allem g. mit allen Unarten u. Fehlern behaftet Saarbg. — b. en gesenten Honger (Appetit) han gut bei Appetit sein Allg.; en g. Hand hun der alles gelingt Saarbg; gross, breit; ungesente Tatzen Prüm-Burb; et es u. kalt Koch, May. — c. ungesent verdriesslich, nörgelnd Prüm-Mürlenb u. Daun-Neroth 1860 Strohn. — Abl.: die Senerei, dat Gesens (das lästige

[Bd. 8, Sp. 17]
Segnen u. Gesegnete; auch das, wovon man wenig hat, sehr kleine Menge Rheinb-MüEif, Dür; he geht dermöt öm, als wenn et jet G. wär).

aus- segnen: 1. eine Wöchnerin a., in der Kirche durch den Pfarrer; meng Frau wor gern usgesent; se löt sech uss.; sie darf nicht über die Strassenrinne gehen, bis sie ausgesegnet worden ist; auf dem Gange zur Kirche muss eine andere Frau sie begleiten; sonst würde sie oder das Kind behext (veralt.) Verbr. im kath. Geb.; doch absterbend; beim Gange zur Kirche darf die Wöchnerin sich nicht umsehen, sonst läuft dem kleinen Kinde in den ersten Jahren das Wasser aus dem Munde Dür-Mariaw. Hält die Mutter des Taufkindes ihren ersten Kirchgang, so erhalten die Nachbarn ein Stück Pfefferkuchen, in dem ein Einpfennigstück steckt; hierdurch sind sie eingeladen, an dem Kirchgang teilzunehmen Kemp-Lobberich. Die Frauen wünschen ihr vor dem Gang zur Kirche: Wej wönsche ow mät de Kerkegang enen Peperkuk (Pfefferkuchen) as den Ellenbog so lang! Klev-Üdem. — 2. dat Hus uss. losse durch den Pfarrer vor dem Bezug eines neuen Hauses Bo-Volmershv Witterschlick.  PfWB  ElsWB ein -segnen: 1. einen e. a. konfirmieren Wermelsk. — b. trauen Eusk-Lechenich. — 2.a. die Leiche e., vor dem Begräbnis durch den Pfarrer Allg. — b. et Hus e. vor dem Bezug, durch den Geistlichen Bo, Sieg. ge -segnen: segnen 1 b u. Gott gesen üch! gesegnete Mahlzeit Siegld, Rip, Eup, Wittl; Gott g. dich de hellige Dauf (Taufe) Gott verzeihe es dir mit Rücksicht darauf, dass du getauft bist Aach.

Segen-düppchen z:ndeb- Trier n.: kleines Weihwasserbecken. Segen-wasser z:n- Trier, Kobl, Goar n.: 1. Weihwasser im S.wasserkessel.2. übertr. scherzh. Schnaps.

Segnung vereinzelt WMosfrk z:nijən Bitb-Mettend; -nik Daun-Strohn Sg. t. f.: wie nhd., benedictio.

seger -ē- = schal, glasig, faul, vom Käse, übel, müde s. seiger II.

seggen -e- = seiden (s. d.).
 
 
Seggen zęgə Rees Pl. t.: Riedgräser, carex, in S.pöll zusammenstehend, mdl. sonst Hasenbrot, –gräs-chen, –pfote, Liesch-, Schneidgras, Kaffeeschwänzchen, Schornsteinfegerchen, Zylinderputzer.

Sehe s. folg.
 
 
 PfWB  ElsWB  LothWB sehen das Wort ist allg. (doch bes. Rhfrk, Mosfrk durch gucken, kucken, kauken bedrängt, bes. der Imperat. wird fast ausschl. von diesen Verben gebildet; auch im Rip, Nfrk steht vollwertig daneben kicken, kiken, aber mehr in vertraulichem Sinne; s. auch noch Grade des Sehens bei äugen luchsen, lauern, lucken, lugen, spinksen); Rhfrk sīn, –ēi-, ęiχ sīn (usf.), dau sīst [südl. der st/t-L. sīt, –ēi-, –ē-, –i-], ər sīt, mər sīn (usf.), dīər sēt, [Saargeb. sīn], sə sīn (usf.); Part. gəsīn, –ēi-, –ē- (usf.); Imperat. guk [sei Birkf-Idar]; Mosfrk in Saarl ze·i.n u. gə- im NO, dann zin u. gə- [Sprengen gəzē:n], im Hauptgeb. ęiχ (ge)zin, dǫu (gə)zit, ər (gə)zit, mir, dir, se (gə)zin, Part. gəsin (dazu noch ein Conj.

[Bd. 8, Sp. 18]
Prät. (gə)z:ŋ u. (gə)z:t); Merz (gə)zin, dǫu (gə)sit, ər (gə)zit usf.; Saarbg (gə)zin u. -ze·i.n, dǫu (gə)zeis, hę (gə)zeit, mər (gə)zin, –zei:n, dīr (gə)ze·i.t, zə (gə)zin, –ze·i.n; sonst Mosfrk zīn, –ē-, dou zeis, en zeit, mər zīn, –ē-, diər zīt, –ē-, zə zēn, –ē-, Prät. zū:x, –ō:-, Conj. zī:χ, zē:χ [Trier-Stdt Prät. z:; OMosfrk z:x u. z:], Part. gəzē:n, –ī:- [die Formen der 2., 3. Pers. Sg. Präs. entsprechen dem rip. nfrk. zȳs, zȳt]; Imperat. kuk [ziχ nur in s. do, əlo s. u. kuk, ziχ Trier-Stdt, Prüm; -a- Prüm-Mürlenb, Daun-Strohn]; Westerw zē:n, –:-, entrundet du zęis, ər zęit, nicht entrundet zys, zyt, mər, zə zē:n, –:-, diər zē:t, -:-, Prät. z:x, Conj. -:-, Part. gəzē:n, –:-; Imperat. kuk (doch ziχ, –e-, –ø- əmol, zømol!); Siegld sē, eχ sē, də sist, –y-, ər sit, –y-; mər, sə sē, dir sēt, Prät. sx, Conj. sχ, –-, Part. gəsē; Imperat. seχ; Rip zē:n, zen, –i-, eχ zē:n, –e-, –i-, də zȳs, hę zȳt [u. jünger daneben -ī-, –i-; uAhr -ei-; Prüm, Malm, Monsch-Kalterherbg zekt; Neuw-Asb -i- (auch die 2. Pers. oft in dieser Lautung)]; mər, zə zē:n, –e-, –i-, ȳər zē:t, –i- [im Geb. von zə hant, tǫnt, zent]; Prät. z:x, Conj. -:-, Part. jəzē:n, –e-, –i-; Imperat. zyχ, –ø-, –i-, –e- [uAhr zei]; OBerg zēn, –ei-, ek zīn, –ei- u. zeiə, du zȳs, hę zȳt, –y-, Pl. zīn, –ei-, Prät. zx, Conj. --, Part. jəzēn, –ei-, Imperat. u. zyχ; NBerg zen, ek zen, du zȳs, hę zȳt, mər, zə zent, ȳər zet; Prät. z:, z:x, –ō:-, Conj. -:-, –:-; Part. jəzen; Imperat. zȳ, zyχ (so Sol); Lennep zī:n; Barm, Elbf zen, ek zē, də zys, he zyt, Pl. zent, Prät. zo:x, Conj. -:-, Part. xəzen; Imperat. zyχ [zysə siehst du; zemfə sehen wir]; Eup zęn, du zīs, hę zīt, mə, zə zęn, ə zīt, Prät. z·ə.x, Part. γəzēənə; Imperat. zīχ; SNfrk zīən [Selfk -nə absol.], eχ zen, du zȳs, hę zȳt, vir, zə zent, ir zet, Prät. z·ə.x, Conj. zȳ·ə.χ, Part. jəzīən, Imperat zȳχ, –y- (meist kīk) [in Kemp auch ek zȳ; statt hę zȳt auch -y-; statt Imperat. zyχ in der Selfk auch tsyχ; in Kemp-Amern eχ zen u. ze·i.χ, vər zent u. ze·i.jə, ēr zēt u. -e·i.-]; Klevld zīn, ek zīn, dou zyts, he zyt, we, zə zīnən, γet zyt (so Dinsl); zīn, ek zin, ge zit (zi siehst du), he zīt, –ȳ-, we, zə zin (so Klev); ek zīn, do zys, hei zyt, wə, zə zīn, ge zyt (so Mörs), Prät. zx (MülhRuhr -ū·a.-), Pl. -γən, Part. γəzīn; Imperat. zīn, zīt st.: 1. wie nhd. a. fähig sein, zu s.; der kann got (net mih g., scharf, schlech) s.; der süht met enem Og jet schääl er schielt; he kann net mih us den Oge s. so schläferig, träge ist er; dem seng O. sehn noch got Rip, Allg. RA.: Er sieht wie de Katz in de Nacht Rhfrk, — en Ül (Eule) Dür-Weisw. Mer männt (meinte), de dähscht net here on s.; eich haə deich, dass dir H. on S. vergeht! Rhfrk, Allg. Er hert nit un sieht nit un läft (läuft) ach (auch) käner Herd no der schwerfällige Mensch Saar, Hunsr, Mos, Eif, Westerw. Weə net sitt, deə es blengk (blind) du willst das Richtige nicht erkennen Aach, Allg. Wammer net s. kann, ös et Föhlen (Fühlen) net verbodden Sieg-Rhönd. Wammer nit s. well, hilf och keinen Brell Köln; wat helpt den Ap (Affe) en Kerz en (u.) en Brell, as et Dier niet s. well! Klevld. Wenn dou nit s. kas, dann batt (nützt) dech ock ken Löch (Löchten = Leuchte)

[Bd. 8, Sp. 19]
Mörs, Geld, Kemp, MülhRuhr, Dür-Gürzenich, Sieg-ODollend, — holl der de Katz (s. weiter da) of de Arm! Ottw, Verbr., — dann spannt de Katt för de Oge e kick dör de Klowe! Klev-Warbeyen. A.: Ik ka ni s.! B.: Hol sche Otterbeck sinne Ferkesbrill, da kas de s.! MülhRuhr. De sitt net widder (weiter) wie ene Maiköbbel (-käfer) Schleid-Lückerath, Dür-Weisw, — wie sing Nas Köln, Allg., — sine Schnute Gummb. Den Alen seiht noch widder (weiter) iwer et Wasser as wie de Jungen dran (drein) Bitb. De süht durch en eiche Dör (e Brell, en Plank), wann e Loch dren es Köln, Klev, — dörch sövve Mure hat seine Augen überall Aach-Stdt. Einem, der behauptete, dass dem Monschäuer erst am neunten Tage nach der Geburt oder sogar erst mit dem vierzigsten Jahr die Augen aufgingen, erwiderte ein M.: Jo, Här, dat stemmt, wann de Ogen em dann ävver och op sen, da sitt he sone Eəsel, we ihr set, dörch en eche Düər erdörch! — Scherzfr. Et hät Oge on kann net s.? die Kartoffel Heinsb. Wil (welches) Perd seiht henne so gout wie vore? das blinde Pferd Bernk-Bruchw. — b. wahrnehmen, von positiven einzelnen Wahrnehmungen; absol. u. etwas, einen s. in folgenden Fügungen: richtig s.; die Sach (den Mann) han ech gesehn; dat moss ech met mengen ege Oge s.; he süht net vill (mih), nur wat e well; he süht gern arbede; mer s., wie et wiəs (wächst), — dat et w. Rip, Allg. RA. (in Auswahl): S. hölpt (brengt) gedenke lässt einen an Versprochenes erinnern Kemp, Geld. Weə net sött, wenn heə gelt (kauft), deə s., w. heə gegolden hat dann ist es aber zu spät Aach, MGladb. De sohch, wie e necks hott (er stierte ins Blaue), on deə oss, wie e jet kreg Dür-Birkesd. He süht net rechs noch lenks geht unbekümmert seinen Weg Rip, Allg. De süht ander Lücks (Leute) Splinter (Splitter) un singen eige Balke nit Köln, Verbr. Do häs te et Eng (Ende) noch net van gesiəhn! das wird ein schlimmes Ende nehmen; de hät och si E. noch net g.! SNfrk, Allg. Du häs dem Keng (Kinde) de Ben noch net gesinn! Warnung vor voreiligem Urteil Rip, Berg, MGladb. Der Überkluge sitt enem et Brut em Lif Sieg. He süht de Welt net miəh stirbt bald Heinsb. Ek mich de Lik (Leiche) ens s.! ich zweifle den Erfolg an Kemp-Tönisbg. He kann de grote Arbet gott s. on de klein löt he legen Lennep. Den Ärbeit s., säj de Frau, es wäll gedoəhn, mar dernewe goəhn, s. de Maid, es ok gene Quoəd (Böses) gedoəhn Geld-Schravelen. Der sieht de bloə Himmel nit meh Goar, — va luter Böm der Bösch (Wald) net Dür, Allg. Ech kann (in dem Düstern) ken Hangk för de Ogen s. MGladb, — Fout (Fuss) noch Feild s. Eup, — keng Futz s. Malm. Ich han kä Stibb on kä Stab (Staub) meh gesinn es war mir entschwunden Saarbr, — der Spier (Spur, Hor) net mih derva g. Prüm, Bitb. He hät nen Apen gesenn ist nicht recht gescheit Remschd, — ene Wolf gesehn ist erkältet, heiser MüEif, Simm-Klosterchumbd. Er sitzt uf em Gaul un siehr en nit er sucht vergeblich Simm-Horn. Et es so deister, dat ich af drei Schritt ken Mann s. ka Altk, Allg. De hät Abraham gesenn ist

[Bd. 8, Sp. 20]
über 50 Jahre alt Verbr. De seiht och lewer e sching (schönes, jung) Mädche als wie en ale Judd (en alt Perd) Bitb, Verbr. Den hot och mih Legt (Leute) gesiehn os wie Kirchtir (-türme) er hat die Welt gesehen Prüm-Ihren. Den lo (der Zornige) muss der Deiwel geseihn hun Merz-Brotd. Dat kann ene Bleng (Blinder; s. weiter d.) siə! Aach, Allg. We het söhch, sätt der Blenge, dat der Lahme geng! gesagt, wenn man eine Aussage nicht glaubt Jül-Selgersd. Wenn dat der Schenner (Schinder) süəhch! wenn einer gähnt MGladb. Dat süht sogar e Perd! du siehst aber schlecht Gummb. Dat han ich woll hondertmol gesenn Heinsb, Allg.; häste ze Lebdesdag esu jet g.! Rip, Allg. Dat s. ich, Herr Börgermester, sät der en, du log he en der Bach Dür-Stdt. Ich ha mengen Auen net gedräjt (getraut), wie ich dat suhch Bitb, Allg. Dat hammer Mach ze s. wir können dabei nur zusehen, wie es in Zukunft geht, uns nicht wehren Sieg-ODollend. Weə gelt (kauft), wat heə sitt, deə es gau (schnell) sing Penneke quitt Aach-Stdt. Ber alles sät, bat e hirt on seiht, wird all sein gode Freinde queit May-Trimbs. Wat der Bor nit süht, dat käuf he nit Köln-Stdt. Nemm et Aug en de Hand, de Katz op dat Knee; wat do nit sühs, süht dee Köln, Rip. Mer moss net nur s., wat flüg (fliegt), ävver och s., wat krüch (kriecht) auch vor sich auf den Boden s. MülhRh-Herrenstrunden. Et es esu düster, dat mar net sieht, wat mer sät (sagt) scherzh. Dür-Gürzenich. Do micht (möchte) ich awwer emol s., wat geschafft is! Birkf, Allg. Et gohn er noch hondert langs Kölle, die s. et net Rip, Verbr. Komm, gehste met, da sühste't; dat glöf ech net ihder, bös ech et s., gesehn han Rip, Allg. Ech han et gesenn, ävver net besenn, sät der Pescher (Pisser) MGladb. Der Buər (on der Börger) sitt et jeden Dag, de Könnek (on der Kaiser) s. et selden, on use Herrgott (der doch alles s.) s. et gar net? seinesgleichen Sieg, Allg. Wer sachte geht, der acht et nich, wer schier g., der seiht et nich! zu dem, der sich über einen Flecken oder Riss im Kleide ärgert Wippf. Mer männt (meint), der hätt äne Grosse (einen Grossen = l) gesiehn der ist, glaube ich, betrunken Saarbr. Weə lang leəft, sitt völ Aach-Stdt. En fliegende Kräih süht mehr äs en settende Mörs. Weə süht miəh, weə twiə Ogen hät of deə mar en hät? Wer eins hat; denn er sieht an andern zwei Heinsb. Du darfs alles s., mar nit a. wete Duisbg. Die dohn, als wenn mer nüs (nichts) gesehn hätt Rip, Allg. Ess net so vel, sost kasche de Nacht nicks s.! warnt die Mutter das Kind, das abends zu viel isst Siegld; ech s. nicks, ech s. n.! ruft einer, der sich von einer Übermacht bedroht sieht u. um sich schlägt ebd., Allg.; ech han nüs mih gesehn on nur su öm mech gehaue! Rip, Allg. De kann käne s. (keinen Schnaps) er muss trinken Kobl-Bendrf. Wenn mer en (ihn) net seiht, hirt mer en den Schwätzer Neuw-Dierd. Engen e hondert Johr (e J. en Dag) net miəh gesiəh ha Aach, Allg. Dem diebischen Menschen traut mer esu weck (weit), wie mer en sitt Rip, Allg. De ös ze ful, dat e sech sieht Sieg-Ägid. — Der Überkluge hürt de Flüəh hoste en sieht et Gras wasse Rip, Allg. S. eisse, mät e. durch Zusehen

[Bd. 8, Sp. 21]
beim Essen bekommt man Appetit Bergh-Blatzh. He süht lever ete as Geld tälle (zählen) er möchte gerne zum Essen eingeladen sein Klevld. He süht gerne Kerzken brennen Zank u. Streit Sol. — De sitt alles schwatz (wiss) ist ein Pessimist (Optimist), — alles dubbel (doppelt) ist bezecht Rip, Allg., — et blo on grin fir de Auen es schwindelt ihm Mosfrk, Allg.; — ech han mech satt (möd) gesenn Rip, Allg. — Ver Awe sieh mih wie zwei zwei finden eher etwas als einer oder scherzh. wenn man eine Brille aufsetzt, sieht man besser Trier. Was mei Auə s., glabt mei Herz Kreuzn; wat de Oge net sennt, kränkt och et Hart net Heinsb. Et es jet, wat et Og s. ka es ist sehr schöne Arbeit Aach. A.: Häsde de Buər berem (mit dem) Kerrel (Kittel) geseh? B. scherzh.: Naə, bet de Auge Siegld. Hej süht de Katt (Katze) üt dem Bom verfolgt sein Ziel, bis er es erreicht hat Klevld; do kammer sech de Oge us dem Kopp s. so schlecht ist der Gegenstand zu s.; voller Interesse hinstarren Rip, Allg. — c. schauen (aktiv, durativ), schauend betrachten, erkennen (dafür mehr gucken usf.), bes. in der Verb. s. lossen u. in präpos. Verb. Der (die) kann sech s. losse er (sie) ist durchaus nicht hässlich, vielmehr ganz ansehnlich, schön; dat (die Arbet, der Desch udgl.) k. (darf) sech s. l. u. löt sech s. ist nicht schlecht, vielmehr ordentlich, beachtenswert; en dem Rock (udgl.) kann mer sech net s. losse der R. ist zu schlecht, alt, passt nicht mehr; loss mech dat es s. (wat de do häs)! zeige es mir (abschl. Antw. hat geng Ojje keine Augen) Aach; du könns dech och es bei mir s. losse mich aufsuchen Rip, Allg.; du has os jet s. losse! hast uns Kummer, Verdruss, Auftritte bereitet Aach; et Stetsche (Sterzchen) s. loəte Reissaus nehmen Heinsb, Nfrk; den Hond lott sech för't Wett (Weisse) s. er fletscht mit den Zähnen Mörs, — de Tant (Zahn) s. Rees, Allg.; hin-, dar-, zeröck-, herops. (usf.); no ovve (bovve), henner sich s. (usf.); sich ens bei den! besuche ihn (etwa den Kranken, Einsamen) Rip, Allg.; ek well ens debis. mal selbst hingehen, um sich ein Urteil zu bilden; Kinger (Kinder) mutten för sek s. (sich nicht umsehen), dat se nich fallen Gummb, Allg. An sin Kender ka me s., dat me alt werd Mörs, Allg. De sitt an sengem Krom (Kram), wei et angere ze Mot es an seiner eigenen Not erkennt man die anderer Dür-Lucherbg. Ech s. an mengem Wess (Weizen), wann der anderer Löck (Leute) W. rif es von mir kann ich auf andere schliessen Sieg, Allg. De deiht, wat e einem an de Auge s. kann; sing Freud a jet s. Köln, Allg. Er sitt em of de Aue folgt seinen Wünschen Ottw, Allg. Me süht de Lü wäll op de Klejer (Kleider, de Beus), äwwel nit dronder man kann das Wesen des Menschen nicht an seinen Kleidern erkennen Mörs, Allg., — op de Kragen, ävver nit op den Magen Sol, Wend; mer süht eim op et Lif, ävver nit dren aber nicht, ob er schlecht ist: Sol. Enem leiver op en Röck (de Puckel) wie en ett Gesit s. Aach, Allg. Mer sieht äm uf der Kopp, awer nit in de Kropp man kann die wahre Gesinnung der Leute nicht erkennen Simm-Horn. He süht arg op

[Bd. 8, Sp. 22]
et Geld (Verdens) Rip, Allg. Dem moss mer op de Kapp s. ihn gehörig beaufsichtigen Sieg. Der süht op enen eraf ist hochnäsig Rip, Allg. Dem (Magern) kammer durch de Backe (Zänn »Zähne«) s. Rip, Allg. Den moss mer dat durch de Fengere s. ihn nachsichtig beurteilen Rip, Allg. De süht dat durch enen dubbelen Brell betrachtet es nach beiden Seiten hin Köln. Dat s. ech en dem sing Oge ich merke seinen Wunsch Aach,Allg. Du siss dir och net en der Mongk (Mund) das ist dir nicht so gemeint Schleid-Hellenth. He löt sech net en de Oge s. ist ein Heimlichtuer, ihm ist nicht zu trauen Rip, Allg., — en de Zäng (Zähne) s. hält Maulaffen feil LRip, — net en de Kart s. weiss seine Pläne zu verheimlichen Allg.; enem en et Spell s. ihn durchschauen Rip. Du siehs iərsch met em halve Og en de Welt bist noch ein Grünschnabel Eusk-Billig. Der Schielende süht met dem rechte Og en de lenke Westentäsch, — s. en de ander Wech (Woche) Rip, Allg. He hät te diepe en et Glas gesiehn zu viel getrunken Gummb, Allg. He riss de Mul op, dat mer öm bis en de decke Zieh (Zehe) s. kann Bo-Buschd. He süht em no de Oge richtet sich nach seinen Wünschen Rip, Allg. De seiht no em Mond ist nicht bei Trost Ahrw-Hepping. Gej könnt de Mensse wäll för de Kopp s., äwer niet drin Rees, Nfrk, Aach-Eilend. Die bruche net derno ze s. in ihren Ausgaben brauchen sie sich nicht einzuschränken, br. sich nicht nach andern zu richten Rip, Allg.; he liegt (lügt), dat mer derdurch seiht dass man es leicht erkennen kann WMosfrk; sich net d.siehn kein Ende seiner Arbeit sehen, viel u. schwierige Arbeit haben, sich bei den Schwierigkeiten keinen Rat mehr wissen Mosfrk, Allg.; dat kann der ach (auch) passeere, dat de so ebbes mol iwer siehst nicht bemerkst Rhfrk, Allg. — Der hät die ok nich bi Dag gesiehn, sös häre die nich gehirot. (Lo mek) ens s.! lass mich mal überlegen Gummb, Allg.; ech well en der Sach iərsch klor s.; ech well emol s. will mal zusehen, mir's mal überlegen, — s., wat ech dodren dohn kann; ech konnt mech net satt dran s. Rip, Allg. — Ongesiehn unbemerkt Allg.; ongesiehns Mörs. Weə dorch Vossem geht o., dorch Harzem (Harzh) ongefrog, dorch Peisch (Pesch) ongefopp (nicht verhöhnt), deə dank Gott Neckspr. auf diese Dörfer in Schleid. — d. mit starker Gefühlsbetonung. α. einen nicht s. können, leiden, ausstehen k.; de Kerl kann (mag) ich nit (vor de Aue, im Au) s. Rhfrk, Allg.; hej kann öm ni löchten of s. Klev; die konne sech net s. Rip, Allg.; den han ech geziəhn ich kann ihn nicht leiden MGladb-Rheind. De es esu gern gesinn (willkommen) wie de Sau beim Rabiner Köln-Stdt. De s. ech esu g. wie me ege Herz (das ich nicht s. kann) Rheinb-Meckenh. — β. de sitt de andere net will sie aus Hochmut nicht s., er ist hochmütig; de Koh kann ke grön Hälmche s. sie ist begierig darauf, frisst es auf; de kann ken Lache (usf.) s. so missfällt ihm dies in seiner traurigen, griesgrämischen Gesinnung; der Faule kann ken Arbet s. so missfällt ihm diese; de kann ken Blot s. so erschreckt ihn Blut Rip, Allg. De kann

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och net s., wenn en Vul (Vogel) of et Dach scheisst er ist sehr empfindlich Westerw. — γ. zweifelnd; dat wommer (wollen wir) da mol s.! erst mal abwarten, ob du es wagst, fertigbringst; dat wearn mer jo s.! erleben Siegld, Allg.; der kümmt wiər, gewess, äwwer wann, dat han ve noch te s.; wie dann dat geht, dat han ve noch te s. das liegt in der Zukunft; ek mutt s., wie ek parat weər zusehen, Geduld üben Gummb, Allg.; dat häs de net für dir gesehn! es ist noch fraglich, ob du das erwartete Gut erhältst, ob sich deine Erwartungen erfüllen Aden, Ahrw, Rheinb; kann sech derför s. sich für fähig halten, Mut zu etwas haben Eup; mer welle s., wat fett mächt was in diesem Falle gut ist Prüm; mer mosse iərsch s., of (wie) et geröt (gerät) usf.; ech men, ech söch et alt! ich zweifle dran Rip, Allg. — δ. freudig bewegt; no, seiht mer dich och emol näs (noch einmal)! Merz, Allg.; wannihr sitt mer üch dann widder? Jül, Allg.; adjüs, op Widders.; no, dann bes op W. Rip, Allg.; adjüs, on sennt mer os net miəh an diser Welt, da trefe ver os en Bielefeld! MGladb-Rheind, Ess. — ε. warnend, mahnend, ablehnend; dou wiərsch (salls) (ävver) ens s.! deiner wartet Strafe; glich salls du es s.! Rip, Allg.; da sich, dat (wo) de et krigs, — dat et en anderer deht, ech dohn et net! Rip, Allg. — ζ. staunend; do kammer ävver es (einmal) enen (jet)s.; no süch ens, wat en Popp, — wat se lofe; kut ens her, he konnt er ens e paar s.! die Auffallendes an sich haben; do git et jet ze s.! Rip, Allg.; dat hät den Deubel gesehn! Ausr. der Verwunderung, des Zornes Sieg-ODollend; sich elo! sieh einmal an! Mosfrk, — es do! sonst; sech (emol), bes de do! Siegld, Allg. sech esu sech, sot de Watz (Eber), do soss e of seiner Moder! May-Trimbs; so sich! das habe ich geleistet; sühste nu! dass. Rip, Allg.; do, sich (sich do u. jo sich), leit den Hos am (im) Pefer! WEif; seihste sach! Daun-Strohn. — In der WEif steht da (su) sich als Bindewort = dann, am Anfange eines Hauptsatzes, der den Inhalt des voraufgehenden H. zur Bedingung macht, hean hat dat gedahn; darauf die andere Person: da sich wiərd och dat anert gemach gen; susich u. susach Trier-Schleidw, Prüm-Mürlenb. — Als Flickwort: un, sitt do, ich soh (sah), dat ... OBerg. — Dann in Wend., die das Staunen über schnelles Laufen, Arbeiten ausdrücken; et geht su sihr (schnell), wie mer sitt, — wat sühste, wat häste, — häste (et) net gesehn, — häste net g., sühste et (noch, jetz), — sallste (kriste) (et) noch s. Rip, Allg.; häste nit gesinn, dann sühst du et nit, — kriste't nit ze s. Rip, MGladb (daneben). In en (in't) Hergesiehn im Nu; en en H. wor en op de Stroət, auch et wor mar (nur) en H., dor wor ... Geld, Mörs; sich da (sieh da) im Nu Köln-Godrf. — Zu s.der Auen deutlich wahrnehmbar, schnell; et Gras wässt (wächst) zu s.der A. Saarl-Pachten; gesiehner A. Saarbr; gesinnender A. Saarl-Berus; (ge)seihner u. zougeseihner A. Merz, Saarbg; siehner A. Trier; in gesiehnser A. Saarl-Hüttersd; siehnəser (sehnəser) A. Mos in Trier, Bernk, Zell, Koch, Bitb-Kyllbgw, Prüm-Mürlenb; sehndszer O. Prüm-Steffeln;

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sehndsder O. Schleid-OReifferschd; siehnder Oges Klevld. — 2. übertr. a. mit sachl. Subj. α. dem sein Kideln hun schonn lang kä Wasser meih geseihn sind lange nicht mehr gewaschen worden Merz, Allg.; dat Feld hät och at lang kene Mös (Mist) mih g. hat lange die Düngung entbehrt Rip, Allg.; e stump Messer schneid, war et sieht es sieht nichts u. schneidet auch nicht Kreuzn-Hoppstädten. — β. wat et Weər süht; wat süht et deck (kronk)! es ist dicke (kranke) Luft, wenn Regen oder Schnee drohen Kemp. — b. ähnlich sein. α. mer söuht dran wie an en al Frau die Person sieht einer alten Frau ähnlich; mer s. dran, wie an en al Hött das Haus gleicht einer alten Hütte Altk (Sieg); wie sürr et? wie sieht es aus Siegld-OHolzklau. — β. erauss.; de seiht eraus wie en Sau, — en deier (teuer) Johr WBitb; de söuht grad eraus wie de bedröfte Mareileis aus der Lehmkaul er macht einen niedergeschlagenen Eindruck, — en Gess för de Knie sehr mager Altk (Sieg), OBerg. — c. subst. das Siehn die Pupille Birkf, Kreuzn-Bockenau, Simm, Bernk-Allenb Gösenr Hochschd, May, Aden-Colverath Dedenb NAdenau, Rheinb-Rupperath; dat Sehende Altk-Weitef; et Sehns Eusk-Enzen, Sieg-ODollend; et Gesehns Bo-Walberbg, Neuw-Lorschd; dat Sehende Siegld-Hilchenb Obersd; et Sehnche Littf. S. Sehe. — Abl.: die Sehnerei, dat Gesehn(s).

ab- sehen: 1.a. einem etwas a., abgucken, z. B. eine Schulaufgabe, eine Geschicklichkeit Allg. (Rhfrk, Mosfrk mehr abgucken, –kucken). — b. hean däht alles, wat hean him on (vun) den Auen ofseiht (ofs. kan) erfüllt ihm jeden, auch den geringsten Wunsch Bitb. — 2. etwas a., abwarten; dat weffe (wollen wir) ens a.; dat es nich aftesiehn; wie dat noch geht Gummb. an -sehen: 1.a. etwas, einen a., betrachten Allg. (Rhfrk, Mosfrk mehr angucken, –kucken). RA.: A. deiht (hölpt) gedenke Wiedersehen schafft Erinnerung; der beim Essen Zusehende kriegt Appetit Eup, Aach, Selfk. Vum A. fällt keinen Baum öm man muss zugreifen, wenn man etwas leisten will Köln-Stdt. Et wor grüselig (schrecklich usf.) anzesehn Rip, Allg. Du kanns dir de Dür van bussen (draussen) a.! scher dich aus dem Hause Rip, Allg. Der seiht mich an wie e Oss (Ochs) en nei Dir Bitb, Allg., — e gestoche Kalf so verwundert Rip. De Mann sohch de Ül (Eule) an, un de Ül sohch der M. an verwundert u. sprachlos Rip, Nfrk. Den sinn ich mem Hengersch (Gesäss) nit an! so verachte ich ihn Rip, Allg. Der süht de Lück (Leute) met der Mulen an er hält Maulaffen feil OBerg. De Zupp süht mich met keinem Aug an bei Fleischbrühe ohne Fettaugen Köln-Stdt. Mer muss keinen Hüvvel (Hügel) för enen Berg a. die Schwierigkeit nicht übertreiben ebd. De (Betrunkene) sitt der Hemmel für ne Dudelsack (en Bassgei) an Jül, Allg. — Gefühlsbetont; dat kamme nich länger met a.; nu süh ens an (sieht ens an); nu süh der ens ei Mensch an! Ausr. der Verwunderung Gummb, Allg. — b. einem etwas a., anmerken; dat hon ich em gleich an de Aue angesiehn, dat do ebbes nit richtig is Rhfrk, Allg.; mer kunn et op

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en paar Grosche net a. sie nicht so sehr beachten, sie mehr ausgeben Rip. — c. angesehnds denger Nut (Not udgl.) in Ansehung dessen; onangesehnds des Rip. — 2. angesinn (net a., onangesinn) sen in hoher Achtung stehen Rip, Allg. nach dem Nhd. — Auch deə hät A. be de Lü, — ken A. (ken Ansehns Rip, WEif) Kref, Allg. (diese Wendung fester); auch de War (udgl.) hät ken A. sieht nach aussen nicht schön aus Allg.; dem Aseh no dem Anschein nach Siegld. auf -sehen: 1. in die Höhe sehen, bei der Arbeit; dar is en fleissiger Bu, de schafft in änem Stick, ohne mol ufzesiehn Rhfrk, Allg.; do hat heə ävvel opgesiəh gestaunt Aach, Allg. — 2. dat Opsiehn, dat gof en O. nach dem Nhd. Gummb, Allg.; dat Ufsiehns Hunsr. aus -sehen: 1. de süht schlech (elengig, gottserbärmlich, mager, got usgl.) us; dat seiht net us das kleidet nicht, schickt sich nicht; wie süht dat dann us; bei dene süht et schlech us; he ös net su domm, wie he ussüht Rip, Allg. RA.: He söuht aus wie de bedröfte Mreieleis betrübt Altk-Wissen, — as ene Spinnejule Gummb-Wiehl, — wie en al Eul so abschreckend May-Naunh, — ne Ap, de om Präsentierteller setz so ratlos Jül, — Ap, de et Kosgeld verschnupp hät Dür, — Ap om Schlifsten Allg., — en Aff am Schwanz haarlos Ottw-Schiffw, — en geschorener Aff Simm, — en Get (Ziege) onger em Stetz übermächtig Grevbr, Kref-Fischeln, — e Wutz (Schwein) met äm Ohr sonderbar Ottw-Neunk, — e krank Hohn Daun, — en nat H. Elbf, — e geroppt Hinkel Saarbr, — en breizig (brütendes) Houhn so elend, herabgekommen Saarbg, — en getroəde (verheiratete) Mösch (Spatz) Erk-Merbeck, — en erhange Frösch Malm-Vith, — en gestreppte Mus Gummb-Strombg — öm de Mul (so beschmutzt) wie Halfe Krem (Mutterschwein) öm de Arsch Rheinb-Miel, — ene Moll (Maulwurf), der no Fröhmess geht so verschlafen Sieg-Braschoss, — ne Galgevugel, — ness en ütgedrete (ausgeschissene) Ert (Erbse) so herabgekommen Geld, — der Dut (van Ipern) so blass Rip, Allg. (s. weiter bei Tod), — de dür (teure) Zitt Rip, Allg., — de lef Nut Goddes Rip, Neuss, MGladb, — ne Arsch Schleid-Hellenth, — en Fott (Gesäss) för en Löət (Leuchte) Eup, — et iwige Levve Rip, Nfrk, — Melch on Blot Rip, Allg., — e gestoche Bildche pockennarbig Köln, — sibbe Dag Ren (Regen) so verdriesslich Rip, Allg., — de alt Fasenacht Saarl-Schaffhsn, — sone scheələ Blecksem er schielt Heinsb-Dremmen, — Kerfirschten Anton vortrefflich WMosfrk, — als wenn he ken drüg Brut hätt so herabgekommen Rip, Allg., — as kreg er alle Karfreidagen Hawermaus (Grille) geback Simm, — als wenn e Water op Bruət te freəte krieg MGladb, — e alle Hellige der Wass (Wachs) däht fresse Köln-Stdt, Sieg-Ägid, — e et Läger (Nachgeburt) fresse hött Dür-Birkesd, Bergh-Heppend, MGladb, — kreg it Wasser net gewärmt Neuw-Dierd, — e em Stropp heng ebd., — e dur de Str. getroch (gezogen) wüər Heinsb, — durch der Str. gefalle wör Rip, Nfrk, — als of he Sorekappes met Schnüsscher gessen hätt so vergnügt Köln, — als

[Bd. 8, Sp. 26]
könnt he ken drei zälle so dumm Rip, Allg., — als wenn he de Höll geblosen hätt so erhitzt OBerg, Aach, (rot, frisch Schleid-Hellenth), — he kei Wässerchen dröve künnt Köln, Allg. Dat süht ut wie en Lus op em Botterkluten (Bottermeck Kemp-Dülken) passt nicht zusammen, verrät Geschmacklosigkeit Mettm, — op en Botterramm Kemp-Süchteln; et sütt he ut we en em verbrangden Dorpe NBerg, — wie bei Zonnerhannese Nahe; dat süht ut, as wann et ene Hongk (Hund) em Hengersch gehat hei (hätte) verknittert Kemp-Breyell (u. so viele a. Vergleiche). — Auch: Dat het en Utsenn wie Melk on Wurschbröh, — wie Kies (Käse) on Kiərnmelch (Buttermilch) ist farblos Sol. Su sühste us! das könnte dir so gefallen, abschl. Antw. Rip, Allg. — 2. sich für etwas a., sich dafür fähig fühlen Rip. be -sehen: 1.a. etwas, einen b., wie nhd.; dat kannste net b. ich halte es nicht für der Mühe wert, es dir zu zeigen; ech b. öm net miəh! so verachte ich ihn SNfrk, Allg. RA.: Et B. es ömesöss (umsonst) aber nicht betasten, mitnehmen Rip, Allg. Dat eəs besser glöven äs b. gohn das ist wenig glaubwürdig Malm. Dat darf mer nit bei der Kerz b. das Mädchen ist hässlich, schmutzig Köln, Rip. De Opstand, de Gelegenhet, de Laken (s. d. W.) b. gegenseitig den Vermögensstand der zur Heirat Bestimmten vor dem Verspruch besichtigen. Der es net wert (ze schlech), dat mer en besieht Rip, Allg. Du kanns mech (van) hönge (hinten) b.! abschl. Antw. Sieg, Rip. He beseiht sech von ennen er macht ein Nickerchen Altk-Gieleroth, Rip, Berg verbr. — b. übertr. in Wend., die den Begriff »prügeln« umschreiben; du kries den Balg (et Fell, de Panz, de Röckstrang) b., sall ech dir es et Böcksken b.; du häs wahl lang ken Kamesöles b.; do kas de en paar (Ohrfeigen) b. Rip, Nfrk, Trier-Stdt; de hät se besenn! Düss-Unterb. — 2. onbesiehn, –siehns ohne zu sehen, zu überlegen; jet o. gelde (kaufen); hej gof min dat Geld o. Rip, Nfrk, Siegld; obesehches bem (mit dem) Messer dusche ohne vorherige Besichtigung die Taschenmesser austauschen, eine Art Knabensp. Siegld-Littf.  PfWB  ElsWB durch -sehen: 1. etwas d., etwas Geschriebenes; enem den Brief d., wat e geschriewen hät OBerg, Allg. — 2. einem etwas d., durchgehen lassen ebd.  PfWB ein -sehen: etwas e., wie nhd. Allg. — En Ensehn (-sehns) han Rip, Allg.ge -sehen: etwas g., sehen in allen Bed.) Saar, Trier, Bernk (Mos), WBitb, Koch-Meisbg, Rip (nach Prät. präs.). RA.: Do weren mer mol g., hat der Blenn gesat, on do hot er noch kän Auen gehot Saarl. Ech g. esou weit iwer't Wasser, wei en annen dren Saarbg-Faha. Äm durch siewe Bockse (Hosen) g. scharfe Augen haben, klug sein WBitb. (Met) gesiehner Aue zusehends, offensichtlich Nahe, Saar.nach -sehen: 1. etwas n., etwa de Arbet n., die he gedohn hät sie kontrollieren; ek well ens n. mal suchen, ob ich es habe; em Buk (Buch) ens n. was darin steht; et N. han wie nhd. Berg, Allg.; ek well ens (bei dij) n.! dich prügeln Mörs-Asbg. — 2. einem n. a. hinter ihm her s. Allg. — b. etwas n., ihm verzeihen; dat kann mer em n. Allg.