trachten nach dem Nhd. drāxdə Wend; -ōĭχd- WBitb; -ōăxd- sonst Bitb; -axd- Kobl; trāxtə u. dr- Rip; traxt- Klevld schw.: nach etwas tr., wie nhd.; mer moss tr., vüran ze konn, — de Kenger zo jet ze brenge; dem seng ganz Senne on Tr. steht nom Wirtshus; enem nom Levve tr. Rip, Allg. RA.: Wor de Has gejungt es, dor tracht he wer hen Rees-Ringenbg. De tracht no en golde Wage, de kregt draf (davon) et Rad op de Nagel Xanten. — Abl.: die Trachterei, dat Getracht(s).be- trachten: etwas b., nach dem Nhd.; nou mottste dich dat Leəven ens b. da muss man doch staunen Kref u. so allg. verbreiteter als das Simpl. [-ā- Rip; -- Kemp]. RA.: Wann dau wellst de meinen verachten, muss dau irscht de Deinen b. Trier-Schleidw.
Be-tracht -drāx, tr-, –a- Sg. t. f.: in der Wend.: Dat küt net en B. nach dem Nhd. Rip, Allg.
Trächter -- = Trichter (s. d.).
tracken das Wort, im Ablaut zu trecken, ist LRip in Monsch, Eusk, Bergh verbr. u. Klevld in Geld schw.: 1. ziehen; de Koffij lote tr. Geld. — 2. zögern, zaudern LRip. Abl.: die Trackerei, dat Getrack(s), der Tracker.
ver- tracken: 1. die Wohnung wechseln Geld. RA.: Nauw gohwe (gehen wir) v., säij de Katt, duw hatt se de Papagei in de Mull Geld-Kevelaer. — 2. fərtrak Part. a. unbotmässig, übel gelaunt, bösartig Rip; eigensinnig Merz-Zwalb. — b. verdammt, im Fluch; dat es en vertr.ə Krom, — ene v.ə Kerl; v. noch emol, wie kalt! Rip; die Sach werd jo immer v.ər, je länger se dauert; dat is mer so v. kumm, dar ich ganz ärgerlich sin Hunsr.
tracksen (nicht zu dracksen, sondern hierhin!) dragsə, –ę- Neuw-Datzeroth schw.: = tracken.
Tracks-arsch, Trackspitter (-peter) ebd. m.: einer der trackt 2.
Trackser(t) ebd. m.: dass.[Bd. 8, Sp. 1267]
Tracksch = Morast s. Tratsch.
traden das Wort, im Ablaut zu treden »treten«, anord. tradan, ist in allg. Bed. heimisch innerhalb einschl. Mörs-Frimmersh Rumeln Kaldenhsn Vennickel Kapellen Niep Vluyn Neuk, Klev, Rees als traden, dies noch in Elbf-Hahnerbg, Mettm-Neviges Velbert; u. trāən, Prät. tru Dinsl, traə MülhRuhr, Ess; dann in Bed. 2 -ād- in Geld, Kemp, ErcklGladb, Heinsb-Karken, MGladb-Rheind schw.: 1. treten; den Hahn trad gut bei der Begattung; herömtr. langsam gehen, bes. von einem Kranken; einen tr., ihn treten; getradd voll übervoll, von einem Raum Mörs usf. (s. o.). RA.: Ik will den Dreck ni widder tr. aufrühren MülhRuhr. Den tradd met ene Fut twee Kückskes dot Mörs. Ümmes op de Start tr. Ruhr, Allg. Treck Klumpen an, sät den Bur, du trad he de Katt op de Poten MGladb (in dieser RA.), MülhRuhr. — 2. -ā:d- Grobsalz, Hefe, Leinsamen tr., zerdrücken, pressen in der Ölmühle zwischen einem liegenden u. einem aufrechtstehenden Stein; de Oaligstēn lagen nicht übereinander, sondern standen aufrecht u. waren waagerecht durch eine Achse verbunden u. standen mit et Gangwerk (Rädern) in Verbindung; in de Traddekas, einer hölzernen, nicht hohen Schutzwand, wurde de Oaligssoot zugeschüttet; die Steine liefen darüber, sich im Kreise drehend u. der eine dem andern nachlaufend, ähnlich dem Holländer in der Papierfabrik. Do moss mech de Sock Haver tr.; et getrad Kuckemehl Mehl aus den Kuchen des Leinsamens; hoəl ens gau e Fättsche Getrad Kemp-Stdt; -ad- Geld, Kemp-Amern. — Abl.: die Tradderei, dat Getradd.
Trad trat, Pl. -də Verbr. wie traden 1 m.: Schritt, Stoss mit dem Fuss; Tr. för Tr.; enen Tr. kriegen.
Trad-gans trat- Mörs f.: verächtl. eine Frau, der die Arbeit nur langsam vonstatten geht.
trädig -:-, –ī:- = träge s. drehig bei drehen.
traën = treten s. traden.
Träf I -:-, –ī·ə.- = Balken s. Trabe; Träf II -- = Trift s. Treibe.
Traff Rip vereinz. m.: 1. traf, Pl. -fə verächtl. plumpes Weib Schleid-Hellenth. — 2. trāfən Pl. verächtl. grosse, plumpe Schuhe Sieg-Rhönd.
traffen -af-, –av- = traben (s. d.).
Trafik nach frz. trafic (urkdl. ihren Geschehften und traficen nachgehen Trier 1656; Trafiquen Duisb 1663), ist als drafigt in Saar-Berus Pachten (-fegt), Prüm-Mürlenb 1860, trafikt Monsch-Kalterherbg, -fik Malm-Bütgenb Nidrum, Monsch-Hargart, Eup, Aach-Stdt, Geld-Schavelen bezeugt Sg. t. m.: 1.a. umfangreiches, schweres Geschäft, Handel, Gewerbe; en Tr. dreiwen; wat den en Tr. hot; jeder Nutzen od. Vorteil, den man aus einem Geschäft zieht; et wor e klenen Tr. derbei; mer muss sich alt met em kl. Tr. vergnügen Prüm-Mürlenb, Allg.; en guj Tr. för mej eine gute Beschäftigung für mich Geld-Schravelen, Allg. — b. sich ene Tr. mache sich eine Arbeit m. Monsch-Kalterherbg; wat macht er do för en Tr.! Unsinn u. Lärm Malm, Allg. — 2. verächtl. eine leicht zusammenbrechende Vorrichtung Saarl-Pachten. [Bd. 8, Sp. 1268]
Tragant -jant Aach-Stdt Sg. t. m.: Gewürz für Backwerk.
Trag(e) s. bei tragen.
PfWB trage das Wort, ndl. traag, mndl. trâghe, ahd. trâgi, nhd. träge entsprechend [urkdl. traich Köln 1499; den traigen Kleve XV], ist Klevld in Klev, Geld, anschliessend SNfrk in Kemp, Heinsb, Erk-NKrüchten, MGladb-Mülfort, u. LRip verstreut bis Monsch, Malm in Erk-Körrenz, Aach-Eschw Kohlschd Merkst Stdt, Eup, Dür-Froitzh Winden, Bergh-Bottenbr Mödr, Grevbr-Schaan (dr:χ), MüEif, Monsch-Witzerath, Malm-Bütgenb Nidrum, rrh. verstreut zunächst Neuw-Alberthsn Niederhf, Altk-Sörth, Siegld, dann RRip in Sieg-Fussh ODollend, Sülzt, Waldbr-Wildbg, MülhRh-BGladb, uWupp, u. geschlossen Berg in Gummb, Wippf, Lennep, Mettm-Neviges, Düss-Erkrath, Sol-Leichl Stdt, Ess-Holsterhsn, Rees-Drevenack (drx) Brünen (dr), abgesehen von Klev, Geld, Kemp, Berg also ein sich bis zum rip. Südrand allmählich verlierendes Restwort, vor fūl zurückweichend; abseits en drī·ə.n ein Faulpelz Trier-Heidenbg; dr: Ottw-Humes; lautl. Klevld (s. o.) trx; SNfrk (s. o.) -·ə.-; Rip -:- [Aach-Stdt dr·ə.x; Sieg-ODollend drō:x, Fussh dr:]; Siegld drx; Berg (s. o.) trx, –:-, –ō:-; flekt. -γə Adj.: 1. von Mensch u. Tier. a. schläfrig, müde, krankhaft matt, elend, einen kranken Eindruck im Blick, in den Bewegungen des Körpers, beim Sprechen machend, infolge Ermüdung, Krankheit, Einfluss des Wetters, also nicht so sehr »träge« im Gegens. zu »fleissig«, dafür ful, läu; he süt su tr. us den Ogen; de Jung wor alt all de Dag esu tr., on op emol hatt he et Nervefeber; dat Bierdrenke (de Hetz, et Wedder) mat esu tr. Rip, Allg. [vom Vieh, nach eingenommenem Futter Aach-Stdt]; infolge dieses Zustandes unlustig zur Arbeit, auch der Dür (Stier) es tr. unlustig zum Belegen Heinsb, Allg.; nur Klev, Geld schwerfällig, phlegmatisch; so tr. as ene Esel; gleichgültig, oberflächlich Waldbr-Wildbg. — b. nicht recht gescheit Monsch-Witzerath. — 2. von Dingen. a. tr. Wedder (Loch) drückend, müde machendes Wetter (Luft) Rip, Allg. — b. tr. Water stehendes, getrübtes Wasser; auch de Röboəleg es tr. trübe Heinsb, Kemp. — c. etwas feucht Geld-Straelen. — d. der Wagen fährt dro langsam Rees-Brünen. — e. stumpf, nicht mehr glatt Klev-Warbeyen. — Die Formen an der Saar dr(:)dĭχ, –ī(:)- (Saarl-Roden drjədiχ »träge, langsam«), wie glīdiχ »glühend« gebildet, gehören vielleicht zu drehen (s. d.); ebenso dręjgəliχ »träge, dumm« Siegld.
Trag-heit tr:xhēt Dür-Froitzh; dra·i.hāt May-Trimbs (abseits) [urkdl. traigheit Köln 1499] Sg. t. f.: das Tragsein. trag-lich trγəliχ Rees-Hamminkeln Adj.: trage.